Plakat zur Veranstaltung; © Jan Gloeckner
© Jan Gloeckner
Portrait von Ulrike Haage; Foto: Thomas Nitz
Foto: Thomas Nitz
Erstellt: 08. November 2018

13.11. »KLANG SICHTEN« – Radiogespräch mit der Komponistin, Pianistin und Hörspielmacherin Ulrike Haage

Am Dienstag, 13. November 2018, 19 Uhr, wird Ulrike Haage ein Radiogespräch am Experimentellen Radio geben. Interessierte sind herzlich eingeladen!

Für Ulrike Haage ist das Hörspiel weit mehr als nur ein Format innerhalb einer Sendefläche. Es ist ein akustischer Raum, der selbst immer wieder neue Räume schafft. Ein musikalisch ausgeleuchtetes Gedankenland und ein kultureller Gedächtnisspeicher. Ein künstlerischer Freiraum für Schaffende und Hörende.
Für die Komponistin und Klangforscherin sind Wort und Musik gleichberechtigte Ausdrucksformen, die durch (ein)sinnige Arrangements und ihr Ineinandergreifen eine Art Quantenverschränkung eingehen. Der Text wird zum Libretto, Libretto und Komposition werden zur Partitur.

Im Radiogespräch in der Limona wird sie davon erzählen, wie sie sich Themen und Klängen nähert und auf Ideen für die Musikkompositionen in ihren Hörspielen kommt. Zu diesem Thema wird Ulrike Haage verschiedenste Klangbeispiele u.a. aus Produktionen wie den »Last words« (BR, 2001), »Alle Vögel fliegen hoch…« (BR, 2012), »The Moon Tapes« (SWR, 2014) und »Die Toten von Feuerland« (NDR, 2018) mitbringen.

Jedes Hörspiel ist für mich eine Art imaginärer Ausflug. Eine Bewegung durch dramaturgisch aufgebaute und klar definierte Klanglandschaften. Es sind Denkanstöße und Ermutigungen. In der akustischen Intimität des Hörens soll es möglich sein, den eigenen Erinnerungen und Gedanken auf die Spur zu kommen. Dass wir gemeinsam einen neuen Sinn hinter einem gemachten Sinn finden können, das ist das Wesen poetischer Welten – auch und gerade in der eigensinnigen Kunstform des Hörspiels. (Ulrike Haage)

Über Ulrike Haage:
Ulrike Haage, Pianistin, Komponistin und Hörspielmacherin unterrichtete nach dem Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg einige Jahre das Fach Orchesterleitung und Improvisation. Einer breiten Öffentlichkeit wurde sie als Musikerin bekannt, als sie zu den Rainbirds stieß.
Neben ihrer Arbeit als Produzentin von Hörspielen, Theater- und Filmmusik ist sie als Solopianistin und Skriptautorin tätig. Gemeinsam mit der Übersetzerin Pociao gründete sie den Hörbuch-Verlag Sans Soleil. Nach Sélavy, Weißes Land und in:finitum erschien 2015 ihr viertes Soloalbum Maelstrom. Allesamt an der Schnittstelle von Jazz, Klassik und improvisierter Musik. Ihre Rundfunkproduktionen sowie die Kinderoper Reineke Fuchs, das Chorwerk The Moon Tapes oder die Klavieredition Pianoscope sind fester Bestandteil der deutschen Radiokultur geworden. Zu Ulrike Haages Auszeichnungen zählen der Deutsche Jazzpreis, der Sonderpreis Musik des Norddeutschen Filmpreises 2010 und der Deutsche Dokumentarfilm Musikpreis 2014 sowie zahlreich prämierte Hörspiele. 2018 kommt es zur Uraufführung der Mikrooper Wundernetz im Museum für Naturkunde Berlin, welche eigens für die dortige Nasssammlung komponiert wurde.

Hörspiele (Auszug):

  • Die Toten von Feuerland (NDR Kultur, 2018) Regie, Manuskript & Komposition: Andreas Ammer & Ulrike Haage
  • Nacht (Deutschlandfunk Kultur, Hörspiel des Monats August, 2017) Text: Etel Adnan, Komposition: Ulrike Haage
  • Fahrt zum Leuchtturm (Dreiteiler, BR, 2016) Text: Virginia Woolf; Komposition: Ulrike Haage
  • Lockbuch (NDR Kultur, 2016) Texte: Nora Gomringer, Annemarie Bostroem; Regie & Komposition: Ulrike Haage
  • Geld (Deutschlandfunk, 2016) Text: Gertrude Stein; Regie & Komposition: Ulrike Haage
  • Der Kreis ist rot (WDR 3, 2014) Künstlerisches Feature, Texte: Oskar Schlemmer; Komposition, Manuskript & Regie: Ulrike Haage
  • For all my Walking (SWR 2, 2013), Komposition, Manuskript & Regie: Eric Schaefer & Ulrike Haage
  • Orlando (BR 2, Random House, Hörbuch, 6 CDs) Text: Virginia Woolf; Komposition: Ulrike Haage
  • Alle Vögel fliegen hoch (BR 2, 2012) Texte: Leonora Carrington; Komposition, Manuskript & Regie: Ulrike Haage
  • Nichts. Was im Leben wichtig ist (SWR 2, 2011) Text: Janne Teller; Komposition: Ulrike Haage
  • Wenn ich vier Dromedare hätte (WDR 3, 2011) Texte: Chris Marker, Komposition & Regie: Ulrike Haage

Zeit:
Dienstag, 13. November 2018, 19 Uhr

Ort:
Glaskasten der Limona, 5. OG
Steubenstraße 8
99423 Weimar