Wintersemester 2014/15

Studienmodul Europäische Medienkultur 1 (B.A.)

Seminar: Private Universe. Postsozialismus und transnationales Fernsehen (Nicole Kandioler)

In der europäischen Fernsehwissenschaft muss von einer „Western centric perspective“ (Imre/Havens/Lustyik 2013) ausgegangen werden, die mit ‚europäischem’ Fernsehen vor allem ‚westeuropäisches’ Fernsehen meint. Osteuropäische Fernsehwissenschaft erfolgt aber nicht nur an den Rändern der internationalen Fernsehwissenschaft, sondern sie nimmt auch innerhalb der osteuropäischen Medienwissenschaft, deren Fragestellungen vorwiegend den Printmedien, dem Journalismus und dem demokratischen Gemeindeleben gewidmet sind, einen marginalen Platz ein. 

Im Seminar sollen televisuelle Programme und Ästhetiken aus dem osteuropäischen Raum analysiert und hinsichtlich ihrer Funktionsweisen befragt werden. Sozialistische Fernsehfilme und Serien, Animationsfilme für Kinder und Jugendliche, sogar Werbeeinspielungen, so Imre, Havens und Lustyik, sind intrinsischer Bestandteil des Fernsehprogramms seit 1989 und müssen als „irreplacable source of national and regional memory and identity“ untersucht werden.

- aktuelle Theoreme und Episteme der Fernsehwissenschaft
- Film- und Fernsehwissenschaft nach dem Ende des Kalten Krieges
- ost- und westeuropäische Wissenschaftsgeschichte
- (post-)sozialistische TV-Programme
- tschechische, tschechoslowakische und deutsche TV-Serien

Seminar: Französische Filmtheorien (Hedwig Wagner)

 

Studienmodul Medienästhetik 2 (B.A.)

Seminar: Theo Angelopoulos (Hedwig Wagner)

Das Kino des griechischen Regisseurs Theo Angelopoulos, der mit den Werken Die Wanderschauspieler, Der Bienenzüchter, Die Ewigkeit und ein Tag international Filmgeschichte schrieb, steht im Zentrum des Seminars. Die Filmsprache dieses bedeutenden Autorenfilmers soll filmästhetisch erfasst und konzeptionell unter den Leitparadigmen der Nostalgie, der (sozialistischen ) Utopie und des gesellschaftlichen Verfalls analysiert werden. 

Seminar: Postcommunist Nostalgia. Nostalgie als Bezugssystem osteuropäischer Kinematographien (Nicole Kandioler)

Die Verwendung des Konzeptes „Nostalgie“ (Sv. Boym, Maria Todorova) als Bezugssystem für das Verständnis des Postsozialismus und seiner heterogenen (Re-)Präsentationen in Filmen zielt weniger auf die Verklärung einer konkreten Vergangenheit ab als auf einen medialen und intertextuellen Bezug auf die Vergangenheit(-en), wie sie für die Diskussion und die Konstruktion der Gegenwart(-en) höchst brisant ist. 

Im Seminar werden in einem ersten Schritt epistemologisch relevante Konzepte der Nostalgie aus der Medien- und Kulturwissenschaft diskutiert, in einem zweiten Schrift werden die Begriffe mittels vorgegebenem Filmmaterial aus dem osteuropäischen Raum auf ihre Anwendbarkeit überprüft.

- Begriffsarbeit: Nostalgie, Moderne, Postmoderne, Avant-garde, Populärkultur, Postsozialismus
- Grundlagen osteuropäischer Filmgeschichte
- westeuropäische Rezeption osteuropäischen Autorenfilms während und nach dem Kalten Krieg

Intertextualität, Intermedialität, Remediatisierung