(©Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Candy Welz)

Ein trinationales Masterprogramm mit internationalem Abschluss

! ACHTUNG ! Das Studienprogramm »European Film and Media Studies« läuft zum Wintersemester 2017/18 aus. Bewerbungen sind daher ab sofort nicht mehr möglich. Wir danken für Ihr Verständnis!

Seit dem Wintersemester 2008/09 haben Studieninteressierte mit einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss die Möglichkeit, an dem international ausgerichteten Studienprogramm „European Film and Media Studies“, kurz EFMS, teilzunehmen. Die EFMS beschäftigen sich mit der medialen Dimension historischer und ästhetischer Prozesse, in deren Verlauf eine europäische Kultur entsteht. Der filmwissenschaftliche Schwerpunkt des postgradualen Studiums beschäftigt sich aus europäischer Perspektive mit Fragen der Filmgeschichte, der Filmtheorie und der Filmpraxis.

Der interkulturelle Anspruch des Studienprogramms wird auch durch seine trinationale Organisationsweise als gemeinschaftliches Programm der Université Lumière Lyon 2, der Universiteit Utrecht und der Bauhaus-Universität Weimar eingelöst. Zwei obligatorische Auslandssemester an den Partneruniversitäten führen zu einer zweisprachigen Abschlussarbeit, für die ein international anerkannter Abschluss verliehen wird:

  • in Weimar: der Master of Arts, M.A.   
  • in Lyon: der Master Humanités et Sciences Humaines   
  • in Utrecht: der Research Master Media Studies

     

Zusätzlich zur medien-, film- und kulturwissenschaftlichen Ausbildung erhalten die Studierenden einen umfassenden Einblick in die Kultur des Nachbarlandes, souveräne Kenntnisse der anderen Sprache und vor allem Zugang zu zwei weiteren nationalen bzw. zu einem europäisch internationalen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt.

Das trinationale Studienprogramm wird durch die Deutsch-Französische Hochschule gefördert.

Das Konzept

Universitätsbibliothek (©Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Candy Welz)

Das Masterstudienprogramm EFMS entwickelt historische, medientheoretische und filmwissenschaftliche Modelle, die den ästhetischen, gesellschaftlichen und technologischen Wandel als Kulturvorgang und kulturellen Sinnprozess im sich einigenden Europa begreifen und beschreiben. Es fördert die historische und theoretische Urteilskraft im Umgang mit den Medien, greift in die Auseinandersetzung um Medien und ihre Gestaltung ein und trägt so zum Erwerb von Medienkompetenz bei. Das spezifische Profil der beteiligten Institute im Allgemeinen und das Konzept des Studienprogramms „European Film and Media Studies“ im Besonderen zielt darauf ab, unabhängige Ideen- und Konzeptbildner mit Innovationskompetenz auszubilden.

Im Zentrum des Interesses von Lehre und Forschung steht an den drei Hochschulen die Reflexion auf die Ästhetik des Filmischen bzw. des Medialen in spezifischen Einzel(film)analysen und ihre theoretische, respektive (medien-)philosophische Sinndimension. Mit ihrem filmwissenschaftlichen Schwerpunkt beschäftigen sich die EFMS aus europäischer und anglo-amerikanischer Perspektive, sowohl auf Forschungsliteratur wie auf den Untersuchungsgegenstand bezogen, mit Fragen der Filmgeschichte, der Filmtheorie und der Filmpraxis. Dabei stehen die Vertiefung und Entfaltung wissenschaftlicher Fertigkeiten wie Konzeption, Methodik und Forschung an erster Stelle. Die deutsche und französische Nationalkinematographie, europäische Film- und Mediengeschichte und die spezifisch deutsche Medientheorie sind dabei ebenso Bestandteil der Lehre wie Module zum Binnenschwerpunktthema Dokumentarfilm und Photographie.

Die besondere inhaltliche Nähe der Lehr- und Forschungsausrichtung in Lyon, Utrecht und Weimar zeigt sich im Erfassen und Denken der Selbstthematisierung des Medialen im Filmischen bzw. des Studiums der verschiedensten Formen der Einschreibung des Kinos selbst durch und in den Filmen. Die intermediale Verschränkung einzelner szenischer Künste, die Reflexion auf Begriff und Begriffsgeschichte des Mediums und die ausführliche Erörterung von Medialität und Intermedialität bilden daher einen weiteren, gewichtigen Schwerpunkt im gemeinsamen Studienprogramm „European Film and Media Studies“.

Weimar: Medienwissenschaft

Der Beitrag der Fakultät Medien in Weimar zum komplementären Studienprogramm des deutsch-, französisch- und englischsprachigen Forschungsmasters EFMS wird durch die Vermittlung von Film- und Medienphilosophie und Bild- und Europawissenschaften realisiert. Dies schließt die ausführliche Erörterung von Medialität und Intermedialität genauso ein wie Reflexionen zu dem Spannungsfeld aus nationalen Identitäten einerseits und (postkolonialen) Globalisierungsprozessen andererseits, welches die internationale Filmproduktion nachhaltig umgibt. Die Analyse und die Diskussion dieser Vernetzungen sollen schließlich zu einer gemeinsamen Artikulation eines europäischen und kulturellen Selbstverständnisses führen, welches sich als solches einer weiteren poststrukturalistischen Diskussion als Gegenstand bietet.

Lyon: Arts de la Scène, de l’Image et de l’Ecran

Die Universität Lyon 2 und im Speziellen das Département Arts de la Scène, de L’Image et de l’Ecran, bietet den ausgewählten StudienprogrammteilnehmerInnen eine Vertiefung auf dem Gebiet des Films und anderer szenischer Künste. Die Intermedialität der Szenischen Künste ist hier Untersuchungsgegenstand und wissenschaftlicher Reflexionshorizont. Die ästhetische Analyse medialer „Texte“ mit besonderem Schwerpunkt auf Film, insbesondere Dokumentarfilm, wird den Studierenden in methodischer und praktischer Perspektive vermittelt. Auch Theater, Tanz und Musik sind Schwerpunkt des ersten Semesters der Master-Studierenden. Studiert werden die Wechselwirkung der einzelnen Künste untereinander, ihre Intermedialität, die Differenz von Film und Photographie und die Reflexion auf die Künste. Außerdem sind Überlegungen zum Kunstwert des Mediums und den Ästhetiken des Films ausgewiesener Inhalt der angebotenen Seminare.

Utrecht: Media and Re/presentation

Das Institute for Media and Re/presentation der Partnerhochschule Utrecht rundet mit seinem Forschungsschwerpunkt zum frühen Film die Wissenschaftsdisziplin der Filmwissenschaft und das Wissensgebiet der Filmgeschichte und Filmdiskursgeschichte ab. Das besondere Augenmerk des Instituts ist gerichtet auf die Vermittlung von Epistemologie und Methodologie der Filmwissenschaft. Der Beitrag des englischsprachigen Kursprogramms in Utrecht besteht in der Einbettung der Filmwissenschaft in Kultur- und Geisteswissenschaft. Filmgeschichte wird ergänzend zur allgemeinen Mediengeschichte gedacht, und dies wiederum wird flankiert von Reflexion auf Medienkultur und Medientheorie.

Hintergrund

Das trinationale Masterprogramm EFMS entspringt der Kooperation der drei Hochschulen Lyon, Utrecht und Weimar. An der Bauhaus-Universität Weimar wird es durch den Masterstudiengang Medienkultur beheimatet, welcher im Jahr 2006 als postgradualer Studiengang der Universität akkreditiert wurde. Die EFMS liegen damit in der Tradition des bereits vorhandenen binationalen Bachelorprogramms Europäische Medienkultur, welches sich in den B.A.-Studiengang Medienkultur eingliedert. Medienkultur kann an der Fakultät Medien seit ihrer Gründung 1996 studiert werden, das von der Deutsch-Französischen Hochschule geförderte Programm der Europäischen Medienkultur wurde zwei Jahre später, 1998, eingerichtet. Die Zusammenarbeit mit der Universiteit Utrecht baut auf einer bereits erprobten Erasmus-Kooperation auf, die seit 2002 besteht.

Qualifikationsziele

Der forschungsorientierte Master EFMS bereitet auf berufliche Aufgaben im europäischen Film- und Mediensektor vor, die vertiefte Ansprüche an den kontinuierlichen Wissenserwerb, an Reflexionskompetenz und Darstellungsfähigkeit stellen. Aufgabenfelder liegen in den folgenden Bereichen:

  • Bildung
  • Wissensvermittlung
  • Forschung
  • Medien- und Kulturkritik
  • Redaktion
  • Kuratierung
  • Beratung
  • Öffentlichkeitsarbeit 
  • Autorentätigkeit

Der Master of Arts "European Film and Media Studies" bereitet auch auf ein eventuelles Promotionsstudium vor.