Plakat Politik Protest

Gemeinsam mit Burkhart von Scheven (Professur Text-Bild-Kommunikation) entsteht ein Sammelband, der unterschiedliche Perspektiven auf den Kommunikationsform Plakat zusammenbringt.

Die Publikation erscheint 2020 beim Neofelis Verlag.

Design und Anthropologie

Das gerade in Deutschland noch ziemlich unscharfe Feld der Designanthropologie befasst sich zum einen mit der der Übersetzung von menschlichen Vorstellungen, Erwartungen und Zielvorstellungen in greifbare Erfahrungen. Dazu gehören Displays, konkrete Objekte oder sogar soziale Arrangements durch Verwaltungsprozesse bzw. -formen (z.B. Warteräume oder Formulare). Zum anderen geht es darum, im Prozess der Zusammenarbeit anthropologische Forschung (durch Anthropolog*innen) und gestalterische Praxis (durch Gestalter*innen) produktiv zusammenzubringen.  Designanthropologie ist eine Perspektive, um soziale Gefüge in Gestaltungs- und Nutzungsprozessen sichtbar zu machen. Die Entwicklung von Maßnahmen, die auf die Optimierung von solchen Prozessen hinwirken sollen, ist hierbei nur ein Teilaspekt kulturanthropologischer Forschung im Designbereich. Designanthropologie im deutschsprachigen Wissenschaftsbetrieb ist ein Feld im Werden und tatsächliche Konfigurationen müssen noch entwickelt und erprobt werden.

Inwieweit Designanthropologie eine Teildisziplin anthropologisch-ethnografischer Wissenschaften sein kann, ist Gegenstand verschiedener Forschungsaktivitäten der Professur.

Im Normalen das Spezielle - Eine Anthropologie der Straßenfotografie

Das Projekt nimmt die durch die Politikwissenschaftlerin Judith L. Goldstein aufgeworfene These der epistemischen Nähe des Straßenfotografen zum feldforschenden Anthropologen (Goldstein 2008) auf, um danach zu fragen, welche konkreten Arbeitsweisen, Techniken, Konventionen und Darstellungspraktiken in Straßenfotografie zu finden sind, die das Methodenspektrum der visuellen Anthropologie bereichern können.

Kulinarvisionen in Zukunftserzählungen

In diesem Projekt geht es um die Darstellung von Nahrungsmittelzukunft im Science-Fiction Genre. Historisch informiert geht das kulturwissenschaftliche Projekt der Frage nach, wie in Aussagen über zukünftige Gesellschaften die Nahrung selbst, ihre Produktion als auch veränderte Esskulturen beschrieben, oder visualisiert werden.

Society for (Un)Realistic Futures Research

Zukunft ist mit dem Fetisch des Fortschritts und der Angst des Untergangs behaftet. Eben aus diesem Grund ist die Konkretisierung von Form, Programm, Prognose, Plan und Erzählung von Zukunft ein zentraler Bestandteil der Moderne. Ort der kritischen Auseinandersetzung dafür in Weimar ist die Gesellschaft zur Erforschung (un)realistischer Zukünfte. Ziel der Gesellschaft ist es, sich mit Perspektiven des Zukunftsentwurfs zu beschäftigen. Unter den Stichworten Spekulation, Szenario, Prototyp arbeiten wir an Auseinandersetzungen mit verschiedenen Formen der Zukunftsprojektionen (z.B. Science-Fiction, Foresight, Szenarioentwicklung), um uns bei der Erarbeitung eigener Entwürfe zu untersützen. Die produktive Nutzung von Spekulation für den Designprozess ist die arbeitspraktische Grundlage, Verhältnisse zu simulieren und Zusammenhänge zu entwickeln, die noch nicht den Raum des Faktischen betreten haben und somit vielleicht noch vermeid- oder herbeiführbar sind. Die Übersetzungen solcher (noch fiktionaler) Zukünfte, die konzeptuellen Projektionen eine im Alltag manifestierbare Form geben, ist eine Aufgabe, zu der die Society for (Un)Realistic Futures Research an der Bauhaus Universität Weimar einen zentralen Beitrag leisten will.

Das Projekt ist Teil eines Lehrforschungsprojekts zu spekulativem Design und Designfiktion.

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