Der »Heimathlet« ist nicht nur ein Trainingsgerät, sondern vielmehr ein Designobjekt.
 
Zunächst mussten in der Metallwerkstatt die gebogenen Wangen ausgerichtet werden...
Zunächst mussten in der Metallwerkstatt die gebogenen Wangen ausgerichtet werden...
...hier werden die Bohrlöcher markiert,...
...hier werden die Bohrlöcher markiert,...
...damit anschließend die Wangen gebohrt werden konnten.
...damit anschließend die Wangen gebohrt werden konnten.

Bewegungsmangel ist die Ursache Nummer eins für eine Vielzahl der Wohlstandskrankheiten in unserer Gesellschaft. Ein Großteil der deutschen Bevölkerung möchte jedoch mehr für seine Gesundheit tun, nur stellt Zeitknappheit eines der häufigsten Gründe für die ausbleibende Aktivität dar. Ein Heimtraining bietet hierfür eine zeitsparende Möglichkeit, um sich unabhängig von Fitnessstudio, Kursangeboten und vom Wetter in Bewegung zu setzen.

Das Angebot an unterstützenden Fitnessgeräten für den Heimbedarf ist jedoch übersättigt von sperrigen, wenig variablen und meist auch unansehnlichen Produkten, die oftmals das Interesse ihres Käufers auf lange Sicht nicht aufrechterhalten können. Dazu trägt auch bei, dass der Gebrauch vieler Sportartikel häufig der Eigeninitiative des Käufers überlassen wird, wodurch eine zielgerichtete Orientierung fehlt.

Basierend auf der Analyse dieser Probleme lag die Motivation für die Entwicklung eines Lösungsansatzes insbesondere darin, ein Objekt zu erschaffen, das aufgrund seiner Vielseitigkeit, Wertigkeit, Optik und Wandelbarkeit Benutzer immer wieder neu begeistern und sie dazu anregen kann, etwas Sinnvolles für ihre Gesundheit zu tun.

Der Heimathlet vereint sowohl ein vollwertiges Wohnmöbel als auch vielseitiges Sportgerät. Das Hauptelement des Turnsets bildet die Sprossenwand, die in ihrer raumgreifenden Form eine neue Aktionsebene schafft. Darauf abgestimmt sind die dazugehörigen Turnringe und -matte, die neben der sportlichen Verwendung auch zu Sitz- und Liegeplatz umgebaut werden können. Dadurch wird das Objekt einerseits zu einem Ort der Aktivität und andererseits zu einem Ort der Erholung, die beide für eine körperliche und seelische Regeneration wichtig sind.

Der Heimathlet steht für eine sehr hohe Übungsvariabilität mit großem Improvisationsspielraum im Hinblick auf Körpergewichtsübungen. Die unterstützende Anleitung in Form einer App bietet maßgeschneiderte Trainingspläne, angepasst an den jeweiligen Fitnesszustand und verhilft somit zur korrekten Durchführung und zu spürbaren Erfolgen. Kurz gesagt: Der Heimathlet bietet das Trainingspotenzial eines Fitnessstudios – und das auf kleinem Raum.

Nachhaltige Produktideen entstehen auch durch emotionale Sinnbilder. Das assoziative Design, geknüpft an die Gestalt eines starken, anmutigen Tieres, soll den Betrachter anspornen, daran sportlich aktiv zu werden - frei nach dem Motto: »Wecke den Stier in dir!«

Während beschädigte Fitnessgeräte von anderen Anbietern teilweise im Ganzen ersetzt werden müssen, können am Heimathlet alle Teile einzeln ausgetauscht und recycelt werden, so dass eine hohe Langlebigkeit des Produktes erreicht wird. Ziel ist es, mit Multifunktionalität und Design mehr Menschen zum Sport zu bewegen, denn Bewegung bedeutet Lebensqualität.

Das Gerät wurde im Rahmen der Diplom- Abschlussarbeit Produkt-Design im Sommersemester 2013 gebaut.