Ricarda Löser

Grafik-Design – Buchgestaltung 

Studium

  • Germanistik, Publizistik und Psychologie - Wilhelms-Universität Münster
  • Design - Fachhochschule Münster
  • Typografie und Buchkunst - Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
  • Meisterschülerin bei Prof. Günter Karl Bose - Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
  • seit 2005 Künstlerische Mitarbeiterin - Bauhaus-Universität Weimar
  • 2016 Promotion im Ph.D.-Studiengang Kunst und Design, Bauhaus-Universität Weimar

Selbständige Tätigkeit als Grafik-Designerin und Buchgestalterin.


Herausgegeben von Volker Pantenburg und Katrin Richter

unter Mitwirkung von Paulina Kutschka, Franziska Schade und Sophie Spallinger,
gestaltet von Ricarda Löser

Erschienen Dezember 2016

Schweizer Broschur, 144 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen
Format: 18,3 x 27,6 x 1,4 cm
Verlag: Lucia Verlag, Weimar
1. Auflage
ISBN: 978-3-945301-33-3
30 EUR

www.luciaverlag.de


Abschlußarbeit zur Erlangung des akademischen Grades Doctor of Philosophy (Ph.D.) mit der Ausrichtung Kunst & Design, vorgelegt an der Fakultät Kunst und Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar, 2016

Erschienen Oktober 2016

Broschur, 144 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen
, Format: 21 x 29,7 cm, 
2. Auflage

Ricarda Löser _ AUSLESEN - Bilder aus Büchern

Ausstellung in der Universitätsbibliothek der Bauhaus-Universität Weimar

18. Mai - 4. Juli 2015

»Ich habe Bücher gefunden, die keiner mehr haben will. 
Sie lagen z.B. im Eingangsbereich von Bibliotheken oder in
Kisten auf der Straße – zum Mitnehmen.
Von besonderem Reiz waren für mich jene Bücher, 
deren Inhalt ich nicht wirklich verstehen konnte, z.B. das
»Betontaschenbuch« oder »Die Herstellung von Halbleitern«
Beim Querlesen blieb ich hängen an Textteilen oder Bildern – 
und habe sie sorgfältig herausgeschnitten.
Aus diesen Fragmenten sind Collagen entstanden. 
Ich löste Teile aus den alten Büchern heraus und ordnete sie 
neu an. Meistens besteht eine Collage aus dem Material
eines Buches. 
Der Prozess des »Auslesens« und neu Montierens ist 
dem des urspünglichen Setzens sehr ähnlich. Man benötigt 
für das exakte Arbeiten Konzentration, Fingerfertigkeit, 
Fleiß und Geduld. 
Das »Neu-Setzen« ist eine Neubewertung des bereits 
Gesetzten. Die Textteile und typografischen Elemente 
bekommen auf der Fläche des Papiers einen anderen Bezug
zueinander, sie werden Teil eines neuen Kontextes.

–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––  Es entstehen Bilder.«

Plakat zur Ausstellung
Ausstellungseröffnung am 18. Mai 2015

 

Ausstellungsbeteiligung »Dialoge über Bücher« des Instituts für Buchforschung (i. Gr.) an der FH-Dortmund zum Thema »über lesen« mit meiner Collage und meinem Buch "er - Ein Leben in Beispielsätzen".

25. April – 8. Juni 2015,
Dortmunder U / Uzwei, Dortmund

Ricarda Löser _ "er - Ein Leben in Beispielsätzen", Collage und Buch, Präsentation in der Ausstellung

Einzelausstellung AUSLESEN ----------------- Bilder aus Büchern

 

24.–26. Januar 2015

Weimar | Bauhausstraße 1 | 1. Etage 

 

Ausstellungsgestaltung Bauhausstraße 1
Abb. aus: Dr. Heinz Paschke [Hrsg.] | Das neue Krankenhaus | VEB Gustav Fischer Verlag, Jena 1963

Dialoge über Bücher

Ausstellungsbeteiligung »Dialoge über Bücher« des Instituts für Buchforschung (i. Gr.) an der FH-Dortmund zum Thema »Visuelle Forschung« mit dem Buch "Panorama für Kurzsichtige"

07. – 21. Dezember 2012, Werkshalle im Union Gewerbehof, Dortmund.

Buchgestaltung

Zur 150-jährigen Geschichte der Weimarer Hochschule: 

"Wir sind, wir wollen und wir schaffen!" – Von der Großherzoglichen Kunstschule zur Bauhaus-Universität Weimar. 1860–2010.
Hrsg. von Gerd Zimmermann, Frank Simon-Ritz und Klaus-Jürgen Winkler
Band I und II erschienen 2012 im Verlag der Bauhaus-Universität.

Ausstellung in der Universitätsbibliothek der Bauhaus-Universität Weimar 2009

Ausstellung der Bücher PANORAMA FÜR KURZSICHTIGE und HANDBUCH_manual

Eröffnung am 17. Juni 2009

Panorama für Kurzsichtige – Navigation durch ein Textlandschaft

»Panorama für Kurzsichtige« eröffnet dem Leser eine semantische Landschaft. Jeder muß kurzsichtig sein, um lesen zu können. Auch wenn sich die Sicht nur auf die Beschränkheit der aufgeschlagenen Seite eines Buches zu richten scheint, so eröffnet sich dennoch ein Panorama der Erkenntnismöglichkeiten.

Das Zitieren aus den einen Büchern, die immer neue andere Bücher ergeben, ist vergleichbar mit einer Art Evolutionsprozeß, in dem einige wesentliche Informationen weitergegeben werden und Neues daraus entsteht. Jedes Zitat im Text verweist auf das Buch, aus dem es stammt und dieses Buch zitiert ein vorhergegangenes. So entwickelt sich ein Netzwerk aus Büchern – hier dargestellt in Form einer Landkarte, der Bibliografie, die durch den Textraum navigiert.

Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), Professor für Experimentalphysik, beschreibt das gleiche Verfahren so: »Vor einigen Wochen meldete sich bei mir ein Mann in Göttingen, der aus zwei Paar alten seidenen Strümpfen ein Paar neue machen konnte, und seine Dienste offerierte. Wir verstehen die Kunst, aus ein paar alten Büchern ein neues zu machen.«

Eigenverlag
Format: 230 x 330 mm
Seitenanzahl: 52
Auflage: 50 Exemplare

Auszeichnungen:

  • Shortlist des Wettbewerbs »Schönste Bücher« 2005
  • Ausgezeichnet beim Wettbewerb »Best of Unpublished German Bookdesign» 2005 [ausgeschrieben vom Auswärtigen Amt, Goethe Institut, Verlag Hermann Schmidt und der Frankfurter Buchmesse]
  • Ausgezeichnet von »Output«, International Student Award 2004

 

 

Handbuch – manual

 

Ausführliche Gebrauchsanweisungen werden auch als Handbuch bezeichnet. So ein Handbuch zeigt normalerweise eine Richtung auf, einen Ablauf, dem Folge zu leisten ist. Es fasst die chronologische Struktur des Buches sinnvoll auf, indem das Blättern von Seite zu Seite dem zeitlichen Ablauf der Vorgehensweise entspricht.

In meinem »Handbuch« geben sprachliche Fragmente und andere Teile aus Gebrauchsanweisungen Handlungsanweisungen (»Bitte legen Sie ein Band ein«, »Sortieren Objektauswahl«, »entnehmen«). Es bleibt unklar, um welchen Vorgang

es sich handelt. Der gestalterische Vorgang selbst wird durch die Abbildung einer menschlichen Hand, welche die grafischen Teile der Erzählung hin- und herschiebt, direkt sichtbar. Die nur lose auf ein Papier gelegten Zeichen wirken fragil, zufällig und anfällig für die Willkür der eingreifenden Hand.

Format: 170 x 218 mm
Umfang: 192 Seiten
Auflage: 5 Exemplare
Jahrgang: 2007

1000 THINGS_1000 DINGE

Die Dinge, die ich besitze, und das sind ungefähr 1000, wurden abfotografiert, auf eine Größe reduziert und in schwarz/weiß reproduziert dargestellt. In dieser Form wirken sie wie eine Art Zeichensystem, das sich zu ornamentalen Strukturen zusammensetzen läßt.

Der dazugehörende Text reflektiert über die Dinge, die man im und zum Leben braucht, über den Begriff von Eigentum, über den Besitzer im Verhältnis zu seinen Dingen und über die Zeit, in der sich die Dinge zu einem Konglomerat in der Wohnung zusammenschließen, sich aber auch nach und nach wieder von ihrem Besitzer trennen werden.

Ein unsentimentales Schaustück, dass nicht die Schönheit der Dinge zur Position stellt und eine katalogisierende Erfassung bezweckt, sondern aus der Anordnung zu neuen Bildern eine Dingwelt entstehen lässt, die nicht zufällig und einzigartig wirkt.

Format: 187 x 280 mm
Umfang: 20 Seiten
Auflage: 100 Exemplare
Papier: Munken Pure 100 g/qm, OpakoPlus 100 g/qm
Herstellung: Karla Fiedler, HGB Leipzig
Druck: Andruckstudio Leipzig und Bauhaus-Universität Weimar
Bindung: Anne Telling, HGB Leipzig

Buchmontage

2007

 

 

»Erst kommt das Fressen und dann kommt die Moral«

Ausstellung in der Galerie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig 2004.

Bei dem doppelseitig bedruckten Plakat wird die Schrift erst dann vollständig lesbar, wenn Fett aufgetragen wurde.

[gemeinsam mit Klaus Hübner/Uta Kosslik]

 

*** Red Dot für hohe Designqualität 2005 ***

*** Ausgezeichnet im Wettbewerb »100 beste Plakate« 2004 ***

*** Ausgezeichnet von »Output«, International Student Award 2005 ***

 

 

Blattschuss

 

»Bilder sind Munition. Kameras sind Waffen.«

Mit der Jagd auf immer neue Nachrichten und Fotos inszenieren Medien eine Bilderwelt. Paparazzi verfolgen Prominente, um ein Bild von ihnen zu schießen oder Neuigkeiten zu erhaschen. Verglichen mit der Jagd auf Tiere, genauer: dem jagdlichen Brauchtum und der Inszenierung seiner Tradition, ergeben sich erstaunliche Parallelen.

Diese sowohl formalen als auch inhaltichen Parallelen werden in dem Buch

»Blattschuss« in Bildpaaren gegenübergestellt: Der Paparazzi und der Jäger, die Waffen, die Munition, das »Auf-der-Lauer-liegen«, das »Ins-Visir-nehmen«, die Jagd, die Opfer. Der Vergleich gipfelt in der Gegenüberstellung zweier Frauen, die verblüffenderweise den gleichen Namen tragen: Diana - die Göttin der Jagd, Diana - die meistfotografierteste Frau der Welt.

Das Buch selbst ist ein durch Blattschuss erlegtes Stück: es ist angeschossen worden und wurde waidgerecht mit einem »Bruch« versehen.


*** Ausgezeichnet mit der »Bronzenen Nadel« vom ADC 2004 ***