Foto: Julija Goyd
Foto: Julija Goyd
Erstellt: 27. November 2018

Stipendiat des österreichischen Wissenschaftsfonds als Postdoc an der Fakultät Medien

Dr. Mathias Schönher forscht auf Einladung von Prof. Dr. Henning Schmidgen im Studienjahr 2018/2019 am Fachbereich Medienwissenschaft sowie am Internationalen Kolleg für Kulturtechnikforschung (IKKM), um die Ausarbeitung einer zeitgemäßen Naturphilosophie im Anschluss an das Denken von Gilles Deleuze voranzutreiben.

Die Forschungstätigkeit an der Bauhaus-Universität Weimar bildet die erste Phase eines zweijährigen Auslandsaufenthalts, den Dr. Mathias Schönher im Rahmen des ihm zuerkannten Erwin-Schrödinger-Stipendiums absolviert. Dieses Stipendium wird vom österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) vergeben und fördert die Mitarbeit von hochqualifizierten jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an führenden Forschungseinrichtungen außerhalb Österreichs. »Die Bauhaus-Universität Weimar zeichnet sich durch eine starke Förderung von innovativer Forschung und durch eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit aus und bietet mir somit die perfekten Arbeitsbedingungen«, begründet Mathias Schönher seine Entscheidung für die Bauhaus-Universität Weimar als Forschungsstätte. 

Das konkrete Projekt, das der Gastforscher verfolgt, trägt die Überschrift »Kategorien für eine Naturphilosophie nach Deleuze«. Im Zentrum steht dabei die Unterscheidung zwischen den psychosozialen Typen und den Begriffspersonen, die Gilles Deleuze in dem gemeinsam mit Félix Guattari verfassten Buch »Was ist Philosophie?« trifft.
Mit seiner Arbeit aus den letzten Jahren konnte Mathias Schönher bereits darlegen, dass das Buch eine zeitgemäße Naturphilosophie enthält. Letztere ist seines Erachtens auf unsere, vom Kapitalismus geprägte Kommunikationsgesellschaft bezogen und mit den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft vereinbar.
Ein Überblick über die wichtigsten Ergebnisse dieser Arbeit wird demnächst unter dem Titel »Gilles Deleuze’s Philosophy of Nature: System and Method in What is Philosophy?« in Theory, Culture & Society erscheinen.

Prof. Dr. Henning Schmidgen, Inhaber der Professur Theorie medialer Welten, ist davon überzeugt, »dass die Fakultät Medien der Bauhaus-Universität genau der richtige Ort für Mathias Schönher ist, um sein neues Forschungsprojekt durchzuführen, denn sie ist tief verwurzelt in philosophischem Denken und theoretischer Reflexion und hat ein kritisches Interesse daran, das Leben in Gesellschaften, die von Kommunikations- und Kontrolltechnologien beherrscht werden, zu verstehen und zu erklären«.

Zur Person
Dr. Mathias Schönher absolvierte ein Studium der Bildenden Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien sowie ein Studium der Philosophie und der Kunstgeschichte an der Universität Wien. Auf eine mehrjährige berufliche Tätigkeit im Bereich zeitgenössischer Kunst folgte ein Promotionsstudium der Philosophie an der Universität Wien. Für seine Dissertation forschte er unter anderem zwei Jahre lang an der Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne.

Noch bis Ende August 2019 arbeitet Mathias Schönher nun an der Bauhaus-Universität Weimar und dem Internationalen Kolleg für Kulturtechnikforschung an seinem Projekt »Kategorien für eine Naturphilosophie nach Deleuze«.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Professur Theorie medialer Welten und der Seite des österreichischen Wissenschaftsfonds.