Die Preisträgerinnen und Preisträger des Medienkunstpreis 2018 v.l.n.r.: Dirk Wäsch, Michael Fischer, Jonathan-David Wedler und Dominique Wollniok; Foto: Candy Welz
Die Preisträgerinnen und Preisträger des Medienkunstpreis 2018 v.l.n.r.: Dirk Wäsch, Michael Fischer, Jonathan-David Wedler und Dominique Wollniok; Foto: Candy Welz
Die Preisträgerinnen und Preisträger der Filmförderpreise des Bauhaus Film-Institus v.l.n.r.: Ronja Rexhäuser, Rebecca Stöhr, Kate Ledina (stellvertretend für Christoph Hertel) und Juan Pablo Pedraza; Foto: Candy Welz
Die Preisträgerinnen und Preisträger der Filmförderpreise des Bauhaus Film-Institus v.l.n.r.: Ronja Rexhäuser, Rebecca Stöhr, Kate Ledina (stellvertretend für Christoph Hertel) und Juan Pablo Pedraza; Foto: Candy Welz
Erstellt: 14. Juli 2018

Medienkunstpreis 2018 vergeben

Die Gewinner des diesjährigen Preises der Medienkunst stehen fest: Jonathan-David Wedler, Dominique Wollniok, Michael Fischer und Dirk Wäsch sind am Samstag, 14. Juli 2018, für ihre Abschlussarbeiten im Studiengang Medienkunst / Mediengestaltung ausgezeichnet worden. Ein Novum in der zehnjährigen Geschichte des Medienkunstpreises: die Jury vergab erstmals drei mit jeweils 500 Euro dotierte zweite Preise. Ebenso vergeben wurden vier Filmförderpreise des Bauhaus Film-Instituts.

Mit dem ersten Preis und dem damit verbunden Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro wurde Jonathan-David Wedler für seine Bewegtbildinstallation »Floating World« ausgezeichnet. Die raumgreifende Masterarbeit lädt den Betrachter dazu ein, sich in ein projiziertes Wimmelbild, das eine alltägliche Szene zeigt, zu vertiefen. Im Laufe der Zeit scheint das System zusammenzubrechen: überzeichnete, unerklärbare psychedelische Muster dekonsturieren das Bild nach und nach. Mit seiner Arbeit hinterfragt Jonathan-David Wedler die Entstehungsbedingungen generierter Bilder und die Stereotypen animierter Bewegungsgestaltung, deckt sie auf und führt sie schließlich ad absurdum.

Zu den Gewinnern des zweiten Preises gehört Dominique Wollniok mit ihrer Masterarbeit »Die vergessenen Talente«. Darin präsentiert die Künstlerin das Phänomen verlorengegangener Leidenschaften in einer Mixed-Media-Rauminstallation. Die Arbeit besteht aus einem professionellen Hörstück, einer Serie von fotografischen Porträts, einer Sozialstudie, einer Installation und Ausstellung mit kuratierten Elementen und einer performativen Interaktion mit dem Publikum und hat somit einen höchst interdisziplinären Charakter. Zudem stellt die Arbeit ein wachsendes Archiv dar, weil während des Ausstellungszeitraums im Sommer 2017 weitere Interviews und Befragungen gemacht wurden.

Einen weiteren zweiten Preis vergab die Jury an Michael Fischer für seine Arbeit »Zu sehen / Screen«. Der Absolvent zeigt in Installationen und anhand eines umfangreichen Archivs von Fotografien und Videoaufnahmen Lichtreflexe, die durch Spiegelungen auf Glasflächen oder Wasser hervorgerufen werden. Dabei gelingt es ihm, medienwissenschaftliche Fragen anhand eines altbekannten Phänomens durch zu deklinieren. Zu sehen sind unter anderem Installationen in den Räumlichkeiten der Galerie Eigenheim sowie performative Installationen im Weimarhallenpark.

Den dritten zweiten Preis erhielt Dirk Wäsch für seine Plakatserie »Japaner und das Bauhaus«. Das Bachelor-Projekt umfasst neben den Plakaten eine umfangreiche Recherche, einen japanischen Signierstempel, einen Bauhaus-Stempel und ein Prägeklischee. Hierfür hat sich der Medienkünstler – bezugnehmend auf das 100-jährige Gründungsjubiläum des Bauhauses – mit dem klassischen Bauhaus und dessen Einfluss auf japanische Studierende beschäftigt. Jedes Plakat stellt den Steckbrief einer Person dar und zeigt deren wichtigste Einflüsse am Bauhaus.

Mit jeweils 500 Euro wurden die Masterstudierenden Rebecca Stöhr, Ronja Rexheuser, Christoph Hertel sowie Juan Pablo Pedraza mit den Filmförderpreisen 2018 des Bauhaus Film-Instituts ausgezeichnet. Mit diesen Zuwendungen werden Filmvorhaben oder noch im Entstehen befindliche Arbeiten unterstützt.

Bereits zum zehnten Mal stellte die Merkur Bank insgesamt 4.500 Euro für die Preise der Medienkunst/Mediengestaltung der Bauhaus-Universität Weimar sowie den Filmförderpreis des Bauhaus Film-Instituts bereit. »Die Merkur Bank und die Bauhaus-Universität verbinden ähnliche Wertevorstellungen wie Kreativität und Denken über Grenzen hinaus«, sagt Wolfgang Genczler, Regionaldirektor der Merkur Bank für Sachsen und Thüringen, im Rahmen der Preisverleihung. »Gerne unterstützen wir junge Menschen, damit diese ihre wissenschaftlichen und theoretischen Erkenntnisse für die Gesellschaft und Wirtschaft anwendbar gestalten und echten Nutzen stiften können.«

Gewinnerinnen und Gewinner Medienkunstpreis 2018:

1. Preis: Jonathan-David Wedler »Floating World«
nominiert von: Professuren Multimediales Erzählen und Medien-Ereignisse
betreut von: Aline Helmcke und Franka Sachse

2. Preis: Dominique Wollniok »Die vergessenen Talente«
nominiert von: Professuren Experimentelles Radio und Kunst und Sozialer Raum
betreut von: Astrid Drechsler und Sebastian Helm

2. Preis: Michael Fischer »Zu sehen / Screen«
nominiert von: Professur Gestaltung Medialer Umgebungen
betreut von: Prof. Ursula Damm

2. Preis: Dirk Wäsch Plakatserie »Japaner und das Bauhaus«
nominiert von: Professuren Medien-Ereignisse und Typografie
betreut von: Prof. Wolfgang Kissel, Prof. Jay Rutherford

Jurorinnen und Juroren:
Dr. Anett Holzheid (Direktion, ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe)
Dr. Suzy Royal (Kuratorin der Enter Art Foundation)
Prof. Dr. Kai-Uwe Schierz (Direktor Kunstmuseen Erfurt, Kunsthalle Erfurt)
Jens Hausmann (Künstler und Kurator, Berlin)

Gewinnerinnen und Gewinner der Filmförderpreise des Bauhaus Film-Instituts:
»Geschlossene Gesellschaft« von Rebecca Stöhr
»Ritisuyo« von Ronja Rexheuser
»Invaders« von Juan Pablo Pedraza
»Nach mir die Sintflut« von Christoph Hertel

Über den Medienkunstpreis:
Die Professorinnen und Professoren des Studiengangs Medienkunst/Mediengestaltung waren dazu aufgerufen, bis zu zwei Projekte der derzeitigen Absolventen aus dem letzten Studienjahr zu nominieren. Eine unabhängige Fachjury wählt im Anschluss die Preisträger aus. In diesem Jahr sind zehn Arbeiten von den Professorinnen und Professoren des Studiengangs nominiert worden. Die Professur Medien-Ereignisse war in Kooperation mit der Galerie Eigenheim federführend für den Medienkunstpreis verantwortlich.