Weimar 2010

Das «Herbariusum» greift die von dem Erfurter Apotheker Kniphof angewandte Idee, Pflanzen direkt abzudrucken, auf. In seinem Buch «Botanica in Originali» (Erfurt 1733) druckte Kniphof die vorher gepressten, also getrockneten und eingeschwärzten Pflanzen direkt auf Papier. Für das «Herbariusum» werden dagegen frische Pflanzen direkt mit einer Gummiwalze abgedruckt und auf Papier abgewalzt. Dadurch werden die feinen Oberflächenstrukturen deutlicher sichtbar.

Heckwolfs Abbildungen erinnern ebenso an die Naturselbstdrucke, die Auer im 19. Jahrhundert mit Hilfe der Galvanik realisierte. Im Gegensatz zu Auer benutzt Peter Heckwolf jedoch für das Herbariusum» keine Bleiabdrucke bzw. Abgussverfahren. Jedes «Herbariusum ist ein Unikat – jedes Blatt des Werkes wird von einem neuen Blatt gezeichnet.

(Q.: Ausstellungskatalog Natur im Kasten, Ernst-Haeckel-Haus Jena 2010,Prof. Olaf Breidbach, Kerrin Klinger und André Karliczek)
Abbildungen Foto Held Weimar