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Vorderseite des von Farkás Molnár gestalteten Umschlags zu Walter Gropius' Buch »Internationale Architektur«, Bauhausbücher 1, München 1925.
Vorderseite des von Farkás Molnár gestalteten Umschlags zu Walter Gropius' Buch »Internationale Architektur«, Bauhausbücher 1, München 1925. (Quelle: Bestand der Universitätsbibliothek der Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Tobias Adam)
Titelseite von Walter Gropius' Buch »Internationale Architektur«, Bauhausbücher 1, München 1925.
Titelseite von Walter Gropius' Buch »Internationale Architektur«, Bauhausbücher 1, München 1925. (Quelle: Bestand der Universitätsbibliothek der Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Tobias Adam)
Erstellt: 06. November 2018

»Einzigartige Dokumentation der europäischen Moderne« - Universitätsbibliothek zeigt 2019 Ausstellung zu »Bauhausbüchern«

Die Universitätsbibliothek Weimar zeigt im April des kommenden Jubiläumsjahres 2019 eine Ausstellung zu den »Bauhausbüchern«. In einer großen Schau werden die 14 Bände, die zwischen 1925 und 1930 in der Reihe des Münchner Albert Langen Verlag erschienen sind, für Besucherinnen und Besucher erlebbar gemacht.

Eine besondere Rolle spielen im Rahmen der Ausstellung die Schutzumschläge, die heute als einer der Höhepunkte der Buch- und Umschlaggestaltung der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts gelten. Die Ausstellungseröffnung der als Wanderausstellung konzipierten Schau ist für den 10. April 2019 an der Bauhaus-Universität Weimar geplant.

Von der Vision zur Realität eines Verlages am Weimarer Bauhaus
Die Idee eines eigenen Verlages am Weimarer Bauhaus skizzierte Walter Gropius bereits im Sommer 1922. In den »Satzungen« des Bauhauses wird dem angedachten Verlag die Aufgabe zugeschrieben, »die Ideen und Arbeiten des Bauhauses und verwandter Bestrebungen in Schrift und Abbild zu verbreiten und für sie zu werben.« Die Tätigkeit des im Jahr 1923 – auf dem Höhepunkt der Inflation – gegründeten Bauhausverlags blieb jedoch nur ein Intermezzo. Zugleich wurde seit 1923 – mit der Ankunft des ungarischen Gestalters László Moholy-Nagy am Bauhaus – die Idee einer eigenen Buchreihe, der »Bauhausbücher«, diskutiert. Realisiert werden konnte die Buchreihe schließlich ab 1925 in Kooperation mit dem Albert Langen Verlag in München. Konzept und Gestaltung der Reihe sind eindeutig ein Projekt der Weimarer Phase des Bauhauses.

Im Jahr 1925 sind zunächst acht Bände der neuen Reihe erschienen, die alle zwischen 1923 und 1925 fertiggestellt worden waren. Bis 1930 folgten sechs weitere Bände. Die Reihe stellt mit Büchern bzw. Broschüren von Gropius und Moholy-Nagy sowie mit Publikationen der Bauhaus-Meister Kandinsky, Klee und Schlemmer zum einen die Arbeit des Bauhauses und seiner Künstler selber dar, zum anderen wirkte sie als Publikationsplattform für führende Stimmen der Moderne in Europa. So gehörten die Niederländer Theo van Doesburg, Piet Mondrian und Jacobus Johannes Pieter Oud genauso zu den Autoren der ersten Bände wie der Franzose Albert Gleizes und der Russe Kasimir Malewitsch. »Sowohl inhaltlich als auch gestalterisch wurde die Reihe auf diese Weise zu einer einzigartigen Dokumentation der europäischen Moderne.«, erklärt Dr. Frank Simon-Ritz, Direktor der Universitätsbibliothek Weimar. Neben Weimar könnte die Ausstellung auch in anderen Orten zu sehen sein. »Die Ausstellung haben wir als Wanderausstellung konzipiert, die ohne großen Aufwand auch an anderen Orten gezeigt werden kann.«, so Simon-Ritz.

Michael Siebenbrodt kuratiert Ausstellung
Als Kurator konnte die Bibliothek den versierten Ausstellungsmacher Michael Siebenbrodt, den langjährigen Kustos des Weimarer Bauhaus-Museums, gewinnen. Für Siebenbrodt stellt es ein besonderes Anliegen dar, die Verbindung der Bauhausbücher zu den Aktivitäten des Weimarer Bauhauses darzustellen. »Die Ausstellung führt erstmals die 'Bauhausbücher' mit der originalen Fotosammlung des Bauhauses zusammen. Außerdem wird das internationale Netzwerk des Bauhauses erlebbar.«, so Siebenbrodt zu der Besonderheit der Ausstellung. Die historische Fotosammlung der »Bauhaus-Alben« ist heute Bestandteil der Sammlungen des »Archivs der Moderne« an der Bauhaus-Universität Weimar ist. Insbesondere zu den Bänden »Ein Versuchshaus des Bauhauses in Weimar« (Bauhausbücher 3) und »Neue Arbeiten der Bauhauswerkstätten« (Bauhausbücher 7) dokumentiert die Ausstellung, woher das in diesen Büchern verwendete Bildmaterial stammt.

Kooperationspartner:
Kooperationspartner der Ausstellung, die in wesentlichen Teilen auf Bestände der Weimarer Universitätsbibliothek zurückgreifen kann, sind das Archiv der Moderne und die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar. Die Einrichtungen, deren Bestände die der Universitätsbibliothek Weimar ergänzen, stellen insbesondere digitale Vorlagen für die Schau zur Verfügung. Finanziell unterstützt wird die Ausstellung vom Freundeskreis der Bauhaus-Universität Weimar sowie von der Thüringer Staatskanzlei.

»Die Bauhausbücher« - Ein europäisches Publikationsprojekt des Bauhauses 1924-1930
Ausstellung an der Bauhaus-Universität Weimar
10. April bis 24. Juli 2019

Für Rückfragen stehen Ihnen gerne Dr. Frank Simon-Ritz, Direktor der Universitätsbibliothek Weimar, zur Verfügung:

Dr. Frank Simon-Ritz
Direktor der Universitätsbibliothek
Tel.: +49 (0) 36 43 / 58 28 00
E-Mail: frank.simon-ritz[at]uni-weimar.de