Internationales Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie

Seit dem Jahr 2008 gibt es an der Bauhaus-Universität Weimar das deutschlandweit erste von mittlerweile zehn Käte-Hamburger-Kollegs, beantragt und gegründet durch zwei Professoren der Medienkultur: Prof. Dr. Lorenz Engell und Prof. Dr. Bernhard Siegert. Diese Kollegs werden direkt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert – mit dem Ziel einer Schwerpunktförderung deutscher geisteswissenschaftlicher Forschung im internationalen Verbund. Der Freistaat Thüringen unterstützte von 2010 bis 2012 das Junior Fellow und das Research Fellow Programm aus Mitteln des Landesprogramms ProExzellenz, mit dem das IKKM durch zwei Gruppen von Doktorandinnen und Doktoranden sowie Postdoktorandinnen und Postdoktoranden erweitert werden konnte.

Von Menschen und Dingen

(© Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Jens Hauspurg)

Mit dem Weimarer Internationalen Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie werden an der Fakultät Medien seit langem etablierte Forschungszweige zusammengeführt und weiterentwickelt. Neben einer Reihe ständigen wissenschaftlichen Personals forschen hier internationale Fellows zur Frage, wie sich in den hochtechnisierten Mediengesellschaften des 20. und 21. Jahrhunderts das Verhältnis von Dingen und Menschen denken lässt. Technische Apparaturen und Artefakte können heute nicht länger als bloße Werkzeuge des kulturellen Handelns, Wahrnehmens, Erkennens, Kommunizierens etc. begriffen werden. Sie greifen vielmehr mit eigener Handlungsmacht konstitutiv in Kulturprozesse und Reflexionsvorgänge ein.
Die europäische Denktradition sah vor, das menschliche Subjekt als selbstbestimmt und handlungsmächtig gegenüber dem bloßen Objekt zu betrachten. Die fortschreitende praktische Vermischung und Vernetzung von medialen Apparaturen und den Menschen bedarf jedoch eines erweiterten, komplexeren Verständnisses einer verteilten, gemeinsam getragenen Subjekt- und Handlungsfunktion. Genau darum bemüht sich das Internationale Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie.