Kooperation mit der Wartburg Stiftung Eisenach

Im Jahr 2010 unterschrieb der damalige Dekan der Fakultät Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar, Prof. Siegfried Gronert, eine Kooperationsvereinbarung mit der Wartburg Stiftung Eisenach. In der Folge wurden im Studiengang Produkt-Design unter Leitung von Dipl.-Des. Gabriele Korrek und dem Burghauptmann der Wartburg Günter Schuchardt mehrere Projekte realisiert.

Im Wintersemester 2012/13 wurde das Kooperationsprojekt mit der Wartburg-Stiftung Eisenach im Studiengang Visuelle Kommunikation durch Dipl.-Des. Ulrike Mothes weitergeführt. 

»U21-Treffpunkt Wartburg«

Entwurf einer Hocker-Tisch-Kombination von Maria Bräutigam, Magdalena Breidenbach, Juliane Malz und Christina Römhild
Kellergewölbe mit Hocker-Tisch-Kombination
Entwürfe von Maria Bräutigam, Magdalena Breidenbach, Juliane Malz und Christina Römhild

Im Projekt »U21-Treffpunkt Wartburg« sind in Kooperation mit Dr. Hannes Hubrich (Fakultät Architektur und Urbanistik) und Prof. Dr. Andrea Dreyer (Kunst und ihre Didaktik) eine Vielzahl kreativer und  hochwertiger Entwürfe entstanden. Die Welterbestätte Wartburg veranstaltet regelmäßig Führungen durch den Palas, das Wartburgmuseum, die Lutherstube sowie wechselnde Sonderausstellungen und einen Lehrpfad zum mittelalterlichen Burgenbau. Seit einigen Jahren ist ein Anstieg von Kinder- und Jugendgruppen zu beobachten. Dies geht einher mit zunehmenden Ansprüchen an die Vermittlung sowie die Erwartung von detaillierten und interaktiven Programmangeboten. Jedoch bot die Wartburg bis dahin keine geeignete Räumlichkeit, um speziell Kinder und Jugendliche zu fördern.

Innerhalb der Burg wurde deshalb nach längerem Suchen und durch das Aufgeben von Lagerflächen ein Raum geschaffen. Dieser 60 m2 große Raum befindet sich unter dem Treppenhaus und der Neuen Kemenate. Der Raum besteht aus Felsgrund, einer historischen Stufenanlage und einem Tonnengewölbe mit Lichtöffnungen. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der Rittersaal, der eine direkte Anbindung an den Palas und nach außen aufweist. Der nach der Sanierung entstandene Bereich bietet Platz für ca. 30 Personen und gestattet den problemlosen Übergang zu den historischen Schauräumen wie zum Hof.

Die Wartburg Stiftung Eisenach hat es sich zum Ziel gesetzt in Kooperation mit der Fakultät Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar und deren Studierenden einen Ort des Lernens, Spielens und kreativen Arbeitens für junge Besucher innerhalb der Burganlage entstehen zu lassen. Dazu soll in einem alten Tonnengewölbe auf Felsgrund, welches unmittelbar an den Rittersaal anschließt, ein Raum entstehen, der die museumspädagogische Betreuung in Gruppen von Vorschulkindern, Schülern und jungen Erwachsenen ermöglicht. Das ganzheitlich zu entwickelnde Raumkonzept soll sich in der Gestaltung des Inventars zum Sitzen, Arbeiten, Spielen und Aufbewahren, sowie den Entwürfen zur technischen Ausstattung für visuelle und akustische Präsentationen, für die Beleuchtung und Heizung widerspiegeln.

Die Ergebnisse des Projektes »U21-Treffpunkt Wartburg« können Sie in dieser Broschüre sehen.

»Vergangenheit braucht Zukunft! Altes Erbe - junge Konzepte«

Foto des handgemachten Stoffmaskottchens, einer Mischung aus Löwe und Esel von Matthias Stezycki, 6.Fachsemester Produkt Design.
Der Lösel: handgemachtes Stofftier von Matthias Stezycki, 6.Fachsemester Produkt Design, BA

Im folgenden Sommersemester 2011 wurde die Zusammenarbeit mit der Wartburgstiftung im Projekt »Vergangenheit braucht Zukunft! Altes Erbe - junge Konzepte« fortgesetzt. Produktdesign-Studierende aus dem vierten und sechsten Fachsemester sowie Masterstudenten aus dem Fachbereich Mediengestaltung waren an der Entwicklung eines neuen Internetauftritts für die Wartburg, eines neuen Orientierungssystems und an der Entwicklung von neuen Souvenirs und eines Maskottchens beteiligt. So entstand das Plüschtier Lösel, eine Mischung aus dem Wappentier, des Löwen, und den bei Kindern sehr beliebten Eseln, auf denen man zur Wartburg reiten kann.

Werfen Sie einen Blick die Dokumentation zum Projekt »Vergangenheit braucht Zukunft! Altes Erbe - junge Konzepte.

»Burggeschichte(n) für Kinder«

Standbild aus Mehrkanalinstallation »Das Rosenwunder der Heiligen Elisabeth« von Andreas Sieling und Johannes Hensel, 2013
Mehrkanalinstallation »Das Rosenwunder der Heiligen Elisabeth« von Andreas Sieling und Johannes Hensel, 2013
Standbild aus Mehrkanalinstallation »Das Rosenwunder der Heiligen Elisabeth« von Andreas Sieling und Johannes Hensel, 2013
Standbild aus Mehrkanalinstallation »Das Rosenwunder der Heiligen Elisabeth« von Andreas Sieling und Johannes Hensel, 2013
Standbild aus Animationsfilm »Die Wartburg« von Josephine Gerth, 2013
Standbild aus Animationsfilm »Die Wartburg« von Josephine Gerth, 2013
Standbild aus Animationsfilm »Luther und die Bibel« von Jonathan Schöps und Damaris Zielke, 2013
Standbild aus Animationsfilm »Luther und die Bibel« von Jonathan Schöps und Damaris Zielke, 2013
Standbild aus »Die Heilige Elisabeth« von Claudia Starke
 
 
 

Studierende der Visuellen Kommunikation entwickelten kurze Filme für Kinder, die als Ergänzung und Erweiterung des Kinder-Führungsprogramms im Museumskeller gezeigt werden. Die entstandenen Kurzfilme setzen sich beispielsweise mit der Frage auseinander, was eine Burg ist. Sie erzählen die Geschichte von Martin Luther und seiner Bibel-Übersetzung auf der Wartburg ebenso, wie die der heiligen Elisabeth, die ihren fürstlichen Reichtum an die Armen verteilte. Eine Zweikanal-Videoinstallation von Johannes Hensel und Andreas Sieling bebildert mit einem Augenzwinkern Mythen wie das Rosenwunder der Heiligen Elisabeth.

Der Fachkurs »Burggeschichte(n) für Kinder« unter Leitung von Dipl.-Des. Ulrike Mothes begann mit einer Wanderung auf die Wartburg. Die Studierenden nahmen zunächst an einer Kinderführung teil, um die Burg und deren Geschichte mit den Augen der jungen Besucher zu erleben. Dazu gehört auch ein in den vergangenen Semestern von Produkt-Design-Studierenden entworfener und eingerichtete Keller. Dort finden die museumspädagogischen Programme für Kinder statt. Teil der Einrichtung ist ebenfalls eine von Joachim Köhler entworfene Multimedia-Leuchter, der mit zwei Beamern Bilder und Filme auf die alten Gemäuer projizieren kann.

Im diesem alten Kellergewölbe wurden die ersten Ideen entwickelt, wie die zahlreichen spannenden Geschichten für Kinder erzählt und in Filmbilder übersetzt werden können. Die Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer setzten sich mit kindgerechter Bildsprache und filmischem Erzählen für Kinder auseinander. Bei der Entwicklung der Stoffe wurden die Studierenden von den Mitarbeitern der Wartburg-Stiftung Eisenach wissenschaftlich begleitet. Mit der Unterstützung der Stiftung durfte an Originalschauplätzen gedreht werden und nun können historische Stiche und Gemälde in Animationsfilmen wiederentdeckt werden.

Seit April 2013, sind die Filme Teil der ständigen Museumssammlung und als Ergänzung des Kinderprogramms auf der Wartburg zu sehen.