Prozessorientierte Diskursanalyse

Carl Stumpf, Versuchsprotokoll (ca. 1914)

Technologien für diskursbasierte Analysen in der Medien- und Wissenschaftsgeschichte

Ziel dieses Projekts ist die Einrichtung einer virtuellen Forschungsumgebung zur Durchführung von Diskursanalysen im Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften, besonders der Geschichtswissenschaft. Basierend auf einer Kooperation von Medienwissenschaftlern, Informatikern und Bibliothekaren an der Bauhaus-Universität Weimar und der Universität Regensburg soll diese Forschungsumgebung mit Blick auf die Medien- und Wissenschaftsgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts entwickelt werden. Ausgehend vom Virtuellen Labor für die Geschichte der experimentellen Lebenswissenschaften ist das Ziel, diese Forschungsumgebung auf ähnliche gelagerte Projekte in benachbarten Disziplinen zu übertragen. Im Unterschied zu existierenden virtuellen Forschungsumgebungen zeichnet sich die von uns geplante Umgebung durch die dynamische Integration von Nutzerwissen in die Analysewerkzeuge aus. So operieren die angestrebten Analysealgorithmen nicht direkt auf den Forschungsdaten, sondern auf Grundlage semantischer Modelle, die, unterstützt durch aktive maschinelle Lernverfahren, von den Nutzern hinsichtlich einer konkreten Forschungsfrage entworfen und trainiert werden können. Zudem ist die Palette der zur Verfügung stehenden Analysewerkzeuge auf den Prozess der Diskursbetrachtung abgestimmt und den Nutzern in Form einer eigens entwickelten Anfragesprache, einer Discourse Query Language, zugänglich. Darüber hinaus bietet die virtuelle Forschungsumgebung durch Diskurskarten und Diskurslinsen innovative Möglichkeiten zur Integration der Forschungsumgebung in digitale Publikationen.

Kooperationspartner:

Prof. Dr. Benno Stein (Medieninformatik, Weimar)
Dr. Frank Simon-Ritz (Universitätsbibliothek, Weimar)
Prof. Dr. Bernhard Dotzler (Medienwissenschaft, Regensburg)
Dr. Gernot Deinzer (Universitätsbibliothek, Regensburg)

Gefördert durch