Im Sommer 2018 fand in der Fotowerkstatt der Fakultät Kunst und Gestaltung der Workshop »Bauhaus Akzente« unter der Leitung von Jens Hauspurg, Andreas Oberthür und Jonas Tegtmeyer statt.
Eines der Themen war das nasse Kollodium Verfahren. Dieses haben wir auf Glas als Ambrotypie, als Glasnegativ sowie auf Aluminium als Ferrotypie angewendet. Diese kurze Dokumentation der Studierenden Samira Engel und Jascha Fiebig soll einen Einblick in die Technik sowie den Kosten- und Zeitaufwand ermöglichen.

Vorbereitung Glas

Schneiden, Schleifen, Polieren und Säubern (Rückseite markieren)

Herstellung einer lichtempfindlichen Kollodium-Nassplatte

(Glas und Alu werden gleich behandelt)

  • Kollodium in Mitte gießen und bis in die Ecken laufen lassen, sodass alles beschichtet ist, Rest abtropfen lassen, Platte bewegen um Ablaufrinnen zu vermeiden
  • Anschließend für 3 Minuten in einem Silbernitratbad (9%ig) sensibilisieren
  • Bei Rotlicht die Platte wieder rausholen, Rückseite säubern und in Kassette legen

Belichtung im Studio

(Zeitfenster nach Sensibilisierung ca. 15 Minuten)

  • Stillleben: f.8, 15 Sekunden Belichtung bei Dauerlicht (9x 28 Watt Energiesparleuchten) mit 50 cm Abstand zum Motiv
  • Portrait: f.8, Blitzen mit 2 x 4.800 Ws

Entwicklung der Nassplatte

Platte mit Entwickler übergießen und 10 bis 15 Sekunden schwenken. Bevor die Schatten Details zeichnen, die Platte abwaschen.

Fixieren

  • im PH-neutralen C41-Expressfixierbad 8 Sekunden klären und nochmals 8 Sekunden fixieren
  • oder in 20 – 30%igem Ammoniumthiosulfatbad ~32 Sekunden fixieren
  • oder in 20 – 30%igem Natriumthiosulfatbad ~ 2 – 15 Minuten fixieren

Wässerung

Wässerungszeit ist mindestens 2 x Fixierzeit

Versiegelung

  • noch nasse Platte mit destilliertem Wasser abspülen und über Brenner trocknen
  • Sandaraklack in die Mitte kippen, schwenkend abtropfen lassen und über Brenner trocknen