ZERA

Eine Rundfunkversuchsstelle für das Radio der Zukunft

ZERA das „Zentrum für Experimentelles Radio“ hat sich zum Ziel gesetzt, neue und kreative Formen für das Radio zu entwickeln – besonders angesichts der immer weiter fortschreitenden Globalisierung und Digitalisierung der Medien. Die interdisziplinäre und internationale Ausrichtung der Bauhaus-Universität Weimar und die vorhandene, technische Infrastruktur bilden dabei eine ideale Basis.

So, wie in den Anfängen des Radios speziell zur Auslotung des Neuen Mediums und zur Ausbildung zukünftiger Rundfunkkünstler eigene Labore eingerichtet wurden - 1928 in Berlin die Rundfunkversuchsstelle und 1942/43 in Paris das Studio d’Essai - bedarf es heute im Zeitalter des digitalen Umbruchs der experimentierfreudigen Labore, die sich mit den neuen Möglichkeiten der technischen Entwicklung kreativ auseinander setzen.

Wesentlich ist für das ZERA bei der Entwicklung neuer Audio-, und Radioformate tatsächlich das Experiment: Wie kann man die innovativen Inhalte einer jungen Generation in ebenso innovativen Formen darstellen? An welchen anderen Orten als vor dem Radiogerät oder vor dem Rechner kann man das Publikum mit akustischen Mitteln fesseln? Live-Hörspiele, Radio-Events, Klanginstallationen, interaktive Medienkunst, Arbeiten in 5.1 und neue Webplattformen für Audiokunst gehören zum Spektrum der künstlerischen Forschung.

Auch die Debatte über den aktuellen Stand von Theorie und Praxis ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit des ZERA: Sie findet seit 2007 im Rahmen der Reihe „Radiogespräche“ statt: Radiomacher und Experten sprechen in Vorträgen und Diskussionen über ihre Erfahrungen und Vorstellungen und diskutieren in Podiumsrunden die Fragen zur Zukunft des Mediums. Jedes „Radiogespräch“ wird aufgezeichnet und zu einem späteren Zeitpunkt über den universitären Sender bauhaus.fm (106,6 MHz) sowie weltweit via Stream ausgestrahlt.

Ganz zentral für das ZERA ist die Zusammenarbeit und Vernetzung mit nationalen und internationalen Partnern sowie die Schaffung neuer Distributionswege der Radio,- und Klangkunst. Bei allen Aktivitäten soll eine Brücke zwischen Lehre und Forschung auf der einen Seite und Arbeitspraxis auf der anderen Seite geschlagen werden – engagierte Lehre und professionelle Arbeitsbedingungen sind dabei ebenfalls die Basis der Arbeit von ZERA, das sich als Kreativlabor versteht – vielleicht sogar als Rundfunkversuchsstelle für das Radio der Zukunft.