Lehre

Sommersemester 2019

Vorlesung: Management der Digitalen Transformation

Wie kommen Innovationen in digitalen Geschäftsumfeldern zustande? Warum erweist es sich als herausfordernd, die digitale Transformation in etablierten Unternehmen und Organisationen voranzutreiben? An welchen Diskursen und Management-Moden orientieren sich Manager*innen im Kontext der voranschreitenden Digitalisierung? Die Vorlesung behandelt verschiedene Facetten des Managements der Digitalen Transformation. Im Vordergrund stehen die besonders bedeutsamen Bereiche der Produkt- und Innovationsentwicklung, der Konzeption von Geschäftsmodellen und des digitalen Change Managements (Technologie, Strukturen, Prozesse, Personal, Kultur eines Unternehmens). Um ein konzeptionelles Verständnis dieser Themen zu erlangen, werden zunächst zentrale theoretische Ansätze der Organisations- und Managementforschung präsentiert, im Plenum zur Diskussion gestellt und auf konkrete Praxisfälle angewendet. Ferner werden anwendungsbezogene Managementansätze vorgestellt, die in der Praxis der Digitalen Transformation verwendet werden. Die Studierenden lernen so, zentrale Herausforderungen im Management der Digitalen Transformation zu verstehen und zu beschreiben und sie vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Theorien zu erklären und kritisch zu reflektieren. Die erlernten Managementkonzepte sollen es den Studierenden zudem ermöglichen, Handlungsoptionen im Kontext der digitalen Transformation von Unternehmen und Organisationen eigenständig zu prüfen und strategisch fundierte Führungs- und Managemententscheidungen zu treffen. Die Veranstaltung richtet sich im Rahmen des Bauhaus.Semesters bewusst an alle Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar. Belegungsvoraussetzungen:

  • Erstes Vorwissen im Bereich Digitalisierung (z.B. auf wirtschaftlicher, technischer, rechlicher oder politischer Ebene)
  • Ausgeprägtes (wissenschaftliches oder persönliches) Interessen an den Implikationen der Digitalisierung für Wirtschaft und Gesellschaft

 

Seminar: Datengetriebenes Medienmanagement

Beim Videostreaming, im Zuge des Onlineshoppings, während der Navigation mit dem Smartphone oder einfach nur beim alltäglichen Surfen im Web – wir alle hinterlassen permanent eine Vielzahl digitaler Datenspuren. Diese Daten werden für Medienunternehmen in zunehmenden Maße zu wettbewerbsrelevanten Schlüsselressourcen. Manche Firmen entwickeln auf ihrer Grundlage völlig neue Geschäftsmodelle: So nutzt etwa Facebook eine große Fülle an Datenpunkten über seine Nutzer, um maßgeschneiderte Werbeplätze an Unternehmen zu verkaufen. Netflix analysiert nicht nur minutiös das Sehverhalten seiner Zuschauer, sondern erfasst mittels aufwendiger Inhaltsanalysen außerdem die Inhalte von Filmen und Serien, um personalisierte Empfehlungen zu unterbreiten und zielgruppengenau neuen Content zu entwickeln. Kaum verwunderlich also, dass Daten heute als das "Öl" des 21. Jahrhunderts gehandelt werden. Im Kontext der voranschreitenden digitalen Transformation werden Datengewinnung, -analyse, -aufbereitung und ihr strategischer Einbezug in neue Produkte und Geschäftsmodelle zu entscheidenden Erfolgsfaktoren für ein zukunftsorientiertes Medienmanagement.Hier setzt das Seminar an, indem die gesteigerte Bedeutung von Daten in Entscheidungsprozessen von Medienunternehmen, in der Entwicklung von Produkten und Services sowie in Geschäftsmodellen beleuchtet wird. Auf Grundlage von im Plenum gemeinsam erschlossenen Organisations- und (Medien-)Managementtheorien befassen sich die Teilnehmer*innen im Laufe des Semesters tief gehend mit der Datafizierung einer selbstgewählten Medienbranche (z.B. Verlagswesen, Buchmarkt, Musikbranche, Filmindustrie, Gaming). Die eigenständig erarbeiteten Branchenfallstudien werden in Referaten präsentiert und mit den Kommiliton*innen im Plenum diskutiert.

Wintersemester 2018/2019

Vorlesung: Start-ups und Neugründungen im Journalismus

In Verlagsbranche und Journalismus zeigen sich die typischen Problemlagen der Medienwirtschaft besonders deutlich: Eine mangelnde Fokussierung auf Nutzerinnen und Nutzer, die Zerstörung etablierter Geschäftsmodelle und Branchenstrukturen, Zweifel an der künftigen Funktionstüchtigkeit traditioneller Organisationsformen – allen voran der Redaktion – unter den Bedingungen der Digitalisierung. Da in bestehenden Unternehmen offenbar nur zögerlich innoviert wird, verbinden sich große Hoffnungen auf Erneuerung mit Neugründungen und Start-ups: Sie sollen durch neue Darstellungsformen junge Publika für den Journalismus gewinnen, innovative Finanzierungsquellen erschließen und veränderte Wege der Zusammenarbeit abseits der traditionellen Redaktion beschreiten. Doch werden sie diesen hohen Erwartungen gerecht? In der Vorlesung werden wir – am konkreten Beispiel des Journalismus und der Verlagsbranche, aber mit Bezug auch auf weitere Medienteilbranchen – Start-ups als potenzielle Innovationsvehikel und Trendgeber in einer digitalen, vernetzten Medienwirtschaft untersuchen. Gemeinsam erschließen und systematisieren wir den Forschungsstand zu Neugründungen im Journalismus, lernen konkrete Arbeitsweisen und (Produktentwicklungs-)Methoden von Gründerinnen und Gründern kennen, die zunehmend auch in klassischen Medienhäusern an Bedeutung gewinnen, und diskutieren spezifische Herausforderungen und Fallstricke. Die Vorlesung richtet sich explizit an alle Studierenden der Bauhaus-Universität, die sich schon heute oder künftig unternehmerisch betätigen (wollen) und enstprechende Einblicke am Beispiel der Verlagsbranche gewinnen möchten.

Seminar: Qualitative Fallstudienforschung

Fallstudien besitzen das Potenzial, spezifische Fragestellungen des Medienmanagements – z.B. zu neuen Produktentwicklungsmethoden, zur Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams oder zum Gründungsprozess von Start-ups – empirisch tiefgehend zu beantworten. In diesem Seminar, das parallel zur Vorlesung "Neugründungen und Start-ups im Journalismus" angeboten wird, werden wir uns intensiv mit dem Forschungsansatz der Qualitativen Fallstudie befassen. Die Teilnehmenden werden die methodologischen Grundlagen des Verfahrens und seine Gütekriterien reflektieren, typische Fragestellungen und Anwendungsfälle kennenlernen und das zentrale methodisches Rüstzeug (Erhebungs- und Auswertungstechniken) zur Durchführung einer eigenen Fallstudie erwerben. Begleitend wird die methodische Vorgehensweise an einem eigenen Anwendungsbeispiel – der Exploration eines Medien-Start-ups – eingeübt.