Warum eigentlich neudeli?

Die Gründerwerkstatt neudeli wurde 2001 von Prof. Dr. Matthias Maier, Inhaber der Professur Medienmanagement, als breit angelegte Entrepreneurship-Initiative ins Leben gerufen, um Unternehmertum an der Bauhaus-Universität Weimar zu fördern. Den Anfang und die Namensgebung verdankt das neudeli einem freien Kunstprojekt in den Räumen eines ehemaligen Delikatladens. Über verschiedene Aktivitäten wurde daraus ein Atelier mit Ausstellungsflächen für freie künstlerische und gestalterische Projekte (neue künstlerische Delikatessen) und schließlich eine von Studierenden eingeforderte Werkstatt zur Vorbereitung und Förderung von freien Berufen und Unternehmensgründungen.

Die Villa in der Helmholtzstraße
Hierfür steht die gesamte Villa in der Helmholtzstraße Gründern und Studierenden für eigene Projekte zur Verfügung. Mehr als 20 Teams haben seither regelmäßig im neudeli Platz. Aus der bisherigen Initiative wurde eine zentrale Anlaufstelle für die enge Verzahnung von Gründerberatung, Forschung und Lehre. Das neudeli ist ein realer Ort und zugleich der ideelle und virtuelle Raum dafür. Das Projektstudium, die autonome Lehre und Forschung wie auch die künstlerische Entwicklung der Bauhaus-Universität Weimar bilden dabei jene Quellen, aus denen die für eine Gründung notwendigen Differenzen zur etablierten Praxis entspringen. Das neudeli hat sich aus diesem Umfeld entwickelt und so ist eine lebendige und kreative Gründerszene in Weimar entstanden. Waren die ersten Gründungsprojekte zunächst in den Bereichen Medien und Design angesiedelt, so hat sich diese Dynamik auch auf die Disziplinen der Architektur und des Bauingenieurwesen und damit auf das gesamte Spektrum der Bauhaus-Universität Weimar übertragen.

Experimentierfläche

Das neudeli ist nicht nur ein physischer Ort, sondern hinter neudeli steht eine besondere Haltung, unkonventionelles Denken und Professionalität, die es zu etwas Einzigartigem macht. Hier wird nicht nur nach Plan gebaut, sondern es wird verändert, entwickelt, neu konstruiert, an Konzepten gefeilt und über Visionen diskutiert. Denn gerade im »Ausprobieren« liegt der Reiz, und nur durch das bewusste Zulassen von Differenz kann Neues entstehen. Auch das Konzept des neudeli ist nie perfekt und fertig. Denn als Experimentierfläche schließt man dies von vornherein aus.

Im Laufe der Zeit ist die Gründerwerkstatt an Erfahrungen reicher geworden, hat sich weiterentwickelt, schwierige Situationen gemeistert und immer wieder neue Pfade beschritten, um Gründergeist in der Region zu aktivieren und zu verankern.

Langfristige Verankerung der Gründungskultur

Seit November 2011 wird die Gründerwerkstatt neudeli gemeinsam mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena im Rahmen des Programms »EXIST IV Gründungskultur – die Gründerhochschule« vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Ziel des Gründer- und Innovationscampus Jena-Weimar  ist die Entwicklung einer hochschulübergreifenden Gesamtstrategie zur Verbesserung und nachhaltigen Sicherung der Gründungsunterstützung an beiden Standorten. Zudem wird zukünftig die Forschung und Lehre in den Bereichen Technologietransfer, Gründungsmanagement sowie Innovations- und Kreativmanagement gestärkt und ausgebaut.