Lehrveranstaltungen WS 2016/17

Die Bauhaus-Universität Weimar bietet jedes Semester verschiedene Lehrveranstaltungen für Gründungsinteressierte sowie Studierende und Wissenschaftler, die bereits an einer Projektidee arbeiten oder sich erste Grundlagen erarbeiten wollen. Einige Veranstaltungen sind hier bereits erwähnt. Weitere Infos dazu sind dem jeweiligen Vorlesungsverzeichnis zu entnehmen.

Organisationen verstehen und strategisch handeln

  • Strategie und Management in Organisationen (Vorlesung): Zunehmende Komplexität, pausenloser Wandel und Ungewissheit sind Charakteristika, die das Management in heutigen Organisationen prägen. Diese Herausforderungen stellen nicht nur Manager auf die Probe, sondern führen auch dazu, dass viele Theorien und Konzepte des Managements von und in Organisationen kritisch hinterfragt und überdacht werden. In dieser Vorlesung geht es darum, wichtige Konzepte und Theorien zu verstehen, die besonders angemessen für die heutigen Entwicklungen sind und zu lernen diese selbstständig zu reflektieren. Ziel der Veranstaltung ist es, ein Verständnis für Strategie und Management von und in Medienorganisationen aufzubauen, sowie eine Basis zu schaffen das alltägliche Handeln aus einer akademischen Sicht betrachten zu können.

  • Neue Organisationen verstehen und qualitativ erforschen (Plenum): In dieser Veranstaltung geht es darum, erste Einblicke in die angewandte qualitative Forschung zu bekommen. Dabei werden verschiedene Ansätze und Methoden vorgestellt die zum grundlegenden Werkzeug eines Organisationsforschers gehören. In Kooperation mit der Gründerwerkstatt neudeli, der Bauhaus Universität Weimar, werden wir versuchen diese Methoden erlebbar zu machen, indem wir gemeinsam Interviews mit Start-ups und Gründern durchführen, vor Ort weitere ethnographische Erfahrungen sammeln und diese anschließend wissenschaftlich aufbereiten. Zudem werden die gesammelten Daten dafür genutzt, in den Umgang mit qualitativen Daten und deren Interpretation einzusteigen.
  • Wissenschaftliches Arbeiten (Seminar): In dieser Veranstaltung geht es darum, zu lernen mit wissenschaftlichen Texten umzugehen, Kernaussagen zu verstehend und vorgestellte Ansätze zu reflektieren. Das Seminar komplementiert die beiden anderen Veranstaltungen des Projektmoduls und bereitet die Studierenden darauf vor, selber Forschungen zu betreiben und sich interessante Themengebiete für z.B. Hausarbeiten und/oder Bacherlorarbeiten zu erschließen.

Social Entrepreneurship

Inwieweit können innovative Lösungsansätze für soziale oder ökologische Probleme mit unternehmerischen Mitteln entwickelt und umgesetzt werden? Mit dieser Fragestellung befasst sich das Forschungs- und Praxisfeld Social Entrepreneurship. Hierbei steht unternehmerisches Handeln im Fokus, das sich pragmatisch und langfristig für einen positiven gesellschaftlichen Wandel einsetzen will, ohne dabei die Wirtschaftlichkeit aus dem Blick zu verlieren. Themen sind beispielsweise die Verringerung von Bildungsungleichheiten, die Bekämpfung von Armut oder die Inklusion bestimmter Gruppen in unsere Gesellschaft.

  • Social Entrepreneurship: verstehen (Seminar): Das Seminar beleuchtet theoretische und konzeptionelle Aspekte sowie verschiedene Ausprägungen des Social Entrepreneurship. Behandelt werden speziell die betriebswirtschaftlichen und managementorientierten Herausforderungen sozialer Gründungen sowie geeigneten Lösungsansätze (z. B. in den Bereichen Business Model, Marketing und Finanzierung).
    Ziel der Veranstaltung ist es, Social Entrepreneurship als inter- und transdiziplinäres Forschungsfeld zu beleuchten. Dabei erschließen sich die Teilnehmenden theoretisches, betriebswirtschaftlich fundiertes Wissen zum Thema des sozialen Unternehmertums, das Sie anschließend im Seminar "Social Entrepreneurship: beraten" praxisorientiert erproben und weiterentwickeln können.

  • Social Entrepreneurship: beraten (Seminar): In enger Zusammenarbeit mit Vertretern aus Social Entrepreneurship-Initiativen und -Organisationen bearbeiten die Studierenden in Kleingruppen eigenständig Beratungsprojekte. Ausgangspunkt hierfür bilden konkrete Problemfelder der mitwirkenden Praxispartner (z. B. Fragestellungen im Bereich Business Model, Marketing, Finanzierung). Bei der Erarbeitung und beim Testen der Lösungsansätze werden die Studierenden individuell durch die Lehrenden unterstützt. Zum Abschluss des Seminars werden die Projekte vor den Vertretern aus der Praxis und den Mitstudierenden präsentiert und gemeinschaftlich diskutiert.
    Ziel des Seminars ist es, das theoretische Wissen zum Social Entrepreneurship sowie betriebswirtschaftliche Kompetenzen anhand konkreter Anwendungsfälle zu testen und weiterzuentwickeln. Durch die Integration unterschiedlicher Praxispartner können die Studierenden ihr Wissen sinnhaft einsetzen und bestehende Initiativen unterstützen, die sich mit gesellschaftlich-relevanten Themen auseinandersetzen. Die Veranstaltung möchte die Teilnehmenden für soziale Themenfelder sensibilisieren und aufzeigen, wie sie selbst Einfluss auf gesellschaftlichen Wandel nehmen können. Zudem werden Kompetenzen geschult, die für die spätere berufliche Praxis, insbesondere für soziales Engagement und eigene Gründungsvorhaben, von Relevanz sind (u. a. selbstorganisierte und prozessorientierte Team- und Projektarbeit, professionelles Präsentieren). 

Geschäftsmodelle und Praktiken der strategischen Planung

  • Werkzeuge, Techniken und Praktiken der Entwicklung von Innovationen (Seminar): Nachhaltige Wettbewerbsvorteile lassen sich aufgrund einer sich schnell wandelnden Umwelt nur noch selten generieren. Daher sind Unternehmen zur Sicherung ihrer Profitabilität darauf angewiesen, sich stetig zu verändern. Diese Veränderungen verlangen nicht nur eine Weiterentwicklung der Produkte bzw. Dienstleistungen in Form von Innovationen, sondern auch der Unternehmensstrategien. In der Strategieforschung wird gegenwärtig der Strategy-as-Practice-Ansatz viel diskutiert, welcher Unternehmen nicht mehr als verallgemeinerbare Black-Boxes betrachtet. Vielmehr steht die praktische Anwendung von Methoden, Techniken und Praktiken im Mittelpunkt des Seminars, um die Unterschiede in Unternehmen erklären und um Aussagen über mögliche Wettbewerbsvorteile machen zu können. Dazu werden im Seminar Aktivitäten und Handlungen fokussiert, die die Entstehung von Neuerungen beeinflussen. Fragen, die in diesem Zusammenhang sowohl theoretisch als auch praktisch diskutiert werden, sind: Welche Techniken und Werkzeuge können die Zusammenarbeit in Innovationsteams, eine zweckmäßige Ideengenerierung, das Prototyping und die Bewertung von Ideen und Inventionen unterstützen? Ziel soll es sein, durch einen anwendungsnahen Praxisbezug des Erlernten, relevante Werkzeuge und Techniken herauszuarbeiten und ein Methodenset zu gestalten, welches den Innovationsprozess begleitet und unterstützt. Das Seminar dient im letzten Schritt der selbständigen Durchführung eines Innovationsworkshops durch die Studierenden für Praxispartner kleiner und mittlerer Unternehmen.

  • Strategien und Geschäftsmodelle (Vorlesung): In der Vorlesung erfolgt eine Auseinandersetzung mit verschiedenen Ansätzen der Strategieforschung. Besondere Aufmerksamkeit erfährt dabei eine neue Perspektive, die unter der Bezeichnung Strategy-as-Practice (SAP) zur Diskussion steht. Diese Sichtweise bezieht sich auf den „Practice Turn“ in den Sozialwissenschaften und versucht strategische Interventionen und Handlungen in Organisationen neu zu begreifen. Strategieentwicklung wird dabei in einem Geflecht von Diskursen, Methoden, Techniken und Praktiken gesehen. Ausgehend von dieser Sichtweise auf Strategien geht es im zweiten Teil der Veranstaltung um die Auseinandersetzung mit dem Entwurf von Geschäftsmodellen.