Erdgeschoss

Alexia Laferté-Coutu

Porcelain, beeswax, plaster, earth, sand, paraffin, fabric, found furniture (Foto: Florian Wehking)

Uprootings

I remember extracting them from the ground. It felt like I was collecting evidence of a crime. They were still rooted at the feet of the original ruin in the Ilm Park, carefully designed by Goethe two Centuries ago. Too close to ruins is not a good place for plants to grow, it seems. What caught my attention were these cut out edges: the only thing that I could see coming out from the ground. By reproducing them, I wished to give homage to these dead natural forms.

Anne Heilmann

Geschrühte Keramik und Leder (Foto: Florian Wehking)

 

Eingebunden-Sein

Übereinander gestapelte Keramikgefäße – Schalen und Vasen und Krüge – bilden Türme und Päckchen zugleich. Jedes dieser aus Einzelelementen entstandenen Objekte steht für sich und doch gehören sie zusammen. Es geht um Halt und es geht im gleichen Schritt darum, woher der Halt kommt. Wer den Halt gibt, ob der Halt tatsächlich da ist oder nur scheinbar existiert.

Theresa Elstner

Wolle (Foto: Florian Wehking)

ist das dein ernst?

Das lag noch rum.

Melissa Holstein

Fundstücke (Foto: Florian Wehking)

Totems

1. Verdichtung, Organisation und Spannung führt zu Leben. Im Kopf, auf dem Blatt oder im Raum.
2. Kunststoff ist buchstäblich organisch und Organismen integrieren auch das Übrige. All die Dinge, sie sind auch in uns. Sie waren und werden Teil des Lebens (sein), physisch wie metaphysisch.
3. Neues Leben verkörpert seine Ursprünge, die mehr noch, als im Material, im Geist liegen, bei den Dingen. Sie sind Totems unserer Zeit auf Zukunftsreise.

Isabelle Weber

Steine, Originale Dederonbeutel (DDR) (Fotos: Florian Wehking, Isabelle Weber)

 

Jedem sein Stein

Bei den hier ausgestellten Beutelsteinen wurden Dederonbeutel (ein charakteristischer textiler Alltagsgegenstand der DDR) mit Steinen kombiniert. Als neues, absurdes Sujet versinnbildlichen sie die unterschiedlichen und doch wieder analogen Probleme eines Jeden, die im übertragenen Sinne alle mit sich herumschleppen.

Tobias Katzenberger

Stahl, Gips (Foto: Florian Wehking)

Lorica

In der römischen Antike war die Lorica, also der Brustpanzer, für den Schutz eines Soldaten lebensverantwortlich. Ranghöheren Offizieren wurde das Privileg zu teil, ihren Körper in einer lorica musculata, also einem prachtvoll verzierten Muskelpanzer, in Sicherheit zu wissen.

Dem kalten, schroffen und harten Schutzpanzer wohnt eine besondere Symbolik inne, die mich gleichermaßen abstößt, wie fasziniert. Manche Menschen tragen diese Rüstung, Sinnbild der eigenen Unantastbarkeit, die den Abgrund und die innere Zerissenheit überschatten.

Melissa Holstein

PU-Schaum, Arbeitshandschuhe, PVC-Rohr (Fotos: Florian Wehking)

 

Heaven Can Wait

1. Ist es nicht so: Mensch macht, Mensch materialisiert, Mensch maschinisiert? So wie Material menscht, Maschine menscht und Macht menscht. Oder?
2. Will sagen, nicht nachlassen, Arbeiterklasse! Künstler in die Produktion! Und träumt weiter!

  1.  

Elisabeth Wölke

Collage (Fotos: Florian Wehking)

 

Rubbellos I+II

Marienkäfer, Schatzkisten, Glücksschweine, Hufeisen, Kleeblätter – Botschafter des Glücks? In dieser Form bedruckte Lose lassen schnell die Hoffnung aufkeimen, es doch einfach mal zu probieren mit dem schnellen Glück. Dabei ist die Gewinnwahrscheinlichkeit verschwindend gering, eindeutig auf der Rückseite nachzulesen: 3 Hauptgewinne auf 1 Mio. Lose. 

Jeder Spieler rubbelt das Los auf eine bestimmte Art frei und gestaltet somit seinen persönlichen Spannungsmoment. Gewinn oder Niete – es bleibt eine Spur, individuelle Handschriften, die auf den Glückssuchenden verweisen.