»Das Aquarium. Praktiken, Techniken und Medien der Wissensproduktion (1840-1910)«, Mareike Vennen; Wallstein Verlag, 2018; 432 Seiten mit Abb.
»Das Aquarium. Praktiken, Techniken und Medien der Wissensproduktion (1840-1910)«, Mareike Vennen; Wallstein Verlag, 2018; 432 Seiten mit Abb.
Erstellt: 13. November 2018

Buchpreis der VolkswagenStiftung für ehemalige Doktorandin der Bauhaus-Universität Weimar

Dr. Mareike Vennen von der TU Berlin erhält den Opus Primum Förderpreis für ihr Erstlingswerk »Das Aquarium. Praktiken, Techniken und Medien der Wissensproduktion (1840-1910)«. Das Buch war 2016 als Dissertation an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar entstanden.

In ihrem ausgezeichneten Werk widmet sich Mareike Vennen der frühen Geschichte des Aquariums – von den ersten amateurwissenschaftlichen Versuchen mit Heimaquarien in Großbritannien bis zu ihrer Verbreitung in Europa und darüber hinaus. Dabei geht sie unter anderem der Frage nach: Welche Ressourcen und Akteure mussten mobilisiert werden, um Wassertiere außerhalb ihrer natürlichen Umgebung am Leben zu erhalten? Vennen erzählt von Bastlern und Wissenschaftlern, tropfenden Briefsendungen, Wasserschnecken und Schlamm. Und wie anhand von Zeichnungen und ersten verschwommenen Fotografien das Wissen über einen Lebensraum verbreitet wurde, dessen Faszination die Zeitgenossen im 19. Jahrhundert durch das Betrachten von Aquarien, kleinen und riesengroßen, erlagen.

Die Jury des Opus Primum Preises begründet ihre Entscheidung für Vennen mit der »Originalität der Fragestellung, die menschliche und nicht-menschliche Akteure gleichermaßen in den Blick nimmt. Sie [Vennen] schildert den magischen Verwandlungsvorgang eines Alltagsgegenstands hin zu einem interdisziplinären Wissensgenerator. Darüber hinaus besticht die Arbeit durch ihren Reichtum an ausgewerteten Quellen und Bildern und ist zudem hinreißend erzählt.«

Zu Dr. Mareike Vennen
Dr. Vennen war von 2011 bis 2014 Stipendiatin am Graduiertenkolleg »Mediale Historiographien« der Bauhaus-Universität Weimar, Universität Erfurt und Friedrich-Schiller-Universität Jena. Ihre Dissertation, aus der das ausgezeichnete Buch hervor geht, schloss sie 2016 mit Prof. Dr. Bernhard Siegert - Professur Geschichte und Theorie der Kulturtechniken und Direktor des IKKM - als Erstbetreuer und Prof. Dr. Wolfgang Struck von der Universität Erfurt als Zweitbetreuer erfolgreich ab. Heute ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik der TU Berlin und forscht zur Medien- und Wissensgeschichte der Naturkunde sowie zu Sammlungs- und Museumskulturen im 19. und 20. Jahrhundert.

Förderpreis Opus Primum der VolkswagenStiftung
Der Buchpreis wird jährlich an eine deutsche Nachwuchspublikation von hoher wissenschaftlicher Qualität vergeben, die gut lesbar geschrieben und auch einem breiteren Publikum verständlich ist. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und wird am 21. November in Hannover verliehen.
Weitere Informationen zum Förderpreis Opus Primum der VolkswagenStiftung finden Sie unter http://www.volkswagenstiftung.de/opus-primum