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01/2017 - In südamerikanischen Ländern wird Alexander von Humboldt als Nationalheld verehrt. Er unternahm 1799 eine fünfjährige Reise durch Süd-, Mittel- und Nordamerika. Die Aufzeichnungen dieser Reise sind nun digitalisiert worden und Online einsehbar - beindruckend auch als frühes Beispiel "künstlerischer Forschung": Schrift und Überschreibungen, collage-artige Zeichnungen und Zahlen, Diagramme, Skizzen.

01/2017 - Vor zwei Jahren gab es den Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo, in der auch die Karikaturistin Catherine Meurisse arbeitete. Ihr Trauma hat sie in dem Comicbuch "Die Leichtigkeit" verarbeitet. Hier ein Interview mit der Autorin auf dem schönen Blog "Intellectures".

01/2017 - John Berger ("Ways of Seeing", "The Art of Looking") ist verstorben. Ich hatte mal die Ehre, in Wien ein Gespräch mit ihm zu führen. Nun ist Gelegenheit, sich an ihn zu erinnern, etwa mit dem YouTube Video, in dem er mit Susan Sontag über das Geschichtenerzählen diskutiert. 

11 /2016 - Seit einem guten Jahrhundert wird das kulturelle Archiv - und unsere Erinnerungen - durch Fotografien bestimmt, die vor allem auch durch ihre Reproduktion immer wieder verbreitet werden und oft Kultstatus erreicht haben. Die 100 besten Fotos der jüngeren Zeitgeschichte hat TIME in einem Online-Projekt zusammengestellt. 

11/2016 - Wolfgang Ullrich beschreibt ein neues Faktum der Diskurskontrolle, wobei Künstler und Rechteinhaber immer häufiger ihr Urheberrecht nutzen, um eine Auseinandersetzung mit ihrem Werk zu  zensieren, und sogar Abbildungen in Druckwerken zu verhindern. Während in Publikationen technisch immer mehr möglich wird, entstehen rechtlich gesehen immer mehr Probleme vor allem im Umgang mit Bildern.

09/2016 - Das MoMa (Museum of Modern Art) in New York hat in diesen Tagen alle Ausstellungen seit 1929 online gestellt - samt den Presseinformationen. Der Zugang zum gesamten Material ist frei und erlaubt grossartige Einblicke in das Kunstschaffen des 20. Jahrhunderts sowie in die kuratorische Praxis. Ein unglaublicher Fundus für Entdeckungen und Ausgangspunkt für Erforschungen. Die Gestaltung der Seiten ist etwas abstrakt, und so empfiehlt sich als Einstieg der Kurzbericht von "openculture.com" (Auf den Titel dieses Absatzes klicken!)

07/2016 - Das visuelle Zeugnis, das Präsentieren und Dokumentieren ist eine uralte Kulturtechnik von Menschen, sagt Fotojournalist Stuart Franklin (Magnum Photos, National Geographic). Ein Interview anlässlich seines lesenswerten neuen Buches "The Documentary Impulse"  

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06/2016 - Es muss nicht immer eine Höhle in Südfrankreich sein: in Namibia finden sich tausende Felsbilder aus der Steinzeit. Ein Bericht von der Erschliessung der prähistorischen Funde (die allerdings nichts mit dem "Louvre" zu tun haben, und auch nicht mit "Kunst") ... 

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05/2016 - Os Gemeos sind das bekannteste Graffiti-Duo Brasiliens. Hier wird eine Signatur demonstriert 

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04/2016 - Algorithmische Kunst: an der TU Delft wurde aus Messdaten historischer Rembrandt-Portraits, der Blickwinkel und Oberflächenstruktur mittels 3D-Drucker ein neuer Rembrandt synthetisiert. Hier ein Film dazu auf der Webseite 

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03/2016 - Paul Klee unterrichtete zwischen 1921 und 1931 am Bauhaus in Weimar und Dessau unter anderem bildnerische Form- und Gestaltungslehre. Diese Manuskripte umfassen einerseits das kleine Buch Beiträge zur bildnerischen Formlehre sowie ein Konvolut von rund 3900 Seiten mit Unterrichtsnotizen. Klee bezeichnete dieses Material als "Bildnerische Gestaltungslehre". Die gesamten Notizen werden im Zentrum Paul Klee in Bern aufbewahrt.

Auf dieser Datenbank werden erstmals alle Unterrichtsnotizen vollständig als Faksimiles und Transkriptionen publiziert.

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02/2016 - Hieronymus Bosch malte um 1500 das Triptychon "Der Garten der Lüste"  (Museo del Prado, Madrid). Eine aktuelle, multimediale Dokumentation des Werkes, das mit vielen Ebenen der Codierung bis hin zu Sound ("Büßerlied") und Video arbeitet, findet sich jetzt in einer hoch auflösenden Fassung als Teil eines Projektes von Pieter van Huystee Film - mehr ein Ausflug in die spätmittelalterliche Episteme als trockene Kunstgeschichte. Empfehlenswert!

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02/2016 - Die "World Press Foto Foundation" (Amsterdam) hat ein Bild von Warren Richardson als Foto des Jahres prämiert, das in christlicher Ikonografie eine Fluchtsituation an der serbisch-ungarischen Grenze abbildet. Warum lassen uns solche Aufnahmen ratlos zurück? Sie wollen einen unbedingten Betroffenheits-Appell erzeugen und sind doch nur "Erschütterungs-Meterware", so der Redakteur Thomas Schmid ("Die Welt") in seinem Blog. Seine kurze, aber triftige Analyse deutet auch Alternativen zur bildlichen Reproduktion von dramatischen Ereignissen an. 

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