Lehrveranstaltungen WS 2018/19

Die Bauhaus-Universität Weimar bietet jedes Semester verschiedene Lehrveranstaltungen für Gründungsinteressierte sowie Studierende und Wissenschaftler, die bereits an einer Projektidee arbeiten oder sich erste Grundlagen erarbeiten wollen. Einige Veranstaltungen sind hier bereits erwähnt. Weitere Infos dazu sind dem jeweiligen Vorlesungsverzeichnis zu entnehmen.

Maker Movement und Mikroindustrialisierung

  • Ökonomie des Einzigartigen (Vorlesung): Maker-Movement und die Mikroindustrialisierung umgreifen heterogene Momente von Kreativ-, Kultur- und Sozialbewegungen. In diesen Bewegungen vollziehen sich mitunter gegenkulturelle Praktiken und eine Kulturalisierung des Ökonomischen. Folgt man Fred Turner (From Counterculture to Cyberculture, 2006), so sind viele Formate in den vernetzten Medien aus solchen Bewegungen entstanden. Aus Hippie-Kulturen, alternativen Kulturprojekten, Umweltaktivisten und sonstigen gegenkulturellen Bewegungen formt sich eine Netzkultur. Aus heterogenen Ansammlungen der "Counterculture" bildet sich eine ebenso heterogene "Cyberculture" heraus. Yochai Benkler (The Wealth of Networks, 2006) spricht von einer vernetzten Informationsökologie, die unter anderem durch Teilen von Erfindungen, quelloffene Software-Systeme, kollaborative Lernkulturen und autarke Communities gekennzeichnet ist. Der Hippie-Kultur der 1968 folgt demnach Hacker-Kulturen und das Maker Movement, sowie sonstige "Bastler" von alternativen Lebensformen. Dem aus der industriellen Moderne stammenden Prinzip der Appropriation von Information und Wissen durch Copyright wird das Prinzip der "Creative Commons" gegenüber gestellt. Internet und die vernetzten Medien bilden zunehmend eine Infrastruktur, auf deren Grundlage sich eine Ökonomie des Einzigartigen herausbildet. Die Vorlesung will verschiedene Spuren ergründen, die dazu führen, dass die Einzigartigkeit von Produkten, Leistungen, Subjekten, Gruppen und Orten eine besondere Wertschätzung erfährt und die vernetzten Medien als Infrastruktur zur Produktion von Singularitäten dienen.
  • Maker Movement, Mikroindustrialisation und Innovation (Seminar): Im Seminar geht es darum, die heterogenen Momente der Maker-Bewegung und der Mikroindustrialisierung zu erfassen und das Kulturelle, das Ökonomische sowie das Soziale in einer historischen Perspektive zu denken. Ausgangspunkt der Betrachtung bildet die Arts-and-Crafts-Bewegung in der Mitte des 19. Jahrhunderts sowie die Verbindung von Kunst, Technik und Handwerk am historischen Bauhaus. Im Anschluss daran erfolgt eine Auseinandersetzung mit Do-It-Yourself-Bewegungen, Hackerkulturen, Hackerspaces, Maker-Kulturen und Fab-Labs. Besonderes Interesse gilt dem Maker Movement Manifest und den neuen Regeln für Innovationen. Schließlich geht es darum, die Zusammenhänge zwischen Maker Movement, Mikroindustrialisation und der Kulturalisierung des Ökonomischen zu ergründen. Seminarvorträge, Projektaufgaben in den Seminarveranstaltungen und Gruppendiskussionen dienen dazu, das Themengebiet zu analysieren und aus unterschiedlichen Perspektiven zu ergründen.
  • Projektwerkstatt "Maker Movement und Mikroindustrialisation" (Plenum): In der Projektwerkstatt beschäftigen wir uns auf praktische Weise mit der neuartigen, aufblühenden Bewegung des Maker Movements. Zum ersten wird das Forschungsfeld des Maker Movements abgesteckt und ergründet. Zum Zweiten werden wir Kreativ- und Innovationstechniken erproben, mit Hilfe derer innovative Produkte erzeugt und neue Verwendungszwecke für bestehende Produkte gefunden werden können. Zum Dritten wird die Thematik, ganz im Sinne der Macherkultur, praktisch angegangen, indem wir die notwendigen Werkzeuge wie Lasercutting, 3D-Druck und Programmieren von Mikrocontrollern erlernen und diese anhand von DIY-Projekte anwenden. Im Zuge dessen werden wir auch Maker Spaces besuchen und die Faszination am Machen kennenlernen.