Vortragsreihe Medienanthropologie

Zugang:

Die Vorträge finden in der Lounge der Universitätsbibliothek Weimar statt. Sie werden ebenfalls online übertragen.

Videokonferenz: https://meeting.uni-weimar.de/b/chr-cvs-rwg

Wintersemester 2022/2023

 

-- Der Vortrag von Natascha Adamowsky muss leider entfallen. --

 

07. Dezember – Jan Willmann: Mensch, Material, Maschine. Gestaltung im digitalen Zeitalter

und

01. Februar – Natasha Adamowsky: Selbsttätigkeit & Response. Situationen inszenierter Lebendigkeit (Entfällt)

Wie werden Maschinen und technische Apparate verlebendigt? Und was ändert sich in der Gestaltung solcher Objekte, wenn die Abgrenzungen von Mensch und Maschine, Daten und Material im digitalen Zeitalter zunehmend flüssig werden?

Das GRAMA lädt in diesem Wintersemester zwei Forscher:innen ein, die sich diesem Themenkomplex aus unterschiedlichen Richtungen nähern. Am 07. Dezember gibt Prof. Dr. Jan Willmann einen Einblick in den gegenwärtigen Wandel von Gestaltungs- und Designprozessen. Am 01. Februar ist Prof. Dr. Natascha Adamowsky zu Gast und widmet sich Automaten, responsiven Objekten und den Inszenierungen ihrer Lebendigkeit.

Die Vorträge werden ausgerichtet vom DFG-Graduiertenkolleg Medienanthropologie (GRAMA) der Bauhaus-Universität Weimar und sind frei zugänglich.

Ort: Lounge, Universitätsbibliothek Weimar  |  sowie online  |  19 Uhr

Link zur Videokonferenz: https://meeting.uni-weimar.de/b/chr-cvs-rwg

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-- Der Vortrag von Natascha Adamowsky muss leider entfallen. --

 

Natascha Adamowsky: Selbsttätigkeit & Response. Situationen inszenierter Lebendigkeit

Natascha Adamowsky ist Professorin für Medienkulturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Digitale Kulturen an der Universität Passau. Sie war darüberhinaus tätig als Professorin für Medienwissenschaft im Bereich der Digitalen Medientechnologien an der Universität Siegen, Professorin und Leiterin des Instituts für Medienkulturwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sowie als Professorin für Kulturwissenschaftliche Ästhetik am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt Universität zu Berlin.

Sie erforscht unter anderem Formen der Digitalisierung, Automatisierung und die damit einhergehenden Veränderungen von Teilhabe- und Ausschlussprozessen sowie Mensch-Umwelt-Beziehungen. Stets sind dabei nicht nur technische und geschichtliche, sondern auch kulturelle und ästhetische Aspekte zentral, etwa wenn Technik als ‚intelligent‘ und ‚lebendig‘ inszeniert wird.

 

Jan Willmann: Mensch, Material, Maschine. Gestaltung im digitalen Zeitalter

Jan Willmann ist Professor für Theorie und Geschichte des Design an der Bauhaus-Universität Weimar. Er studierte Architektur und Architekturtheorie in Oxford, Grossbritannien, und war von 2007-2011 Assistent am Institut für Architekturtheorie und Baugeschichte der Universität Innsbruck. Von 2011 bis 2016 war er Oberassistent für Architektur und Digitale Fabrikation der Forschungsgruppe Gramazio Kohler Research an der ETH Zürich.

Sein Forschungs- und Publikationsschwerpunkt liegt auf der Theorie der Gestaltung vom 19. bis 21. Jahrhundert an der Schnittstelle zur Geschichte der Medien- und Informationstechnologie. Jan Willmann unterrichtete und hielt Vorträge an zahlreichen Hochschulen und Institutionen und arbeitete mit unterschiedlichen internationalen Institutionen und Museen zusammen, darunter das FRAC Centre Orléans, Chicago Architecture Biennal und Palais de Tokyo in Paris. Seine Aufsätze wurden u.a. in AD/Architectural Design, GAM, Arquitectura Viva, 3D Printing and Additive Manufacturing, The Architectural Review, T&A, IEEE, Elsevier Automation & Construction, IJAC und DETAIL publiziert.

Zum Vortrag:
Die gestalterischen Disziplinen haben es heute im digitalen Zeitalter mit einer einzigartigen Situation zu tun: Mit den digitalen Technologien, dem Computational Design, dem Internet of Things oder Digital Fabrication, sind sie einem massiven Veränderungsdruck ausgesetzt, der unmittelbar in ihre Grundlagen eingreift und die entsprechenden Arbeitsfelder vom Kopf auf die Füße (der Maschine) stellt.

So zeichnet sich nach den freien Experimenten in der Frühzeit der Digitalisierung ein grundlegender Strukturwandel ab, der nicht nur die Gestaltung erfasst, sondern die Gesellschaft als Ganzes: die Digitalisierung der geistigen Arbeit, die, mit einer computergesteuerten Produktionskette verknüpft, jeden Einzelnen zum potenziellen Produzenten erhebt. Dadurch wird nicht nur die seit den 1990er Jahren oftmals beschworene „Entmaterialisierung“ der Gestaltung aufgehoben, sondern ebenso die moderne Trennung zwischen Idee und Experiment, zwischen Entwurf und Umsetzung, zwischen Daten und Materialität, und schlussendlich zwischen Mensch und Maschine.

Insgesamt scheint das, was für den digitalen Wandel insgesamt gilt, nun auch für die Gestaltung immer mehr zuzutreffen: Informationstheoretisch gesprochen beginnen die gestalterischen Disziplinen heute für die (datenbasierte) Funktionsform des Computers ihre ganz eigenen (prozessualen) Entwurfsformen zu entwickeln. Gleichzeitig gelangt dadurch eine ganze Reihe zentraler – und mitunter: verdrängter – Aspekte der Gestaltung wieder auf die Agenda, darunter Fragen nach Autorenschaft, nach Körperhaftigkeit und Materialität, und nicht zuletzt welche erkenntnistheoretischen und wissenspraktischen Konsequenzen nun eigentlich aus einer solchen, frei nach Walter Benjamin, „Gestaltung im Zeitalter ihrer digitalen Generierbarkeit“ abzuleiten wären.

Wintersemester 2021/2022

Wem gehört Infrastruktur und was heißt Gemeinbesitz im Kontext von Flucht und Asyl?
Wie sieht Mode aus, die die Idee des Menschen hinter sich lässt, und wie verschieben sich dabei die Grenzen zwischen Mensch und Maschine, weiblich und männlich usw.?
Machen Medien wahnsinnig?

Das DFG-Graduiertenkolleg Medienanthropologie veranstaltet im Wintersemester 2021/22 eine Vortragsreihe, die sich diesen und anderen medienanthropologischen Fragestellungen widmet.

28.10.2021 | 19 Uhr  
Astrid Deuber-Mankowsky (Bochum): Flucht vs. Mobilität oder: wem gehört die Welt? Ästhetische Befragung von Infrastruktur, Gemeinbesitz und Gewalt in Karim Aïnouz’ Dokumentarfilm ZENTRALFLUGHAFEN THF (2017)

06.01.2022 | 19 Uhr 
Andreas Ziemann (Weimar): Überlegungen zur Macht der Belohnung

20.01.2022 | 19 Uhr 
Anneke Smelik (Nijmegen): A Posthuman Turn in Fashion

03.02.2022 | 19 Uhr  
Elena Vogman (Weimar): Medien des Wahnsinns. Ästhetische und anthropologische Ansätze der kritischen Psychiatrie

Die Vorträge finden online statt und sind frei zugänglich.

Sommersemester 2021

22.04.2021 | 19 Uhr | Online
Mark Hansen: The Hermeneutics of Information

20.05.2021 | 19 Uhr | Online  |  ⇒ ENTFÄLLT
Gavin Steingo: The Machinic Phylum of Animal Song

10.06.2021 | 19 Uhr | Online 
David Cecchetto: Listening, Computation, and the Afterlives of Data

17.06.2021 | 19 Uhr | Online
Petra Maria Meyer: „Offene“ Situationen und bestimmte Milieus? Eine Befragung der Künste im Medienwechsel

08.07.2021 | 19 Uhr | Online | ⇒ ENTFÄLLT
Lisa Handel: Algorithmische Transformationen und mehr-als-menschliche Sorgeverhältnisse – Relationalität und Alterität digitaler Medienökologien

Wintersemester 2020/21

12.11.2020 | 19 Uhr | Online
Maria Muhle: „Versuchung durchs Milieu: Medienanthropologische Angleichungen zwischen Ästhetik und Lebenswissenschaften“

26.11.2020 | 19 Uhr | Online
Bernhard Siegert: „Ishmaels Bildkritik - Zur anthropomedialen Existenzweise eines einbeinigen Walfängers“

10.12.2020 | 19 Uhr | Online
Eva Krivanec: „»Akrobat schööön!« Zur Geschichte und Ästhetik des modernen Clowns“

14.01.2021 | 19 Uhr | Online
Lorenz Engell: „El Tubo. Ein seltsames Diorama und seine Anthropologie“