Sommersemester 2015

Studienmodul Europäische Medienkultur 3 (B.A.)

Seminar: Exzessive Zurückhaltung - Langzeitdokumentarfilm (Nicole Kandioler)

Momente ,exzessiver Zurückhaltung’ in Langzeitdokumentarfilmen zu analysieren, bedeutet Fragen nach den Auslassungen und den Andeutungen (Hanich/Wulff) sowie Fragen nach den kommunikativen Konstellationen dokumentarischer Ästhetiken zu stellen.

Der ,Exzess’ auf der Ebene des angehäuften Filmmaterials und der beanspruchten Zeit steht bspw. im Fall des Œuvres der tschechischen Langzeitdokumentaristin, Helena Třeštikova, im scheinbaren Widerspruch zu einer ,Zurückhaltung’, die die Auslassungen, die Andeutungen und die Abwesenheiten (auch jene der Regisseurin im Filmbild) in den Blick nimmt. 

Anhand eines Korpus international ausgezeichneter europäischer Langzeitdokumentarfilme sollen in der Lehrveranstaltung Status und Imaginationen des dokumentarischen Bildes diskutiert und Schlaglichter auf paradigmatisch wichtige Episteme und Theoreme des Dokumentarfilms (und speziell des Langzeitdokumentarfilms) geworfen werden.

Seminar: Dissidente Partizipation. Filmschaffen in der (frühen) Bundesrepublik (Hedwig Wagner)

Die Auseinandersetzung der deutschen Studentenbewegung mit der Frankfurter Schule, mit der (braunen) Vergangenheit der Vätergeneration,  die zweite Frauenbewegung, der Ost-West-Konflikt; all dies sind politische Diskussion gewesen, die das Filmschaffen in der (frühen) Bundesrepublik mit geprägt haben. Regisseure und erstmalig auch Regiseurinnen waren in ihrem Verhältnis zur Bundesrepublik von Partizipation, auch der Teilhabe von regimekritischen Andersdenkenden, geprägt. Dem wollen wir nachgehen und uns auseinandersetzen mit: Der Neue Deutsche Film, das Oberhausener Manifest, Filmregisseure wie Alexander Kluge, Helke Sander usw.

Studienmodul Pop 2: Fern/Sehen/Denken (B.A.)

Seminar: Television after TV (Nicole Kandioler)

Vor dem Hintergund der beiden Positionen des totgesagten Fernsehens einerseits und des fortdauernden Einflusses des Fernsehens auf neue(re) Medien andererseits – man denke hier auch an den Siegeszug des Quality TV – sollen neue und neueste Episteme und Theoreme des Televisuellen zur Diskussion gestellt werden.

Die Theorien befeuern und befragen sollen heterogene Beispiele aus dem Fernsehen und aus dem Internet: Formen und Formate, die televisuelle Ästhetiken remediatisieren, neukonfigurieren oder auch für verschiedene Zwecke instrumentalisieren/subvertieren. 

Ein spezieller Fokus wird im Kurs auf aktuelle europäische Serienformate gelegt, die zum Teil auf radikale Weise von den Erfolgskonzepten englischsprachiger Serienproduktionen aus den USA und/oder aus Großbritannien abweichen. 

Insgesamt bietet das Studienmodul Fern/Sehen/Denken Gelegenheit, sich umfassend mit Theorie und Praxis des Fernsehens (ungefähr 1945 bis 2015) zu beschäftigen und seine Funktion als (einstiges) popkulturelles Leitmedium einer europäischen mediascape kritisch zu beleuchten.

Seminar: Greatest Hits of Television Studies (Hedwig Wagner)

In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit Grundlagentexten zur Fernsehwissenschaft. Die klassischen Texte setzen sich u.a. mit Programm, Flow, Struktur, Rezeption und TV-Serie auseinander.