Wasser und Umwelt | Glossar

Hier finden Sie das Wasser und Umwelt "Online-Glossar" in deutscher Sprache mit Fachbegriffen aus dem gesamten Weiterbildungsangebot. 

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  A-Horizont

Mineralischer Oberbodenhorizont mit Akkumulation organischer Substanz und/oder Verarmung an mineralischer Substanz (Bodenhorizont).

  Aalleiter

Eine Aalleiter ist eine speziell auf die Fortbewegungsart des Aales angepasste Fischaufstiegshilfe.

  Abbau

Physikalischer, chemischer oder biochemischer Vorgang, bei dem Abwasser- oder Schlamminhaltsstoffe zerlegt werden.

Zerlegung von komplexen organischen Verbindungen in einfache Moleküle oder Ionen durch physikalische, chemische und/oder biologische Prozesse.

Chemie: die Zerlegung von aus vielen Atomen bestehenden organischen Verbindungen in einfachere durch biologische (z. B. durch Enzyme oder Mikroorganismen), chemische (z. B. langsame Oxidation, Verbrennung, Umwandlung) oder durch physikalische (z. B. UV-Strahlung) Einflüsse.

Biologie: Die Zersetzung organischer Stoffe durch Mikroorganismen und Kleintiere, biotisch, in Gegenwart (aerob) oder Abwesenheit (anaerob) von Sauerstoff oder durch abiotische Prozesse (z. B. Hydrolyse, Oxidation).

Landwirtschaft: Nachlassen der erblichen Leistungsmerkmale gezüchteter Nutz- oder Zierpflanzen bei Weitervermehrung.

  Abbaubarkeit

Allgemein: ("degradability"). Eigenschaft eines Stoffes, Stoffgemisches oder Abwassers, sich durch biologische (biochemische, biotische), chemische und/oder physikalische (abiotische) Prozesse in andere Stoffe (Abbauprodukte, Metaboliten) oder bei vollständiger Mineralisierung zu CO2, H2O und NH3 umzuwandeln.

Die Abbaubarkeit ist ein wichtiger Parameter zur Beurteilung chemischer Stoffe. Man unterscheidet zwischen leicht biologisch abbaubaren Stoffen ("readily biodegradable") oder nicht leicht abbaubaren Stoffen ("inherently biodegradable") oder sehr schwer bis biologisch nicht abbaubaren Stoffen (refraktären). Für die Klassifizierung werden biologische Abbautests in Laboratorien durchgeführt oder auch Photoabbautests (biologische Abbaubarkeit).

  Abbaufähigkeit

Das Vermögen der Mikroorganismen, Stoffe in einfachere Verbindungen zu zerlegen.

  Abbaugeschwindigkeit

Die Zeit, die zum Abbau von Stoffen benötigt wird; sie wird je nach Versuchsdurchführung in n Stunden oder n Tagen angegeben. Sie kann in Abbauversuchen in Laboratorien ermittelt werden und ist wichtig für die Auslegung von Kläranlagen.

  Abbaugrad

Der Grad der biologischen oder chemischen Zersetzung organischer Verbindungen (s. organische Verbindung), die vor allem auf Stoffwechselvorgängen von Mikroorganismen beruhen.

technischer Abbaugrad

theoretischer Abbaugrad

 

  Abbaugrenze

s. technischer Abbaugrad

  ABC/XYZ-Methode

Bewertungsmethode, die sich für die Bewerten von Materialien, Emissionen und Prozessen eignet. Nach einem einfachen Raster wird der Handlungsbedarf (A-C) mit der Mengenrelevanz des Vorganges (X-Z) gekoppelt. Die Methode ist relativ einfach zu handhaben.

  Abdomen

Hinterleib der Gliederfüßer (Arthropoden)

  Abfall

Abfall ist, was in menschlichen Siedlungen und Produktionsstätten abfällt.

Abfälle müssen nach KrW-/AbfG folgende Voraussetzungen erfüllen:

1.

Abfälle sind bewegliche Sachen.

2.

Abfälle müssen in die im Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz aufgeführten Gruppen fallen.

3.

Abfälle sind Sachen, deren sich ihr Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss.

 

Gemäß Definition im Abfallgesetz "bewegliche Sachen, deren sich der Besitzer entledigen will oder deren geordnete Beseitigung zur Wahrung des Wohls der Allgemeinheit insbesondere des Schutzes der Umwelt geboten ist". Die Abfallvermeidung und Abfallverwertung haben Vorrang vor der sonstigen Entsorgung, Reststoffe, die einer Wiederverwertung zugeführt werden (Schrott, Altpapier, Altglas) fallen nicht unter die Abfall-Definition, sondern sind Wirtschaftsgut. Nach dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-AbfG) sind es "alle beweglichen Sachen, die im KrW-AbfG unter die aufgeführten Gruppen fallen und deren sich ihr Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss". Entscheidend für den neuen Abfallbegriff sind die oben genannten Entledigungstatbestände. Diese Definition führt dazu, dass die bisher nicht unter die Abfall-Definition fallenden Reststoffe künftig vom Abfallrecht erfasst werden.

Abfälle sind jene beweglichen Sachen, die im KrW-/AbfG unter die aufgeführten Gruppen fallen (Listenprinzip) und deren sich ihr Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss. Die im KrW-/AbfG u. a. aufgeführten ge- und verbrauchten Produkte sowie Produktions- oder Verbrauchsrückstände sind daher nur dann Abfall, wenn der Besitzer sich ihrer entledigt, entledigen will oder entledigen muss. Zwei Voraussetzungen müssen gleichzeitig erfüllt sein, zum einen die Auflistung im Gesetz und zum zweiten entweder die tatsächliche Entledigung oder der Entledigungswille oder der Zwang zur Entledigung (s. Entledigungszwang).

Abfälle sind alle beweglichen Sachen, die im Gesetzes zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltrelevanten Beseitigung von Abfällen (Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz - KrW-/AbfG) aufgeführten Gruppen fallen und deren sich ihr Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss. Abfälle zur Verwertung sind Abfälle, die verwertet werden; Abfälle, die nicht verwertet werden, sind Abfälle zur Beseitigung (KrW- /AbfG).
Der Wert oder die Verwertbarkeit dieser Sachen ist dabei nicht entscheidend, sondern nur die Entledigungsabsicht der Besitzer. Die geordnete Entsorgung des Abfalls ist zur Wahrung des Wohls der Allgemeinheit, insbesondere zum Schutz der Umwelt, geboten. Erfasst werden Art, Menge, Herkunft und Verbleib der eingesammelten, behandelten, gelagerten sowie der abgegebenen Abfälle.

  Abfallablagerungsverordnung

(AbfAblV) Verordnung über die umweltverträgliche Ablagerung von Siedlungsabfällen und über biologische Abfallbehandlungsanlagen

Diese Verordnung gilt für

1.

die Ablagerung von Siedlungsabfällen und Abfällen, die wie Siedlungsabfälle entsorgt werden können, auf Deponien und

2.

die Behandlung von Siedlungsabfällen und Abfällen, die wie Siedlungsabfälle entsorgt werden können, zum Zweck der Einhaltung der Deponiezuordnungskriterien.

 

  Abfallanalyse

Betriebsinterne freiwillige Analyse der Zusammensetzung des betrieblichen Abfalls, dient auch zur Feststellung von Wertstoffpotentialen und Störstoff- bzw. Schadstoffanteilen im Restabfall; wird aus Kontrollgründen und Mittelwertbildung über das Jahr verteilt wiederholt.

  Abfallart

Nach dem Abfallgesetz gibt es folgende Abfallarten:

Abfälle aus Haushalten

Abfälle, die nach ihrer Art und Menge nicht mit den in Haushaltungen anfallenden Abfällen beseitigt werden können.

Abfälle aus gewerblichen und sonstigen Unternehmen, die nach Art, Beschaffenheit oder Menge in besonderem Maße gesundheits-, luft- oder wassergefährdend, explosibel oder brennbar sind oder Erreger übertragbarer Krankheiten enthalten oder hervorbringen können (AbfG).

 

Die im KrW-/AbfG aufgeführten Abfallarten entsprechen der Abfallrahmenrichtlinie.

Zur Konkretisierung wurde ein EU-einheitlicher Abfallkatalog erarbeitet (Europäischer Abfallkatalog - European Waste Catalogue -). Die Abfallarten werden per EU-einheitlicher Schlüsselnummer definiert. Hinzu kommt das von der EU-Kommission vorgelegte Verzeichnis über gefährliche Abfälle.

Abfallarten sind z. B.:

Bioabfall

Grünabfall

Klärschlamm

Gewerbeabfall

tierische Reststoffe

Sonderabfall

 

  Abfallbeseitigung

Die Abfallbeseitigung umfasst das Bereitstellen, überlassen, Einsammeln, die Beförderung, die Behandlung, die Lagerung und die Ablagerung von Abfällen zur Beseitigung. Durch die Behandlung von Abfällen sind deren Menge und Schädlichkeit zu vermindern. Bei der Behandlung und Ablagerung anfallende Energie oder Abfälle sind so weit wie möglich zu nutzen. Die Behandlung und Ablagerung ist auch dann als Abfallbeseitigung anzusehen, wenn dabei anfallende Energie oder Abfälle genutzt werden können und diese Nutzung nur untergeordneter Nebenzweck der Beseitigung ist. (s. KrW-/AbfG).

  Abfallbesitzer

Jede Person, die tatsächliche Sachherrschaft über Abfälle hat (Legaldefinition des KrW-/AbfGs)

  Abfallbilanz

Nach dem KrW-/AbfG haben die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger Abfallwirtschaftskonzepte und Abfallbilanzen über die Verwertung und die Beseitigung der in ihrem Gebiet anfallenden und ihnen zu überlassenden Abfälle zu erstellen. Die Anforderungen an die Abfallwirtschaftskonzepte und Abfallbilanzen regeln die Länder.

Das Thüringer Abfallwirtschafts- und Altlastengesetzes verpflichtet die Öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (örE) jährlich Abfallmengenbilanzen zu erstellen. Sie enthalten Angaben über Art, Menge und Herkunft der Abfälle sowie deren Verwertung und Beseitigung. Entsprechend der Thüringer Abfallmengenbilanz-Verordnung stellen die örE ihre Abfallmengenbilanz der Landesanstalt für Umwelt (TLU) jeweils im folgenden Kalenderjahres auf das Berichtsjahr zur Verfügung. Die TLU wertet entsprechend der Thüringer Abfallmengenbilanz-Verordnung die Abfallmengenbilanzen der örE aus und erstellt im folgenden Kalenderjahres auf das Berichtsjahr einen zusammenfassenden Bericht zur Abfallmengenbilanz Thüringen.

  Abfallentsorgung

Abfallentsorgung umfasst gemäß Definition im Abfallgesetz die Abfallverwertung und das Ablagern von Abfällen einschließlich, der Teilschritte Einsammeln, Befördern, Behandeln und Lagern, im engeren Sinne das Behandeln und Ablagern. Zum Behandeln gehören hauptsächlich die chemisch-physikalische Vorbehandlung (Zerkleinerung, Neutralisierung u. Entgiftung), Verbrennung sowie die Kompostierung. Die Ablagerung erfolgt auf oberirdischen Deponien bzw. in Untertagedeponien.

  Abfallentsorgungsanlage

Bis auf Deponien nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz genehmigte Anlagen zum Behandeln und Lagern von Abfällen; sie reichen von hochmodernen Sonderabfallverbrennungsanlagen bis zum dafür hergerichteten Grundstück, auf dem Abfälle zwischengelagert werden.

  Abfallentsorgungsplan

(Abfallgesetz) Die Abfallentsorgungsplanung ist (ähnlich wie die Wasserversorgungs- oder Abwasserbeseitigungsplanung) eine umweltbeanspruchende Umweltplanung. Als solche ist sie seit Jahren Gegenstand heftiger politischer Auseinandersetzungen. Die Abfallentsorgungsplanung ist zwar an dem vorausschauenden Schutz der Umwelt vor einer unkontrollierten und ungeordneten Abfallverteilung orientiert, die Bestimmung von Standorten entsprechender Entsorgungsanlagen nimmt aber gleichzeitig natürliche Lebensgrundlagen in Anspruch:

Die für die Anlagen benötigten Flächen sowie

Beeinträchtigungen von Wasser, Boden und Luft durch die von den Anlagen ausgehenden Emissionen.

 

Potentielle Konflikte mit den nicht umweltbeanspruchenden Umweltplanungen Landschaftsplanung und Luftreinhalteplanung sowie zur Wasserversorgungsplanung sind offensichtlich.

  Abfallerzeuger

Jede Person, bei deren Tätigkeit Abfälle (s. Abfall) anfallen oder die Abfälle behandelt und dadurch eine Veränderung der Natur oder Zusammensetzung dieser Abfälle bewirkt (Legaldefinition des KrW-/AbfGs).

  Abfallgesetz

s. Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz, KrW-/AbfG.

Bundesgesetz, das die Vermeidung und Entsorgung von Abfällen (s. Abfallvermeidung, Abfallentsorgung), einschließlich der Abfallverwertung, regelt.

  Abfallgruppe

 

Gruppe von Abfällen, benannt nach

ihrem Anfallort (Gewerbeabfall, Verpackungsabfall),

der Produktgruppe (Elektronikschrott) oder

Zusammensetzung (Kunststoffabfälle)

 

  Abfallkatalog

s. Europäischer Abfallkatalog

  Abfallkataster/Betriebsabfallkataster

 

Katalog über

die innerbetrieblich gehandelten Abfallarten,

Abfallanfallstellen,

Zuordnung zu Produktionslinien,

Mengen gesamt, Mengenanteile der einzelnen Abfallarten

 

  Abfallmengenprognose

Auf freiwilliger Basis oder im Rahmen der betrieblichen Abfallbilanz erstellte Prognose der Entwicklung des Gewerbeabfallaufkommens. Die Mengenprognose bildet die Grundlage für die Kalkulation der Entsorgungskosten.

  Abfallvermeidung

Verminderung der Menge und Schädlichkeit von Abfällen, insbesondere

durch anlageninterne Kreislaufführung,

durch abfallarme Produktgestaltung und

durch ein auf Erwerb abfall- und schadstoffarmer Produkte gerichtetes Konsumverhalten (s. KrW-/AbfG)

 

Maßnahmen der Getrenntsammlung von Wertstoffen werden auch als sekundäre Abfallvermeidung bezeichnet.

  Abfallverwertung

die energetische Verwertung und stoffliche Verwertung, die prinzipiell gleichgestellt sind (siehe aber TA Siedlungsabfall); zur stofflichen Verwertung gehört die Wiederverwendung und Weiterverwertung mit und ohne Konditionierung.

Abfälle zur Verwertung sind Abfälle, die verwertet werden (s. Abfallverwertung);

Abfälle, die nicht verwertet werden, sind Abfälle zur Beseitigung (s. Abfallbeseitigung).

 

  Abfallwirtschaft

Zusammenhänge und Maßnahmen des Abfalles, der Aufbereitung, Verwertung oder Vernichtung von Stoffen, die in der menschlichen Gemeinschaft (Siedlung) anfallen.

Sie ist als Subsystem der Stoffwirtschaft integriert in

die Herstellung von Produkten,

in den Verbrauch von Produkten,

in die Luftreinhaltung,

in die Abwasserreinigung und

die Behebung von unsachgemäßer Abfallbeseitigung in der Vergangenheit.

 

  Abfallwirtschaftskonzept

Das Abfallwirtschaftskonzept (AWK) der Abfallwirtschaft bezeichnet die Gesamtheit aller Maßnahmen zur geordneten und umweltschonenden Behandlung, Verwertung und Ablagerung von Abfällen (Abfallablagerung) aller Art. Die verantwortlichen öffentlich- rechtlichen Entsorgungsträger erstellen für ihren Bereich ein Abfallwirtschaftskonzept und schreiben es regelmäßig fort (s. KrW-/AbfG).

(AWK) Haben die Abfallerzeuger sowie die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger gemäß KrW-/AbfG zu erstellen, bei denen jährlich mehr Mengen von besonders überwachungsbedürftige Abfälle oder jährlich mehr Mengen von überwachungsbedürftiger Abfall anfallen. Das Konzept ist auf Verlangen der zuständigen Behörde (zuständige Behörde) vorzulegen. Beim Abfallwirtschaftskonzept handelt es sich um ein Programm.

Erzeuger bei denen jährlich mehr mengen von besonders überwachungsbedürftige Abfälle oder jährlich mehr Mengen von überwachungsbedürftige Abfälle je Abfallschlüssel anfallen sowie die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger haben ein Abfallwirtschaftskonzept über die Vermeidung, Verwertung und Beseitigung der Abfälle zu erstellen. Die Mindestinhalte sind im KrW-/AbfG‘es geregelt.

  Abfallwirtschaftsplan

Instrument zur staatlichen Koordinierung der Abfallwirtschaft in den einzelnen Ländern (s. KrW-/AbfG).

  abfiltrierbare Stoffe

Nicht gelöste Stoffe im Abwasser, die durch Filtration, aus dem Abwasser entfernt werden können.

  Abfluss

Unter dem Einfluss der Schwerkraft auf und unter der Landoberfläche sich bewegendes Wasser.

Wasservolumen, das einen bestimmten Querschnitt in der Zeiteinheit durchfließt und einem Einzugsgebiet zugeordnet ist. Q [m3/s] oder [l/s]

Der Teil des Niederschlags auf der Erde, der oberirdisch in Bächen und Flüssen (Fluss) in die Ozeane und die abflusslosen Becken abfließt. (s. a. Wasserhaushalt)

Komponenten des Abflusses (u. a. für Wasserhaushaltsgleichung)

oberirdischer Abfluss

unterirdischer Abfluss

Zwischenabfluss oder Interflow

 

Hydrometrie, Gewässerkundliche Hauptzahlen

  Abflussbeiwert

Verhältnis des abfließenden Regenwassers zum Niederschlagsvolumen

Verhältnis des der Entwässerungsanlage zufließenden Regenwassers zum Gesamtregenwasser in der zugehörigen Niederschlagsfläche; Formelzeichen: ψ; Einheit: l

  Abflussbilanz

Die Ausweisung einer Abflussbilanz für das Gesamtsystem (Niederschlagsvolumen, Niederschlagsabflussvolumen, Trockenwetterabflussvolumen, Abflussvolumen der Endhaltung(en), Entlastungsvolumen) belegt die Plausibilität der Kanalnetzberechnung bzw. weist auf mögliche Unstimmigkeiten.

  Abflussbildung

Phase (1) des Niederschlagsabflussvorgangs: Reduzierung des auf eine Abflussfläche fallenden Niederschlages infolge auftretender Verluste zum abflusswirksamen (effektiven) Niederschlag (s. abflusswirksamer Niederschlag).

Alle Vorgänge und Prozesse, die in einem Einzugsgebiet den Anteil des Niederschlags bestimmen, der nicht gespeichert wird und abfließt. Hierzu gehören die Speicherung im Gelände, Boden und Vegetation, die Infiltration und die Verdunstung.

  Abflussdämpfung

Verringerung der Abflussspitzen durch vorübergehende Speicherung des Abflusses.

  Abflussganglinie

Grafische Darstellung der Abflussmenge eines Wasserlaufs als Funktion der Zeit. (s. Hydrograph, Abflussmengenkurve, Ganglinie)

  Abflusshöhe

(auch Gebietsabfluss) Als Abflusshöhe eines oberirdischen oder unterirdischen Gewässers wird der Abfluss pro Zeiteinheit bezeichnet, der unter Annahme einer gleichmäßigen Verteilung über einer horizontalen Bezugsfläche in einem Einzugsgebiet entsteht. Sie wird in "Millimeter Wasserhöhe" angegeben und ist der Quotient aus Wasservolumen und zugehörigem Einzugsgebiet.

  Abflussjahr

(hydrological year) Einjährige, nach Gesichtspunkten des Wasserhaushalts festgesetzte Zeitspanne. (ANMERKUNG: In der Bundesrepublik Deutschland vom 1. November bis 31. Oktober des folgenden Kalenderjahres; zu bezeichnen mit nur einer Jahreszahl, und zwar der des Kalenderjahres, dem die Monate Januar bis Oktober angehören. Winterhalbjahr (Wi) vom 1. November bis 30. April, Sommerhalbjahr (So) vom 1. Mai bis 31. Oktober) s. a. hydrologisches Jahr

  Abflusskennzahl

Von der Gebäudeart abhängige Größe, sie ergibt sich aus der Abflusscharakteristik; Formelzeichen: K; Einheit: l/s

  Abflusskonzentration

Phase (2) des Niederschlagsabflussvorgangs: Transformation des Effektivniederschlages (abflusswirksamer Niederschlag) in einen Abfluss von der Oberfläche mit Translations- und Retentionseffekten auf der Oberfläche

Gesamtheit der Vorgänge, die den zeitlichen Verlauf des Abflusses (Anstieg und Rückgang) in einem Fluss/Bach festlegen.

Transformation des Effektivniederschlags (Teil des Niederschlags der als Direktabfluss wirksam wird) in die Ganglinie des Direktabflusses aus einem oberirdischen Einzugsgebiet

  Abflussmengenkurve

s. Abflussganglinie

  Abflussmodell

s. Niederschlag-Abfluss-Modell

  Abflussquerschnitt

Fläche normal zur Hauptströmungsrichtung, die von einer Flüssigkeit durchströmt wird

  Abflussrate

s. Abflussspende

  Abflussregime

Unter dem Begriff Regime werden in der Hydrologie im Allgemeinen die relativen und absoluten Schwankungen eines Wasserhaushaltselementes innerhalb eines bestimmten Zeitraumes zusammengefasst. Unter Abflussregime wird oft das hydrologische Gesamtverhalten eines Fließgewässers verstanden. In Anlehnung an die klassische Begriffsbestimmung werden hier die langjährigen mittleren saisonalen Schwankungen des Abflusses als Regime bezeichnet.

Für ein bestimmtes Gewässer charakteristisches Abflussverhalten im Jahresgang, bedingt durch die Regimefaktoren des Einzugsgebietes (klimatische, geologische, geomorphologische, vegetationskundliche und anthropogene Gegebenheiten)

  Abflussregulierung

Flussregulierung 

  Abflussspende

Quotient aus Abfluss und Fläche des zugehörigen Einzugsgebietes. Die Abflussspende wird angegeben in Litern pro Sekunde und Quadratkilometer (l/(s·km2)). Zum Vergleich mit dem Niederschlag kann die Abflussspende umgerechnet werden in Millimeter Wasserhöhe pro Stunde (mm/h). Ein mm/h entspricht einer Abflussspende von 277 l/(s·km2).In der Kanalisation wird die Abflussspende häufig in l/(s·ha) angegeben.

  Abflussvermögen

Rechnerischer Abfluss eines Kanals bei Vollfüllung (ISo = Ip = IE)

Rechnerischer Abfluss einer Rohrleitung bei Vollfüllung ohne statischen Über- oder Unterdruck; Formelzeichen: Qv; Einheit: l/s

  Abflusswert

Wassermenge, die in der Sekunde einen Abflussquerschnitt eines definierten Rohrleitungssystems durchfließt. Sie ist abhängig vom Gefälle, von der Querschnittsgröße der Leitung und der Rauheit ihrer Innenwand.

  abflusswirksamer Niederschlag

auch Effektivniederschlag - Teil des Gebietsniederschlags, der als Direktabfluss wirksam wird.

  Abgabe

Geldleistungen, die der Bürger Kraft öffentlichen Rechts an den Staat oder sonstige Körperschaften des öffentlichen Rechts (Körperschaft öffentlichen Rechts) abzuführen hat. Dazu zählen Steuern und Zölle (Bürger erhält keine Gegenleistung), aber aus Gebühren und Beiträgen (Beitrag) in Hinblick auf Gegenleistungen, denen sie entsprechen sollen, z. B. für die Benutzung öffentlicher Einrichtungen.

  Abgabenordnung

Die Abgabenordnung enthält allgemeine Vorschriften zum Steuer- und sonstigen Abgabenrecht, die für verschiedene Arten von Steuern von Bedeutung sind. Dazu gehören Begriffsdefinitionen, Zuständigkeitsregelungen, Regelungen zum Verwaltungsverfahren in Steuersachen einschließlich Vollstreckung und Einspruchsverfahren. Außerdem sind hier Tatbestände von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten zu finden, unter anderem zur Steuerhinterziehung. Auch die Anerkennung der Gemeinnützigkeit ist in der Abgabenordnung geregelt.

  Abgas

Bei technischen Prozessen aller Art, in die Atmosphäre entweichende Gase.

  Abhängigkeit

Eine Abhängigkeit ist eine Beziehung zwischen zwei Elementen, die zeigt, dass eine Änderung in dem einen (unabhängigen) Element eine Änderung in dem anderen (abhängigen) Element notwendig macht.

  abiogen

unbelebt

  abiotisch

(abios gr. = ohne Leben) unbelebt, ohne Lebensvorgänge, leblos, s. a. Abbau

physikalische, chemische und hydrologische Faktoren der unbelebten Umwelt

  abiotische Faktoren

Physikalische, chemische, hydrographische Milieufaktoren; Parameter der unbelebten Umwelt.

Chemische und physikalische (unbelebte) Faktoren, die auf ein Lebewesen einwirken.

  abiotischer Abbau

(Syn.: nichtbiologischer Abbau, abiotisch). Abbau einer Substanz durch chemische oder physikalische Vorgänge, z. B. Hydrolyse, Photolyse, Reduktion, oxidativen Abbau (Oxidation). Bei der Bewertung von Stoffen werden spezifische Daten zur Hydrolyse und zum Photoabbau erfragt. Für letzteren werden gelegentlich auch Rechenmethoden herangezogen. Die Untersuchungsmethoden zum Photoabbau sind noch nicht international festgelegt.

  abiotisches Rohmaterial

(abiotic resources) Nicht-erneuerbare Rohmaterialien, die durch nicht-biologische Prozesse entstehen. (s. erneuerbare Ressource)

Zu den abiotischen verwerteten Rohstoffen gehören Energieträger, Erze und sonstige mineralische Rohstoffe einschließlich Torf.
Die nicht verwerteten abiotischen Rohstoffe umfassen den Abraum der Braunkohle sowie das Bergematerial von Energieträgern, das Bergematerial mineralischer Rohstoffe und den Bodenaushub.

  Ablagerungsdichte

(deposit density) Massenkonzentration der abgelagerten Feststoffe, z. B. in einem Stauraum. (ANMERKUNG: Überschlagswert bei Sand etwa 1,8 t/m3; Einheit: t/m3)

  Ablagerungsphase

Zeitraum von der Abnahme der für den Betrieb einer Deponie oder eines Deponieabschnittes erforderlichen Einrichtungen durch die zuständige Behörde bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Ablagerung von Abfällen zur Beseitigung auf der Deponie oder dem Deponieabschnitt beendet wird.

  Ablauforganisation

Die Ablauforganisation beschreibt die Gesamtheit der Regelungen und Instrumente für die Geschäftsprozesse im Projekt, während die Aufbauorganisation die statischen Strukturen definiert. Zur Ablauforganisation gehören beispielsweise Entscheidungswege, Produktionsabläufe, Informationsflüsse, Arbeitszeitregelungen, Betriebsvereinbarungen. Bezogen auf ein Unternehmen bildet sie zusammen mit der Aufbauorganisation die Betriebs- oder Unternehmensorganisation. Im Projekt regelt sie die zeitliche und räumliche Abwicklung aller Aktivitäten und ihre wechselseitigen Abhängigkeiten. Die Ablauforganisation hat als Zentralstelle das Projektsekretariat / Projektbüro. Bei einer Matrixorganisation ist sie eng verknüpft mit der bestehenden Betriebsorganisation und damit Kristallisationspunkt der Synergien wie der Konfliktpunkte zwischen Projekt- und Betriebsablauf.

  Ablaufplan

Übersicht über den geplanten sachlichen, unter Umständen auch zeitlichen Ablauf des Projektgeschehens, orientiert am Projektziel, den Realisierungsbedingungen und den geplanten Ergebnissen.

  Ablaufplanung

Anfangsaufgabe der Ablauforganisation zur Erarbeitung von Sollvorgaben für die technologische, räumliche und zeitliche Abfolge einzelner Arbeitsschritte. (Quelle: Ahrens, 2008 S. 31)

  Ablaufstruktur

Darstellung der Elemente (z.B. Vorgänge) eines Ablaufs sowie deren zeitlichen und logischen (Anordnungs-)Beziehungen untereinander.

  Abluft

Die aus Lüftungsanlagen abgeführte Luft.

Abluft sind alle Gase und Stäube, die bei industriellen, gewerblichen und häuslichen Produktions- und Verteilungsprozessen entstehen und über Schornsteine, Fenster oder andere diffuse Öffnungen in die Atmosphäre entweichen (z. B. die bei der Verbrennung entstehenden Gase und Stäube, in Lacken enthaltene Lösemittel, die beim Auftragen verdampfen).

  Abnahme

Unternehmerische Entscheidung des Auftraggebers, dass ein (Teil-)Ergebnis den Vereinbarungen und Erwartungen entspricht und somit als Grundlage für nachfolgende Prozesse verwendet werden kann und muss.ANMERKUNG: Die Abnahme erfolgt in Verbindung mit einer Abnahmeprüfung und wird in einem Abnahmedokument (gegebenenfalls unter Vorbehalt) protokolliert. Sie hat üblicherweise wesentliche Rechtsfolgen, z. B. den Beginn von Zahlungs- und Gewährleistungsfristen, den Haftungs- und Beweislastübergang usw.

  Abnahmebestätigung

s. Abnahme

  Abnahmeerklärung

s. Abnahme

  Abnahmeprotokoll

Im Abnahmeprotokoll werden die Ergebnisse der Abnahmeprüfung festgehalten. Es ist die Basis für Nachforderungen durch den Auftraggeber und für die schließliche Ausfertigung des Abnahmedokumentes. Das Abnahmeprotokoll sollte klar unterscheiden zwischen den vertraglich erforderlichen Leistungen, die für eine Abnahme unbedingt erforderlich sind und Restleistungen, die nicht abnahmehindernd sind. Das Abnahmeprotokoll kann für spätere Regressanforderungen entscheidend sein, z. B. bei der feuerpolizeilichen Abnahme eines Gebäudes.

  Abnahmeprüfung

Die Abnahmeprüfung soll ermitteln, ob "eine Lieferung oder Leistung angenommen oder übernommen werden kann." Dazu gehören insbesondere technische Prüfungen, die die Einhaltung bestehender Verordnungen (z. B. TA Luft, TA Lärm usw.) überprüfen. Bei einem nicht durch gesetzliche Rahmenbedingungen festgelegten Abnahmeprozess ist es für Auftragnehmer und Auftraggeber empfehlenswert, sich zu Beginn des Projektes über die Art und Weise der Abnahmeprüfung zu einigen.

  Abnutzung

Im Sinne der Instandhaltung Abbau des Abnutzungsvorganges infolge physikalischer und/oder chemischer Einwirkungen.

  Abnutzungsvorrat

Im Sinne der Instandhaltung Vorrat der möglichen Funktionserfüllungen unter festgelegten Bedingungen, der einer Betrachtungseinheit aufgrund der Herstellung oder aufgrund der Wiederherstellung durch Instandsetzung innewohnt.

  Abrieb

Abnutzung der Werkstoffoberfläche durch schädigende oder zerstörerische Einflüsse.

  Absackung

Fertiger trockener Kompost wird in Beutel oder Säcke zu Lagerung und Verkauf abgefüllt. Die Säcke können beschichtet oder aus dichtem Material hergestellt sein, um Feuchtigkeit auszuschließen. Bei feuchter Ware sind offenporige Gebinde zu bevorzugen.

  Absatzmarkt

Der Absatzmarkt lässt sich als Dreieck darstellen, der durch die Eckpunkte "Bedürfnisse der Nachfrager", "Eigenes Angebot" und "Angebot der Konkurrenten" markiert wird. Die Bedürfnisse der Nachfrager stehen nicht zufällig an der Spitze des Dreiecks. Orientierungspunkt für das eigene Angebot sind in erster Linie die Nachfragerbedürfnisse und in zweiter Linie die Angebote der Konkurrenz. (Quelle: Woehe, 2008)

  Abscheidegrad

Verhältnis der vom Filter (oder anderen Apparatur zur Stofftrennung) zurückgehaltenen Partikel zu den auf das Filter aufgegebenen Partikel.

  abschließende Bewertung

In der abschließenden, oder auch "rechtlichen/behördlichen" Bewerten werden die Umweltauswirkungen eines Vorhabens in der Umweltverträglichkeitsprüfung nach dem Gesetz von der zuständigen Behörde auf der Grundlage der zusammenfassenden Darstellung bewertet. Die Ergebnisse dieser Bewertung fließen in die Gesamtabwägung ein und werden beim Zulassungsverfahren berücksichtigt.

  Abschreckstoff

s. Repellent

  Abschreibung

Unter Abschreibung versteht man das steuerliche Geltendmachen des Wertverzehrs eines Wirtschaftsguts oder Gebäudes.

Es gibt hauptsächlich zwei Formen der Abschreibung: Die lineare und die degressive Abschreibung.

Bei der linearen Abschreibung wird der Kaufpreis beziehungsweise die Herstellungskosten einer Sache in gleichen Jahresbeträgen auf die Nutzungsdauer verteilt. Die Nutzungsdauer ergibt sich dabei aus den vom Finanzministerium veröffentlichten Abschreibungstabellen.

Bei der degressiven Abschreibung wird pro Jahr ein bestimmter Prozentsatz des Kaufpreises oder der Herstellungskosten abgeschrieben. Grundlage für die Abschreibung ist stets der Bilanzwert der Sache des vergangenen Jahres.

 

Es gibt:

bilanzielle und kalkulatorische A.

planmäßige A. für Vermögensgegenstände mit zeitlich begrenzter Nutzungsdauer

außerplanmäßige A. für das Anlagevermögen nach dem gemilderten, für das Umlaufvermögen nach dem strengen Niederstwertprinzip

sowie steuerliche Sonderabschreibungen und

Sofortabschreibungen

 

  Abschreibung für Abnutzung

Wenn die Projektkalkulation auf Kostenbasis und nicht auf Ausgabenbasis erfolgt, müssen ein eigener Investitionshaushalt eingerichtet und Abschreibungskosten benutzter Investitionsgüter berücksichtigt werden. Je nach Art der Abschreibung (degressiv, linear) und abhängig von der Dauer der jeweiligen Nutzung tragen Investitionen unterschiedlich zur Belastung des Projektbudgets bei. Um Abschreibungskosten zu minimieren, ist eine möglichst genaue Einsatzmittel-Planung erforderlich, da jede Bereithaltung eines Investitionsgutes (Maschine, Werkzeug, Raum usw.) auch bei Nichtbenutzung Kosten verursacht.

  absetzbarer Schwebstoff

Feststoff, der z. B. mit Abwasser festflüssige Gemische (sogenannte Suspensionen) bildet. Absetzbare Stoffe können durch Anwendung des Schwerkraftprinzips vom Wasser getrennt werden. Dieser Vorgang erfolgt in Absetzbecken, Klärteichen, Sandfängen (Sandfang) und Eindickern.

  absetzbarer Stoff

Feststoff, der sich in einer Wasserprobe in einer bestimmten Zeit am Boden absetzt. (s. Absetzbecken)

  Absetzbecken

Langsam durchflossenes Becken, in dem absetzbare Feststoffe aus Rohabwässern zur Trinkwasseraufbereitung oder Abwässern durch Sedimentation entfernt werden, vgl. auch Vorklärbecken

Große Sammelbecken zur mechanischen Entfernung von ungelösten Schwebstoffen aus langsam durchfließenden Rohwässern zur Trinkwasseraufbereitung oder Abwässern.

  Absetzentwässerung

Der Grundgedanke der Absetzentwässerung ist es, absetzbare Stoffe, Schwimmstoffe und Grobstoffe von der Kanalisation und der zentralen Kläranlage fernzuhalten. Sie werden vor Einleitung des Abwassers in die Kanalisation in einfachen Absetzgruben abgeschieden. Damit werden kleinere Durchmesser und einige technische Vereinfachungen an den Kanälen möglich.

  Absetzgrube

Zweck der Absetzgruben ist es, die absetzbaren Stoffe und Schwimmstoffe von den Kanälen weitgehend fernzuhalten.

  Absetzschacht

Der Absetzschacht, auch Sand- und Schlammfang genannt, dient der mechanischen Vorbehandlung von Regenwasser durch Sedimentation.

  Absetzteich

Absetzteiche/-becken sind nach unten abgedichtete, offene und meist naturnah gestaltete Klärbecken zur Vorbehandlung von Regenwasser in Erdbauweise.

  Absichtserklärung

Bei einem Projekt mit mehreren Beteiligten (insbesondere Verbundprojekten) werden in der Regel vorvertraglich gegenseitige Absichtserklärungen verfasst, die die Bedingungen für ein gemeinsames Projekt definieren. Diese gemeinhin "Letter of Intent" genannten Vereinbarungen enthalten eine Beschreibung des geplanten Gegenstandes und der geplanten Leistungen der Unterzeichner, eine Geltungsdauer und oftmals eine Vertraulichkeitsvereinbarung. Trotz der oftmals juristisch ausgefeilten Texte ist ihr Wert mehr im Atmosphärischen angesiedelt. Wichtigster Effekt ist die bewusste Kenntnisnahme des Projektes durch die jeweiligen Geschäftsführer der beteiligten Unternehmen.

  absolute Rauheit

Rauheitsmaß, das infolge gleicher Widerstandsbeiwerte der jeweiligen Sandrauheit gleich ist.

  Absorption

allgemein: Aufnahme von Gasen, Dämpfen und Stoffpartikeln durch Flüssigkeiten oder feste Körper; auch: Aufnahme von Lichtwellen durch Moleküle

(absorbere lat. = verschlucken). Die Aufnahme von Gasen oder Flüssigkeiten durch eine Zelle.

Lösen von gasförmigen Stoffen in Wasser

  Absorption von Strahlung

Aufnahme von Strahlungsenergie durch einen festen Körper, eine Flüssigkeit oder ein Gas; hierbei wird die Energie aufgenommen und in eine andere Energieform, meist in Wärme, umgewandelt.

  Absorptionsbanden

Spezieller Wellenlängenbereich des elektromagnetischen Spektrums, in dem die Strahlungsenergie durch spezifische Eigenschaften von in der Atmosphäre enthaltenen Gasen markant absorbiert wird. Aufgrund des unterschiedlichen molekularen Aufbaus verschiedener chemischer Substanzen wird nicht das gesamte Spektrum der Strahlung, sondern ein für jede Verbindung spezifischer Ausschnitt des Spektrums absorbiert (Absorptionsbanden).

  Absperrbake

Verkehrseinrichtung zum Absperren bzw. Sichtbarmachen von Straßenbaustellen.

  Absperrbauwerk

Bauwerk zur Erzeugung eines Staus

  Absperrzaun

Reißfeste Gitter aus PE in Signalfarbe orange für die Absicherung von Baustellen, Großveranstaltungen, Bahnlinien und Mülldeponien. Geeignet für Kurz- oder Langzeitbaustellen. Sicherungen aus PE, Farbe orange, div. Höhen, in Rollen à 50 m. Sonstige Einsatzzwecke: Absicherung bei Sport- oder Freizeitveranstaltungen.

  Abstand entlang der Strömungslinie

gemessener Abstand entlang der Strömungslinie in einem Strömungssystem.

  Abstandsgeschwindigkeit

Bestimmung der Abstandsgeschwindigkeit va erfolgt durch Mittelung der tatsächlichen Wassergeschwindigkeit v über den Flächenanteil der Poren einer Querschnittsfläche Ap;va beträgt für den Durchfluss Q: va = Q / Apva wird durch einen Markierungsversuch bestimmt. Im Grundwasserpegel 1 wird ein Tracer zugegeben; im Pegel 2 - in der Entfernung x - wird die Konzentration des Tracers gemessen und über der Zeitachse aufgetragen. t0,5 bezeichnet die Zeit des 50prozentigen Tracerdurchgangs der Summenkurve (= Medianwert). va = x/t0,5 .

  Absturz

Sohlstufe mit lotrechter Absturzwand oder steil geneigter Schusswand

  Absturztreppe

Kaskade, bei der die einzelnen Abstürze (Absturz) so nahe hintereinander folgen, dass sie sich gegenseitig beeinflussen.

  Abtrag

s. Erosion

  Abtragsufer

Abtrag von Material (Kies, Sand, Schluff) durch fließendes Wasser in Abhängigkeit von Strömungsgeschwindigkeit, Wassermenge und Dauer uferprägender Abtragsprozesse

  Abundanz

Häufigkeit (Besiedlungszahl pro Flächeneinheit oder Raumeinheit)

Durchschnittliche Zahl tierischer oder pflanzlicher Individuen, bezogen auf eine bestimmte Flächen- oder Raumeinheit.

  Abwägung

Grundsatz, dass bei möglicher drohender oder bereits eingetretener Kollision von Rechtsgütern oder Interessen eine Gewichtung der widerstrebenden Gesichtspunkte im Wege der Güterabwägung vorzunehmen ist. Die Abwägung öffentlicher und privater Belange gegeneinander oder untereinander ist weitgehend Ermessen und damit auch dessen Grenzen unterworfen. Besondere Bedeutung in allen planungs-, raum- und umweltorientierten Gesetzen und Verwaltungsverfahren. Wichtig bei Bauleitplänen (s. BauGB). Beachtliche Abwägungsfehler führen zur Normenkontrolle bis hin zur Nichtigkeitserklärung. Stichwort: Übermaßverbot.

  Abwägungsgebot

Im Baugesetzbuch [BauGB] werden die Kommunen verpflichtet, bei der Aufstellung der Bauleitpläne öffentliche und private Belange gegeneinander und untereinander gerecht abzuwägen. Die Abwägungsentscheidung im Gemeinderat ist eine politische Entscheidung. Sie besteht aus dem Vor- und Zurückstellen von Belangen. Prinzipiell unterliegt sie keiner rechtlichen Nachprüfung, denn sie ist Ausdruck der kommunalen Planungshoheit [GG, BauGB], es sei denn, der Abwägungsvorgang war fehlerhaft (BauGB). Die Prüfung der Bedenken und Anregungen im Verlaufe des Auslegungsverfahrens [BauGB] ist Bestandteil der Abwägung. Das Abwägungsgebot kann durch Abwägungsausfall, Abwägungsdefizit, Abwägungsfehleinschätzung und Abwägungsdisproportionalität verletzt werden. Auch andere raumwirksame Planungen unterliegen Abwägungsgeboten.

  Abwärtsschleuse

Eine Kammer oder Gasschleuse, die zwischen zwei Brennkammern angebracht ist, um die Verbrennungsprodukte nach unten abzuleiten.

  Abwasser

Wasser, bestehend aus jeglicher Kombination von abgeleitetem Wasser aus Haushalten, Industrie- und Gewerbebetrieben, Oberflächenabfluss und unbeabsichtigtem Fremdwasserzufluss.

das durch häuslichen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch in seinen Eigenschaften veränderte und das bei Trockenwetter damit zusammen abfließende Wasser (Schmutzwasser) sowie das von Niederschlägen aus dem Bereich von bebauten oder befestigten Flächen abfließende und gesammelte Wasser (Niederschlagswasser). Abwasser kann vielfältige Verunreinigungen enthalten. Sie können in folgende wesentliche Belastungs- und Schadstoffgruppen unterteilt werden:

leicht abbaubare organische Stoffe,

schwer abbaubare organische Stoffe,

Pflanzennährstoffe,

Schwermetallverbindung,

Salze und

Abwärme.

Um die Gewässer zu schützen, müssen die Schadstoffe durch Behandlung des Abwassers und andere Maßnahmen möglichst weitgehend reduziert werden.

  Abwasser-Abfallverbrennungsverordnung

(AbwVerbrVO) Verordnung für Abwasser aus der Verbrennung von Abfällen

  Abwasser-Emissions-Kataster

s. Kataster.

  Abwasserabgabe

Für das Einleiten von Abwasser in ein Gewässer ist eine Abgabe zu zahlen. Die Abgabe richtet sich nach der Schädlichkeit des Abwassers, die unter Zugrundelegung der Abwassermenge, der Metalle und Nichtmetalle, der oxidierbaren Stoffe und der Giftigkeit des Abwassers gegenüber Fischen (Fischtoxizität) in Schadeinheiten errechnet wird.

  Abwasserabgabengesetz

Auf der Grundlage des Abwasserabgabengesetzes müssen Einleiter schädlichen Abwassers (Gemeinden, Industrie) eine Abgabe zahlen. Die Höhe der Abwasserabgabe richtet sich nach der Schädlichkeit des eingeleiteten Abwassers. Für die Bestimmung der Schädlichkeit werden die Abwassermenge, die oxidierbaren Stoffe (in chemischem Sauerstoffbedarf -> Chemischer Sauerstoffbedarf), Metalle und Nichtmetalle, die organischen Halogenverbindungen (AOX) sowie die Giftigkeit des Abwassers gegenüber Fischeiern der Bewertung zugrunde gelegt (Paragrafen in Verbindung mit Anlage A). Die Schädlichkeit wird durch den Messwert "Schadeinheit" ausgedrückt. Je geringer die Schädlichkeit eines Abwassers ist, um so geringer ist auch die Abwasserabgabe. Die Abwasserabgabe soll daher dazu anreizen, die Schädlichkeit der Abwässer durch Vermeidungsmaßnahmen, nämlich Abwasserbehandlung, Einführung abwasserarmer oder abwasserloser Produktionsverfahren und Einführung umweltfreundlicher Produkte ("Umweltzeichen") zu vermindern.

Bundesgesetz, nach dem für das Einleiten von Abwasser in ein Gewässer je nach Schädlichkeit des Abwassers eine Gebühr zu entrichten ist. Die Gebühr errechnet sich aus Schadeinheiten.

  Abwasserableitung

bezeichnet den Transport des Abwassers durch Kanäle im Trennsystem oder Mischsystem

  Abwasseranfall

Als Faustregel kann gelten, dass das im kommunalen Bereich anfallende Abwasser insgesamt zu etwa je einem Drittel aus Fremdwasser, häuslichem Abwasser und kleingewerblich/industriellem Abwasser besteht. In Industriegebieten und Betrieben der öffentlichen Stromversorgung, die ihre Abwässer und Kühlwässer über werkseigene Kanalisationen unmittelbar in die Gewässer einleiten (Direkteinleiter), fallen weitere Kühl- und Abwassermengen an.

Zeitlich bezogene Abwassermenge eines Einwohners, einer Gemeinde oder eines Betriebes, in Volumeneinheit je Zeiteinheit (z. B. l/s, m3/h) angegeben.(Quelle: Lexikon der Abwassertechnik, 7. Auflage)

  Abwasseranlage

Einrichtungen zur Abwasserbeseitigung, insbesondere zum Sammeln, Fortleiten, Behandeln, Versickern, Verregnen und Verrieseln sowie zum Entwässern von Klärschlamm im Zusammenhang mit der Abwasserbeseitigung.

  Abwasserart

Abwasser wird entsprechend seiner Herkunft unterschieden in:

häusliches Abwasser,

industrielles und gewerbliches Abwasser,

Kühlwasser.

 

Hinsichtlich der Einteilung in Teilströme (Sanitärkonzepte) unterscheidet man in:

Grauwasser,

Gelbwasser,

Braunwasser,

Schwarzwasser.

 

  Abwasserbehandlung

Alle Techniken mit dem Ziel der Reinigung, Verwertung, Rückgewinnung von wiederverwendbaren Wertstoffen und Senkung des Abwasseranfalles.

Die mechanische Abwasserbehandlung dient der Abtrennung von Feststoffen; grobe Stoffe werden durch Rechen, Sand im Sandfänger, aufschwimmende Stoffe wie Fette und Öle durch sogenannte Leichtstoffabscheider, sink- und absetzbare Stoffe (oft nach einer Neutralisation) im Vorklärbecken zurückgehalten. Bei der biologischen Abwasserbehandlung wird die Fähigkeit von Kleinlebewesen (vor allem von aeroben Bakterien) ausgenutzt, organische Substanzen zu metabolisieren (veratmen), das heißt sie in niedermolekulare Verbindungen, letztlich in Kohlendioxid, Wasser, Nitrat und Sulfat überzuführen. Dieser Prozess ist der natürlichen Selbstreinigung der Oberflächengewässer nachgeahmt, wobei das Verfahren durch die Konzentrationserhöhung an Bakterien usw. und durch die Sauerstoffzuführung in Form von Luft in den biologischen Kläranlagen wesentlich beschleunigt wird. Die biologische Abwasserbehandlung wurde notwendig, um die Vorfluter nicht durch übermäßigen Sauerstoffverbrauch zu belasten. Bei der chemischen Abwasserbehandlung wird durch Zugabe von Kalk oder Natronlauge das Abwasser neutralisiert, wobei Kolloide und Salze ausfallen können; auch Eisen- und Aluminiumsalze können zugesetzt werden. Den physikalisch-chemischen Abwasserbehandlungs-Methoden werden Flotation, Ionenaustauscher, Umkehrosmose und andere Verfahren zugerechnet.

nach dem Grad der technischen Ausstattung wird unterschieden in

naturnahe Abwasserbehandlungsverfahren,

natürliche Abwasserbehandlungsverfahren und

technische Abwasserbehandlungsverfahren

 

  Abwasserbehandlungsanlage

s. Abwasserreinigungsanlage

  Abwasserbeseitigung

Im allgemeinen Sinne die Rückführung des Abwassers in den natürlich Wasserkreislauf.

Verfahrensmöglichkeiten:

Einleitung in einen Vorfluter (oberirdische Gewässer, wie Bach, Fluss oder See),

Einleitung in ein kommunales Entwässerungssystem,

landwirtschaftlich Abwasserverwertung,

Versickerung oder Versenkung,

Eindampfen und Verbrennen,

Transport ins Meer,

Entwässern von Klärschlamm im Zusammenhang mit der in den meisten Fällen notwendigen Abwasserreinigung.

 

  Abwasserbeseitigungsanlage

Unter Abwasserbeseitigungsanlagen versteht man alle Einrichtungen zur Abwasserbeseitigung, insbesondere zum Sammeln, Fortleiten, Behandeln, Einleiten, Versickern, Verregnen und Verrieseln sowie zum Entwässern von Klärschlamm im Zusammenhang mit der Abwasserbeseitigung. Abwasserbeseitigungsanlagen sind unter Berücksichtigung der Benutzungsbedingungen und Auflagen für das Einleiten von Abwasser nach den hierfür jeweils in Betracht kommenden Regeln der Technik zu errichten und zu betreiben. Hierzu zählen insbesondere die technischen Bestimmungen für den Bau, den Betrieb und die Unterhaltung von Abwasserbeseitigungsanlagen. Entsprechen vorhandene Anlagen nicht diesen Vorschriften, so haben die Länder sicherzustellen, dass die erforderlichen Maßnahmen durchgeführt werden.

  Abwasserbeseitigungskonzept

Grundlage aller Planungen von Abwasserentsorgungseinrichtungen im ländlich strukturierten Gebiet sollte ein überörtlich aufgestelltes Abwasserbeseitigungskonzept sein. Dieses entspricht dem im Gesetz vorgeschriebenem Abwasserbeseitigungsplan. Inhalt und Verbindlichkeit regelt das Länderrecht.

Ein Abwasserbeseitigungskonzept sollte enthalten:

Festlegung des Geltungsbereiches,

vorhandene Abwasseranlagen (Kanäle, Kleinkläranlagen, ortseigene Kläranlagen) und ihre technisch-wirtschaftliche Bewertung,

aus Sicht des Gewässerschutzes notwendige Maßnahmen unter Berücksichtigung der rechtlichen Vorgaben,

Alternativen und Varianten,

kurz- und mittelfristige Übergangslösungen nach Prioritäten und mit Kostenangaben zur schrittweisen Annäherung an das Planungsziel.

 

  Abwasserbeseitigungspflicht

Nach dem Gesetz sind die Kommunen abwasserbeseitigungspflichtig. Das umfasst das Sammeln, Behandeln, Ableiten und Versickern von Abwasser sowie das Entwässern von Klärschlamm aus der Abwasserbehandlung.

Die Pflicht kann auf Dritte übertragen werden; dies ist z. B. für die ortsnahe Regenwasserbewirtschaftung notwendig.

  Abwasserbeseitigungsplanung

Befasst sich nur mit einem eng abgegrenzten Teilbereich der Wasserwirtschaft: mit der Abwasserbeseitigung.Der Aufgabenbereich der Abwasserbeseitigungsplanung ist im Wasserhaushaltsgesetz abschließend geregelt und hat im Hinblick auf den Umweltschutz einen vorwiegend gewässerschützenden Charakter.

  Abwasserbiologie

Beschäftigt sich mit den biologischen Prozessen, den Organismen und den Lebensbedingungen in einem Abwasser oder einem mit Abwasser verunreinigten natürlichen Gewässer und deren Verschmutzungsgrad.

  Abwasserdruckleitung

Leitung zum Transport von Abwasser unter Druck.

  Abwassereinleitung

Die Einleitung von Abwasser in oberirdische Gewässer stellt einen Benutzungstatbestand dar und ist gemäß Gesetz erlaubnispflichtig. Im Gesetz werden die Mindestanforderungen festgelegt unter denen eine Erlaubnis für das Einleiten von Abwasser (nur) erteilt werden darf. Für Abwässer mit gefährlichen Stoffen ist der Stand der Technik einzuhalten. Nur wenn dieser eingehalten wird, darf eine Erlaubnis für das Einleiten erteilt werden. Hierzu erlässt die Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates allgemeine Verwaltungsvorschriften über Mindestanforderungen an das Einleiten von Abwasser, die den allgemein anerkannten Regeln der Technik bzw. bei gefährlichen Abwässern dem Stand der Technik entsprechen müssen.

Die allgemeinen Verwaltungsvorschriften wurden ursprünglich grundsätzlich jeweils für einen bestimmten Herkunftsbereich erlassen. Eine Ausnahme bildeten die AbwV für Gemeinden und die AbwV für Mischabwässer, die beide Abwasser aus unterschiedlichen Teilströmen (kommunaler Bereich - gewerblicher Bereich) erfassten.

Abwasser entsteht durch den Einsatz von Wasser in der Produktion oder beim Konsum. Das angefallene Abwasser - einschließlich des ungenutzt abgeleiteten Wassers und des Saldos von Abwasserzuleitungen und -ableitungen an andere Bereiche - wird von den Wirtschaftsbereichen und privaten Haushalten der Region (des Bundeslandes) nach Behandlung oder unbehandelt direkt oder indirekt (über die öffentliche Abwasserbeseitigung oder andere Betriebe) in die Natur eingeleitet. Nach dem Konzept der Umweltökonomischen Gesamtrechnungen zählen das Fremd- und Niederschlagswasser ebenso wie die Wasserverluste und Verdunstung nicht zur Abwassereinleitung.

  Abwasserentsorgung

s. Abwasserbeseitigung

  Abwasserfahne

Die unterhalb der Abwassereinleitungsstelle in einem Gewässer sichtbare, oft aber nur fotografisch oder durch chemisch Methoden erfassbare Gewässerverschmutzung; beruht auf der Langsamkeit der Durchmischung von Wasser.

  Abwasserfischteich

Zur Abwasserreinigung benutzte stehende bzw. aufgestaute Gewässer mit natürlich Besatz an Mikroorganismen, Wasserpflanzen und -tieren. Kennzeichnend ist das Auftreten von Karpfen, Schleien und anderen Fischen als Endkonsumenten der Nahrungskette. (s. a. Daphnientest, Fischtoxizität, Goldorfen-Test)

  Abwassergebühr

Die Abwassergebühr setzt sich in der Regel aus einer Grundgebühr und einer Mengengebühr zusammen. Der verbrauchsabhängige Anteil wird z.B. anhand des Wasserverbrauches berechnet (pro m3, Frischwassermaßstab). Weitere Gebührenmaßstäbe sind z.B. die versiegelte Fläche bei der Niederschlagswasserbeseitigung, die entsorgte Menge bei Kleinkläranlagen.

  Abwasserhebeanlage

Abwasserhebeanlagen sind Systeme zur Grundstücksentwässerung, die Schmutz- und Regenwasser sammeln, welches unterhalb der Rückstauebene anfällt, und automatisch heben.

  Abwasserkanal

Offenes oder geschlossenes Gerinne, in dem Abwasser in der Regel mit freiem Gefälle abgeleitet wird.

  Abwasserkonzentration

Masse von Abwasserinhaltsstoffen je Volumeneinheit, z. B. mg/l.

  Abwasserlast

Die Belastung eines Fließgewässers mit Abwasser.

Die Abwasserlast entspricht der Masse der Abwasserinhaltsstoffe im Abwasservolumenstrom je Zeiteinheit. Sie vermindern den Sauerstoffgehalt des Wassers dadurch, dass sie als Substrat der biologischen Oxidation dienen. Die Abwasserlast wird aus dem Quotienten aus Einwohnergleichwert und Niedrigwasserabfluss des Gewässers berechnet. Die Abwasserlast-Zahlen können die Belastung eines Gewässers an beliebig vielen Stellen anzeigen, wobei die Selbstreinigung des Gewässers zwischen den Einleitungen berücksichtigt werden muss.

  Abwasserlastplan

Die bildliche Darstellung der Abwasserlast.

  Abwasserleitung

Leitung zwischen Entwässerungsgegenständen und der Grundstücksgrenze bzw. der letzten Reinigungsöffnung auf einem Grundstück.

  Abwasserpilz

Fädige Pilze, aber auch im übertragenen Sinn Fadenbakterien, die in kohlenhydratreichen Abwässern massenhaft auftreten und durch Pilztreiben Filter verstopfen bzw. zur Verschlammung beitragen.

  Abwasserreinigung

Die Entfernung störender Inhaltsstoffe aus dem Abwasser. Eine vollständige Elimination störender Inhaltsstoffe ist mit einem vertretbaren technischen und finanziellen Aufwand nicht möglich. Die Gesamtaufgabe Reinigung des Abwassers besteht bei größeren Kläranlagen für städtisches Abwasser aus folgenden Teilaufgaben:

Abscheidung von Grobstoffen mittels Rechen oder Sieben; Anfall von "Rechengut"

Abscheidung von Sand in Sandfängen; Anfall von verunreinigtem Sand

Abscheidung von absetzbaren Feststoffen in Absetzbecken (Vorklärbecken); Anfall von "Primärschlamm"

biologische Abwasserreinigung in Belebungsbecken oder Tropfkörpern. Dabei werden gelöste organische Kohlenstoffverbindungen zum Teil veratmet, zum überwiegenden Teil in bakterielle Biomasse umgewandelt

Abtrennung der Biomasse vom gereinigten Abwasser in Nachklärbecken; Anfall von "Sekundärschlamm (Überschussschlamm)"

Oxidation von Ammonium und organisch gebundenem Stickstoff (Nitrifikation) simultan mit dem Kohlenstoffabbau

Elimination des oxidierten Stickstoffs (Denitrifikation) in sauerstofflosem Milieu

Elimination von Phosphor durch chemische Fällung und/oder biologische Phosphorelimination

Behandlung und Entsorgung der Reststoffe (Rechengut, Sand, Klärschlamm)

Für betriebliche Abwässer gibt es darüber hinaus eine große Vielfalt an weiteren Behandlungsverfahren (Neutralisation, Flotation, Ionenaustausch, Filtration, Umkehrosmose, ...)Das Ausmaß der Abwasserreinigung, d.h. die zulässige Restverschmutzung im Ablauf einer Abwasserreinigungsanlage ist in Abhängigkeit von der Anlagengröße gesetzlich vorgeschrieben. (s. a. Rechen, Sandfang, Absetzbecken, mechanische Abwasserreinigung, biologische Abwasserreinigung, Nachklärbecken, Nitrifikation, Denitrifikation, Klärschlamm)

Sammelbezeichnung für alle Techniken zur Verringerung von Abwasserinhaltsstoffen durch biologische, chemische und/oder mechanische Verfahren.

Kommunale Abwässer und Abwässer vieler Industriebranchen, die in der Regel und überwiegend organische Abwasserinhaltsstoffe enthalten, müssen heute zumindest vollbiologisch behandelt werden. Sind die Abwässer besonders stark verschmutzt oder werden sie in leistungsschwache Gewässer oder in Seen eingeleitet, reichen vollbiologische Verfahren allein nicht aus. Die Abwässer müssen dann "weitergehend" (in Anlagen der "weitergehenden Abwasserreinigung") behandelt werden.

  Abwasserreinigungsanlage

Anlage zur Reinigung von Abwasser, gegebenenfalls in Verbindung mit anderen Arten der Abwasserbehandlung, z. B. Kühlung oder Neutralisation, siehe Kläranlage.

  Abwasserreinigungstechnik

Oberbegriff für Technologien zur Reinigung von Abwässern. Kommunale Abwässer und Abwässer vieler Industriebranchen, die in der Regel und überwiegend organische Abwasserinhaltsstoffe enthalten, müssen heute zumindest vollbiologisch behandelt werden. Sind die Abwässer besonders verschmutzt oder werden sie in leistungsschwache Gewässer eingeleitet, reichen vollbiologische Verfahren nicht aus. Die Abwässer müssen dann in Anlagen der "weitergehenden Abwasserreinigung" behandelt werden.

  Abwassersammler

Kanalisation oder zum Bestandteil der Kanalisation erklärter offener Wasserlauf, der Abwässer (Abwasser) aufnimmt.

  Abwassertechnik

Alle Technologien, die sich mit der Reinigung von Abwässern (Abwasserreinigung) beschäftigen.

  Abwassertechnische Vereinigung

ATV, siehe DWA, Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.

(ATV) Technisch-wissenschaftlicher Verein, zu dessen Aufgaben im Bereich des Abwasser- und Abfallwesens die Ausarbeitung des ATV-Regelwerkes Abwasser, die wissenschaftliche und praktische Bearbeitung von Fachfragen, die Förderung der Fachausbildung und Fortbildung und die Vertretung gemeinsamer wirtschaftlicher und rechtlicher Belange des Fachgebietes gehören.

Abwassertechnische Vereinigung e. V. St. Augustin, will die auf dem Gebiet des Abwasser- und Abfallwesens tätigen Fachleute zusammenführen und das Abwasser- und Abfallwesen fördern, so dass die Reinhaltung der Gewässer gewährleistet ist. Die fachliche Arbeit wird in Hauptausschüssen geleistet.

  Abwasserteich

Abwasserteichanlage 

  Abwasserteichanlage

Abwasserteichanlagen sind sehr alte Abwasserreinigungsverfahren. Abwasserteiche sind künstliche stehende Gewässer, die relativ flach sind und zur biologischen und mechanische Reinigung von Abwasser eingesetzt werden. In Abwasserteichen finden unter teilweise kontrollierten Bedingungen biologische Abbauprozesse statt sowohl in anaeroben als auch in aeroben Räumen. Diese führen zum Abbau organischer Abwasserinhaltsstoffe und zur Eliminierung pathogener Keime.

Hierbei wird unterschieden in

unbelüfteter Abwasserteich und

belüfteter Abwasserteich.

 

  Abwasserverband

Meistens nach der Rechtsform des Zweckverbandes bestehende Selbstverwaltungskörperschaft aus dem Zusammenschluss mehrerer Gemeinden mit der Aufgabe der gemeinsamen Abwasserableitung und -behandlung.(Quelle: Lexikon der Abwassertechnik, 7. Auflage)

  Abwasserverbrennung

Verfahren, bei denen organische Abwasserinhaltsstoffe durch Oxidation mit Luftsauerstoff unter vollständiger Verdampfung des Wasseranteils in anorganische Verbrennungsprodukte überführt werden. Die Abwasserverbrennung bietet sich als technisch erprobtes Verfahren bei hohen Konzentrationen an organischen Abwasserverunreinigungen oder bei Verunreinigungen, die mit anderen Verfahren nicht ausreichend zerstört werden können, an.

  Abwasservermeidung

Anwendung abwasserarmer bzw. abwasserloser Verfahren vor allem im industriellen und gewerblichen Bereich. Hierzu gehört zum Beispiel die Anwendung von Produktionsprozessen ohne Wasserverbrauch, die innerbetriebliche Umstellung auf wassersparende Kreislaufsysteme oder die Verwendung von Trockenkühltürmen anstelle von Nasskühltürmen.

  Abwasserverordnung

Verordnung des Bundes, in der die Mindestanforderungen für das Einleiten von Abwasser in ein Gewässer festgelegt sind. Die Festlegung der Mindestanforderungen erfolgt in Abhängigkeit von der Herkunft des Abwassers. Die Stofffestlegungen sind branchenspezifisch; Anhang 1 legt die Anforderungen für häusliches und kommunales Abwasser fest. Ersetzt die frühere Abwassereinleitungsverordnung und die Abwasserherkunftsverordnung.

  Abwasserverregnung

Künstliche Verregnung von Abwasser auf Landflächen, um durch Versickerung das Abwasser zu reinigen, wobei die Bodenschichten als Filter dienen.(Quelle: Lexikon der Abwassertechnik, 7. Auflage)

Landwirtschaftliche Verwertung von Abwasser. Das geklärte Abwasser wird mit einer Beregnungsanlage versprüht (s. a. Abwasserreinigung).

  Abwasserverrieselung

Im Gegensatz zur Abwasserverregnung hat die Verrieselung den Zweck, Abwasser zu reinigen, wobei der Boden als mechanisch und biologisch wirkender Reinigungsträger ausgenutzt wird.

Landwirtschaftliche Verwertung von Abwasser. Steht ein ausreichendes Gefälle zur Verfügung, dann tritt das Abwasser aus dem Zuleitungsgraben auf das Rieselfeld über und rieselt hangabwärts zu den tiefer gelegenen Ableitungsgräben. Bei unzureichendem Gefälle gelangt es auf dem Rieselfeld in gezogene Furchen, in denen es versickert.

  Abwasserversickerung

Einbringen von in geeigneter Weise gereinigtem Abwasser in den Untergrund ohne landwirtschaftliche Nutzung, z. B. über eine Sickeranlage, Sickergräben oder über eine Sickerleitung.Die technische Umsetzung erfolgt in Versickerungsanlagen.

  Abwasserverwertung

Weiträumige Verteilung von Abwasser auf land- oder forstwirtschaftlich genutzte Flächen. Die landwirtschaftliche Abwasserverwertung wird meist als Abwasserverregnung nach vorheriger mechanischer Reinigung (mechanische Abwasserreinigung) betrieben.

Als Abwasserverwertung bezeichnet man auch den Wiedereinsatz von gereinigtem Abwasser im Produktionsprozess.

  Abwasserzweckverband

Abwasserzweckverbände sollen durch Zusammenlegen der Abwasserentsorgung die Kosten verringern.

Vereinigung mit dem Ziel, die Abwasserreinigung aus verschiedenen Betrieben oder Gemeinden gemeinschaftlich durchzuführen, z. B. in einem sogenannten Gruppenklärwerk für mehrere Orte. Eine Form der Abwasserzweckverbände stellen Wasser- und Bodenverbände (Genossenschaften) dar. In diesen Verbänden können auch natürliche und juristische Personen des Privatrechts wie Grundstückseigentümer, Bergwerke oder Industriegebiete Mitglieder sein bzw. zwangsweise beigezogen werden.

Anmerkung: Die Mitgliedschaft in einem Zweckverband befreit die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden von der Verantwortung für die Qualität des Ablaufwasser, die auf den Verband übergeht.

  Abweichung

Die Nichtübereinstimmung von Zuständen, Werten und Größen. Der Unterschied kann gegebenenfalls quantifiziert werden.

  Abwetter

Gezielte Abgabe von Abluft aus Grubenfeldern und Untertageanlagen an definierten Orten (z. B. Abwetterlüfter).

  Abwind

Die Niedrigdruckzone, die auf der Leeseite entsteht, wenn Wind über ein Gebäude bläst. Emissionen aus Abfallhaufen, die innerhalb der Turbulenzen, die durch den Wind erzeugt werden, liegen; sie werden auf den Boden herabgezogen in die Niedrigdruckzone und verursachen somit ein Ansteigen der Verunreinigungen.

  Abzinsung

Die Abzinsung ist eine Rechenoperation aus der Finanzmathematik, bei der Wert einer zukünftigen Zahlung für einen Zeitpunkt, der vor dem der Zahlung liegt, berechnet wird. Häufig, aber nicht notwendigerweise wird mittels Diskontierung der gegenwärtige Wert (Barwert) einer zukünftigen Zahlung ermittelt. Auf Grund der Existenz von Zinsen hat derselbe Geldbetrag einen um so höheren Wert, je früher man ihn erhält. Dieser Zusammenhang wird durch die Rechenoperation der Abzinsung wiedergegeben.

  acetogene Phase

Bildung von Essigsäure aus organischer Säuren und Alkoholen (CH3-COOH), Essigsäurephase.

  Acetyl-Coenzym A

Ein spezielles Coenzym des Stoffabbaues.

  Acidität

Säuregrad einer Lösung.(s. pH-Wert)

  acidogene Phase

Versäuerungsphase

  acidophil

(acidus lat. = sauer; philos gr. = Freund, liebend) sind Organismen, die in saurem Milieu leben.

sind Zellen, die sich durch saure Farbstoffe anfärben lassen.

  Actinomyceten

Zu den Actinomyceten sind im engeren Sinne Bakterien zu zählen, die meist stäbchenförmig, mycelartig wachsen. Sie sind vorwiegend im Boden beheimatet. Bis auf wenige Ausnahmen leben sie aerob. Sie spielen eine bedeutende Rolle beim Abbau von Abfällen (Abfall) und bei der anschließenden Stabilisierung im Rahmen eines Kompostierungsprozesses. Sie können auch Chitin abbauen.

  Activities Implemented Jointly

Pilotphase für Joint Implementation und CDM-Projekte, deren positive Kohlenstoffwirkung aber noch nicht auf die Reduktionsvorgaben der Industrieländer angerechnet wird.

  Adaption

= Adaptation (adaptare lat. = anpassen). Anpassung.

  Additionalität

Gemäß den Vorgaben im Kyoto-Protokoll können Kohlenstoffeinheiten oder Emissionsverminderungseinheiten für ein Projekt nur dann zugestanden werden, wenn nachgewiesen werden kann, dass die Minderung zusätzlich zu der sonst zu erwartenden Entwicklung erzielt worden ist.

  Additive

Stoffe, die Produkten in geringen Mengen zugesetzt werden, um deren Eigenschaften zu verändern: z. B. Wasserenthärter zur Trinkwasseraufbereitung; Inhibitoren in Korrosionsschutzmitteln (Korrosionsinhibitor); Weichmacher, Stabilisatoren, Antioxidantien, Flammschutzmittel, Gleitmittel, Antistatika und Pestizide in Kunststoffen; Antiklopfmittel in Kraftstoffen. Bei Lebensmitteln und Körperpflegemitteln werden die Additive Zusatzstoffe genannt.

  Adhäsion

Das durch Kräfte der Moleküle bewirkte Aneinanderhaften von festen und flüssigen Stoffen, z. B. Kreide an der Tafel oder Wasser an eingetauchten Gegenständen.

  Adsorbentien

Als Adsorbentien werden Materialien eingesetzt, die eine Porenstruktur mit großer innerer Oberfläche aufweisen. Derartige Materialien sind z. B. durch pyrolytische Zersetzung mit anschließender Aktivierung von Kohlenstoffmaterial hergestellte Aktivkohlen, thermisch behandelte oxidische Materialien, wie z. B. Aluminiumoxid, Kieselgel oder Molekularsiebe und auch natürlich vorkommende Molekularsieb-Zeolithe. Je nach Material und Anwendungszweck erreichen die speziellen Oberflächen Werte von 100 bis 1.500 m2 Oberfläche pro g Absorbens-Masse. Die Anlagerung der abzuscheidenden Stoffe erfolgt auf den inneren Oberflächen aufgrund der an jeder Trennfläche wirksamen Oberflächenkräfte.

  adsorbierbare organische Halogenverbindung

(AOX) Analysenverfahren, das alle adsorbierbaren organischen Halogenverbindungen erfasst; es beinhaltet als Summenparameter bei der Qualifizierung von Wasser Halogenverbindungen unterschiedlichsten Gefährdungspotentials.

Ein Summenparameter für die Belastung eines Mediums (z. B. AS) mit halogenorganischen Verbindungen, die biologisch schwer abbaubar und unter ökotoxikologischen Gesichtspunkten gefährlich sind.

  Adsorption

(ad lat. = an; adsorbere lat. = aufnehmen). Anlagerung von Gasen oder gelösten Stoffen an der Oberfläche fester Stoffe (Adsorbens, Adsorptionsmittel) in einem Adsorber. Durch Adsorption lassen sich Schadstoffe aus Abgasen oder Flüssigkeiten entfernen.

  Adsorptionsisothermen

Zusammenhang zwischen der Konzentration des zu adsorbierenden Stoffes in der Lösung (Sorptiv) und der damit im Gleichgewicht stehenden, am Feststoff (Sorbens) adsorbierten Menge des Stoffes bei konstanter Temperatur.

  Adsorptionswasser

Anteil des Haftwassers, der als Wasserfilm an den Kornoberflächen im Boden adsorbiert wird.

  adult

erwachsen, geschlechtsreif

  Advektion

Mit Advektion wird die horizontale Zufuhr von Luftmassen bezeichnet.

  advektiver Niederschlag

Feuchtwarme Luftmassen können durch Advektion über kältere Luftmassen gleiten (Warmfront) oder kältere Luftmassen schieben sich unter wärmere Luftmassen (Kaltfront). Dann entstehen Niederschläge, die meist über mehrere Stunden andauern und eine geringe, sich wenig ändernde Niederschlagsintensität aufweisen. Das Niederschlagsfeld ist häufig größer als 1.000 km2. Der Volksmund bezeichnet advektive Niederschläge auch als "Landregen" oder "Dauerregen", (Fronten).

  Adventivwurzel

Nebenwurzel, die in einem für den Bauplan ungewöhnlichen Ort entsteht (z. B. nach Verletzung oder Hormonbehandlung)

  Aerenchym

Pflanzengewebe mit großem interzellularen Zwischenräumen zur Durchlüftung und Luftspeicherung

  aerob

(aer gr. = Luft; bios gr. = Leben). allgemein: sauerstoffbedürftig oder -haltig (bezogen auf Organismen, chemische Reaktionen).

Bezeichnung für die Lebensweise von Organismen, die zur Atmung Sauerstoff benötigen oder chemische Reaktionsweisen, die nur unter Sauerstoffzufuhr möglich sind (aerobe Atmung).

Zustand einer Biozönose, in deren (wässriger) Umgebung gelöster Sauerstoff vorhanden ist. (s. a. anaerob, anoxisch).(Quelle: Lexikon der Abwassertechnik, 7. Auflage)

  aerob-thermophile Behandlung

Das Verfahren dient bei Klärschlamm der Stabilisierung und Entseuchung. Es wird bei Gülle zur Geruchsminderung und ebenfalls zur Entseuchung, d. h. zur Eliminierung von Krankheitserregern, eingesetzt. Bei diesem Prozess treten bei Luft(Sauerstoff)-Zufuhr infolge mikrobieller Abbau- und Stoffwechselvorgänge eine Erwärmung und eine pH-Wert-Erhöhung (pH-Wert) auf Werte um 8 und darüber im Klärschlamm und der Gülle auf. Bei guter Wärmedämmung der Reaktionsbehälter, der richtigen Luftzufuhr und einer ausreichenden Konzentration organischer Trockenmasse, können Temperaturen erreicht werden, die neben der Stabilisierung beim Klärschlamm und der Deodorierung bei Gülle auch eine Entseuchung beider Substrate sicherstellen. Solche Anlagen sollten wenigstens zweistufig (d. h. mit zwei Reaktionsbehältern in Reihenschaltung, Zweite Reinigungsstufe) betrieben werden, um die seuchenhygienischen Nachteile von Kurzschlussströmungen zu unterbinden. Als Aufenthaltszeiten sind bei gleichen Behältergrößen mindestens fünf Tage im Gesamtsystem vorzusehen.

  aerobe Abwasserreinigung

Reinigung von Abwasser mit Hilfe von aeroben Organismen unter Zufuhr von Sauerstoff.(Quelle: Lexikon der Abwassertechnik, 7. Auflage)

  aerobe Atmung

Atmung in Anwesenheit von freiem, d. h. gasförmigem oder gelöstem Sauerstoff.

  aerobe Behandlung

Biologisches Abbauverfahren mit Hilfe vorwiegend aerob arbeitender Mikroorganismen für die Herstellung eines wiederverwertbaren Stoffes (Sekundärrohstoff) beispielsweise zur Düngung oder Bodenverbesserung.(s. a. Kompostierung, Rotte)

  aerobe Zone

Der luftdurchströmte Bereich auf einer Deponie oder einer Kompostmiete, der einen aeroben Abbau (aerober Abbau) des Materials ermöglicht.

  aerober Abbau

Abbauvorgänge, bei denen Sauerstoff verbraucht wird.

Abbau durch Mikroorganismen unter Verbrauch von Sauerstoff. Es handelt sich hierbei um das bevorzugte Prinzip kommunaler und industrieller Kläranlagen. Unterschiedliche Belüftungsaggregate sorgen für den Sauerstoffeintrag. (s. a. aerob)

  aerober Prozess

Biologischer Um- und Abbau organischer Substanz im vorwiegend aeroben Bereich.

  aerober Vorgang

Mikrobieller Vorgang der unter Anwesenheit von Sauerstoff abläuft. (s. a. aerob, Abbau, Kompostierung)

  Aerobier

Organismen, die nur mit freiem Sauerstoff leben können, d. h. eine aerobe Atmung haben.

  Aerosol

Kleine Tröpfchen oder Feststoffe mit einem Durchmesser von etwa 1/100 bis 1/10.000.000 mm, die aufgrund ihrer geringen Größe in einem Gasstrom oder in der Atmosphäre schweben und sehr fein zerstreut sein können. Aerosole sind lungengängig und können damit hochtoxische Stoffe in den menschlichen Körper einschleusen.

Feste oder flüssige Teilchen in der Luft, außer Wasser- und Eispartikeln, im Größenbereich zwischen 0,01 und 10 μm, die mindestens einige Stunden in der Atmosphäre bleiben. Sie beeinflussen das Klima direkt durch Streuung und Absorption sowie indirekt als Kondensationskeime für die Wolkenbildung oder durch die Veränderung der optischen Eigenschaften und der Lebensdauer der Wolken.

  Affinitätsgesetz

Das Affinitätsgesetz ist ein Spezialfall der Modellgesetze für Kreiselpumpen. Das Affinitätsgesetz gilt exakt nur für ein reibungsfreies und inkompressibles Fördermedium unter kavitationsfreien Bedingungen.

  Aflatoxin

Organismus, der nur mit reinem Sauerstoff leben kann, d. h. eine aerobe Atmung hat.

  Agar

Geleeartige Nährlösung für die Züchtung von Bakterien, Pilzen und Einzellern im Labor.

  Agenda 21

In Rio verabschiedetes (unverbindliches) Aktionsprogramm zur Umsetzung der Rio-Deklaration über Umwelt und Entwicklung, das u. a. eine nachhaltige umweltschonende Planung und Bewirtschaftung der Landesressourcen (nachhaltige Entwicklung) fordert. In den Städten und Gemeinden soll nach den Inhalten der Agenda 21 ein Konsens über einen kommunalen Aktionsplan (Lokale Agenda 21) erzielt werden.

  Agglomeration

Zusammenballung von Teilchen, z. B. durch Zugabe von Flockungsmitteln und Flockungshilfsmitteln (s. a. Flockung).

Zusammenballung, Verkleinerung der Oberfläche von Schüttgütern. In der Abfallaufbereitung existieren dazu zwei Verfahren:

Pelletieren (Aufbauagglomeration) (s. a. Pelletierer)

Brikettieren (Pressagglomeration)

 

  Agglomerationsräume

Bei der Auswertung der Flächenerhebung nach siedlungsstrukturellen Gebietstypen bilden die Agglomerationsräume den Regionstyp I; er ist definiert als Zusammenfassung von Regionen mit Oberzentren größer als 300 000 Einwohner oder einer Bevölkerungsdichte ab 300 Einwohner/km2.

  Aggregat

Einzelne Maschinenkomponenten einer verfahrenstechnischen Anlage

  Aggregation

Die Anhäufung, Vereinigung von Molekülen zu Molekülverbänden.

Eine Masse oder Körper aus spez. Einheiten oder Teilen. Gesunde Erde hat eine gute Bodenstruktur und Aggregatstabilität. Durch die Arbeit von Mikroorganismen und Würmern bilden sich Polysaccharide, die sich wie Klebstoff verhalten und einzelne Erdteilchen zusammenkleben und dadurch Gruppen oder Aggregate von Teilchen schaffen. Diese lose Struktur erlaubt dem Boden sowohl Wasser als auch Luft festzuhalten und behindert das Wurzelwachstum nicht.

  Aggregatstabilität

Physikalische/chemische Stabilität eines Stoffes, z. B. bei Wässern, Sieben, Frost, usw.

  Aggregatzustand

Erscheinungsform eines Stoffes, wobei zwischen den Aggregatzuständen: fest, flüssig und gasförmig unterschieden wird.

  Agrarplanung

Die verschiedenen fachlichen Pläne der Landwirtschaft werden als Agrarplanungen bezeichnet. Auf das gesamte Bundesgebiet bezogen wird jährlich der Rahmenplan der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) aufgestellt. Eine Bestandsaufnahme und Bewertung der Agrarstruktur auf der Ebene der Länder erfolgt in der Agrarstrukturellen Rahmenplanung bzw. in Bayern in Agrarleitplänen, in denen landesplanerische Ziele für die Landwirtschaft entwickelt werden. Auf kommunaler bzw. Nahbereichsebene werden Agrarstrukturelle Vorplanungen erarbeitet. Die Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft sowie zur Neuordnung des ländlichen Raums erfolgt im Rahmen der Flurbereinigung.

  Akademie für Raumforschung und Landesplanung

(ARL) Forschungseinrichtung, die von Bund und Ländern finanziell getragen wird und der Staatsaufsicht des Landes Niedersachsen untersteht. Sie hat die Aufgabe, selbständig und im Zusammenwirken mit ähnlichen Einrichtungen des In- und Auslandes wissenschaftliche Erkenntnisse auf dem Gebiet der Raumforschung zu fördern und für die Landesplanung und Raumordnung nutzbar zu machen.

  Akal

Lebensbereich des Grobkieses

  Akkreditierungsverfahren

Formale Anerkennung, dass eine Prüfstelle (z. B. Laboratorium) für die Ausführung bestimmter Prüfungsarten (z. B. analytische Untersuchungen) kompetent ist.

  Akkumulation

Anhäufung, Anreicherung, in biotischen und abiotischen Bereichen der Umwelt

Ansammlung von Substanzen (auch Elementen) in Organismen (Bioakkumulation) oder bestimmter Kompartimenten eines Ökosystems.

Die Anreicherung von chemischen Substanzen in bestimmten Teilen eines belebten (Bioakkumulation) oder unbelebten (Geoakkumulation) Systems, nachweisbar durch höhere Stoffkonzentrationen dieser Substanzen.

  Akquisition

Der Begriff Akquisition bedeutet ganz allgemein "Erwerb". Je nach Zusammenhang hat er unterschiedliche Bedeutungen: Die Akquisition (auch: Akquise) von Aufträgen oder Kunden steht für die Tätigkeit des Auftragnehmers, einen Auftrag zu erhalten. Auch das Ergebnis, d. h. der abgeschlossene Auftrag ebenso wie ein gekauftes Unternehmen, werden häufig als Akquisition bezeichnet. Schließlich kann Akquisition noch im Beschaffungswesen als Begriff für alle Aktivitäten verwendet werden, die mit dem Erwerb eines Produktes oder einer Dienstleistung in Zusammenhang stehen. Akquisitionsprojekte sind somit Projekte, deren Ziel die Beschaffung eines oder mehrerer Aufträge, der Erwerb eines strategisch wichtigen Unternehmens oder die Beschaffung eines wesentlichen Produkts oder Dienstleistung ist.

  Aktie

 

Eine Aktie ist nach dem deutschen Aktiengesetz (AktG):

ein Bruchteil des Grundkapitals

der Inbegriff der Rechte und Pflichten derjenigen, welche ihre Einlagen auf die Aktie im Sinne von Nr. 1 geleistet haben (Aktionär) gegenüber der Gesellschaft

ein Wertpapier, welches den Anteil an einer Gesellschaft (auch Anteilsschein) verbrieft.

 

  Aktiengesellschaft

AG. Ist eine Kapitalgesellschaft, deren Gesellschafter über den Verkauf von Aktien am Grundkapital beteiligt sind. Für die Verbindlichkeiten des Unternehmens haften diese bis zur Höhe ihrer Einlagen.

  aktive Belüftung

s. Zwangsbelüftung

  aktiver Erddruck

(ea bzw. Ea) - Verhältnis von effektiver horizontaler Spannung zu effektiver vertikaler Spannung im Fall des aktiven Erddrucks, z. B. eine Stützkonstruktion bewegt sich vom Boden weg. Erdruck bei einer Entlastung des Bodens.

  aktiver Korrosionsschutz

Aktiver Korrosionsschutz beeinflusst unmittelbar die Korrosionsreaktionen. Hierzu gehören Veränderungen des Elektrolyten, Anbringen von Opferanoden und Potentialverschiebungen durch Fremdspannungen. s. a. kathodischer Korrosionsschutz

  Aktivität

Anzahl der je Sekunde in einem radioaktiven Stoff zerfallenden Atomkerne. SI-Einheit: Becquerel (Bq)

Wirksame Stoffmengenkonzentration (im Sinne des Massenwirkungsgesetzes).

Der deutsche Begriff "Aktivität" entspricht nicht dem englischen "activity". Dieser entspricht vielmehr dem Begriff "Vorgang". Aktivität, Tätigkeit oder Aufgabe im deutschen Sprachgebrauch entsprechen dem englischen "task" und bezeichnen die kleinste Arbeitseinheit innerhalb eines Arbeitspakets. Der PMBOK bezeichnet die "task" als "lowest level of effort on a project".

  Aktivitätskonzentration

Quotient aus der Aktivität eines Stoffes und dem Volumen des Stoffes, z. B. Becquerel pro Liter (Bq/l)

  Aktivkohle

Hochporöser reiner Kohlenstoff mit großer Oberfläche (zwischen 300 und 1100 m2/g); wird gewonnen durch Verkokung von Holz, Steinkohle, Torf, Braunkohle, u.a., gefolgt durch eine Aktivierung mit Wasserdampf; durch partiellen Abbrand bei 700 bis 1000°C entstehen die für die Adsorptionswirkung wichtigen Mikroporen.

  Aktivkohlefilter

Filter zur Reinigung von organisch belastetem Rohwasser für die Trinkwasserversorgung, von Abluft und Abwasser (dritte Reinigungsstufe), der mit Aktivkohle bestückt ist. Das dem Aktivkohlefilter zugrunde liegende physikalische Prinzip ist die Adsorption. Aktivkohle-Verfahren werden sowohl bei der weitergehenden Abwasserbehandlung (Dritte Reinigungsstufe) als auch in der Trinkwasseraufbereitung eingesetzt.

  akute Gefahr

Eine Gefahrenlage, bei der der Schadenseintritt sofort und fast mit Gewissheit zu erwarten ist. Der Gefahrenzustand ist durch eine besondere Nähe zum Schadenseintritt gekennzeichnet.

  Alarmplan

Plan zur Regelung des Einsatzes von Personen, technischen Hilfsmitteln und von Maßnahmen und Abläufen bei der Schadensbekämpfung

  Alarmschwelle

Eine Alarmschwelle im Sinne der Norm ist ein Wert, bei dessen Überschreitung bei kurzfristiger Exposition eine Gefahr für die menschliche Gesundheit besteht. Im Falle des Überschreitens der Alarmschwellen ist die Bevölkerung zu unterrichten.

  Alarmstufe

Wasserwirtschaft: Für jeden Hochwasser-Meldepegel festgelegter Wasserstand (nach Überschreiten des Meldebeginns, Hochwasser, Pegel) zur rechtzeitigen Einleitung und Durchführung von Maßnahmen der Hochwasserabwehr und des Katastrophenschutzes. Die Alarmstufen werden in den einzelnen Bundesländern durch Verordnungen geregelt.Beispiel nach ThürWAWassVO:

Alarmstufe 1: Kontrolldienst

Alarmstufe 2: ständiger Wachdienst

Alarmstufe 3: Hochwasserabwehr

 

  Albedo

Reflexionsvermögen; Verhältnis der reflektierten zur einfallenden Sonnenstrahlung, angegeben für eine bestimmte Oberfläche (z.B. Meeresoberfläche und pflanzenbedeckte Oberfläche (niedere Albedo) oder Schnee (hohe Albedo)). Eine Erhöhung der Albedo wirkt dem Treibhauseffekt entgegen.

  Algen

Einfach konstruierte einzellige oder vielzellige Pflanzen, die durch Photosynthese leben. Sie sind aerob und enthalten in der Regel Chlorophyll. Die meisten gedeihen in nasser Umgebung (Süß- oder Meerwasser), in Seen, Flüssen (Fluss) und feuchten Wänden.

Zusammenfassende Bezeichnung. für zwei systematische Großgruppen phototroph (d. h. unabhängig von organischen Stoffen anderer Organismen) lebender niederer Pflanzen; sie leben meist in Wasser frei schwimmend oder festsitzend, auch auf dem Land; hier z. T. in Symbiose mit Pilzen zu Flechten. Die organische Stoffproduktion der Algen ist Nahrungsquelle der Wassertiere; auch der Mensch nutzt die Algen: als Nahrungsmittel zur Gewinnung von Alginsäure und Jod und Herstellung von Gallerten (Agar-Agar, Carrageen), zu Dünger und Futter und als Rohstoffe zur Gewinnung pflanzlichen Öles.

  Algenblüte

Die schnelle Vermehrung von Algen in einem aquatischen System (See, Meer), gewöhnlich verursacht durch eine Überdosis an Nährstoffen.

Grünfärbung und Trübung der Gewässeroberfläche bei Massenvermehrung bestimmter Algen, z. B. im Süßwasser durch die Gattung Anabaena, im Meerwasser vor allem von Dinoflagellaten. Ursache ist ein übermäßiger Nährstoffeintrag, vor allem von Phosphaten und Nitraten. (s. a. Wasserblüte)

  Algentest

Nach dem festgelegtes Verfahren zur Bestimmung der Toxizität von Abwasser gegen Algen. Als Modellorganismus wird Scenedesmus quadricanda verwendet. Gemessen wird die Vermehrung der Algen als Trübungsäquivalent.(s. Bakterientest, Daphnientest, Fischtest)

  Aliphat

aliphatisch 

  aliphatisch

organische Verbindungen, in denen die Kohlenstoffatome eine offene Kettenkonfiguration bilden und aus Paraffin, Olefin und Azethylen-Kohlenwasserstoffen und ihren Derivaten bestehen.

  aliphatische Substanz

organische Verbindungen mit kettenförmiger Molekülstruktur.

  Alkalinität

Die Fähigkeit einer Substanz, Säuren zu neutralisieren aufgrund ihres Gehaltes an Bikarbonaten, Karbonaten oder ihres Hydroxidgehaltes. Gewöhnlich wird der Vorgang ausgedrückt in Milligramm per Liter Kalziumkarbonatäquivalent. (siehe auch Säurekapazität)

  alkalisch

basisch, Gegensatz von sauer, bezieht sich auf geringe H+-Konzentration, pH-Wert > 7

  alkalische Substanz

Substanz mit einem pH-Wert über 7, wie Kalzium und Magnesium (verwendbar als Kalkdünger). (s. a. basisch wirksamer Bestandteil)

  Alkalität

Hydroxyl-Ionenkonzentration. Siehe pH-Wert.

Die Fähigkeit einer Substanz, Säuren zu neutralisieren aufgrund ihres Gehaltes an Bikarbonaten, Karbonaten oder ihres Hydroxidgehaltes. Gewöhnlich wird der Vorgang ausgedrückt in Milligramm per Liter Kalziumkarbonatäquivalent.

  Alkylbenzolsulfonate

Wichtigste Aniontenside (Tenside) für Wasch- und Reinigungsmittel.

  allgemein anerkannte Regeln der Technik

Im Umweltrecht gebrauchte Charakterisierung des technischen Entwicklungsstandes eines Verfahrens als in mehreren, seit längerem im zuverlässigen Dauerbetrieb arbeitenden Großanlagen eingesetzt. Wie "Stand der Technik" und "Stand von Wissenschaft und Technik" ist a.a.R.d.T. ein unbestimmter Rechtsbegriff.

Im Technischen und Umweltschutzrecht gebrauchter Begriff, der als Maßstab für die Anwendung eines Verfahrens die Anerkennung durch die Mehrheit der auf einem speziellen Gebiet tätigen Fachleute voraussetzt; eine Erweiterung: Stand der Technik.

  Allgemeine Bodenabtragsgleichung

(ABAG) Mit der allgemeinen Bodenabtragsgleichung lässt sich die Erosionsdisposition aus Standorteigenschaften und Parametern der Bodennutzung berechnen:A = R · K · LS · C · P

A

=

langfristiger, mittlerer, jährlicher Abtrag in t/ha

R

=

Regenfaktor

K

=

Erodierbarkeit des Bodens

LS

=

Topographiefaktor (Hanglänge, Hangneigung)

C

=

Bodenbedeckungs- u. Bearbeitungsfaktor

 

  Allgemeine Geschäftsbedingungen

"Allgemeine Geschäftsbedingungen" (AGB) sind für eine Vielzahl von Verträgen vorformulierte Vertragsbedingungen. Gesetzliche Grundlage in Deutschland ist das "Gesetz zur Regelung des Rechts der AGB".

  Allgemeingebrauch

s. Gemeingebrauch

  allochthon

fremdbürtig, d. h. an einem anderen Ort entstanden, als jetzt vorhanden.

eingebürgert (altgr.); Gegenteil: autochthon

unter Fremdeinfluss, von außerhalb eines bestimmten Biotops stammend (Gegensatz zu autochthon)

  allosterisch

(allos gr. = anders; Stereos lat. = fest, räumlich). An anderer Stelle wirkend, also nicht am aktiven Zentrum des Enzyms angreifend (Enzyme).

  Alluvial

Durch Wasser in Täler eingeschwemmtes und dort abgelagertes Material (z. B. Schotter oder Feinsedimente)

  Alluvialböden

Alluvial 

  Altablagerung

 

Stillgelegte Anlagen zum Ablagern von Abfällen.

Sonstige Flächen, auf denen Abfälle zum Zwecke der Abfallentsorgung abgelagert wurden oder auf denen Abfälle verblieben sind, nachdem sie dort zum Zwecke der Abfallentsorgung behandelt oder gelagert wurden.

Stillgelegte Aufhaldungen und Verfüllungen mit Produktionsrückständen, Bergematerial oder Bauabfällen.

 

  Altarm

Ehemalige Flussschlinge, die bei Mittelwasser (Mittelwasserstand) andauernd einseitig oder beidseitig - allerdings nicht durchströmt wie ein Flussarm - Anschluss an das Fließgewässer hat.

  Altdeponie

 

a)

In Errichtung oder in Betrieb befindliche Deponie oder in Errichtung oder Betrieb befindlicher Deponieabschnitt, deren Errichtung und Betrieb zugelassen waren oder nach dem Gesetz zulässig waren und

b)

Deponien, zu deren Zulassung das Planfeststellungsverfahren eingeleitet und durch öffentliche Bekanntmachung erfolgt war.

 

  alter Stoff

Stoff, der im Altstoffverzeichnis der EG-EINECS in der jeweils jüngsten im Amtsblatt der EG veröffentlichten Fassung bezeichnet ist. Neue Stoffe (neuer Stoff) sind Stoffe, die neu auf den Markt gelangen, und nicht zu den alten Stoffen zählen.

  Alternative

Alternativen erfüllen den gleichen Zweck mittels anderer Produkte, Verhaltensweisen, Verfahren oder Technologien.

  alternierend

sich abwechselnd, zeitweilig mit etwas anderem wechselnd

  Alterung

... des Flusssystems: Hervorgerufen durch Aufstau oder Ausleitung. Ökologische Auswirkungen sind u. a. Verschlammung mit Verlust des Kieslückensystems, einseitig ausgebildete Nahrungsketten, Zunahme des Fraßdruckes, Verbuttung der Fischbestände und Eutrophierung.

... von Brunnen: Zeitbedingte Prozesse, die meist von der Belastung zu einer Veränderung des hydraulischen Leistungsvermögens bzw. Ergiebigkeit des Brunnens führen. Beispiele: Versandung, Verockerung, Versinterung etc.

  Alterungsbeständigkeit

Durch geeignete Werkstoff-Rezepturen kann man den Abbau mechanischer Eigenschaftswerte vermindern und damit die gewünschte Produktlebensdauer bei gleichbleibender Qualität erreichen.

  Altgewässer

Ehemalige Flussschlingen, die zumindest zeitweilig oberirdisch und/oder unterirdisch mit dem Fließgewässer in Verbindung stehen. Zu den natürlichen Altgewässern gehören Altarm und Altwasser, anthropogen bedingt durch Deichbauten können noch zwei Typen hinzukommen: die Qualmgewässer und die Totarme.

  Altlast

Altlasten sind ehemalige Deponien kommunaler oder gewerblicher Abfälle, auch von Bauschutt, Industrie- und Gewerbestandorte, undichte Leitungssysteme, defekte Abwasserkanäle und unsachgemäß gelagerte wassergefährdende Stoffe (s. wassergefährdende Stoffe), die nicht nach dem heutigen Stand der Technik gegen Auslaugung und damit Verlagerung in den Untergrund gesichert sind. Sie stellen eine Gefahr für Mensch und Umwelt (besonders Boden und Grundwasser) dar. Um die Umweltschäden durch Altlasten zu verringern, werden Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen durchgeführt.

Unter Altlasten versteht man Altablagerungen und Altstandorte, von denen eine Gefährdung für die Umwelt, insbesondere für die menschliche Gesundheit ausgehen kann oder zu erwarten ist. Altablagerungen sind z. B. verlassene oder stillgelegte Ablagerungsplätze für kommunale oder gewerbliche Abfälle (Abfall), illegale Ablagerungen aus der Vergangenheit, stillgelegte Aufhaldungen und Verfüllungen mit Produktionsrückständen (auch Bauschutt).

  Altlastbewertung

Fachliche und rechtliche Beurteilung des ermittelten Sachverhaltes mit dem Ziel, inwieweit sich der Verdacht des Vorliegens einer schädlichen Bodenveränderung oder Altlast verdichtet oder bestätigt hat und welche Maßnahmen zur Gefahrenabwehr erforderlich und geeignet sind. Bei der Bewerten im Rahmen der Gefährdungsabschätzung sind insbesondere die Prüf- und Maßnahmenwerte, Art und Konzentration der Schadstoffe, die sachverständig ermittelte und prognostizierte Möglichkeit ihrer Ausbreitung in die Umwelt und ihrer Aufnahme durch Menschen, Tiere und Pflanzen sowie die Nutzung des Grundstücks zu berücksichtigen.

  Altlastenerkundung

Unter Altlastenerkundung wird die Untersuchung von Verdachtsflächen auf ihr vorhandenes Gefährdungspotential verstanden.

Maßnahmen:

historische Erkundung

technische Erkundung

 

  altlastenverdächtige Fläche

Altablagerungen, Altstandorte, Kriegsfolgelasten und Ballungspunkte des Verkehrs und des Güterumschlages soweit ein hinreichender Verdacht besteht, dass von ihnen Auswirkungen ausgehen, die das Wohl der Allgemeinheit beeinträchtigen oder künftig beeinträchtigen werden.

  Altlastenverdachtsfläche

altlastenverdächtige Fläche 

  Altlastenverdachtsflächendatei

DV-geführte Datei (z.B.: THALIS = Thüringer Altlasten-Informationssystem), in der die dezentral erhobenen Daten über altlastenverdächtige Fläche und Altlasten zusammengeführt und für die Bewerten bereitgestellt werden.

  Altmedikament

Nicht verbrauchtes Medikament, das in haushaltsüblichen Mengen anfällt.

  Altstandort

Flächen stillgelegter Anlagen im Bereich der gewerblichen Wirtschaft, des Bergbaus oder öffentlicher Einrichtungen.Flächen stillgelegter militärischer Einrichtungen zur Erforschung, Erprobung, Herstellung, Lagerung, Verwendung, Beseitigung oder Ablagerung von Kriegsmitteln, auf denen mit Stoffen umgegangen worden ist, die geeignet sind, Boden, Wasser oder Luft nachhaltig oder nachteilig zu verändern (umweltgefährdende Stoffe), unabhängig davon, ob auf der Fläche eine Folgenutzung besteht. Ein Umgang mit Stoffen in diesem Sinne liegt nicht vor, wenn diese nur als Baumaterial verwendet wurden.

  Altstoffverzeichnis

Europäisches Verzeichnis der auf dem Markt vorhandenen chemischen Stoffe EINECS (European Inventory of Existing Comercial Chemical Substances) (s. alter Stoff).

  Altwasser

Ehemalige Flussschlingen, die über das Grundwasser mit dem Fließgewässer korrespondieren und nur bei Hochwasser direkt mit ihm in Verbindung stehen.

  Aminosäure

Organische Säure, die eine oder mehrere Aminogruppen (-NH2) enthält.

Amionosäuren sind die wichtigsten Bestandteile von Proteinen. Obwohl es tausende von Aminosäuren (= organische Moleküle mit einer Aminogruppe und einer organischen Säurengruppe) gibt, bestehen die menschlichen Zellen nur aus 20 verschiedenen Arten.

  Ammoniakstickstoff

Stickstoffverbindungen (Stickstoff) als Ammoniak oder Ammonium-Ion in einer Lösung, gewöhnlich Abbauprodukte aus biologischen Aktivitäten (Abbau). Konzentrationen über einigen mg/l können eine Verschmutzung anzeigen.

  Ammonifikation

Umwandlung von Stickstoffverbindungen zu Ammoniumionen.

  Ammonium

Ammonium ist das Ion NH4+ von Ammoniak (NH3)

Anorganische Stickstoffverbindung, die u. a. beim biologischen Abbau (biologischer Abbau) organischer Stickstoffverbindungen (z. B. Eiweiße) gebildet wird. Gelangt Ammonium aus Kläranlagen, Düngemittelabschwemmungen u. a. in ein Gewässer, wird es dort unter Sauerstoffverbrauch (Sauerstoffzehrung) durch Mikroorganismen zu Nitrat oxidiert. Das in Kläranlagen gebildete Ammonium kann durch Nitrifikation und Denitrifikation weitgehend eliminiert werden. Stickstoffverbindungen fördern das Algenwachstum (Eutrophierung).

  amöboide Bewegung

(amoebus lat. = gestaltwechselnd). Mit Hilfe von Scheinfüßchen kriechen.

  amorph

Ungeordnete Anordnung von Atomen, Ionen oder Molekülen in Festkörpern (Gegensatz: kristallin).

  Amortisation

Der Begriff Amortisation bezeichnet heute den Prozess, in dem anfängliche Aufwendungen für ein Objekt durch dadurch entstehende Erträge gedeckt werden. Die Dauer dieses Prozesses wird Amortisationszeit genannt. Amortisation wird sowohl in wirtschaftswissenschaftlichen als auch in energietechnischem Kontext gebraucht.

  Amortisationsdauer

Zeitpunkt, zu dem die mit einer Investition verbundenen Auszahlungen einschließlich des Investitionsbetrages durch die dadurch verursachten Einzahlungen gedeckt werden.

  Amortisationsrechnung

Die Amortisationsrechnung ermittelt den Zeitraum, innerhalb dessen eine einmalige Investition durch die erzielten Erträge zurückgezahlt wird (Pay-Off-Periode). Im wesentlichen ergibt sich die Amortisationsdauer in Jahren als Verhältnis des eingesetzten Kapitals zum jährlichen Gewinn. Eine Investition bzw. ein Projekt ist dann wirtschaftlich zulässig, wenn seine Amortisationsdauer niedriger als der geforderte Wert ist. Bei der Entscheidung zwischen verschiedenen Szenarien ist das Szenario mit der niedrigsten Amortisationsdauer zu bevorzugen.

  Amortisierung

Bilanzterminologie für die Abschreibung von Kapitalerträgen über einen bestimmten Zeitraum.

  amphibisch

Im Wasser und auf dem Land lebend.

  amphibischer Bereich

Bereich, der einen häufigen Wechsel zwischen Überschwemmung und Trockenfallen aufweist (Wasserwechselzone).

Als amphibisch werden diejenigen periodisch oder episodisch überfluteten Bereiche eines Gewässerbettes bezeichnet, die im räumlichen oder zeitlichen Übergangsbereich zwischen Wasser und Land liegen. Dies ist zum einen der Uferbereich (oberhalb des mittleren Niedrigwasserstands und unterhalb des einem bordvollen Abfluss (bordvoller Abfluss) entsprechenden Wasserstandes) und zum anderen die bei Hochwasser überflutete Aue. Es handelt sich also um Bereiche mit häufig wechselnden Wasserständen.

  amphibischer Lebensraum

Bereich des Gewässers, der einen häufigen Wechsel zwischen Überfluten und Trockenfallen aufweist (Kontaktzone Wasser-Land, Wasserwechselzone).

  amphidrom

Fischarten führen regelmäßige Wanderungen vom Meer ins Süßwassers und umgekehrt durch, jedoch ohne Korrelation zur Fortpflanzung (z. B. Flunder, Dreistachliger Stichling).

  Amplitude

Schwankungsbereich eines ökologischen Faktors

  Amtsträger

Wer nach deutschem Recht Beamter oder Richter ist, in einem sonstigen öffentlich-rechtlichen Amtsverhältnis steht oder sonst dazu bestellt ist, bei einer Behörde oder bei einer sonstigen Stelle oder in deren Auftrag Aufgaben der öffentlichen Verwaltung wahrzunehmen.

  Amylopektin

(amylon gr. = Stärke; pektos gr. = fest, verklebt). Verzweigte Traubenzuckerkette; 75-%iger Bestandteil der Stärke.

  Anabolismus

(anabollein gr. = aufsetzen). Abbaustoffwechsel.

  anadrom

(ana- gr. = wieder, zurück; -drom gr. = laufen). Bezeichnung für Fische, welche den größten Teil ihres Lebens im Meer verbringen und zum Laichen ins Süßwasser zurückkehren (z. B. Lachs, Stör). (s. a. diadrom)

  anaerob

Abbauvorgänge, bei denen kein Sauerstoff verbraucht wird.

Abbau von Stoffen durch Mikroorganismen unter anaeroben Bedingungen. In der Abwassertechnik zum Beispiel die Faulung zur Stabilisierung des Klärschlammes (s. Klärschlammstabilisation).

(aneu gr. = ohne; aer gr. = Luft). das Fehlen von molekularem Sauerstoff bezeichnend (lebend)

Bezeichnung für die Lebensweise von Organismen, die zum Leben keinen freien Sauerstoff benötigen, und für chemische Reaktionsweisen, die unter Ausschluss von Sauerstoff ablaufen (Anaerobier).

Unter Luftabschluss lebend (Gegensatz: aerob).

  anaerobe Abwasserreinigung

Reinigung von Abwasser mit Hilfe von anaeroben Organismen ohne Zufuhr von Sauerstoff.

  anaerobe Atmung

Siehe Atmung, Ammonifikation, Denitrifikation und Desulfurikation.

  anaerobe Behandlung

Gelenkter biologischer Abbau bzw. Umbau von nativ-organischen Abfällen in geschlossenen Systemen unter Luftabschluss. (s. Vergärung)

  anaerobe Reinigung

Die anaerobe Reinigung von Abwässern geschieht in Faultürmen und wird aus Gründen der Energieeinsparung besonders von Industriebetrieben angewandt, und zwar speziell für organisch stark verschmutzte Abwasser. Das bei dem Faulungsprozess entstehende Gas (Biogas) kann zum Heizen verwendet werden. Eine Vollreinigung ist jedoch auf diesem Wege nicht möglich.

  anaerobe Vergärung

Abbauvorgänge, bei denen kein freier Sauerstoff verbraucht wird. (s. Vergärung)

  anaerober Abbau

Abbauvorgänge, bei denen kein freier Sauerstoff verbraucht wird.

("anaerobic degradation"). Abbau von Stoffen durch Mikroorganismen unter anaeroben Bedingungen bei Temperaturen über 30°C. Anaerobe Abbautests: Es wird mit Mikroorganismen aus anaeroben Schlammfaulungsanlagen angeimpft. Die Versuche laufen bis zu 60 Tagen. Die Gasproduktion (CH4 und CO2) wird als Maß des Abbaus gewertet. Über eine Versuchsmethode wird im internationalen Bereich derzeit diskutiert.

  anaerober Vorgang

Jeder Prozess (gewöhnlich chemischer oder biologischer Art), der stattfindet ohne die Anwesenheit von Luft oder Sauerstoff, z. B. in einem Wasserlauf, der schwer geschädigt ist durch Verunreinigungen ohne Anwesenheit von gelöstem Sauerstoff oder im technischen anaeroben Abbau von organischen Abfällen (s. organischer Abfall).

  anaerobes Behandlungssystem

Behandlungssystem zum Abbau organischer Verschmutzungen unter anaeroben Bedingungen. In der Regel mit der Gewinnung von Biogas verbunden.

  Anaerobier

Organismen, die ohne freien Sauerstoff leben; gewinnen Energie durch unvollständige Abbauvorgänge ohne die Anwesenheit von Sauerstoff (Gärung). Man unterscheidet obligate Anaerobier, für die Sauerstoff giftig ist und fakultative Anaerobier, die auch bei der Anwesenheit von Sauerstoff leben können, z. B. Darmbakterien und Bandwürmer, im Gegensatz zu Aerobiern.

  Analog

In der Chemie wird darunter eine Substanz verstanden, die einen vergleichbaren Abbau zu einer anderen hat.

  Analyse

Die Zerlegung einer komplexen Sache in ihre Einzelteile, gewöhnlich verwendet als Synonym für chemische Analysen.

  Analysenprobe

Aus der Laborprobe durch Mahlen auf Analysenfeinheit homogenisierte Probe.

  Änderungsmanagement

Änderungsmanagement ist die Erfassung, Bewertung, Entscheidung, Dokumentation und Steuerung der Umsetzung der Änderungen im Projekt gegenüber der bisher gültigen Planung.

  Änderungssatzung

Vom Gemeinderat mehrheitlich beschlossene Änderung, z. B. der Entwässerungssatzung.

  anerkannte Regeln der Technik

technische Festlegung, die von der Mehrheit repräsentativer Fachleute als Wiedergabe des Standes der Technik angesehen wird (s. Stand der Technik)Anmerkung: Ein normatives Dokument zu einem technischen Gegenstand wird zum Teitpunkt seiner Annahme als der Ausdruck einer anerkannten Regel der Technik anzusehen sein, wenn es in Zusammenarbeit der betroffenen Interessen durch Umfrage- und Konsensverfahren erzielt wurde.

  Anfechtung

Die Anfechtung von Entscheidungen der Gerichte und Behörden ist nur mit den gesetzlichen Rechtsbehelfen möglich; dazu ist der jeweilige Rechtsbehelf zu benennen (Zuständigkeit, Fristen).

  Anforderungsprofil

Das Anforderungsprofil beschreibt die Qualifikationen und Fähigkeiten, die zur Durchführung einer Aufgabe oder zur Erfüllung einer Stellenbeschreibung erforderlich sind. Es ist ausschließlich auf die Aufgabe bzw. die Stelle bezogen und darf nicht auf eine bestimmte Person oder Personengruppe (Geschlecht, Alter usw.) beschränkt sein. Ein Anforderungsprofil für Projektleiter oder Projektmanager sollte folgende Bereiche umfassen:

Projektmanagement-Kompetenz

Kompetenz im Projektgegenstand

Betriebswirtschaftliche Kompetenz

Führungsqualifikation

Persönliche Qualifikation

Der PM-Kanon der Gesellschaft für Projektmanagement gliedert die Projektmanagement-Kompetenz in die vier Bereiche Grundlagenkompetenz, soziale Kompetenz, Methodenkompetenz und Organisationskompetenz. Darin sind auch Bereiche der Führungsqualifikation, der persönlichen Qualifikation und der betriebswirtschaftlichen Kompetenz enthalten.

  Angebot

Die Erstellung eines Angebotes umfasst die Beschreibung der zu erbringenden Leistungen (Leistungsverzeichnis, Pflichtenheft) und die Kalkulation des vom Auftraggeber dafür zu zahlenden Preises. Mit Abgabe eines verbindlichen Angebotes verpflichtet sich der Anbieter zur Durchführung des Auftrages, wenn das Angebot vom Kunden angenommen wird. Damit das Angebot nicht verbindlich ist, muss der Anbieter das Angebot "freibleibend" oder "unverbindlich" abgeben.

  Angebotsbindefrist

Bei einem verbindlichen Angebot steht der Anbieter in der Pflicht, die Leistungen zum angebotenen Preis zu liefern, wenn der Ausschreibende das Angebot abnimmt. Andernfalls kann der Ausschreibende im Rahmen einer Ersatzbeschaffung den Anbieter für eventuelle Mehrkosten regresspflichtig machen. Um dieses Risiko zu minimieren, werden verbindliche Angebote stets mit einer Geltungsdauer versehen, der sogenannten Angebotsbindefrist. Nur wenn innerhalb dieser Frist das Angebot angenommen und der Auftrag erteilt wird, ist der Anbieter zur Erfüllung seines Angebotes verpflichtet. Für ein freibleibendes Angebot ist die Angabe einer Angebotsbindefrist unsinnig.

  Angebotskalkulation

Der Anbieter einer Leistung muss gegenüber dem potentiellen Käufer den Preis benennen. Dieser kann entweder in Form eines Stundensatzes (bei Angebot nach Aufwand) oder in einem Festpreis bestehen. In beiden Fällen muss der Anbieter intern kalkulieren, welche Kosten ihm entstehen und abschätzen, welchen Preis er realistisch erzielen kann. Die Differenz zwischen Preis und Kosten bestimmt den potentiellen Gewinn und zugleich den Spielraum bei potentiellen Verhandlungen.

  Angebotsvergleich

Aus den nach einer Ausschreibung eingegangenen Angeboten muss der Auftraggeber das beste auswählen. Hierzu werden sie zuerst nach einheitlichen Kriterien bewertet und dann nach ihrem Abschneiden bei der Bewertung geordnet. Dies kann im einfachen Fall direkt zur Auftragsvergabe an den erstplatzierten Bieter folgen. Bei einem mehrstufigen Auswahlverfahren wird eine bestimmte Zahl der besten Angebote zur genaueren Überprüfung herangezogen. Beispielsweise werden die Bieter in der zweiten Stufe zu einer persönlichen Präsentation ihres Angebotes eingeladen. Bei dieser Art des Angebotsvergleiches kommen oftmals subjektive Kriterien wie z. B. die Überzeugungskraft des Präsentierenden zum Tragen. Nach der Norm hat der Angebotsvergleich die Aufgabe, den "günstigsten Anbieter" zu ermitteln. Der PMBOK kennt nicht eigens den "Angebotsvergleich" im Unterschied zur "Angebotsbewertung", sondern spricht gleich von der Angebotsauswahl (source selection).

  angereichertes Grundwasser

Angereichertes Grundwasser besteht überwiegend aus planmäßig versickertem Oberflächenwasser, echtem Grundwasser und ggf. Uferfiltrat. Zur Erhöhung des Grundwasserdargebots wird Oberflächenwasser, gereinigtes Abwasser oder Grundwasser anderer Einzugsgebiete über Versickerungsbecken, -gräben oder -brunnen in den Untergrund eingebracht, wo es sich nach entsprechend langer Fließstrecke und Verweilzeit an die Eigenschaften natürlicher Grundwässer angleicht.

  Anhörung

Dem Anzuhörenden wird Gelegenheit zur Äußerung über die zur Entscheidung stehende Angelegenheit gegeben (beides: Sachverhalt und rechtliche Beurteilung). Im Unterschied dazu wird bei der Vernehmung der Sachverhalt durch Frage und Antwort festgestellt.

  Anion

Negativ geladenes Ion

  Anisotropie

Richtungsabhängige Veränderung von physikalischen Kenngrößen; anisotrope Körper besitzen in verschiedenen Richtungen unterschiedliche physikalische Eigenschaften. Bsp. Sandstein: horizontale Durchlässigkeit durch seine Schichtung und Bankung meist größer als seine vertikale, d. h. Durchlässigkeit ist in einem anisotropen Körper in verschiedenen Richtung betrachtet unterschiedlich. (s. a. Isotropie)

  Anlage

Anlagen sind Betriebsstätten oder sonstige ortsfeste Einrichtungen sowie die dazugehörigen sonstigen technischen Einrichtungen, ferner Grundstücke, auf denen Stoffe gelagert oder Arbeiten durchgeführt werden, die Emissionen verursachen können.

  Anlage zur Kompostherstellung

Abfallentsorgungsanlagen, in denen biogene, kompostierbare Abfalle in verwertbare Komposte umgewandelt werden.

  Anlagenkennlinie

(Rohrnetzkennlinie oder Systemkennlinie oder Widerstandskennlinie) Beschreibt die charakteristischen Druckhöhenverluste einer durchströmten Rohrleitung bzw. des durchströmten Rohrnetzes einschließlich aller Einbauten in Abhängigkeit vom Förderstrom Q.

  Anlagevermögen

Im Anlagevermögen werden die Daueranlagen des Unternehmens aufgezählt. Das können z. B Grundstücke, Bauten, Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung der Firma sei. Das Anlagevermögen ist in den meisten Fällen in immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagen und Finanzanlagen gegliedert. Die drei Positionen werden auch oftmals zusammengelegt und als Buchwert dargelegt.

  Anlandung

Vorgang der Sedimentablagerung durch fließendes Wasser.Einleitung von Wasser in einen Grundwasserleiter aus jedem beliebigen Wasservorkommen.

  Anlandungsufer

Ufer an denen Feinmaterial, Getreibsel und Totholz bevorzugt anlanden, abhängig von Strömung und Windrichtung

  Anleihe

Die Anleihe ist ein verbrieftes Schuldversprechen, wonach sich der Kreditnehmer verpflichtet, dem Kapitalgeber das überlassene Kapital zuzüglich vertraglich vereinbarter Zinsen termingerecht zurückzuzahlen. (Quelle: Woehe, 2008)

  Anmaischen

Mischen der zu vergärenden Abfälle (Abfall) mit Wasser, um die organischen Stoffe zu lösen und für die anaeroben Mikroorganismen verfügbar zu machen (s. Vergärung).

  Annahme

Abfallmenge, die in eine Deponie oder in eine andere Abfallentsorgungsanlage während einer bestimmten Zeit gebracht wird.

Projektmanagement: Innerhalb der verwirrenden Begriffsvielfalt, die zur Beschreibung der Lieferung eines Produktes oder einer Dienstleistung verwendet werden, unterliegt der Begriff der "Annahme" einer besonderen Verwechslungsgefahr. Nach der Norm ist die Annahme nämlich lediglich die "Feststellung, dass die Kriterien für die Annehmbarkeit von Lieferungen und Leistungen erfüllt sind, und Bestätigung der Übernahmebereitschaft". Dies bedeutet, dass sie nicht mit der Abnahme gleichgesetzt werden darf, die dem Lieferanten die Erfüllung seiner Pflichten bestätigt.Je nach vertraglicher Gestaltung kann zuerst die Annahme, dann Übergabe und Übernahme und erst zuletzt die Abnahme einer Leistung erfolgen. Es ist aber auch möglich, dass die Abnahme als erstes durchgeführt wird, z. B. wenn es sich um ein nicht transportfähiges Gut (z. B. ein Bauwerk) handelt.

  Annex I Länder

Industriestaaten und Transformationsländer (Ökonomien im Übergang), die im Annex I der UN Klimarahmenkonvention (UNFCCC) aufgeführt sind. Nicht-Annex I Länder sind die Entwicklungs- und Schwellenländer.

  Annex I und Annex II

Der Anhang I der Klima-Rahmenkonvention listet eine Reihe von Staaten auf, die bestimmte Verpflichtungen eingegangen sind. Es sind diese Industrieländer, die der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD) angehören (westeuropäische Staaten, die Türkei, die USA, Kanada, Japan, Australien und Neuseeland), sowie Staaten, in denen sich momentan eine Marktwirtschaft etabliert (zentral- und osteuropäische Länder sowie die ehemaligen Sowjet-Republiken).Weitere Industrieländer sind im Anhang II der Konvention aufgeführt. Verpflichtungen zur Unterstützung anderer Staaten und zum Technologietransfer gelten nur für die Unterzeichner-Staaten.

  Annex B Länder

Industriestaaten und Transformationsländer (Ökonomien im Übergang), die im Annex B des Kyotoprotokolls aufgeführt sind und sich zu einer rechtlich bindenden Emissionsreduktion verpflichtet haben (ohne USA und Australien).

  Annex A und Annex B

Annex A Länder sind Länder, die unter dem Kyoto-Protokoll konkrete Minderungspflichten für Treibhausgase angenommen haben (alle Annex I Länder ohne Türkei und Weißrussland).Im Annex B des Kyoto Protokolls sind alle die Länder aufgelistet, die im Rahmen des Kyoto Protokolls konkrete Reduktionsverpflichtungen für die erste Verpflichtungsrunde übernommen haben. Annex A listet die Treibhausgase auf, für welche die im Protokoll festgeschriebenen Emissionsreduktionen gelten, sowie die sektoralen Emissionskategorien. Annex B listet die Emissionsreduktionspflichten der Länder auf, die sich zu verbindlichen Reduktionen verpflichtet haben.

  Annuellenfluren

Pflanzengesellschaft aus einjährigen Beständen.

  Annuität

Eine regelmäßige, gleich bleibende Rate (monatlich, quartalsweise etc.) zur Abtragung einer Kapitalschuld, die sich aus Zins- und Tilgungszahlungen zusammensetzt. Mit fortlaufender Rückzahlung des Darlehens steigt der Tilgungsanteil, während der Zinsanteil sinkt.

  Annuitätenfaktor

Der Barwert einer Zahlung ist der auf den Bezugszeitpunkt abgezinste Wert dieser Zahlung.

  Annuitätenmethode

Sie zählt gleichfalls zu den dynamischen Investitionsrechenverfahren. Die Annuitätenmethode errechnet den konstanten Betrag, der in jeder Periode entnommen werden kann, ohne die Verzinsung und Tilgung des gebundenen Kapitals zu beeinträchtigen; ist die Annuität größer als Null, ist die Investition absolut vorteilhaft.

  Anode

positive Elektrode

  Anordnung

Im Verwaltungsprozessrecht ist die einstweilige Anordnung, wie die einstweilige Verfügugung des Zivilprozesses, eine vorläufige Gerichtsentscheidung im Verlauf eines Rechtsstreits, die vorläufigen Rechtsschutz bezweckt. Kann zur vorläufigen Inkraftsetzung wie auch zur Unterlassung führen und gilt bis zum Rechtsspruch. Der Antrag hierauf ist zulässig, wenn die Gefahr besteht, dass durch eine Veränderung des bestehenden Zustandes die Verwirklichung eines Rechtes des Antragstellers vereitelt oder wesentlich erschwert werden könnte, oder wenn die Regelung eines vorläufigen Zustandes in Bezug auf ein streitiges Rechtsverhältnis nötig erscheint (VwGO).

  anorganisch

Anorganisch definiert man am besten aus dem Gegensatz von organischen Stoffen, die aus biologischer Aktivität entstehen und grundsätzlich die Element Kohlenstoff, Wasserstoff und Stickstoff enthalten.

  anorganische Salze

Größte Gruppe der anorganischen Verbindungen. In erheblichen Mengen anfallende und damit umweltrelevante Salze sind vor allem Chloride, Nitrate, Sulfate und Phosphate. Diese können wegen ihrer meist guten Löslichkeit häufig nur durch aufwendige physikalisch-chemisches Reinigungsverfahren aus dem Abwasser bzw. bei der Trinkwasseraufbereitung entfernt werden.

  anorganische Verbindungen

Bezeichnung für chemische Verbindungen, die keine Kohlenstoffatome enthalten (einige sehr einfache Grundverbindungen des Kohlenstoffs, z. B. Carbonate werden allerdings ebenfalls als anorganisch bezeichnet).

  anorganisches Bodenverbesserungsmittel

Verbesserungsmittel ohne organische Bestandteile. (s. a. Bodenverbesserer)

  anoxisch

Zustand einer Biozönose, in deren (wässriger) Umgebung kein gelöster Sauerstoff, aber dafür chemisch gebundener Sauerstoff (z.B. in Form von Nitrat, Nitrit oder Sulfat) vorhanden ist. (s. a. aerob, anaerob) (Quelle: Lexikon der Abwassertechnik, 7. Auflage)

Zustand bei dem die Konzentration von gelöstem Sauerstoff so gering ist, dass Mikroorganismen höhere Oxidationsstufen von Stickstoff, Schwefel oder Kohlenstoff als Elektronenakzeptor vorziehen.

In der Abwassertechnik üblicher Begriff zur Beschreibung eines Milieus, in dessen (wässriger) Umgebung kein gelöster, aber chemisch gebundener Sauerstoff (z. B. in Form von Nitrat) vorhanden ist.

  Anoxybiose

(abios gr. = ohne Leben; oxys gr. = scharf, sauer). Leben ohne Sauerstoff.

  Anschluss- und Benutzungszwang

Wurde von der noch älteren Pflicht des Anschlusses an die öffentliche Wasserversorgung übernommen. Beim Abwasser können Landwirte mit dem Einverständnis der Gemeinde davon befreit werden.

Durch Satzung der Kommunen oder der Verbände begründete Pflicht für Unternehmer, private Haushalte usw., sich der kommunalen Abwasserbeseitigung anzuschließen und ihre Anlage zu benutzen. Die Kosten werden durch Erhebung von Beiträgen (Beitrag) und Gebühren (Gebühr) auf die angeschlossenen Benutzer umgelegt.

  Anschlussbeitrag

Wird von den Gemeinden mit Gemeinderatsbeschluss festgelegt. Sollte sich an den Baukosten orientieren. Wird meist über Geschossfläche und Grundstücksgröße erhoben.

  Anschlussdichte

Anzahl der Hausanschlüsse je km Rohrnetz

  Anschlusskanal

Kanal zwischen dem öffentlichen Abwasserkanal und der Grundstücksgrenze bzw. der letzten Reinigungsöffnung auf einem Grundstück.

  Anschlusskosten

Die Anschlusskosten (tatsächliche) setzen sich aus dem Anschlussbeitrag und den privat entstehenden Kosten einschließlich des Anschlussschachtes zusammen.

  Antagonismus

(anti gr. = gegen; agonizetai gr. = Kämpfer) Zusammenwirken zweier oder mehrerer Schadeinflüsse, wobei die Gesamtschädigung geringer als die Summe der möglichen Einzelschädigungen ist.

Spezifische Wachstumshemmung oder Abtötung von Mikroorganismen durch Stoffwechselprodukte anderer Mikroben, z. T. auch höherer Pflanzen (fördert z. B. den Entseuchungsvorgang bei der Kompostierung von Siedlungsabfalln)

  anteilige Menge

Die von den Merkmalen der jeweiligen betroffene Teilmenge.

  anthropogen

durch menschliche Einwirkung hervorgerufen

  anthropogener Stoffstrom

Alle vom Menschen aktiv verursachten Bewegungen von Materialien. Im weiteren (ungenauen) Sinne auch die Bewegung aller im Wirtschaftsprozess erzeugten Produkte und Nebenprodukte, sowie Emissionen, Einleitungen und Abfälle.

  Anthroposphäre

s. Technosphäre

  Antidüne

(antidune) Wellige Sohlenformen, die sich bei "schießendem Abfluss" (Schießen) bilden und phasengleich mit den Oberflächenwellen gegen die Strömungsrichtung wandern.

  antiphytopathogenes Potential

Das Potential, das z. B. ein Kompost besitzt, um Phytopathogene zu hemmen oder abzutöten.

  Antistatika

Additive (z. B. für Polymere Werkstoffe) zur Verhinderung der elektrostatischen Aufladung der Oberflächen.

  Antizyklone

Hochdruckgebiet 

  Anwendungstechnik

Ihre Aufgabe ist es, anhand gegebener Marktanforderungen bzw. Kundenspezifikationen die technische Auslegung und Entwicklung von Produkten durchzuführen. Sie definiert die Produkte nach Form und Funktion und stellt die Angaben für die Verfahrenstechnik. Sie ist damit eine notwendige Vorstufe zur Produktion. Weitere wesentliche Tätigkeitsbereiche sind: Technische Information des Marktes und der Kunden, Seminare, Vorträge und fachwissenschaftliche Veröffentlichungen, Anwendungshilfe und Beratung bei Kundenprojekten.

  AOSIS

Ein Zusammenschluss der kleinen Insel-Staaten, die durch den Anstieg des Meeresspiegels infolge des Klimawandels extrem bedroht sind. Die AOSIS-Staaten legten auf bei der Vertragsstaatenkonferenz (COP1) in Berlin einen Entwurf vor, der vorsah, dass die Annex-I-Staaten (Annex I und Annex II) ihre CO2-Reduktionen reduzieren sollten - eine sehr weitreichende Verpflichtung. Bis heute sind die AOSIS-Staaten eine treibende Kraft in den Klimaverhandlungen. Einige dieser Länder haben auch als erste das Kyoto-Protokoll ratifiziert.

  aphotisch

(a gr. = ohne; phos gr. = Licht). Lichtlos.

  Approximation

Näherung(swert), angenäherte Bestimmung oder Darstellung einer unbekannten Größe oder Funktion

  AQUA-Gebiet

Schutzbedürftiges Süß- oder Brackwassergebiet. Sie wurden in einer weltweiten Liste im Rahmen des von der UNESCO geförderten Internationalen Biologischen Programms (IPB) von der Societas Internationalis Limnology (SIL) aufgestellt.

  Aquädukt

Eine Wasserleitung in Form von gedeckten Gerinnen, die auf steinernen, oft mehrstöckigen Brückenbogenkonstruktionen über Land geführt wurde. Die Hauptbauten wurden von den Römern geschaffen.

  aquatisch

Im Wasser lebend.

  aquatischer Bereich

Bereich, der mit Wasser bedeckt ist.

Als aquatisch wird derjenige Bereich des Gewässerbettes bezeichnet, der im Jahresverlauf überwiegend wasserbedeckt ist und somit der aquatischen Pflanzen- und Tierwelt einen entsprechenden Lebensraum bietet. Der Definition gemäß liegt der aquatische Bereich unterhalb des mittleren Niedrigwasserstandes.

  aquatischer Lebensraum

Wasserkörper als Lebensraum

  aquatischer Organismus

Wasserorganismus

  äquidistante Zeiträume

Zeiträume mit gleich großem Abstand

  Aquifer

Aquifer wird in der angelsächsischen Literatur der Teil einer geologischen Schichtenfolge genannt, der ausreichend durchlässiges Material enthält, um signifikante Wassermengen weiterzuleiten. Die wasserungesättigte Zone ist in diesem Begriff ausdrücklich mit eingeschlossen. Daher ist der Begriff "Aquifer" in unserem Sprachgebrauch nicht ganz identisch mit dem Begriff "Grundwasserleiter", da nach der Norm die gesättigte Zone (= Grundwasserleiter) von der ungesättigten Zone getrennt betrachtet werden.

  Äquivalent

Gegenwert, Ausgleich

  Äquivalentdosis

Die Äquivalentdosis berücksichtigt die unterschiedlichen biologischen Wirkungsmöglichkeiten verschiedener Strahlenarten. SI-Einheit der Äquivalentdosis: Sievert (Sv).

  äquivalenter Dauerschallpegel

Bezeichnung für einen Schalldruckpegel konstanter Größe, der einem über die Zeit schwankenden Schalldruckpegelverlauf entspricht. Der Dauerschallpegel wird über einen mathematischen Mittelungsvorgang berechnet. Dies ist häufig erforderlich, weil von gewerblichen Anlagen, Verkehrsanlagen oder auch Sport- und Freizeiteinrichtungen Schallvorgänge ausgehen, die zeitlich nicht konstant sind. Den Dauerschallpegel benötigt man, um notwendige Minderungsmaßnahmen abschätzen zu können.

  äquivalenter Korndurchmesser

(equivalent grain diameter) Durchmesser einer Kugel, die im Vergleich zu einem betrachteten unregelmäßig geformten Korn dieselbe Dichte besitzt und die in derselben Flüssigkeit bei derselben Temperatur dieselbe Sinkgeschwindigkeit aufweist. Formelzeichen: dä, Einheit: mm

  Äquivalentkonzentration

Äquivalente Stoffmenge pro Liter, z. B. bezogen auf 1 Liter Lösung: mmol (eq)/L. Sie errechnet sich aus der Mol-Konzentration des Ions dividiert durch die Wertigkeit: z. B. 60 mg/l Ca2+ = 2,99 mmol (eq)/L.

  Arbeit

Arbeit ist ein sogenannter Produktionsfaktor. Wirtschaftlich wird Arbeit definiert als menschliche Tätigkeit zur Befriedigung von Bedürfnissen. Organisatorisch ist Arbeit eine menschliche Tätigkeit zur Erfüllung von Aufträgen oder Anweisungen. Im Projektmanagement erfährt der Begriff "Arbeit" durch die Planungskomponente einen weiteren Aspekt. Die Arbeitspakete verknüpfen ein bestimmtes Maß an "Arbeit" unmittelbar mit einem Ergebnis. Damit wird Arbeit auch eine Maßzahl für das Projektergebnis. Beispielsweise gibt man zur Veranschaulichung der Projektgröße die Anzahl der Personenstunden oder Personenjahre an, die eine Software oder ein Großbauprojekt zur Fertigstellung benötigte.Arbeit = Dauer * (Ressourcen-)Einheiten

  Arbeitsanweisung

Eine Arbeitsanweisung beschreibt detailliert die verbindliche Ausführung eines bestimmten Arbeitsablaufs (Workflow) oder einer bestimmten Aufgabe. Üblich sind Arbeitsanweisungen vor allem im Rahmen des Qualitätsmanagements, damit bestimmte Abläufe einheitlich und möglichst fehlerfrei durchgeführt werden. Eine viel verwandte Form der Arbeitsanweisung ist die Checkliste, auf der die einzelnen zu beachtenden Schritte einer Aufgabenstellung aufgeführt sind und bei der Bearbeitung abgehakt werden.Von der Arbeitsanweisung zu unterscheiden ist die Dienstanweisung. Diese ist die Aufforderung eines Vorgesetzten an seinen Mitarbeiter, eine bestimmte Tätigkeit durchzuführen. Projektleiter können nur dann Dienstanweisungen erteilen, wenn sie dazu berechtigt wurden. Ansonsten können sie nur indirekt über Fach- oder Dienstvorgesetzte Dienstanweisungen an Projektmitarbeiter geben.

  Arbeitsergebnis

Geknüpft an die Nutzung oder den Verbrauch von Einsatzmitteln. Das Arbeitsergebnis selbst ist dabei eine nicht näher bestimmte "Menge von Einheiten". Das Arbeitsergebnis ist demzufolge das tatsächlich erbrachte, quantifizierbare und qualifizierbare Produkt eines mit Einsatzmitteln (Arbeitszeit, Material, Maschinen usw.) versehenen Vorgangs. Ob es dem geforderten Ergebnis entspricht, muss dann erst noch entschieden werden (Qualitätssicherung, Projektleiter, Auftraggeber).

  Arbeitsgemeinschaft

Allgemein bedeutet Arbeitsgemeinschaft (ARGE) den teils formlosen teils vertraglich geregelten Zusammenschluss mehrerer natürlicher oder juristischer Personen zum Zweck einer thematisch genau beschriebenen Zusammenarbeit. In diesem Sinne wird Arbeitsgemeinschaft synonym mit Arbeitsgruppe verwendet.

  Arbeitspaket

Dies ist eine "in sich geschlossene Aufgabenstellung innerhalb eines Projekts, die bis zu einem festgelegten Zeitpunkt mit definiertem Ergebnis und Aufwand vollbracht werden kann".ANMERKUNG 1: Ein Arbeitspaket ist das kleinste Element des Projektstrukturplans, das in diesem nicht weiter aufgegliedert werden kann und auf einer beliebigen Gliederungsebene liegt.ANMERKUNG 2: Ein Arbeitspaket kann allerdings zur besseren Strukturierung und bei der Erstellung des Ablaufplans in Vorgänge aufgegliedert werden, die dabei untereinander in Beziehung gesetzt werden.

  Arbeitssicherheit

Maßnahmen zur Arbeitssicherheit dienen der Vermeidung von Gefahren gegenüber Mitarbeitern (Arbeitsunfälle) in einem Unternehmen.

  Arbeitsstättenrichtlinie

(ASR): Arbeitsstättenrichtlinien sind vom Bundesminister herausgegebene Regeln und Empfehlungen zur sicherheitstechnischen, arbeitsmedizinischen und hygienischen Gestaltung von Arbeitsstätten. Von ihnen darf nur abgewichen werden, wenn der Arbeitgeber ebenso wirksame Maßnahmen trifft (s. Arbeitsstättenverordnung).

  Arbeitsstättenverordnung

(ArbStättV): Die Verordnung über Arbeitsstätten legt allgemeine Anforderungen an Arbeitsstätten fest (Lüftung, Raumtemperatur, Beleuchtung, Türen, Tore, Schutz gegen Gase, Dämpfe, Nebel, Staub, Lärm, Anforderungen an Verkehrswege, Einrichtung von Pausen-, Bereitschafts-, Liege- und Räume für Ausgleichsübungen, Sanitär- und Sanitätsräume). Gemeinsam mit den Arbeitsstättenrichtlinien stellt die Arbeitsstättenverordnung die untere Ebene des Arbeitsstättenrechts dar. Sie fasst zahlreiche Einzelregelungen zusammen und ergänzt sie um Erkenntnisse des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.

  Archäophyten

Alteinwanderer, d. h. in vor- und frühgeschichtlicher Zeit eingewandert.

  Archimedisches Prinzip

Die Auftriebskraft eines Körpers ist gleich der Gewichtskraft der vom Körper verdrängten Flüssigkeitsmenge. Daraus ergibt sich, dass schmelzendes Eis den Meeresspiegel nicht anhebt.

  Areal

Verbreitungsgebiet

  arid

Bezeichnung für trockenes Klima, in dem die Verdunstung die Menge der Niederschläge (Niederschlag) übertrifft.

  Armierung

Verstärkende Ein- oder Auflage bzw. Ummantelung.

  Armierungsgewebe

Textile Flächengewebe, die sowohl vollflächig als auch gitterförmig mit abgestuften Maschenweiten auf dem Markt sind. Der Einsatz erstreckt sich von der Armierung im bitumösen Straßenbau (zur Verhinderung von Ermüdungsrissen, Reflexionsrissen und Verformungen) über die Armierung im unbefestigten Straßenunterbau (zur Verhinderung von Verformungen und zur Stabilisierung des Untergrunds) bis zum Bereich der "bewehrten Erde" (hier zur Verhinderung von Böschungs-, Damm- und Grundbrüchen, zur Ermöglichung höherer Böschungswinkel, zur Erhöhung der Standsicherheiten). Als Material kommen insbesondere Polyestergarne in Frage, die sich durch hohe Elastizitätsmoduli, geringe Kriechneigung und hohe Alterungs- und Zeitstandsfestigkeiten auszeichnen.

  aromatische Substanz

organische Verbindung mit ringförmiger Molekülstruktur

  Arsen

(As) Chemisches Element, das, mit anderen Elementen verbunden, in vielen Mineralien vorkommt und dessen Verbindungen giftig sind (greift als Kapillargift in den Gefäßzellen an). Der im Zusammenhang mit verschiedenen Deponieskandalen in den letzten Jahren häufig zu findende Begriff Arsenschlamm ist ungenau. Es handelt sich dabei um Abfallschlämme aus der Nicht-Eisen-Metall-Gewinnung, die u. a. auch Arsenverbindungen (aus den Erzen stammend) enthalten. Die Anwendung von Arsenverbindungen im Pflanzenschutz ist in der Bundesrepublik Deutschland verboten.

  Art der baulichen Nutzung

(BauNVO) Ist in der Bundesrepublik Deutschland Bestandteil des öffentlichen Baurechts und dient als städtebauliches Steuerungsinstrument im Zusammenhang mit der Flächennutzungsplanung und Bebauungsplanung. Die allgemeine und die besondere Art der baulichen Nutzung werden unterschieden. Im Flächennutzungsplan werden in der Regel die Flächen (Bauflächen) nach der allgemeinen Art ihrer baulichen Nutzung dargestellt, im Bebauungsplan (Baugebiete) nach der besonderen Art ihrer baulichen Nutzung festgesetzt.

  Arten- und Biotopschutzprogramm

Zusammenfassung aller Planungen des Naturschutzes für ein (Verwaltungs-)Gebiet.Programm zum Schutz und zur Pflege wildwachsender Pflanzen und Tiere. Arten- und Biotopschutzprogramme können Teil von Landschaftsprogrammen (Landschaftsprogramm) im Rahmen der Landesplanung sein.Je nach naturschutzfachlichem Wert oder Potential eines Gebiets wird ein anzustrebendes Erhaltungs- oder Entwicklungsziel beschrieben und es werden geeignete Maßnahmen zur Erreichung vorgeschlagen.

(ABSP) Ein Arten- und Biotopschutzprogramm fasst alle Planungen des Naturschutzes für ein (Verwaltungs-)Gebiet zusammen. Zu seiner Aufstellung werden alle verfügbaren Ergebnisse aus Luftbildinterpretationen, Biotopkartierungen, Artenerfassungen sowie ausgewählte abiotische Daten zusammengetragen und bewertet. Ein wichtiges Hilfsmittel für die Setzung funktionaler Prioritäten von Flächen sind die Roten Listen (Rote Liste) der Arten, Pflanzengesellschaften und Biotope. Im Ergebnis dieses Bewertungsschrittes werden - heute mit Hilfe des Geographischen Informationssystemes (GIS) (Geographisches Informationssystem) - in der Landschaft nachvollziehbare Lebensräume und/oder Biotopkomplexe kartographisch dargestellt. Je nach naturschutzfachlichem Wert einer Fläche oder ihres Potentials wird nun ein anzustrebendes Erhaltungs- oder Entwicklungsziel beschrieben und geeignete Maßnahmen zur Erreichung vorgeschlagen. Dies können Empfehlungen für die Ausweisung von Schutzgebieten, aber auch Vorgaben für die Landschaftspflege sein. Aus der Zusammenschau der Arten- und Biotopdaten lassen sich Artenhilfsprogramme ableiten. Die Darstellungen des ABSP sind wichtige Grundlage der Landschaftsplanung. Der Eingriffsregelung dienen sie zur Erstorientierung. In Thüringen ordnet der �29 des VorlThürNatG die Aufstellung eines Arten- und Biotopschutzprogrammes zur vorsorglichen Sicherung der wildlebenden Pflanzen- und Tierwelt und ihrer Lebensräume an; somit bildet das ABSP den Gesamtrahmen für die Vollzugsaufgaben der Naturschutzbehörden im Bereich Arten- und Biotopschutz und dient als Leitlinie für eine sachgerechte Schwerpunktsetzung im Sinne der Effektivierung des Mitteleinsatzes.

  Artenerfassung

Zentrales Anliegen des Naturschutzes ist die Erhaltung der Vielfalt und Eigenart der Natur und insbesondere die Erhaltung der Vielfalt der heimischen Lebensräume und Arten. Als Mittel für eine effektive Naturschutzarbeit ist die gezielte Kartierung gefährdeter Arten und die Pflege einer zentralen Datenbank unbedingt erforderlich, mit der die im Auftrag der Naturschutzverwaltung erhobenen Daten verfügbar gehalten werden. Angaben zu Artvorkommen sind für die Erfüllung einer Vielzahl gesetzlicher Vorgaben von zentraler Bedeutung, so unter anderem für Umweltverträglichkeitsprüfungen, naturschutzrechtliche Eingriffs- regelungen, Landschaftsplanungen, Schutzgebietsausweisungen, Arten- und Biotopschutzprogramme und Artenhilfsprogramme. Die europaweit gültige FFH-Richtlinie schreibt eine Überwachung des Erhaltungszustandes der Vorkommen bestimmter Arten unmittelbar vor. In Thüringen werden Kartierungen im Rahmen von Schutzwürdigkeitsgutachten, zur Vorbereitung von Naturschutz-Planungen, zur Überwachung der Bestände hochgefährdeter Arten, zur Erstellung von Floren und Faunen sowie zur Aktualisierung Roter Listen (Rote Liste) durchgeführt. Die Daten werden in den Datenbanken THKART und FLOREIN bei der Thüringer Landesanstalt für Umwelt gespeichert.

  Artenhilfsprogramm

Artenhilfsprogramme dienen durch ihre spezifische Zielstellung der Sicherung, Pflege und Entwicklung von Beständen hochbedrohter Lebensgemeinschaften oder Einzelarten. In der Regel werden Artenhilfsprogramme nur für akut vom Aussterben bedrohte Arten oder auch Nutzergilden (z. B. Wiesenbrüter) erarbeitet. Voraussetzung für die Ausarbeitung effektiver Managementmaßnahmen ist die genaue Kenntnis der ökologischen Ansprüche, der aktuellen Bestandssituation und der maßgeblich wirkenden Gefährdungsfaktoren. Für die Festlegung und Durchführung der in den Artenhilfsprogrammen formulierten Maßnahmen ist gemäß Gesetz die oberste Naturschutzbehörde zuständig.

  Artenschutz

Schutz und Pflege der wildlebenden Pflanzen- und Tierarten in ihrer natürlichen und historisch gewachsenen Vielfalt. Dies kann durch Schaffung geeigneter Lebensräume, Bewahrung bedrohter, von den betreffenden Arten bestehender Biotope (Biotopschutz) etc. geschehen.

  Artenschutzprogramm

Programm zum Schutz und zur Pflege wildwachsender Pflanzen und Tiere. Artenschutzprogramme können Teil von Landschaftsprogrammen (Landschaftsprogramm) im Rahmen der Landesplanung sein.

  Artenvielfaltskonvention

s. Konvention über die Artenvielfalt.

  Arteser

Aufschluss gespannten Grundwassers, dessen Grundwasserstand (Druckspiegel) bis über die Erdoberfläche reicht.

  artesische Grundwasserleitschicht

Eine wasserführende Schicht - abgedeckt durch eine weitere relativ undurchlässige Schicht - in der Grundwasser bei einem Druck größer als der atmosphärische Druck festgehalten wird. (s. gespannter Grundwasserleiter)

  artesische Quelle

wird durch aufsteigendes (aszendentes) Grundwasser gespeist (gespannter Aquifer); die Druckhöhe des Grundwassers liegt über der Geländeoberfläche.

  Arthropoden

Gliederfüßer (umfangreicher Stamm des Tierreiches mit mehr oder weniger festem äußeren Chitin-Skelett)

  Artmächtigkeit

Bei pflanzensoziologischen Aufnahmen verwendete Einheit zur Beschreibung der quantitativen Verteilung einzelner Pflanzenarten innerhalb eines Bestandes. Die Artmächtigkeit kombiniert Abundanzwerte (Individuenzahl) mit Deckungsgradwerten. Sie wird in den gängigen Mengenskalenwerten nach Braun-Blanquet angewendet.

  Asche

Allgemein der mineralische Rest, der nach der kontrollierten Verbrennung von organischen Stoffen/Materialien (z. B. Müll) übrig bleibt (Schlacken und Feinaschen).

  Asphalt

Asphalt ist ein natürliches oder künstlich hergestelltes Gemisch aus Bitumen und Mineralstoffen und wird vor allem als Straßen-, Weg- und Platzbelag (Gussasphalt) oder als elastische Dehnfugendichtung - im Wasserbau auch als Außendichtung - verwendet.

  Asset-backed-Securities

Eine Verbriefungstransaktion, die auf der Emission von forderungsbesicherten Wertpapieren (sog. Asset Backed Securities (ABS) basiert, wird als ABS-Transaktion bezeichnet. Eine ABS-Transaktion beruht auf einer Dreiecksbeziehung zwischen einem Forderungsverkäufer (Originator), einer Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle, SPV) und dem Investor.

  Assimilation

(assimilatio lat. = Angleichung). Umwandlung körperfremder Ausgangstoffe (aufgenommener Nährstoffe) in körpereigene Substanzen.

Einbau von Substanzen in die eigene Biomasse eines Organismus.

Heute ist der Begriff meist auf die Fähigkeit autotropher Organismen eingeschränkt, aus anorganischen Grundsubstanzen wie Kohlendioxid, Wasser usw. unter Verwendung von Energie organische Verbindung aufzubauen. Wird der Energiebedarf aus der Umwandlung von Lichtenergie gedeckt, handelt es sich um Photosynthese. Stammt er aus der Oxidation von anorganischen Substanzen, so wird von Chemosynthese gesprochen.

  Ästuar

(aestuarium lat. = Meeresarm). Durch Gezeiten beeinflusste Flussmündung.

  Atmosphäre

die überwiegend gasförmige Hülle, von der Himmelskörper umgeben sind und die durch die Schwerkraft (Gravitation) dieser Körper festgehalten wird.Bei der Erde besteht sie aus Stickstoff (ca. 78%) und Sauerstoff (ca. 21%) sowie Spurengasen. Außerdem enthält sie Staub sowie Wasser, das sie aus der Verdunstung der Meere, Seen und Flüsse aufnimmt und bei Überschreitung des Sättigungsgrades als Niederschlag an die Erde zurückgibt. Bedeutsam ist auch das in der oberen Atmosphäre enthaltene Ozon als Filter gegen die harte UV-B-Strahlung der Sonne.

Die gasförmige Hülle eines Himmelskörpers, speziell die Lufthülle der Erde.

  atmosphärischer Stoffeintrag

 

Ablagerung von Stoffen (natürlicher und anthropogener Emissionen) aus der Atmosphäre auf die Erdoberfläche durch:

nasse Deposition (Regen und Schnee)

trockene Deposition (Staub und Gase)

 

  Atmosphärisches Strahlungsfenster:

Bereich der Infrarot-Strahlung, in dem der Wasserdampf der Atmosphäre wenig Strahlung absorbiert und die von der Erdoberfläche emittierte (ausgestrahlte) langwellige Strahlung nahezu ungehindert in den Weltraum abgegeben wird. Viele Treibhausgase absorbieren hier die Infrarot-Strahlung stärker, so dass der Konzentrationsanstieg der Treibhausgase zu einer zusätzlichen Erwärmung der Atmosphäre führt.

  Atmung

Das Gewinnen von Energie durch Wasserstoffabspaltung aus einem Substrat. Aerobe Atmung: Wasserstoffakzeptor ist Sauerstoff. Anaerobe Atmung: Wasserstoffakzeptor ist ein anderer Stoff.

  Atmungsaktivität

Maß für die biologische Abbaubarkeit des Trockenrückstandes der Originalsubstanz.Der AT4 (Die Untersuchungsdauer ist aus praktischen Gründen auf vier Tage festgesetzt) stellt den Sauerstoffverbrauch einer definierten Probemenge unter festgelegten Untersuchungsbedingungen dar. Es handelt sich dabei um einen reinen Verbrauchswert und nicht um die Bestimmung der momentanen Aktivität.

  Atmungskette

Enzymgesteuerte Reaktionsfolge zur Energiegewinnung unter aeroben Bedingungen.

  Atomgesetz

"Gesetz über die friedliche Verwendung der Kernenergie und den Schutz gegen ihre Gefahren - (AtG)"

  ATP

Zur Energieübertragung im Zellstoffwechsel von Mikroorganismen dienen Verbindungen der Aminosäure Adenosin mit Phosphaten, ATP (Adenosintriphosphat) und ADP (Adenosindiphosphat)

  Au

s. Aue

  Audit

Englisch für Revision, auch Rechnungs-, Buch-, Wirtschafts- oder Bilanzprüfung, interne Revision). Im Qualitätsmanagement unterscheidet man interne und externe Audits.

  Aue

Gewässerbegleitender Talbereich mit stark schwankenden Grundwasserständen (Grundwasserstand), Überschwemmungen und Auflandungen; natürlicherweise mit Auwald bestanden

Terrestrische Randbereiche eines Fließgewässers, die von dessen Abflussgeschehen direkt (Überschwemmung) und/oder indirekt (hohe bzw. stark schwankende Grundwasserstände) beeinflusst werden. In vielen Gewässerlandschaften kann man eine so definierte Aue näherungsweise mit dem orographisch abgrenzbaren Talgrund gleichsetzen.

Als Aue wird der Teil der Gewässerlandschaft verstanden, der unmittelbar durch das Überflutungsgeschehen oder mittelbar über den Grundwasserhaushalt in Verbindung bzw. in vielfältigen Wechselbeziehungen mit dem Fließgewässer steht. Sie ist charakterisiert durch im Jahresablauf stark schwankenden Grundwasserspiegel, teils mit Überflutung und Auflandung, teils mit Qualmwasseraufstieg.

Als Aue bezeichnet man räumlich jene Talzonen, die innerhalb des Einflussbereichs von Hochwasser liegen. Gewässer und Aue sind eng miteinander verbunden. Der Grundwasserstand in der Aue hängt sehr stark vom Wasserstand des Flusses ab. In überschwemmten Auen wird Oberflächenwasser großflächig zurückgehalten, Auen stellen somit natürliche "Rückhaltebecken" dar. Hochwasser fließt deshalb langsamer ab, die Scheitelwerte werden stark vermindert. Durch das ständige Wechselspiel von Überflutung und Trockenfallen entsteht in der Aue eine standörtliche Vielfalt mit großer Dynamik. Viele Pflanzen- und Tierarten haben sich an diese vom Wasserstand abhängigen speziellen Standortbedingungen angepasst. Bleiben Überschwemmungen aus, werden diese Spezialisten von "Allerweltsarten" verdrängt. Die "Auenspezialisten" erscheinen deshalb in zunehmender Zahl als gefährdete Arten in den Roten Listen (Rote Liste). In den letzten Jahrzehnten, z. T. Jahrhunderten, unterlagen die Auen gravierenden Veränderungen. Durch massiven Ausbau der Fließgewässer, Eindeichungen und Anlage von Rückhaltebecken wurde es erreicht, die Auen nahezu hochwasserfrei zu halten. Meliorationsanlagen wie Entwässerungsgräben und Dränage halten den Grundwasserstand in den Auen auf einem Pegel, der eine Ackernutzung der sehr fruchtbaren Auenböden ermöglicht. Auwälder (Auwald), Altwasser, Röhrichte und extensiv genutztes Grünland mit den dazu gehörenden Arten sind deshalb fast vollständig verschwunden. An ihrer Stelle dominieren heute entlang begradigter Flussläufe Ackerflächen und einige Pappelplantagen. Durch die geänderten Standortbedingungen und die intensive landwirtschaftliche Nutzung werden Schutzgüter (Schutzgut) wie Wasser und Boden sowie Tier- und Pflanzenwelt beeinträchtigt. Im Rahmen der Umweltvorsorge kommt dem Schutz unserer Auen künftig eine besondere Bedeutung zu. Ziel ist es, langfristig den Hochwasserschutz durch Rückgewinnung natürlicher Überschwemmungsgebiete statt durch Deiche oder Rückhaltebecken zu gewährleisten und eine verträgliche Nutzung in den Flussauen zu fördern. Außerdem soll die Gewässerbelastung durch Schadstoffe und Dünger, die meist mit einer intensiven Landnutzung verbunden ist, vermindert werden. Anstelle der bisherigen Äcker sollen neu angelegte Weiden entstehen, damit die Aue wieder als Lebensraum für Pflanzen und Tiere, aber auch als Erlebnis- und Erholungsraum des Menschen, fungieren kann. Gewässer mit ihren Auen besitzen darüber hinaus noch eine große Bedeutung als natürliche Wanderkorridore für viele Pflanzen und Tiere. Ihre Durchgängigkeit ist für die Ausbreitung vieler Arten sehr wichtig. Für den Aufbau eines landesweiten Biotopverbundsystems (Biotopverbundnetz) sind Fließgewässer und ihre Auen unverzichtbar.

  Auendynamik

Wirkungskomplex, der von den Abflüssen (Abfluss) (Niedrig- bis Hochwasser (Niedrigwasser, Hochwasser), jeweils nach Dauer, Häufigkeit und Verteilung im Jahresgang), den davon abhängigen Überschwemmungen (Überflutung, Überstauung), den mitgeführten Feststoffen (Geschiebe, Sand, Schweb bis hin zu Totholz) in Verbindung mit den Fließgeschwindigkeiten (Erosion, Umlagerung, Sedimentation) und den Schwankungen der Grundwasserstände (Grundwasserstand) in der Aue bestimmt wird

  Auenwald

Baum- und Strauchbestand in der Gewässeraue, der hohe Grundwasserstände (Grundwasserstand) und Überflutungen erträgt oder benötigt.

  Aufbauorganisation

Die Aufbauorganisation eines Unternehmens beschreibt die Gesamtheit der verbindlichen Regelungen für Zuständigkeiten, Weisungsrechte und Berichtspflichten des Unternehmens, während die Ablauforganisation die Prozesse (Entscheidungen, Produktion, Tagesgeschäft) behandelt. Die Aufbauorganisation umfasst das Organigramm (Unternehmenshierarchie), die Abteilungsstruktur, den Stellenplan, die räumliche Verteilung (Niederlassungen, Standorte) und gegebenenfalls auch Schnittstellen zu verbundenen Unternehmen (Tochter-, Mutter- oder Partnerfirmen). Aufbau- und Ablauforganisation bilden im Unternehmen zusammen die Betriebsorganisation. Im Projekt ist die Aufbauorganisation meist weniger stark ausgeprägt als die Ablauforganisation. Im Interesse eines konfliktfreien Projektablaufes sollte die Projektaufbauorganisation trotzdem zu Beginn des Projektes definiert werden. Zumindest Projektleitung, Lenkungsausschuss, die Anbindung an die Betriebsorganisation und die Lokalisierung sollten definiert sein. Der PMBOK definiert die "Organizational Breakdown Structure" als Abbildung der Projektorganisation mit dem Zweck, die Arbeitspakete den Organisationseinheiten zuzuordnen. In der Matrixorganisation stehen sich die Organisationsstruktur des Unternehmens und des Projektes gegenüber. Um Missverständnisse und Konflikte zu vermeiden sollten diese beiden Organisationsstrukturen durch klare Schnittstellen und Abgrenzungen hinsichtlich Zuständigkeiten und Informationsflüsse verbunden werden. Schwierigkeiten im Projektinformationsmanagement lassen sich stets auf Unklarheiten in den Aufbauorganisationen zurückführen. Englischer Begriff: Organizational Breakdown Structure

  Aufbaustruktur

Eine Aufbaustruktur stellt die logischen oder hierarchischen Beziehungen zwischen Elementen dar. Die typische Form der Visualisierung einer Aufbaustruktur ist das Baumdiagramm bzw. Organigramm. Aus der Aufbaustruktur nicht ersichtlich sind zeitliche Zusammenhänge, diese werden in der Ablaufstruktur dargestellt. Sowohl der Projektmanagement-Fachmann als auch der PMBOK benutzen die Aufbaustruktur intensiv, um Zusammenhänge in unterschiedlichen Themenbereichen des Projektmanagements darzustellen. Beispielsweise können das Projekt selbst (Projektstrukturplan), die Einsatzmittel, die Finanzmittel, die Projektziele und vieles andere mehr nutzbringend in einer Aufbaustruktur dargestellt werden. In der Praxis wird jedoch oft zunächst die Ablaufstruktur definiert, im Extremfall lediglich ein Meilensteinplan. Dies führt dazu, dass die Beteiligten die Orientierung verlieren, ihnen "der Überblick" fehlt. Eine klare Aufbaustruktur beschleunigt die Projektabwicklung und erleichtert die Kommunikation zwischen den Projektbeteiligten. Englischer Begriff: Breakdown Structure

  Aufbereitung

Allgemein: Anwendung mechanischer Verfahrenstechniken in Prozessen, in denen Komponenten getrennt oder für den Wirkungsgrad des nachfolgenden Verfahrensschrittes optimiert werden.

Schlammbehandlung: zur Verbesserung der Durchlässigkeit und Filtrationseigenschaften des Schlammes, z. B. durch Hinzufügen von Chemikalien oder durch Hitzebehandlung.

  Aufbereitung von Wasser

Qualitative Veränderung von Wasser, um seine Beschaffenheit dem jeweiligen Verwendungszweck anzupassen, z. B. als Betriebs- oder Trinkwasser. Da Wasser bei seinem Kreislauf in der Natur in bakteriologischer, biologischer, chemischer und physikalischer Hinsicht vielfach so verändert wird, dass es häufig als Trinkwasser oder für gewerbliche Zwecke nicht brauchbar ist, muss es je nach dem Verwendungszweck aufbereitet werden.

  Aufbewahrungspflicht

Die steuerlichen Aufbewahrungspflichten haben ihren Ursprung im öffentlichen Recht. Die Pflicht zur Aufbewahrung dieser Unterlagen wird gegenüber der Steuerbehörde geschuldet.Gemäß AO sind folgende Unterlagen aufzubewahren:

Bücher und Aufzeichnungen,

Inventar,

Bilanzen sowie die zu ihrem Verständnis erforderlichen Arbeitsanweisungen und sonstigen Organisationsunterlagen.

Die o. g. Unterlagen sind für einen Zeitraum von 10 Jahren aufzubewahren.Gemäß AO sind die nachfolgend aufgeführten Unterlagen aufzubewahren:

empfangene Handels- und Geschäftsbriefe,

Wiedergaben der abgesandten Handels- und Geschäftsbriefe,

Buchungsbelege,

sonstige Unterlagen soweit sie für die Besteuerung von Bedeutung sind.

Diese Unterlagen sind für einen Zeitraum von 6 Jahren aufzubewahren. Die vorgenannten Fristen gelten natürlich nur insoweit, als in anderen Steuergesetzen kürzere Aufbewahrungsfristen nicht zugelassen sind.

Im Gegensatz zu den steuerlichen Aufbewahrungspflichten ist die Aufbewahrungspflicht gegenüber dem Bauherrn nicht ausdrücklich gesetzlich geregelt. Muss daher individuell geregelt werden.

  Aufbrauch

Verkleinerung des ober- und unterirdischen Wasservorrates gemittelt über ein bestimmtes Gebiet.

  Auffang- und Pflegestation

In der Auffang- und Pflegestation der Staatlichen Vogelschutzwarte Seebach werden verletzte oder nestjunge Vögel aufgenommen, gepflegt und auch wieder ausgewildert. Dieses geschieht auf der gesetzlichen Grundlage in der Weise, "als verletzte oder kranke Tiere an die, der nach Landesrecht zuständigen Behörde bestimmten Stelle, abzugeben sind. Die Tiere sind unverzüglich in die Freiheit zu entlassen, sobald sie sich dort selbständig erhalten können." In Greifvogel- und Eulenvolieren, drei Mauser- und vier Kleinvogelvolieren sowie eine Auswilderungsvoliere können diese Vögel art- und verhaltensgerecht untergebracht werden. Weiterhin stehen Wat- und Schreitvogelgehege sowie ein Teich für Wasservögel im Vogelschutzpark zur Verfügung.

  Aufforstung

Das Pflanzen von Bäumen, zur Erneuerung von Wäldern oder zur Verhinderung von Erosionen.

  Aufgabe

Die einzelnen Aufgaben der Projektbeteiligten sind die "Elementarteilchen" des Projektes. Aus Sicht des Projektmanagers sind Aufgaben die kleinsten Arbeitseinheiten, die betrachtet werden. Je nach Umfang des Projektes liegt die Überwachung der Aufgabendurchführung in der Zuständigkeit des Projektleiters, Teilprojektleiters oder Arbeitspaketverant- wortlichen. Die Liste aller Aufgaben eines Projektbeteiligten ist die Minimalform der Arbeitsanweisung an ihn. Der PMBOK bezeichnet die "task" als "lowest level of effort on a project". Im Begriff "Aufgabe" schwingt mit, dass der Lösungsweg nicht unbedingt vorgegeben ist. Eine Aufgabe kann auch ergebnisorientiert gestellt sein. Innerhalb eines Projektes ist dies immer dann sinnvoll, wenn es sich um problemlösende Tätigkeiten handelt. Dies wird bei der "Aufgabenanalyse" berücksichtigt.

  Aufgabenanalyse

Die Zieldefinition eines Projektes soll nicht den Lösungsweg vorgeben, sondern den Ausführenden die Freiheit lassen, den optimalen Weg selbst zu finden. Dies kann sich bis in die einzelnen Teilaufgaben und Tätigkeiten fortsetzen. Um Lösungen für die gesetzten Ziele zu finden, muss die jeweilige Aufgabe genau geklärt und analysiert werden.

  aufgefüllte Böden

Zu aufgefüllten Böden zählen nach der Norm alle nicht natürlichen gewachsen und künstlichen Böden, auch Bauschutt, Schlacken, Industrieabfälle u. dgl.

  Aufgleitniederschlag

Beim Auftreffen warmer Luftmassen auf ruhende Kaltluft entstehender Niederschlag. Beim Aufsteigen der warmen Luft kondensiert der Wasserdampf infolge Abkühlung (Warmfront).

  Aufkadung

Ist das Überströmen eines Deichabschnittes zu befürchten, so muss die Deichkrone in diesem Bereich erhöht werden, was als Aufkadung bezeichnet wird. Zum Einsatz kommen in der Praxis vor allem Sandsäcke teilweise auch mobile Hochwasserschutzsysteme.

  Auflage

(im Verwaltungsrecht): Nebenbestimmung zur gesetzlichen Voraussetzung zur Enthüllung des Verwaltungsaktes: Bedingungen, Befristungen, Widerrufsvorbehalte und sachliche Auflagen zwecks bestimmten Tuns, Duldens, Unterlassens. Bei Nichterfüllung einer Auflage kommt nur der Zwang zur Erfüllung der Auflage(n) in Betracht; der Verwaltungsakt selbst bleibt unabhängig davon in Kraft.

Der wesentlichste Bestandteil von gewerbe- und immissionsschutzrechtliche Genehmigungen, wasserrechtliche Erlaubnissen und Bewilligungen. In ihnen schreibt die Behörde u. a. die Begrenzungen für Emissionen vor, wie die Anlage zu betreiben oder ein Gewässer zu benutzen ist oder welche Nutzungen in einem Wasserschutzgebiet begrenzt zulässig oder verboten sind. Wird eine Auflage nicht erfüllt, so kann das den Entzug der Genehmigung, Erlaubnis oder Bewilligung zur Folge haben; es kann ordnungs- oder strafrechtliche Verfolgung eintreten.

  Auflandung

Prozess der Landentstehung in einem Gewässer durch Eintrag und Ablagerung mineralischer Feststoffe (anorganisches Material) (s. a. Verlandung).

Ablagerung überwiegend mineralischer Stoffe im Mündungsbereich von Zuflüssen.

  Auflandungsstrecke

(reach of deposition) Abschnitt eines Fließgewässers, in dem Sedimentation vorherrscht.

  Aufnahmeskizze

Aufnahmeskizzen bilden die Grundlage für den Bestandsnachweis der Leitungen. Sie enthalten in unmaßstäblicher Form die Angaben, die nach einer Einmessung bei Neuverlegungen, Auswechslungen bzw. Änderungen in den Bestandsplan übernommen werden. Wesentliche Aufgabe der Aufnahmeskizze ist die Darstellung der ordnungsgemäßen und vollständigen Einmessung der Leitungen, d. h. der Bezug der Leitungen zur Örtlichkeit. Die Aufnahmeskizzen werden entweder direkt im Feld geführt oder aus Handskizzen abgeleitet und enthalten die Ergebnisse der örtlichen Vermessung. Neben der Bezeichnung Aufnahmeskizze gibt es eine große Anzahl weiterer Begriffe. Je nach Region und Tradition werden auch die Bezeichnungen Verlegeskizze, Handskizze, Feldbuch, Fortführungsriss, Einmessungsriss oder Vermessungsriss gebraucht.

  Auftrag

Kosten-, leistungs- und terminmäßig abgegrenztes Vorhaben, das für einen Auftraggeber abgewickelt wird. Aufforderung, eine nach Menge, Qualität, Ort und Zeit bestimmte Leistung zu erbringen.

  Auftraggeber

Der Auftraggeber eines Projekts ist der wichtigste Projektbeteiligte (Stakeholder). Er erteilt den Auftrag und ist der Vertragspartner, der über den Erfolg des Projekts endgültig entscheidet.

  Auftragsabwicklung

Parallel zum Begriff der Projektabwicklung definiert die Norm die Auftragsabwicklung als die "Aufgabendurchführung vom Anfang bis zum Ende eines Auftrages". "Auftrag" ist in diesem Zusammenhang nicht zu verstehen als der Vertrag zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer, sondern als die Menge der zu erbringenden Leistungen.

  Auftragserteilung

Die Auftragserteilung bezeichnet die Willenserklärung des Auftraggebers an den ausgewählten Anbieter, mit ihm einen Vertrag über Lieferungen und Leistungen abzuschließen. Mit der Auftragserteilung leistet der Auftraggeber seinen Anteil am Zustandekommen des Auftrags. Wenn das Angebot bindend erstellt wurde und die Auftragserteilung innerhalb der Angebotsbindefrist erfolgte, ist damit der Vertrag zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer rechtsgültig abgeschlossen. Bei einem freibleibenden Angebot muss der Auftragnehmer noch durch die Abnahmebestätigung für den endgültigen Vertragsabschluss sorgen.

  Auftragskalkulation

Die zunächst einfach klingende Definition nach der Norm: "Ermittlung der voraussichtlich kostenwirksamen Auftragsleistungen und ihre Bewertung" erscheint bei genauerer Betrachtung als äußerst problembeladen. Sie sagt nämlich nichts darüber aus, wer die Kalkulation durchführt. Gemeinhin werden Kalkulationen von demjenigen erstellt, der auch die Arbeiten durchführt. Hierfür gibt es bereits den Begriff der "Angebotskalkulation". Ein Auftraggeber hingegen führt keine Kalkulation durch, hierfür müsste er ja entstehende Kosten berechnen, sondern eher eine Aufwandsschätzung. In der Regel wird er aber ausschließlich die zu erbringenden Leistungen beschreiben und für diese dann Angebote einholen. Der Begriff der Auftragskalkulation wurde von der Norm vermutlich parallel zum Begriff der Projektkalkulation eingeführt, ohne dabei die unterschiedlichen Ausprägungen der Begriffe "Projekt" und "Auftrag" hinreichend zu berücksichtigen. Insofern sollte dieser Begriff, falls überhaupt, nur mit Vorsicht eingesetzt werden.

  Auftragsvergabe

Die Vergabe eines Teils, oder Teilen einer Arbeit durch verantwortliche Körperschaften oder Organisationen an eine andere Person/Körperschaft/Organisation (Dritte) durch einen Vertrag.

  Auftragsverhandlung

Das Grundprinzip jeder Auftragsverhandlung besteht darin, dass der Auftraggeber so viele Leistungen wie möglich zu einem möglichst geringen Preis haben will und der Auftragnehmer so wenig wie möglich zu einem möglichst hohen Preis verkaufen will. Das Ergebnis dieser Verhandlungen wird dann in einem Vertrag festgelegt. Die Verhandlungsposition der Parteien wird dabei von der jeweiligen Marktsituation und den individuellen betriebswirtschaftlichen Situationen bestimmt. Die Norm definiert das Ziel der Auftragsverhandlung als die "Festlegung der für den Fall der Auftragserteilung zum Auftrag gehörenden Lieferungen und Leistungen beider Seiten sowie der sonstigen vertraglichen Bedingungen".

  Auftrieb

Emporsteigen eines bewegten oder angeströmten Körpers entgegen der Schwerkraft durch Druckunterschiede.

  Auftriebskraft

Lotrecht, nach oben gerichtete Komponente einer Kraft, die vom Wasser auf einen Körper ausgeübt wird, s. Auftrieb.

  Aufwand

eingesetzte Ressourcen zur Deckung von Kosten, Zeit- und/oder Ressourcenbedarf (einschließlich Finanzmitteln) von Vorgängen, Arbeitspaketen oder Projekten.

In der Betriebswirtschaftslehre ist dies der gesamte Güterverbrauch der Unternehmung in einem Abrechnungszeitraum, z. B. Aufwendungen für Personal, Baustoffe und Fremdleistungen zur Leistungsbereitstellung, Reparaturen.

  Aufzinsung

Zinseszinsen, wodurch es sich um eine beschleunigte Erhöhung des ursprünglichen Kapitalbetrag handelt.Eine Investition von 100 Euro mit einem Zinssatz von 5% erwirtschaftet pro Jahr 5 Euro. Durch Zinsansammlung werden im ersten Jahr 5 Euro erwirtschaftet, ergibt eine neue Basis von 105 Euro, 5,25 Euro im zweiten Jahr ergibt 110,25 Euro, mit 5,51 Euro im nächsten Jahr und so weiter.

  Ausbaudurchfluss

Volumenstrom, für den eine Wasserkraftanlage oder eine Gewässerstrecke ausgelegt ist; Formelzeichen: Qa; Einheit: [m3/s]

  Ausbiss

Verschnitt der Schichtgrenze einer geologischen Schichtenfolge mit der Erdoberfläche. Durch Erosion werden Schichtgrenzen freigelegt, die nicht immer mit der morphologischen Form des Geländes korrespondieren.

  Ausbreitungsbarriere

Element im Fließgewässer, das eine Ausbreitung/Wanderung von Tier- und Pflanzenarten in Längsrichtung behindert oder verhindert (Stauhaltung, Sohlabsturz, Verrohrung). Ausbreitungsbarrieren bilden häufig den ausschlaggebenden Faktor für den Rückgang oder das Fehlen von wanderungsfreudigen bzw. auf Wanderungen angewiesenen Fließgewässerarten.

  Ausbreitungsmodell

(dispersion model) Modell zur Beschreibung des Verhaltens von Wasserinhaltsstoffn in einem hydrologischen System, s. a.Transportmodell.

  Ausfall

Im Sinne der Instandhaltung unbeabsichtigte Unterbrechung der Funktionsfähigkeit einer Betrachtungseinheit.

  Ausfällen

Gelöste Stoffe durch Zusätze geeigneter Substanzen aus einer Lösung ausscheiden. Ausfällen ist ein wichtiges Trennprinzip in der analytischen Chemie.

  Ausfaulgrube

s. Dreikammerkläranlage

  Ausflockung

Die Abtrennung von gelösten Stoffen aus kolloidalen Lösungen mittels Chemikalien.

  Ausfluss

(outflow) Das aus einen Raum in der Zeiteinheit ausfließende Wasservolumen. ANMERKUNG: Der gesteuerte Ausfluss aus Speichern wird als Abgabe bezeichnet. Formelzeichen: Q; Einheit: m3/s oder l/s

  Ausfuhr

(Spezialhandel) Nachgewiesen wird die Ausfuhr von Waren aus dem freien Verkehr und dem Veredelungsverkehr (nach zollamtlich bewilligter aktiver bzw. zur zollamtlich bewilligten passiven Eigen- und Lohnveredelung einschl. Ausbesserung), nicht jedoch die Ausfuhr aus Lager (Zolllager).

  Ausgaben

sind alle von der Unternehmung gezahlten Geldbeträge.

  Ausgangsstoff zur Kompostierung

Stoffe, die aufgrund ihrer Abbaubarkeit und ihres niedrigen Schadstoffpotentials in kurzen Zeiträumen technisch zu Kompost verarbeitet werden können, und einen qualitativ hochwertigen, schadstoffarmen Kompost erwarten lassen.

  Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme

s. naturschutzrechtliche Eingriffsregelung.

  Ausgleichsmaßnahme

Im Sinne des Gesetzes sind dies Maßnahmen, die dazu dienen, die durch einen Eingriff verursachten Beeinträchtigungen der Umwelt zu vermindern. Eine Ausgleichsmaßnahme muss sowohl in räumlichem, als auch in funktionalem Bezug zum Eingriff stehen. Falls mangels geeigneter Flächen keine Ausgleichsmaßnahmen im direkten Umfeld möglich sind, darf das Vorhaben nicht genehmigt werden, sofern die Belange von Naturschutz und Landschaftspflege vorrangig sind, es kann auch an anderer Stelle Ersatz geschaffen werden (Ersatzmaßnahme). Ausgleich im streng ökologischen/ ökosystemaren Sinn ist nicht möglich.

  Ausgleichszahlung

Geldliche Begleichung einer Wert- oder Einkommensminderung.

  Auskleidungsverfahren

Verfahren zur Renovierung von Kanälen.

Nach ATV-Merkblatte M 143 Teil 1 werden Auskleidungsverfahren unterschieden in

Auskleidung mit Rohren und

Auskleidung mit montierten Einzelelementen.

 

Die Auskleidung mit Rohren umfasst die

a)

Auskleidung mit vorgefertigtem Rohren (mit und ohne Ringraum) in Form von

Rohrstrang-Lining,

Einzelrohr-Lining und

Close-Fit-Lining.

 

b)

Auskleidung mit örtlich hergestellten Rohren (mit und ohne Ringraum) durch

Wickelrohr-Lining

 

c)

Auskleidung mit örtlich hergestellten und erhärtenden Rohren mit Hilfe von

Vor Ort härtendes Schlauch-Lining und

Noppenschlauch-Verfahren

 

 

Zu den Verfahren zur Auskleidung mit montierten Einzelelementen gehören die

a)

Vollauskleidung und

b)

Teilauskleidung.

 

Geringfügig abweichend von den oben genannten Verfahrenseinteilung definiert die Norm zusätzlich zu den oben genannten Lining-Verfahren folgende weitere Renovierungstechniken zur Auskleidung von Rohren

Nicht härtendes Schlauchlining und Rohrsegment-Lining.

 

Entgegen der Begriffsdefinition in der Norm: Einteilung der Reliningverfahren (Rohrstrang-, Langrohr-, Kurzrohr-, Wickelrohr- und Schlauchrelining) und der Montageverfahren unter dem Sammelbegriff Auskleidungsverfahren (im englischen Sprachgebrauch "Lining Techniques") zusammengefasst und unter den Verfahrensgruppen:

Auskleidung mit Rohren (Rohrlining bzw. Relining) und

Auskleidung mit Bahnen, Platten, Einzelelementen (Montageverfahren)

 

  Auslastungsgrad

Zur Bestimmung des Auslastungsgrads einer Wasserversorgungsanlage wird z.B. die maximale Stundenleistung auf die mittlere Stundenleistung am Tag bezogen: fh = Qhmax / Qhm. Die Auslastung beträgt a = 1/fh .

  auslaufender Strom

(outgoing current) Seewärts gerichtetet Strömung in einem oberirdischen Gewässer (s. oberirdisches Gewässer).

  Ausleitungskraftwerk

Kraftwerk, das an einem Triebwasserkanal liegt. Die Wasserausleitung wird i. d. R. durch ein Wehr erreicht.

Kraftwerk, das an einem Ausleitungskanal (Ausleitungsstrecke) liegt. Die Wasserausleitung wird durch ein Wehr erreicht. Der Ausleitungs- oder Kraftwerkskanal ist unterschiedlich lang.

  Ausleitungsstrecke

Ursprüngliches Gewässerbett eines Fließgewässers mit einem durch Wasserentnahme (z. B. für ein Ausleitungskraftwerk) verringerten Abfluss.

Kanal, der durch ein Wehr aufgestautes Wasser zum Kraftwerk oder einer anderen Nutzung führt.

  Auslese

Abscheidung einer Materialsorte (z. B. Fe-Metall, Eisenmetalle) aus einem inhomogenen Abfallstoff.

  ausschließliche Gesetzgebung

Die ausschließliche Gesetzgebung in Deutschland sieht vor, dass allein der Bund berechtigt ist, entsprechende Bereiche durch Rechtsnormen zu regeln (Gesetzgebung). Einzig wenn die Länder in einem Bundesgesetz dazu ermächtigt werden, dürfen sie nach den Vorschriften dieses Bundesgesetzes Teilbereiche selbst regeln. Die gesetzliche Grundlage bildet das GG.

  Ausschreibung

Förmliches Verfahren zur Einholung von Angeboten für Bauleistungen, das in der VOB/ Teil A geregelt ist. (Quelle: Ahrens, 2008 S. 32)

  Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung e.V.

Der AHO Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung e.V., hervorgegangen aus dem gegründeten AGO, ist der Zusammenschluss der maßgeblichen Ingenieurverbände, der Länderingenieurkammern Deutschlands sowie der Architektenkammern von Baden-Württemberg, Bayern, Bremen und Hessen, um die Honorar- und Wettbewerbsinteressen von Ingenieuren und Architekten zu vertreten.

Bei der Projektsteuerung nach AHO werden fünf Phasen definiert:

Projektvorbereitung (entsprechend Phase 1)

Planung des Projekts (entsprechend HOAI Phasen 2 bis 4)

Ausführungsvorbereitung des Projekts (entsprechend HOAI Phasen 6-7)

Ausführung des Projekts (entsprechend HOAI Phase 8)

Projektabschluss (entsprechend HOAI Phase 9).

Innerhalb dieser Phasen werden die Projektmanagementaufgaben Zielverfolgung (Qualität, Kosten, Termine) und Sicherung der Zielverwirklichung (Finanzierung und buchhalterische Abwicklung, Organisation, Dokumentation, Recht und Versicherung) definiert.

  Außendichtung

Auf der wasserseitigen Böschung eingebaute Dichtung aus natürlichen oder künstlichen Baustoffen.

  Außendurchmesser

OD (Outside Diameter) - Mittlerer Außendurchmesser des Rohrschaftes in jedem beliebigen Querschnitt.

  Außenfinanzierung

Die Außenfinanzierung kann auch als Marktfinanzierung bezeichnet werden. Sie bezeichnet die Art der Finanzierung, bei der Kapital durch entsprechende Finanzierungstransaktionen auf dem Kapitalmarkt von außen in die Unternehmung fließt.Zu unterscheiden sind:

zusätzliche Kapitaleinlagen der bisherigen Unternehmer (Eigenfinanzierung),

Kapitaleinlagen aus einer Beteiligung Dritter an das Unternehmen (Beteiligungsfinanzierung),

Aufnahme von Krediten (Kreditfinanzierung).

Den Gegensatz zur Außenfinanzierung bildet die Innenfinanzierung. Die traditionelle Abgrenzung zur Innenfinanzierung bildet die rechtliche Position eines Kapitalgebers, der bei der Außenfinanzierung Kapital von außen in das Unternehmen einbringt. Dies gilt auch für den bisherigen Unternehmer, der einen Teil seines Privatvermögens als Einlage oder Kapitalerhöhung bzw. Darlehen zur Verfügung stellt. In diesem Zusammenhang werden auch Lieferantenkredite als Außenfinanzierung gesehen, da der Lieferant außerhalb des Unternehmens steht.

  Ausufern

(overflow, flooding) Übertreten von Wasser über die seitliche Begrenzung des Gewässerbettes, s. Überschwemmung.

  Ausuferung

Ausufern 

  Ausuferungshäufigkeit

Häufigkeit des Überschreitens des Ausuferungswasserstandes.

  Ausuferungswasserstand

Wasserstand, bei dem das Ausufern beginnt.

  Auswaschung

Eine Methode, Teilchen mittel eines Sink- Schwimmverfahrens zu separieren. Die Teilchen werden in einen Flüssigkeitsstrom definierter Dichte gegeben. Teilchen mit höherer Dichte als das Trennmedium sinken ab, Teilchen mit geringerer Dichte schwimmen auf.

  Auswurfgenehmigung

Behördliche Genehmigung, in welcher jährlich die maximalen zulässigen radioaktiven Auswürfe der Wismutbetriebe festgelegt werden.

  Auto/Öl-Programm

Europäisches Programm unter Zusammenarbeit von Europäischer Kommission, Automobil und Mineralölindustrie zur Erreichung von Luftqualitätszielen im Straßenverkehr. Die festgelegten Luftqualitätsziele werden durch neue Motortechniken und Kraftstoffqualitäten erreicht.

  autochthon

Am Ort des Vorkommens entstanden (bodenständig, einheimisch).

alteingesessen, bodenständig (H: altgr.); Gegenteil: allochthon.

Im selben Gebiet oder Biotop entstanden; innere systemeigene Umsetzungen oder Prozesse

  autochthone Wetterlage

Bei einer autochthonen oder eigenbürtigen Wetterlage können sich die klimatischen Eigenschaften eines Gebietes voll ausprägen. Dazu gehören z. B. thermische Windsysteme (Gebirgswind, lokale Kaltluftflüsse, städtische Wärmeinseln, warme Hangzonen usw.). Sie treten bei Hochdrucklagen auf. Einen Gegensatz dazu bilden allochthone oder fremdbürtige Wetterlagen.

  Autökologie

Lehre von den Umwelteinflüssen auf eine einzelne Art.

  Autolyse

Selbstzerfall von Biomasse nach dem Tod, ohne mikrobiellen Abbau (mikrobieller Abbau).

Selbstauflösung von absterbenden oder gerade abgestorbenen Zellen infolge des Versagens zellinterner Lebensprozesse.

  Autoshampoo

Mischung von lackschonenden Tensiden.

  autotroph

(autos gr. = selbst; trophe gr. = Nahrung). Sich nur aus anorganischen Stoffen ernährend. (s. chemolithotroph, photolithotroph(

Selbständiger Aufbau von Molekülen aus anorganischen Bestandteilen (Salze, Wasser, Photosynthese, Chemosynthese); sich ausschließlich von anorganischen Stoffen ernährend.

Bezeichnung für den Ernährungstyp von Organismen, die zum Aufbau ihrer Körpersubstanz nur anorganische Stoffe (Wasser, Kohlendioxid, Salze, Stickstoffverbindungen) benötigen. Hierzu gehören alle grünen Pflanzen, Algen und einige Bakterien. (s. a. heterotroph)

  Auwald

Wald in Überschwemmungsgebieten von Gewässern, der starken Schwankungen des Bodenwasserhaushaltes ausgesetzt ist und sich diesen Verhältnissen angepasst hat. s. a. Aue.

Wald natürlicher bzw. naturnaher Gewässerauen, unterteilt vom Fließgewässer aus gesehen in Weichholzaue und Hartholzaue.

Vegetationszone in Überschwemmungsgebieten von Flüssen (Fluss).

  Avalprovision

Provision, die für die Bürgschaft gezahlt werden muss, die eine Bank übernimmt, zum Beispiel in Form einer laufenden prozentualen Gebühr ähnlich einem Zinsentgelt.

  B-Horizont

Dem A-Horizont folgende Bodenschicht, in der bereits Bodenbildungsprozesse stattgefunden haben und als Folge aus Gestein ein Boden entstanden ist (Bodenhorizont).

  Badegewässer

Die EG hat eine "Richtlinie über die Qualität der Badegewässer" erlassen (Badegewässerrichtlinie), die von den Mitgliedstaaten als Verwaltungsvorschrift in geltendes Recht umgesetzt wurde. Sie gilt für fließende und stehende Binnengewässer sowie Meerwasser. Mit dieser Richtlinie soll erreicht werden, dass nicht nur ästhetische Bedürfnisse erfüllt, sondern auch Gesundheitsgefährdungen ausgeschlossen werden.

  Badegewässerrichtlinie

Richtlinie des Europäischen Rates über die Qualität der Badegewässer

  Badreiniger

Saure oder alkalische Flüssigkeiten bzw. Aerosole mit Tensiden, Komplexbildnern und milden Säuren oder Alkalien.

  bakterielle Sulfatreduktion

Die Reduktion des SO4--Ions zu H2S durch spezialisierte heterotrophe Mikroorganismen unter Abwesenheit von Sauerstoff (s. Denitrifikation). Ein sehr großer Teil des in Gewässern vorkommenden H2S entsteht durch bakterielle Sulfatreduktion (Faulschlamm).

  bakterielle Zersetzung

Biologische Abbauvorgänge (biologischer Abbau, Fäulnis, Verwesung, Gärung u. a.) von organischen Substanzen durch Mikroorganismen.

  Bakterien

Einzellige Mikroorganismen, die sich durch Spaltung vermehren und die bei biologischen Abbauvorgängen (biologischer Abbau, Fäulnis, Verwesung, Gärung u. a.) sowie als Erreger von Krankheiten eine wichtige Rolle spielen. Nach der Lebensweise werden unterschieden:

obligat aerobe Bakterien (Aerobier, benötigen ausschließlich aerobe Bedingungen),

obligat anaerobe Bakterien (Anaerobier, benötigen ausschließlich anaerobe Bedingungen),

fakultativ aerobe und anaerobe Bakterien (können sowohl unter aeroben als auch unter anaeroben Bedingungen leben).

 

Nach der Umgebungstemperatur werden unterschieden:

psychrophile Bakterien (Temperaturoptimum < 20°C),

mesophile Bakterien (Temperaturoptimum 20-45°C),

thermophile Bakterien (Temperaturoptimum > 45°C).

 

Einzellige, mikroskopisch kleine Organismen von kugeliger, stäbchenförmiger oder gekrümmter Gestalt. Heterotrophe Bakterien können organische Verbindungen abbauen. Daher spielen sie eine wichtige Rolle bei der Selbstreinigung der Gewässer, dem Abbau organischer Stoffe in der Gewässersohle (Uferfiltration) oder in der obersten Schicht eines Langsamsandfilters und der biologischen Abwasserreinigung (biologische Abwasserreinigung) in Kläranlagen.

  Bakterienausscheider

s. Dauerausscheider

  Bakterienfilter

Filter aus Kieselgur, Asbest oder Agarschichten, natürlichen oder synthetischen Stoffen, z. B. Celluloseacetat hält Bakterien aus Flüssigkeiten oder Gasen zurück.

  Bakteriengift

Bakteriengifte teilt man ein in Ektotoxine (Exotoxine), die von lebenden, und Endotoxine, die von abgestorbenen Bakterien abgegeben werden. Die Trennung beider Begriffe ist unscharf.

  Bakterientest

Nach der Norm festgelegtes Verfahren zur Bestimmung der Toxizität von Abwasser gegen Bakterien. Als Modellorganismus wird Pseudomonas fluorescens verwendet. Gemessen wird die Erniedrigung des pH-Wertes durch die Tätigkeit der Bakterien.(s. a. Algentest, Daphnientest, Fischtest)

  Bakterientoxizität

Giftigkeit von Stoffen/Stoffgemischen für Bakterien.

Da Bakterien im Stoffhaushalt von Gewässern eine zentrale Rolle einnehmen und hier z. B. durch den Abbau organischer Substanzen sowohl zur Selbstreinigung der Gewässer beitragen als auch die Bereitstellung von Nährstoffen für Pflanzen sichern, müssen bakterienschädigende Stoffe in toxisch wirksamen Konzentrationen möglichst ferngehalten werden. Voraussetzung derartiger Schutzmaßnahmen ist die Kenntnis der Bakterientoxizität der betreffenden Stoffe; sie wird in standardisierten Laborprüfverfahren ermittelt.

  Bakteriologie

Die Lehre vom Bau und der Lebensweise der Bakterien.

  bakteriologische Wasseruntersuchung

Mikrobiologische Untersuchungsverfahren zur Feststellung, wieviele Bakterien einer Wasserprobe auf einem Nährboden bestimmter Zusammensetzung zur Vermehrung zu bringen sind (Kolonienzahl) und ob sich unter ihnen Keime aus dem Darm von Mensch und Tier befinden (z. B. Escherichia coli).

Die bakteriologische Wasseruntersuchung gehört zur routinemäßigen Überwachung der Trinkwasserversorgung und dient dazu, den Ausbruch bzw. die Verbreitung wasserübertragbarer Krankheiten zu vermeiden.

  Bakteriophagen

Phagen, Viren, die ausschließliche in Bakterien zur Vermehrung kommen.

  bakteriostatisch

(bacteria gr. = Stab; statos gr. = stehend). Nennt man alle Stoffe, die das Wachstum der Bakterien hemmen.

  bakterivore Ciliaten

Sich von Bakterien ernährende Gruppe der Wimpertierchen. Die Anzahl der bakterivoren Ciliaten dient als repräsentativer Ökofaktor zur Beschreibung der stofflichen Belastung eines Fließgewässers.

  Bakterizid

(caedere lat. = fällen, töten). Bakterienabtötender Stoff; die bakterizide Wirkung unterscheidet sich von der bakteriostatischen dadurch, dass nach Entfernen des Mittels Wachstum und Vermehrung der Bakterienzellen nicht wieder beginnen. (VC)

  Balkendiagramm

Das Balkendiagramm zählt neben Netzplan und Projektstrukturplan zu den bekanntesten Grafiken des Projektmanagements. Es visualisiert die Ablaufstruktur der Arbeitspakete und Vorgänge. Diese werden über einer Zeitlinie als horizontale Balken oder Linien gezeichnet und können durch Beziehungen verknüpft werden. Das Balkendiagramm ist somit die zeitlich normierte, der Netzplan die logisch strukturierte Darstellung des Projektablaufes. Das Balkendiagramm entspricht dabei am nächsten dem Vorgangs-Knoten-Netzplan. Im Gegensatz zur Netzplandarstellung ist das Balkendiagramm nicht an die Norm gebunden. Der Vorteil des Balkendiagrammes ist die intuitive Terminplanung, sein Nachteil die ggf. irreführende Wertung der Vorgänge nach ihrer Dauer (lange Dauer muss weder hohen Aufwand noch besondere Bedeutung ausdrücken, z. B. Wartezeiten). Nicht zuletzt durch den stark zunehmenden Einsatz von Projektmanagement-Software für die Projektplanung ist für das Balkendiagramm eine zweigeteilte Darstellung üblich geworden. Am linken Rand werden in Form eines hierarchischen Verzeichnisses die Vorgänge aufgelistet, die im rechten Diagramm als Balken über der Zeitachse aufgetragen sind. In der Praxis werden Meilensteine gemeinsam mit Vorgängen im Balkendiagramm dargestellt, obwohl sowohl die Norm als auch PMBOK eigentlich zwischen Ereignis- und Vorgangsplänen differenzieren. Der PMBOK kennt neben dem Bar Chart explizit die Milestone Chart, in der nur die Meilensteine über der Zeitachse eingetragen sind.

  Balkenplan

Diagramm zur Visualisierung der Zeitplanung eines Projektes. Die Dauer eines Arbeitspakets wird durch die Länge des Balkens in der Zeitachse symbolisiert. Die Balken können sowohl Ist- als auch Soll-Daten umfassen. Ereignisse werden als Zeitpunkte dargestellt. (s. a. Gantt-Diagramm, Balkendiagramm)

  Ballen pressen

Abfall oder recyceltes Material wird unter Verwendung einer Ballenpressmaschine oder Presse in einen Blockform gepresst. Die Blocks haben dann eine geeignete Dichte und Form, die es erlaubt, sie später als gebundene oder lose Einheit zu behandeln.

  Ballenpresse

Eine Maschine, die geeignet ist, einen Ballen aus festem Abfall oder anderem Material zu pressen.

  Bank

(bar) Einzeln auftretender ausgedehnter Transportkörper unter Mittelwasserstand oder MThw, der seine Lage unter dem Einfluss der Strömungskräfte verändert.

  Barre

(bar) Natürliche, quer zur Hauptströmungsrichtung unter MThw oder Mittelwasserstand liegende Schwelle.

  Barwert

Als Barwert wird der zusammengefasste heutige Wert einer oder mehrerer in der Zukunft anfallender positiver oder negativer Zahlungen bezeichnet. Der Barwert wird rechnerisch dadurch ermittelt, dass die in der Zukunft anfallenden Zahlungen auf den heutigen Wert abgezinst und aufaddiert werden. Der Barwert ermöglicht nicht nur den Gegenwartswert einer Zahlungsreihe zu ermitteln, sondern auch Investments mit unterschiedlicher Zahlungsreihe aber gleicher Laufzeit zu vergleichen. Der Barwert ist neben der Rendite eine der wichtigsten Kennzahlen zur Analyse von Anleihen.

  Barwertermittlung

Bei der Barwertermittlung handelt es sich um eine dynamische Kostenbetrachtung, in der alle Kostenströme (Investitionskostenanteile, jährliche Betriebskosten, jährliche Entsorgungskosten etc.) für jedes Jahr separat betrachtet und auf einen festgelegten zeitlichen Bezugspunkt (in der Regel den Zeitpunkt der Investition) zurückgerechnet werden. Das Ergebnis ist für jedes betrachtete Verfahren ein Projektkostenbarwert in €, der unmittelbar mit anderen Projektkostenbarwerten verglichen werden kann.

  Barwertfaktor

Berechnet den Wert in t Jahren anfallenden regelmäßigen Zahlungsreihe heute. Dabei werden die Gleider der Zahlungsreihe unter Berücksichtigung von Zins und Zinseszins abgezinst und gleichzeitig die Barwerte addiert. 

  Basalt

ein Gesteinstyp

  Basisabfluss

Teil des Abflusses, der nicht Direktabfluss ist.

  basisch wirksamer Bestandteil

Der Anteil in einer Substanz mit einem pH-Wert über 7.

  Basisjahr

Unter dem Basisjahr versteht man ein bestimmtes festgelegtes Jahr, welches als Bezugsgröße bzw. Vergleichsmaßstab zu Folgejahren dienen soll. Anwendung findet dies beispielsweise bei Zeitreihen zum Bruttoinlandsprodukt, bei Preisindizes oder bei bestimmten Bereinigungsberechnungen zur Lohnquote.

  Basiskarte

In Basiskarten (Grundkarten) sind die Objekte der Realwelt abgebildet, die für den geographischen Nachweis des Leitungsbestandes (Bestandsplanwerk) erforderlich sind.

  Basizität

s. Alkalität

  Bastardisierung

Kreuzung zwischen zwei verschiedenen, aber nah verwandten Arten (z. B. Pferd und Esel)

  Batch-Reaktor

Der Batch-Reaktor (auch Chargen-Reaktor) hat ein konstantes Reaktorvolumen. Er hat weder Zufluss noch Abfluss, es handelt sich also um ein geschlossenes System (Ausnahme bei Gasaustausch). Typische Batch-Reaktoren sind Reagenzgläser im Labor.

  Bathypelagial

(bathys gr. = tief; pelagos gr. = Meer). Der Lebensbereich unterhalb von 200 m Tiefe im Meer.

  Batterieverordnung

(BattV) Verordnung über die Rücknahme und Entsorgung gebrauchter Batterien und Akkumulatoren.Ziel der Verordnung ist es, den Eintrag von Schadstoffen in Abfällen (Abfall) durch Batterien zu verringern, indem schadstoffhaltige Batterien nicht in Verkehr gebracht werden dürfen und gebrauchte Batterien zurückgenommen und schadlos verwertet bzw. beseitigt werden.

  Bauabfall

Umfasst die Abfallart Bauschutt, Baustellenabfall, Bodenaushub und Straßenaufbruch.

  Baugenehmigung

Die näheren Vorschriften über die Bebauung von Grundstücken enthalten die Bauordnungen der Länder. Grundsätzlich bedürfen Errichtung, Änderung und Abbruch baulicher Anlagen der Genehmigung (Baugenehmigung) der Bauaufsichtsbehörde, ebenso die Nutzungsänderung von Gebäuden oder Räumen. Vorhaben kleineren Ausmaßes oder mit geringeren Gefährdungsmöglichkeiten sind entweder nur anzeigepflichtig oder genehmigungs- und anzeigefrei. Die Bauordnungen regeln ferner die Verantwortlichkeit der Beteiligten (Bauherr, Entwurfsverfasser, Unternehmer, Bauleiter) und das Genehmigungsverfahren, den Bauantrag und die Bauvorlagen sowie deren Behandlung durch die Bauaufsichtsbehörde, ferner Bauanzeige und Baubeginn sowie die Bauabnahme als Voraussetzung für die Ingebrauchnahme genehmigungsbedürftiger baulicher Anlagen.

  Baugesetzbuch

Mit dem Baugesetzbuch (BauGB) werden die rechtlichen Grundlagen des Städtebaues, soweit sie zur Gesetzgebungskompetenz des Bundes gehören, in einem einheitlichen Gesetzeswerk zusammengefasst. Seine Bestimmungen haben großen Einfluss auf Gestalt, Struktur und Entwicklung des besiedelten Raumes und die "Bewohnbarkeit" der Städte und Dörfer. Während das BauGB mehr die planungsrechtliche Seite des Bauens betrifft (ob, wo, wie), regeln die Bauordnungen der Länder mehr die technische und gestalterische Seite sowie das bauaufsichtliche Verfahren.

  Baukosten

Baukosten sind Aufwendungen für Güter, Leistungen und Abgaben, die für die Planung (Architektur und Statik) und die Ausführung von Baumaßnahmen erforderlich sind. Sie setzen sich zusammen aus den Kosten für das Bauwerk (reine Baukosten genannt) sowie den Kosten für Außenanlagen und den sonstigen Kosten (auch Baunebenkosten genannt).

  Baukostenmanagement

s. Kostenmanagement

  Baulänge

Effektive Länge eines Bauteils im eingebauten Zustand.

Rohrleitungsbau: Die Baulänge eines Rohres mit glattem Ende (ohne Muffe) ist der Abstand zwischen den Enden des Rohrs. Die Baulänge eines Rohres mit angeformter, geklebter oder angeschweißter Muffe ist der Abstand zwischen dem glatten Ende und dem Muffengrund.

  Bauleitplanung

Oberbegriff für die kommunalen Planungen "Flächennutzungsplan und Landschaftsplan" (vorbereitende Bauleitplanung) sowie "Bebauungsplan und Grünordnungsplan"

Gesetzlich geregeltes Verfahren in der Planungshoheit der Gemeinden, um die städtebauliche Entwicklung vorausschauend zu ordnen. Bauliche und sonstige Nutzung der Grundstücke sind nach dem Baugesetzbuch durch Bauleitpläne vorzubereiten. Bauleitpläne sind der Flächennutzungsplan und der Bebauungsplan. Sie sollen eine geordnete städtebauliche Entwicklung und eine dem Wohl der Allgemeinheit entsprechende sozialgerechte Bodennutzung gewährleisten und dazu beitragen, eine menschenwürdige Umwelt zu sichern und die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und zu entwickeln. Mit Grund und Boden soll sparsam und schonend umgegangen werden. Landwirtschaftlich, als Wald oder für Wohnzwecke genutzte Flächen sollen nur im notwendigen Umfang für andere Nutzungsarten vorgesehen werden.

  Baumschutzsatzung

Satzung von Gemeinden und/oder Kreisen, nach der die Schädigung oder Zerstörung von Bäumen in einem bestimmten, innerstädtischen Gebiet grundsätzlich verboten ist. Außerdem können Pflegemaßnahmen vorgeschrieben sein. In einigen Bundesländern werden stattdessen Baumschutzverordnungen von den Landesbehörden erlassen.

  Baumschutzverordnung

s. Baumschutzsatzung

  Baumuster

 

Einteilung von Kompostierungsverfahren

Baumuster I - Boxenkompostierung und Containerkompostierung

Baumuster II - Tunnelkompostierung und Zeilenkompostierung

Baumuster III - Rottetrommel

Baumuster IV - Mietenkompostierung, belüftet

Baumuster V - Mietenkompostierung, unbelüftet

Baumuster VI - Sonderverfahren (Brikollare Kompostierung, Turmkompostierung)

 

  Baunutzungskosten

Nach der Norm alle bei Gebäuden, den dazu gehörenden baulichen Anlagen und deren Grundstücken unmittelbar entstehenden regelmäßig und unregelmäßig wiederkehrenden Kosten vom Beginn der Nutzbarkeit des Gebäudes bis zum Zeitpunkt seiner Beseitigung. Die betriebsspezifischen und produktionsbedingten Personal- und Sachkosten werden nicht darin zusammengefasst. (Quelle: Ahrens, 2008)

  Bauordnung

Landesgesetze, in denen die Voraussetzungen für die Errichtung, Änderung und den Abbruch baulicher Anlagen (insbesondere Ausführung und Gestaltung) sowie die Erteilung der Baugenehmigung geregelt sind (LBO).

  Bauordnungsrecht

Die rechtlichen Regelungen, in denen die materiellrechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung, die Änderung und den Abbruch baulicher Anlagen und das baurechtliche Verfahren geregelt sind. Nicht im Bauordnungsrecht geregelt sind die bauplanungsrechtlichen Vorgaben.

  Bauprojekt

Projekte in der Bauwirtschaft weisen eine hohe branchenspezifische Ausprägung auf. Sie sind durch Gesetze, Verordnungen und Normen in ein sehr starres Projektumfeld eingebettet. Der Ablauf von Bauprojekten ist durch die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) sowie die Verdingungsordnung Bau (VOB) detailliert geregelt. Bauprojekte weisen eine eigene Sprache auf. Beispielsweise entspricht dem Lastenheft in etwa die Kombination aus dem Leistungsverzeichnis und dem aktuellen Planstand. Neben den Begriffen des Projektleiters und des Projektmanagers wird im Bau noch der Begriff des Projektsteuerers verwendet. Traditionell übernimmt ein Architekt die Rolle des Projektleiters bei Bauprojekten. Nur bei kleineren Projekten wird noch ein einzelner Architekt sowohl die planerische Leistung als auch das Projektmanagement übernehmen. In der Regel wird sich ein Team von mehreren Spezialisten oder spezialisierten Architekturbüros die einzelnen Managementaufgaben innerhalb des Bauprojektes teilen. Teilprojekte im Bau werden in der Regel nach Gewerken (Aufgabenteilung zwischen den Handwerksberufen) und Losen (räumliche Aufteilung) gebildet. Aufgrund dieser branchenspezifischen Ausprägung gibt es für die Baubranche eigene Software, die z. B. die Kostenschätzung, die Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung (AVA) sowie das eigentliche Projektmanagement unterstützen.

  Bauregelliste A

Die Bauregelliste A enthält nationale technische Regeln für Bauprodukte, an die aus baurechtlicher Sicht Anforderungen bezüglich der Verwendbarkeit gestellt werden. Bauprodukte, die mit den Anforderungen der in Bauregelliste A aufgeführten technischen Baubestimmungen übereinstimmen, tragen zur Bestätigung dieser Übereinstimmung das Ü-Zeichen.

  Bauschutt

Mineralische Stoffe aus Bautätigkeiten, auch mit geringfügigen Fremdanteilen.

  Bauschuttdeponie

Im Vergleich zu Erddeponien besitzen Bauschuttdeponien ein erhöhtes Gefährdungspotential. Dem entsprechend gelten zusätzlich zu den Mindestanforderungen an Erddeponien weitergehende Anforderungen. Dazu gehören eine strenge Überwachung der Anlieferung, eine Waage im Eingangsbereich, das Erstellen einer Betriebsanweisung und Betriebstagebuch sowie die schadlose Beseitigung von Sickerwasser. Zur Gütebeurteilung des Grundwassers sind zwei Grundwasserpegel im Abstrom und ein Grundwasserpegel im Zustrom zu errichten. Zusätzlich werden immer öfter eine Basis- und Oberflächenabdichtung aus mineralischem Material verlangt.

  Baustellenabfall

Nichtmineralische Stoffe aus Bautätigkeit, auch mit geringfügigen Fremdanteilen.

  Bauwerkskosten

Kosten, die sich als Summe der Kostengruppen 300 und 400 ergeben.

  Bauwerksvolumen

(volume of dam) Volumen des Absperrbauwerkes (früher Kubatur) [m3]

  Bauwirtschaft

In Abhängigkeit von wasserwirtschaftlichen Auflagen, konjunkturellen Schwankungen und öffentlichen Baumaßnahmen.

  Bazillen

aerobe, stäbchenförmige, sporenbildende Bakterien

  Bazillenträger

Bezeichnung für Tiere und Menschen, die Krankheitskeime in sich tragen, ohne selbst krank zu sein, Dauerausscheider.

  Beamtenprivileg

Staatliche Haftungsübernahme für Schäden, die im Rahmen hoheitlicher Tätigkeit verursacht werden.

  Bebauungsplan

(BauGB). Verbindlicher Bauleitplan. Wird aus dem Flächennutzungsplan entwickelt. Enthält als gemeindliche Satzung rechtsverbindliche, konkrete und parzellenscharfe Festsetzungen über Art und Maß der baulichen Nutzung innerhalb des Plangebietes. Qualifizierte Bebauungspläne enthalten ferner Festsetzungen über die örtlichen Verkehrsflächen und die überbaubaren Grundstücksflächen.

  Beccari-Verfahren

Ein Kompostierungsprozess, in dem Abfall in einem belüfteten Behälter für 40 bis 50 Tage eingeschlossen wird. Anschließend erfolgt eine Feinaufbereitung.

  Beckenpass

Beckenpässe sind eine vom Ober- zum Unterwasser geführte Rinne mit treppenartig aneinandergereihten Becken mit einem Kronenausschnitt und Schlupfloch.

  Beckenversickerung

Anlage zur Versickerung von Regenwasser, in der Regel mit einem Anschlusswert Au: As > 1:15.

Das Regenwasser von größeren Flächen kann über Becken versickert werden. Diese Anlagen sind größer als Mulden.

  Becquerel

SI-Einheit der Aktivität eines radioaktiven Stoffes 1 Bq = 1 Zerfall pro Sekunde (nach dem Franzosen BECQUEREL benannt)Spezifische Aktivität: Bq pro Masse; z. B. Bq/kgAktivitätskonzentration: Bq pro Volumen; z. B. Bq/m3, Bq/Liter

(Bq) Einheit für die Zahl der spontanen Zerfälle oder auch Kernreaktionen von Radionukliden pro Zeiteinheit. Antoine Henri Becquerel (1852-1908), Prof. für Physik an der Ecole Polytechnique in Paris, entdeckte die Radioaktivität des Urans. Hierfür erhielt er 1903 (zusammen mit dem Ehepaar Curie) den Nobelpreis für Physik.

  Bedarfsplanung

 

Die Bedarfsplanung bedeutet:

die methodische Ermittlung der Bedürfnisse von Bauherrn und Nutzern,

deren zielgerichtete Aufarbeitung als "Bedarf" und

dessen Umsetzung in bauliche Anforderungen.

Die Bedarfsplanung dient der Ermittlung des zukünftigen Bedarfs an Material. Als Verfahren der Bedarfsplanung werden die programmgebundene und die verbrauchsgebundene Bedarfsplanung unterschieden. Bei der programmgebundenen Planung, die auch als deterministische Planung bezeichnet wird, wird vom vorliegenden Produktionsprogramm analytisch anhand von Stücklisten oder synthetisch anhand von Teileverwendungsnachweisen ausgegangen. Grundsätzlich handelt es sich bei den Teileverwendungsnachweisen um Stücklisten in anderer Sortierfolge. Der Teileverwendungsnachweis ist also nur eine umgekehrte Stückliste. Insoweit sind Teileverwendungsnachweis und Stückliste identisch. Bei der verbrauchsgebundenen Planung, die auch als stochastische Planung bezeichnet wird, wird der zukünftige Bedarf aufgrund des Vergangenheitsverbrauches prognostiziert.

  Bedeichung

Gewässerregelung, hauptsächlich zur Verbesserung der Wasserstands- und Abflussverhältnisse (s. Hochwasserschutz).

  bedingt naturnah

(Natürlichkeitsgrad) Die Bewertungsmerkmale entsprechen nur teilweise einer von Menschen nicht beeinflussten oder einer weitgehend naturraumgerechten neu geschaffenen Ausprägung.

  Bedürfnis

Was für den Nutzer notwendig ist oder von ihm gewünscht wird. Das Bedürfnis kann erklärt oder unerklärt, es kann ein bestehendes oder ein potentielles sein.

  Beeinträchtigung von Natur und Landschaft

Sind negative Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes oder das Landschaftsbild, die insbesondere durch raumbezogene Planungen, Vorhaben und Maßnahmen hervorgerufen werden.

Zu den Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft gehören u. a.:

Die Umwidmung und Versiegelung von unbebauten und begrünten Flächen.

Die nicht auf Sparsamkeit und Nachhaltigkeit ausgerichtete Nutzung der Naturgut.

Der Verlust der natürlichen Fruchtbarkeit des Bodens.

Die Zerstörung wertvoller Landschaftsteile durch den Abbau von Bodenschätzen.

Die Gefährdung der Selbstreinigungskraft von Gewässern.

Die Schädigung der Vegetation durch Luftverunreinigung.

Die Zerschneidung und Verkleinerung der Lebensräume (Biotope) wildlebender Tiere und Pflanzen.

Der Verlust von Erholungsgebieten für den Menschen, insbesondere durch eine fortschreitende Landschaftszersiedelung.

 

  Beeinträchtigungsintensität

In der Terminologie der Ökologischen Risikoanalyse (ökologische Risikoanalyse) das Maß für die durch ein Vorhaben hervorgerufenen umweltrelevanten Auswirkungen. (Gängiges Synonym: Belastungsintensität, Wirkungsintensität)

  befallene Pflanze

Pflanzen mit Krankheiten, hervorgerufen durch Pilze, Bakterien, Tiere oder Umwelteinwirkungen.

  befestigte Fläche

Befestigter und undurchlässiger Teil des angeschlossenen Entwässerungsgebietes.

  Befliegung

Aus Flugzeugen wird mit einer IR-Kamera die Temperatur der Erdoberfläche aufgenommen (Thermalscannerbefliegung).

  Befugnis

Befugnis ist das Recht zu einer bestimmten Handlung. Befugnisse können absolut bestehen, z.B. hat die Geschäftsführung qua Amt alle Befugnisse innerhalb des Unternehmens. Befugnisse können auch aus Übernahme der Verantwortung für eine Aufgabe erwachsen. Nach dem Kongruenzprinizip muss eine Person oder Organisationseinheit mit Erteilung einer Aufgabe auch die dafür erforderlichen Befugnisse (z.B. Zeichnungsrecht) erhalten.

  Begradigung

Fluss- und Bachläufe sind durch viele Schleifen gekennzeichnet. Bei Hochwasser entstehen oft ganz neue Fluss- und Bachläufe. Um dies zu verhindern und um die Täler und Siedlungen vor Überschwemmungen zu schützen, werden Flüsse und Bäche begradigt. Mancher Fluss wird erst durch die Begradigung schiffbar. Allerdings senkt sich dadurch ohne gleichzeitige Stauregelung der Grundwasserspiegel, vor allem aber wird der Lebensraum von vielen, zum Teil seltenen Tieren und Pflanzen zerstört.

  Behandlung

Alle Tätigkeiten, die mit der Verarbeitung von Abfallstoffen verbunden sind, ausgenommen die Lagerung, Verwertung und Deponierung.

  Beharrungsstrecke

Abschnitt eines Fließgewässers, in dem weder Erosion noch Sedimentation feststellbar sind.Gefälle und Sohlhöhen bleiben über einen längeren Zeitraum auf gleichem Niveau.

  Beharrungszustand

Die Feststoffzufuhr zu einem Flussabschnitt ist gerade so groß wie das den hydraulischen Randbedingungen entsprechende Transportvermögen. Auch bei deutlicher Feststoffbewegung bleibt die Flusssohle auf konstantem Niveau, da der Feststoffbedarf des jeweiligen Abflusses im Abschnitt voll durch die Feststoffzufuhr von Oberstrom gedeckt ist.

  Beihilfe

Subventionierung; die Aufwendungen sind niedriger als der Aufwand.

  beispielhafte Ausbaulösung

Bestmögliche Verknüpfung der Vorgaben von Technik, Betrieb, Unterhaltung, Naturschutz und Landschaftsbild sowie Freizeit und Erholung an technisch geprägten Gewässern.

  Beitrag

Unterart der öffentlichen Abgaben. Geldleistungen, die in Hinblick auf eine besondere Gegenleistung auferlegt werden, z. B. für die Möglichkeit der Benutzung besonderer Einrichtungen oder die Ausnutzung besonderer Vorteile. Beitragssätze werden nach der Benutzungsmöglichkeit gestaffelt. Ob davon Gebrauch gemacht wird, ist unerheblich. (Stichwort: Anliegerbeiträge, Erschließungsbeiträge).

  Bekanntmachung

Wendet sich an die Bevölkerung durch Veröffentlichung eines Verwaltungsaktes (Amtsblätter, Anhang). Sind keine Rechtssätze und begründen daher aus sich heraus für den Bürger keine Rechte oder Pflichten. Allerdings geben sie häufig den Inhalt verbindlicher Rechtsvorschriften wieder oder erläutern diese. Durch ständige Anwendung können sie zu einer Selbstbindung des Ermessens der Verwaltungsbehörde führen. Nicht zu verwechseln mit der Zustellung.

  Beladung

Bei der Adsorption die pro Masseneinheit des Sorbens aufgenommene Menge an Sorptiv.

Bei der Filtration die pro Massen- oder Volumeneinheit des Filtermediums aufgenommene Menge an abfiltrierten Stoffen.

  Belästigung

Das was belästigt oder verletzt, z. B. überlaute Geräusche, Emissionen von schädlichen Gerüchen, verunreinigende Ausstöße. Es existiert eine Reihe von einschlägigen gesetzlichen Regelungen, s. Umweltbelastung.

Als Belästigung bezeichnet man im weitesten Sinne das nachhaltige Einwirken eines oder mehrerer Subjekte (z. B. einer Person) oder Objekte (einer Sache) auf ein oder mehrere Subjekte (z. B. der Zielperson), wobei grundsätzlich entscheidend ist, dass es vom Opfer als beeinträchtigend oder schädigend wahrgenommen wird, z. B. überlaute Geräusche, Emissionen von schädlichen Gerüchen, verunreinigende Ausstöße. Es existiert eine Reihe von einschlägigen gesetzlichen Regelungen, s. Umweltbelastung.

  Belästigungsgrenze

Die niedrigste Konzentration eines Luftverschmutzers, die beanstandet werden kann.

  Belastung

Beanspruchung des gesamten Naturhaushalts durch Verunreinigungen und physikalische Beeinflussung (z. B. Abwärme) der Luft, der Gewässer, des Bodens auf eine Weise, die das beeinflusste Gebiet nachteilig verändert, und der Pflanzen mit artfremden Stoffen, die bei einer Aufnahme durch Tiere und Menschen auch diese belasten können.

Bei Kläranlagen das Verhältnis zwischen der Leistungsfähigkeit und der zugeführten Abwassermenge.

  Belastung eines Gewässers

Menge der einem Gewässer zugeführten Verschmutzungsstoffe oder thermischen Energie innerhalb eines abgegrenzten Zeitabschnittes; Kriterium bei org. Stoffen ist der biochemische Sauerstoffbedarf.

  Belastungsgebiet

Den Landesregierungen ist nach Bundes-Immissionsschutzgesetz die Möglichkeit gegeben, bestimmte Gebiete zu Belastungsgebieten zu erklären. In diesen Gebieten werden durch hohe Luftverunreinigungen verstärkt schädliche Umwelteinwirkungen hervorgerufen. In Belastungsgebieten werden beispielsweise Immissionskataster (mit fortlaufender Feststellung von Art und Umfang bestimmter Luftverunreinigungen) und Emissionskataster (mit Angaben über Art, Menge, räumliche und zeitliche Verteilung der Emissionen und deren Ausbreitung) aufgestellt. s. a. Untersuchungsgebiet.

  Belastungsgrenze

Schwellen- oder Grenzwert für äußere Einwirkungen auf natürliche Systeme. Jedes natürliche System besitzt bis zu einem gewissen Grade die Möglichkeit, äußere Einwirkungen abzufangen und das System im Gleichgewicht zu halten (z. B. "Selbstreinigungskraft der Gewässer"). Über verschiedene labile Zwischenstadien stellt sich danach i. A. ein neues Gleichgewichtssystem ein, das i. A. aber artenärmer und weniger leistungsfähig sein kann und damit die Umweltqualität verringert.

  Belastungsintensität

s. Beeinträchtigungsintensität

  Belastungsklasse

Im Thüringer Katalog großflächiger Bodenkontaminationen (Bodenkontamination) werden Flächen mit Verdacht auf schädliche Bodenveränderungen Belastungsklassen zugeordnet.

  Belastungszustand

Verschmutzungsgrad eines Gewässers

  belebter Schlamm

Häufig auch als Belebtschlamm bezeichnet. Aus ein- und mehrzelligen Kleinlebewesen (z. B. Bakterien, Pilzen) bestehender Schlamm (belebter Schlamm) im Belebungsbecken einer Kläranlage. Der Zuwachs an Belebtschlamm im Belebungsbecken resultiert aus der Lebenstätigkeit der Mikroorganismen. Die im Belebtschlamm vorhandenen Kleinlebewesen bauen die im Abwasser vorhandenen organischen Substanzen unter Verwendung von Sauerstoff für ihren Stoffwechsel ab.

  Belebtschlamm

s. belebter Schlamm

  Belebtschlammflocke

Beim Belebungsverfahren sich entwickelnde Schlammflocke.

  Belebtschlammverfahren

Ein Verfahren der biologischen Abwasserreinigung; durch ausgiebiges Umwälzen und Belüften (Sauerstoffeintrag) in einem Becken bilden sich durch den Stoffwechsel der Mikroorganismen schleimige bakterienhaltige Flocken, in denen die biologische Selbstreinigung stattfindet; die Flocken setzen sich im Absetzbecken ab.

  Belebungsanlage

Anlage zur biologischen Abwasserreinigung. Die schmutzabbauenden Bakterien und Kleinlebewesen bilden im Wasser frei schwebende Flocken. In diesen Anlagen werden auf engstem Raum durch Umwälzen und Belüften große Mengen von belebtem Schlamm in der Schwebe gehalten und mit Sauerstoff versorgt, wodurch eine schnelle Abwasserreinigung durch Adsorption an die Belebtschlammflocke und z. T. auch durch biochemischen Abbau erzielt wird.

Anlage zur biologischen Abwasserreinigung mit belebtem Schlamm, bestehend aus Belebungsbecken und Nachklärbecken.(Quelle: Lexikon der Abwassertechnik, 7. Auflage)

  Belebungsbecken

Bauwerk für das Belebungsverfahren, in dem belebter Schlamm in Schwebe gehalten und unter Sauerstoffaufnahme organische Substanz abgebaut und in belebten Schlamm umgewandelt wird. (s. a. Belebtschlamm)

  Belebungsverfahren

Verfahren zur biologischen Abwasserreinigung, bei dem Abwasser mit belebtem Schlamm durchmischt und belüftet wird. Der belebte Schlamm wird anschließend in einer Nachklärung von dem gereinigten Abwasser getrennt und als Rücklaufschlamm zum Belebungsbecken zurückgeführt. Ein Teil des belebten Schlammes wird als Überschussschlamm entfernt. Die Bakterien des Belebtschlammes bauen organische Substanzen ab; zu ihrem Stoffwechsel benötigen sie Sauerstoff aus dem Wasser, der ihnen in Belebungsbecken zugeführt wird. Das Verfahren unterscheidet sich vom Tropfkörperverfahren dadurch, dass die schmutzabbauenden Bakterien und Kleinlebewesen sich nicht auf festen Flächen ansiedeln, sondern frei im Wasser schwebende Flocken bilden.

Verfahren zur biologischen Abwasserreinigung, bei dem Abwasser und Belebtschlamm belüftet und durchmischt wird. Der belebte Schlamm wird anschließend in einem Nachklärbecken vom gereinigtem Abwasser getrennt und als Rücklaufschlamm zum Belebungsbecken zurückgeführt. Ein Teil des belebtem Schlammes wird als Überschussschlamm entfernt.

  belüftete statische Kompostmiete

Kompostmiete, die nicht umgesetzt (statisch) jedoch über Belüftungsplatten oder Belüftungsröhren (Belüftungskanal), die durch die Miete führen, belüftet wird.

  belüfteter Abwasserteich

Die belüfteten Teiche sind zumeist durch den Einbau einer künstlichen Sauerstoffzufuhr (Sauerstoffbegasung) aus überlasteten unbelüfteten Teichen entstanden. Die Belüftung sichert eine weitgehend von natürlichen Gegebenheiten unabhängige Durchmischung und Sauerstoffversorgung. Dadurch wird mehr Bakterienmasse als in ungelüfteten Teichen in Schwebe gehalten. Die im Rohabwasser enthaltenen absetzbaren Stoffe werden gleichmäßiger über den gesamten Teichboden verteilt. Dies hat zur Folge, dass die Schwebstoffkonzentrationen im Ablauf beträchtlich sein können und deshalb ein nachgeschalteter Schwebstoffabscheider notwendig ist.

Abwasserteich mit künstlicher Belüftung und ohne Schlammrückführung.

  Belüftung

Belüftung bedeutet allgemein den Gasaustausch zwischen Wasser und Luft zum Einbringen von Sauerstoff und gegebenenfalls Entfernen gelöster Gase.

Einbringen von Luft oder Sauerstoff.

Abfallwirtschaft:

Im Zug des Rotteprozesses wird die in den Abfallstoffen enthaltene organische Substanz von aeroben Mikroorganismen unter Sauerstoffaufnahme als Energie- und Nährstoffquelle verwertet. Der dabei verbrauchte Sauerstoff muss in Form von Frischluftzufuhr ergänzt werden. Neben der Sauerstoffversorgung hat die Belüftung die Funktion, das Kompostmaterial zu trocknen bzw. den Temperaturanstieg zu begrenzen. Letzteres wird aber günstiger durch Wasserzugabe erreicht; beim Verdunsten dieses Wassers entsteht Verdunstungskälte.

Grobkörniges Material wie Kompost oder aufbereitete Abfälle (Abfall) werden einer intensiven Luftströmung ausgesetzt mit dem Ziel der Sauerstoffversorgung für die Mikroorganismen.

 

Anreicherung des Wassers oder eines Gewässers mit Luft oder reinem Sauerstoff. Belüftungsverfahren werden in Kläranlagen, bei der Trinkwasseraufbereitung (z.B. zur Entfernung von gelöstem Eisen oder Mangan) und zur Unterstützung der Selbstreinigungskräfte in Gewässern eingesetzt.

Abwasserbehandlung: Einbringen von Sauerstoff in Belebungsbecken mittels Luft oder Sauerstoffgas. Man unterscheidet: nach der Verfahrensart: z.B. Oberflächenbelüftung, Druckbelüftung, Sauerstoffbegasung; nach der Ausführungsart: z.B. Strahl-, Kreisel-. Walzenbelüftung (z.B. Mammutrohr), fein-, mittel-, grobblasige Druckbelüftung.(Quelle: Lexikon der Abwassertechnik, 7. Auflage)

Abwasserbehandlung: Künstlicher Lufteintrag ins Abwasser zur Oxidation von anorganischen Verbindungen (Fe2+ zu Fe3+), zur ausreichenden Sauerstoffversorgung bei der biologische Abwasserreinigung und zum Strippen flüchtiger Stoffe.Wasser kann z. B. mithilfe von Kaskaden belüftet werden. Die Belüftung von Abwasser erfolgt in sogenannten Belebungsbecken durch Einbringen von Sauerstoff mittels Luft oder Sauerstoffgas.

Es wird unterschieden zwischen:

Oberflächenbelüftung,

Druckbelüftung,

Strahlbelüftung,

Kreiselbelüftung,

Walzenbelüftung,

Sauerstoffbegasung.

 

  Belüftungsbox

Ein Behälter, in dem Kompost aus einer mechanischen Vergärungsanlage für 48 Stunden unter Zwangsbelüftung gelagert wird.

  Belüftungskanal

Parallel zueinander angeordnete Ausnehmungen im Boden, in die perforierte Rohre eingelegt sein können. Durch spezielle Abdeckungen (Holzbretter bzw. Gitterroste) oder durch Füllen mit Schotter wird das Eindringen von Feinteilen verhindert. Über einen Sammler wird in die Rohre Luft eingeblasen oder abgesaugt. (s. Belüftung)

  Belüftungsplatte

Gelochte Bodenplatte mit darunter liegenden Kanälen oder Rohren zur Belüftung während der Rotte.

  Bemessungshochwasserabfluss

Maximaler Abfluss in einer bestimmten Wiederholungszeitspanne, für den eine bauliche Anlage bemessen wird.

  Bemessungsregenspende

Regenspende, nach der Bauteile der Abwasseranlage bemessen werden, mit zugehöriger Regendauer (T) und Regenhäufigkeit (n), Formelzeichen: rt(n) (z. B. r15(0,5)); Einheit: l/(s·ha)

  Benchmarking

Leistungsvergleich anhand von Kennzahlen in einer Branche. Es können Produkte, Leistungen und zugehörige Kosten, Verfahren, Methoden oder auch betriebliche Funktionen verglichen werden. Bei Vergleichbarkeit der Umweltkennzahl können sich auch Unternehmen verschiedener Branchen in ihrer Umweltverträglichkeit vergleichen.

  Benthal

(benthos gr. = Tiefe). Bodenregion eines Gewässers.

Lebensraum im Bereich des Gewässerbettes

Lebensraum des Gewässergrundes, bei tiefen Seen unterteilt in das durchlichtete Litoral (Uferzone) und das lichtlose Profundal (Tiefenzone)

  benthisch

Dem Benthos zugehörend.

  Benthon

Lebensgemeinschaft des Gewässerbodens

  Benthos

s. Benthon

  Bentonit

Technisch: Lockeres Sedimentgestein, dessen Hauptminerale Semectite sind. Entsprechend seinen Eigenschaften wird Bentonit technisch als Filtermasse, zum Stabilisieren von Sanden und in wässriger Suspension als Spülmittel bei Bohrungen eingesetzt.

Lebensmittel: Aluminiumhaltiges Schichtsilikat, das als Rieselhilfsmittel oder Klärhilfsmittel bei der Wein-, Bier- oder Fruchtsaftproduktion eingesetzt wird. Bei der Herstellung von Pflanzenfetten wird Bentonit zur Bleichung bei der Raffination verwendet.

  Bentonitmatte

In Schichten aufgebaute Geotextilien, bei denen zwischen zwei geotextilen Lagen (Gewebe, Vliese) gemahlenes Bentonit (Tonmineral) eingeschlossen ist. Beide Deckschichten werden durch Vernadeln oder Vernähen verbunden. Diese Bentonitschicht quillt bei Wasserzutritt auf ein Mehrfaches des ursprünglichen Volumens an. Dadurch können diese Bentonitmatten hervorragend für Abdichtungen im Straßen- und Tiefbau eingesetzt werden.

  Benutzung

Bei Gewässern im Wasserhaushaltsgesetz und den Landeswassergesetzen geregelt. Allgemein: Gestaffelt von Gemeingebrauch bis zur gebührenpflichtigen Nutzung einer öffentlichen Sache oder Einrichtung. (s. Benutzung der Gewässer)

  Benutzung der Gewässer

Begriff aus dem Wasserhaushaltsgesetz. Dazu werden folgende Maßnahmen gezählt:Entnehmen und Ableiten von Wasser aus oberirdischen Gewässern (oberirdisches Gewässer), Aufstauen und Absenken solcher Gewässer, Entnehmen fester Stoffe aus oberirdischen Gewässern, wenn dies den Zustand oder Abfluss des Gewässers verändert, Einbringen und Einleiten von Stoffen in oberirdische Gewässer einschließlich Küstengewässer, Einleiten von Stoffen in das Grundwasser, Entnehmen, Zutagefördern, Zutageleiten, Ableiten, Aufstauen, Absenken und Umleiten von Grundwasser.Weiterhin sind alle Maßnahmen, die erhebliche schädliche Auswirkungen auf die physikalische, chemische oder biologische Beschaffenheit des Wassers haben können, Benutzungen im Sinne des WHG.

  Benzin

Ein Gemisch leichtsiedender Kohlenwasserstoffe. Wichtigster Kraftstoff; als Auto-Benzin (Otto-Kraftstoff) mit Oktanzahlen bis 100, als Flug-Benzin mit Oktanzahlen bis 100, als Wasch-Benzin zum Reinigen von Textilien, zum Entfetten von Wolle, Seide und Metall, zum Extrahieren von Fetten, Harzen und Ölen und zur Kautschuk-, Vaselin- und Paraffinfabrikation. Wird aus Erdöl durch Destillation sowie Crack- und Hydrierverfahren gewonnen.

  Benzinbleigesetz

Das und das Benzinbleigesetz () legen zur Verhinderung von Luftverunreinigungen Verbote bzw. Beschränkungen der Konzentrationen der natürlichen Bestandteile und der Zusätze in Kraftstoffen fest.

  Benzol

Gehört zu den ältesten Kohlenwasserstoffen, die aus Steinkohlenteer gewonnen werden und ist Ausgangsprodukt für die Kunstharzsynthese, Farbstoffe und synthetische Arzneimittel. Charakteristisch für die Struktur des Benzols ist ein Sechseck aus Kohlenstoffatomen, der sogenannte Benzolring.

  Benzpyren

C2OH12, gehört zur Gruppe der aromatischen Kohlenwasserstoffe mit kondensierten Benzolkernen. Eines von ihnen, das 3,4 Benzpyren findet sich im Steinkohlenteer, bei der Pyrolyse verschiedenster cellulosehaltiger Materialien (z. B. im Zigarettenrauch) und wurde im Kompost von Siedlungsabfall, im Ruß und in Abgasen von Verbrennungskraftmaschinen nachgewiesen. Seine cancerogene Eigenschaft ist eindeutig erwiesen. Ein Zusammenhang zwischen Benzpyren und Lungencarcinom wird angenommen.

  bepflanzte Bodenfilter

Bepflanzte Bodenfilter sind mit Röhrichtpflanzen (Helophyten) bepflanzte sandig-kiesige Bodenkörper, die zum Zwecke der biologischen Reinigung eines entschlammten sowie von Grob- und Schwimmstoffen befreiten oder auch teilweise biologisch vorbehandelten Abwassers von diesem gezielt durchströmt werden. Sie werden horizontal oder vertikal durchströmt. Die Wirkungsmechanismen im Bodenkörper sind durch komplexe physikalische, chemische und biologische Vorgänge gekennzeichnet, die sich aus dem Zusammenwirken von Filtermaterial, Helophyten, Mikroorganismen, Porenluft und Abwasser ergeben. Die biologischen Reinigungsvorgänge beruhen im Wesentlichen auf Stoffwechselaktivitäten der in Biofilmen auf dem Filtermaterial sowie auf den Pflanzenwurzeln angesiedelten Mikroorganismen. In der Vegetationsperiode können die Pflanzen die Wasser- und Nährstoffbilanz des Bodenfilters merklich beeinflussen. In bepflanzten Bodenfiltern sammelt sich Schlamm an, der aus der Summe der gebildeten Biomasse und der akkumulierten organischen und anorganischen Inhaltsstoffe besteht.

  Berechnungshonorar

Honorare, die auf Grundlage von anrechenbaren Kosten eines Objekts, der Fläche oder von Verrechnungseinheiten berechnet werden

  Berichtswesen

Das Berichtswesen ist Bestandteil des Projektinformationsmanagements. Aufgabe des Berichtswesens ist es, die Ergebnisse der Projektarbeit zu dokumentieren und vor allem zu kommunizieren. Es liefert die Datenbasis für das Projektcontrolling und für die Projektsteuerung. Das Berichtswesen ist damit ein kritisches Element für das Projektmanagement, gleichzeitig wird es aber von denjenigen, die Berichte und Protokolle zu schreiben haben, als notwendiges Übel empfunden. Die Gründe hierfür sind der nicht unerhebliche Zeitaufwand für deren Erstellung und die Hemmung, über nicht abgeschlossene Arbeiten und ungelöste Probleme zu berichten. Um den Zeitaufwand für Berichte möglichst gering zu halten und sie leichter auswertbar zu gestalten, können stark formalisierte Berichtsvorlagen bis hin zu einfachen Formularen eingesetzt werden. Zusätzlicher Druck zur rechtzeitigen Abgabe von Berichten wird oftmals durch die Verbindung mit der Freigabe von Finanzmitteln ausgeübt. Die inhaltliche Qualität der Berichterstattung ist hingegen eine Frage der Projektkultur. Probleme und Abweichungen müssen als Chancen und Herausforderungen gewertet werden. Sie dürfen nicht zur Abwertung der Arbeitsgruppe führen. Nur so wird auch die Offenheit der Berichterstattenden bestehen, über den tatsächlichen Projektfortschritt zu berichten und nicht über den erhofften. Ein Ansatz hierfür kann z. B. in der Dokumentation der sogenannten "lessons learned" bestehen. Die Projektmitarbeiter werden explizit aufgefordert, Probleme und ihre Lösungen zu dokumentieren und über ein Wissensmanagementsystem der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Dadurch wird die Problemlösung zu einer Aufgabe des Unternehmens und die Benennung von Problemen erhöht die Chance ihrer schnellen Lösung. Formell ist zunächst zwischen Berichten und Protokollen zu unterscheiden.

Berichte sind verdichtete Informationen über einen bestimmten Zeitraum und einen bestimmten Bereich des Projekts. (z. B. vierteljährlicher Projektstatusbericht, Projektabschlussbericht)

Protokolle sind die Dokumentation von Ergebnissen eines Ereignisses oder Vorgangs zu einem bestimmten Zeitpunkt. (z. B. Protokoll des Jour fixe, Prüfprotokoll der Qualitätssicherung)

Bei einem Bericht sind folgende Eigenschaften festzulegen:

Verantwortlicher Berichterstatter (nicht gleichbedeutend mit den Autoren)

Adressat und Verteiler

Gegenstand der Berichtserstattung

Berichtszeitraum

Häufigkeit der Berichtserstattung

Abgabetermin in Relation zur Häufigkeit (z. B. "jeweils 10 Arbeitstage nach Quartalsende")

Typ des Berichts (z. B. Dokumentation, Ergebnisbericht, Statusbericht)

Formelle Anforderungen (z. B. vorgeschriebene Vorlagen)

Ähnliches gilt für Protokolle, wobei die Zeitangaben hier auf das Ereignis abgestimmt sind:

Protokollführer

ggf. genehmigende Person

Adressat/Verteiler

Art des Ereignisses/Vorgangs

Typ des Protokolls (z. B. Besprechungsprotokoll, Testprotokoll)

Abgabetermin in Relation zum Ereignis (z. B. "ein Arbeitstag nach der Besprechung")

Formelle Voraussetzungen

Wie für alle Projektdokumente gelten auch für Protokolle und Berichte besonders hohe Anforderungen für Ablage und Aufbewahrung. Es muss zu jedem Zeitpunkt gewährleistet sein, dass alle Berichte und Protokolle des gesamten Projektablaufs bei Bedarf den Berechtigten sofort zur Verfügung stehen. Andererseits unterliegen sie oftmals besonderen Geheimhaltungsvorschriften und müssen eigens vor unberechtigten Zugriffen geschützt werden.

  Berme

Waagrechte oder schwach zur Böschung geneigter Flächenstreifen, der eine Böschung unterbricht, z. B. von Deichen oder Dämmen (Damm).

  Berner Konvention

Geschlossenes Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume, das detaillierte Bestimmungen zum Schutz von Biotopen enthält. U. a. sind danach die Erfordernisse des Biotopschutzes bei der Planungspolitik der Vertragsstaaten zu berücksichtigen.

  Bernoulli-Gleichung

Für die hydraulische Berechnung der Druckhöhen in einen Rohrnetz wird auf den um den Druckhöhenverlust erweiterten Energiesatz - die sogenannte Bernoulli-Gleichung - zurückgegriffen. Die Druckhöhe setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen: geodätische Höhe der Rohrachse, Druckhöhe, Geschwindigkeitshöhe, Druckverlusthöhe, Gesamtenergiehöhe.

Beschreibung der mechanischen Teilenergien im Strömungsfeld mit Hilfe der skalaren Größen Ortshöhe, Druckhöhe und Geschwindigkeitshöhe. In Strömungsrichtung wird zusätzlich eine Verlusthöhe angesetzt, da wegen der Reibung die mechanische Gesamtenergiehöhe in Strömungsrichtung abnimmt. Die Summe aus Orts- und Druckhöhe wird als piezometrische Höhe bezeichnet.

  Berstlining

Das Berstlining einer zu sanierenden Leitung ist ein Verfahren der grabenlosen Neuverlegung. Die sanierungsbedürftige Leitung wird mittels eines eingeführten Berstkörpers zerstört. Die Bruchstücke des Altrohres werden dabei in das umgebende Erdreich verdrängt. In dem entstandenen Hohlraum werden im gleichen Arbeitsgang die an den Verdrängungskörper angekoppelten Kurzrohre gleicher oder größerer Nennweite eingezogen (dynamisches Bersten) bzw. nachgeschoben (statisches Bersten). (vgl. auch grabenlose Verlegetechnik)

  Bescheid

In der Praxis häufig, vielfach auch gesetzlich vorgesehene Bezeichnung der Entscheidung von Verwaltungsbehörden. Kann die Merkmale des Verwaltungsaktes erfüllen, ist aber auch Bezeichnung für bloße Mitteilungen oder Auskünfte.

  Beschichtung

Beschichtung ist ein Sammelbegriff für eine oder mehrere in sich zusammenhängende, aus Beschichtungsstoffen hergestellte Schichten auf einem Untergrund.

  Beschichtungsverfahren

Beschichtungsverfahren dienen zur Aufbringung einer geschlossenen Schicht auf die Kanalinnenwandung zur Wiederherstellung oder Erhöhung des Widerstandsvermögens gegen physikalische, biologische, chemische und/oder biochemische Angriffe von innen, zur Verhinderung einer erneuten Bildung von Inkrustationen, zur Wiederherstellung und/oder Erhöhung der statischen Tragfähigkeit sowie der Wasserdichtheit.

  Besiedlungsdichte

Die Besiedlungsdichte gibt bei quantitativen Erhebungen die Anzahl der Individuen einer Tierart oder Tierartengruppe, ansonsten die Häufigkeitsklasse einer Art oder Artengruppe pro Raumeinheit an. (s. a. Fangdichte)

  Besitzer

Übt die tatsächliche Herrschaft einer Person über eine Sache aus unabhängig von der rechtlichen Beziehung zu dieser Sache (scharf zu Unterscheiden: Eigentümer).

  besondere Leistung

Leistungen, die zu den Grundleistungen hinzu oder an deren Stelle treten, wenn besondere Anforderungen an die Ausführung des Auftrages gestellt werden, die über die allgemeinen Leistungen hinausgehen oder diese ändern.

  besondere Vertragsbedingungen

Besondere Vertragsbedingungen nach /A sind im Zusammenhang mit einem Bauwerks- oder Bauvertrag zwischen Auftraggeber (Bauherr) und Auftragnehmer (Bauunternehmen) festgelegte Bedingungen.Aufgrund ihrer speziellen, den jeweiligen Baugewerken, zugeordneten Regelungen sind diese im Gegensatz zu den zusätzlichen Vertragsbdingungen (s. zusätzliche Vertragsbedingungen) (allgemein geltende Vertragsbedingungen) vorrangig zu bewerten.

  besonders überwachungsbedürftige Abfälle

Mit der Änderung des Gesetzes zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen wurden die Begriffbestimmungen im deutschen Abfallrecht an das EU-Recht angepasst. Die "besonders überwachungsbedürftigen Abfälle" werden nun als "gefährliche Abfälle" bezeichnet, alle übrigen Abfälle sind "nicht gefährliche Abfälle".

  Besprechung

Besprechungen sind einerseits ein zentraler Bestandteil der Kommunikation innerhalb des Projektteams, andererseits aber auch sehr zeit- und damit kostenintensiv. Die Minimalanforderung für die effiziente Durchführung einer Besprechung ist die Vorbereitung einer Tagesordnung, die rechtzeitig zusammen mit der Einladung verschickt werden muss, eine kompetente Gesprächsführung und die Erstellung eines Ergebnisprotokolls. Für Projektbesprechungen sollte als Zeitrahmen eine Stunde angesetzt werden, falls größerer Zeitbedarf festgestellt wird, ist meist ein Arbeitstreffen (Workshop) sinnvoller. Häufig wird innerhalb eines Projektes ein sogenannter Jour fixe vereinbart. Dies ist eine in regelmäßigen Abständen (wöchentlich oder monatlich) stattfindende Besprechung, bei der das Projektteam die anstehenden Aufgaben und den Projektstatus bespricht.

  Bestandskarte

Die kartographische Darstellung eines bestehenden Zustandes, z. B. der bisherigen Lage, Größe und Nutzung der im Umlegungsgebiet gelegenen Grundstücke mit Bezeichnung der Eigentümer oder eines Bauwerks, in die maßstäblich oder in Verbindung mit dem eingetragenen Zahlenmaterial die räumliche Lage des Objekts in bestimmten Zeitabständen eingezeichnet wird.

  Bestandskontrolle

Die Bestandskontrolle soll überprüfen, ob und wie sich Vegetationsbestände oder der Bestand einer Art bzw. Organismengruppe hinsichtlich Populationsgröße, Areal etc. verändert haben.

  Bestandsplan

ist die lagerichtige, aktuelle, grafische Dokumentation von Leitungsnetzen und Betriebsmitteln (z. B. Kanal, Gas, Wasser, Strom, Telekommunikation); häufig wird dabei die ALK oder die Flurkarte als Basiskarte verwendet. Typische Maßstäbe 1:250 bis 1:500. Geführt bei Ver- und Entsorgungsunternehmen, Stadtwerken oder Tiefbauämtern. Weitere ergänzende Planwerke sind der Übersichtsplan, das Hausanschlusskataster, Störmeldungskataster, Schemapläne. Bestandspläne sind der maßstäbliche Nachweis aller Leitungen und Betriebseinrichtungen eines Versorgungsnetzes.

  Bestandteil

Teil eines Systems, eines Stoffes oder einer Gruppe. z. B. ist Benzol ein Bestandteil des Benzins. In Komposten werden wertgebende (Nährstoffe, organische Substanz) und wertmindernde (Störstoffe, Schwermetalle) Inhaltsstoffe unterschieden.

  beste verfügbare Technik

In der "Richtlinie über integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung" (IVU-Richtlinie) findet sich folgende Definition: Der neueste Stand der Entwicklung von Tätigkeiten, Verfahren und Betriebsmethoden, die die praktische Eignung spezieller Techniken als Grundlage für Emissionsgrenzwerte angeben, um Emissionen an die Umwelt insgesamt zu vermeiden oder, sofern dies nicht möglich ist, auf ein Mindestmaß zu vermindern, ohne vorherige Festlegung auf eine spezielle Technologie oder andere Techniken. Die "beste verfügbare Technik" wird in Deutschland im Umweltrecht häufig auch mit dem "Stand der Technik" gleichgesetzt.

  Bestellung

s. Auftragserteilung

  Bestimmungsverordnung besonders überwachungsbedürftige Abfälle

(BestbüAbfV) Verordnung zur Bestimmung von besonders überwachungsbedürftigen Abfällen. Besonders überwachungsbedürftig sind die mit einem sechsstelligen Abfallschlüssel gekennzeichneten Abfälle in der Anlage 1 zu dieser Verordnung. Die in dieser Verordnung geregelte Bestimmung der besonders überwachungsbedürftigen Abfälle gilt auch für die von den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern nach dem Gesetz gesammelten Abfälle.

  bestmögliche nicht übermäßig kostenträchtige Technologie

Ein Konzept des UK, das einen Kontrollmechanismus für Emissionen jeder Art in Boden, Luft und Wasser vorsieht, und Risikofaktoren für den Transfer von einem Medium zu einem anderen unter Beachtung der Kostenstrukturen berücksichtigt.

  bestmögliche Überwachungstechnik

Verfügbare Methoden, Systeme und Techniken, die bezüglich einer Emissionsreduzierung bei Produktionsprozessen oder Reinigungstechniken in Bezug auf Energie- und Umweltfaktoren unter wirtschaftlicher Vertretbarkeit, die niedrigsten Emissionswerte liefern. BACT erlaubt keine Emissionen über die durch Bestimmungen der "Gesetze für saubere Luft" zugelassenen Werte hinaus. BACT kann als "von Fall zu Fall Entscheidung" für neue oder veränderte Emissionsquellen in bestimmten Gebieten genutzt werden und ist anwendbar auf jeden geregelten Schadstoff.

  Beteiligter

In einem gesetzlichen Verfahren oder förmlichen Verwaltungsverfahren ist, wer - ohne das Verfahren zu führen - eine bestimmte Funktion wahrnimmt und deshalb berechtigt ist, Anträge zu stellen, Rechtsmittel einzulegen etc.

  Betrieb

Ein Betrieb stellt eine organisatorische Einheit für wirtschaftliche Tätigkeit dar. In der Betriebswirtschaftslehre werden unter dem Begriff "Betrieb" nur die organisatorischen Einheiten verstanden, in denen die Erstellung von Sachgütern und die Bereitstellung von Dienstleistungen sowie der Absatz von Gütern und Leistungen erfolgt. Jeder Betrieb bedarf einer Rechtsform, damit er seiner wirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen darf.

  Betriebe mit ökologischem Landbau

Als Bevölkerung wird die Anzahl der Personen bezeichnet, die an einem bestimmten Ort bzw. in einer bestimmten territorialen Einheit (Gemeinde, Kreis usw.) ihren ständigen Wohnsitz (alleinige oder Hauptwohnung) hat. Zur Bevölkerung zählen auch die am Ort bzw. in einem bestimmten Territorium für längere Zeit als wohnhaft gemeldeten Ausländer, ohne Angehörige der im Land stationierten ausländischen Streitkräfte und der ausländischen diplomatischen Vertretungen. Bevölkerungszahlen werden zweimal jährlich (zum 30.6. und zum 31.12) veröffentlicht. In den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen werden die Einwohner als Jahresdurchschnittszahl ausgewiesen.

  betriebliche Abfallwirtschaft

Ist die Gesamtheit der planmäßigen Tätigkeiten und Aufgaben innerhalb einer Organisation, die der Abfallvermeidung und Verringerung, Abfallverwertung und Abfallbeseitigung dienen. Sie ist ein Subsystem der Materialwirtschaft der Organisation.

  betriebliche Rauheit

Rauheitsmaß, das alle Strömungsverluste in Abwasserleitungen berücksichtigt; Formelzeichen: kb; Einheit: mm

  betriebliches Schmutzwasser

Von Gewerbe- und Industriebetrieben stammendes Schmutzwasser. Der Begriff fasst die früher verwendeten Bezeichnungen "gewerbliches" und "industrielles" Schmutzwasser zusammen.

  Betriebsanweisung

Betriebsanweisungen sind Anweisungen und Angaben, die der Unternehmer als Betreiber bzw. Verwender von Maschinen, Anlagen, Arbeitsverfahren, Stoffen usw. für seine Beschäftigten erstellen muss. Sie bedürfen der Schriftform und sind in einer für die Beschäftigten verständlichen Form und Sprache, d. h. auch für ausländische Mitarbeiter, abzufassen. Sie sind den Beschäftigten bekannt zu machen und müssen von ihnen eingehalten werden

Die Betriebsanweisungen enthalten Erläuterungen und Hinweise über:

die besonderen Gefahren

die Sicherheitsbestimmungen

die bei Unfällen und Störungen zu treffenden Maßnahmen

die Bedienungsanweisungen

 

  Betriebsbeauftragter

Begriff in zahlreichen neuen Gesetzen. Bezeichnet die Person mit der Funktion der innerbetrieblichen Überwachung. Der Betriebsbeauftragte durchbricht die Anonymität der Betriebsorganisation durch Zuordnung persönlicher Verantwortlichkeit - auch im straf- und bußgeldrechtlichen Sinne. Bei Abfall (s. KrW-/AbfG); auch das Wasserhaushaltsgesetz sieht den Betriebsbeauftragten vor.

  Betriebsbeauftragter für Abfall

Vom Betreiber bestellte und mit der betrieblichen Selbstüberwachung im Bereich der Abfallwirtschaft beauftragte Person. (KrW-/AbfG)

  Betriebsbilanz

Sie soll als "Öko-Bilanz für einen Betrieb" innerbetriebliche Schwachstellen bezüglich der ökologischen Auswirkungen aufdecken. Es werden alle ökologischen In- und Outputströme, die innerhalb eines Zeitraumes (i. d. R. ein Jahr) anfallen, ökologisch bewertet. Mit dieser Information wird eine Fortschreibung einer Eröffnungsbilanz durchgeführt. Sinnvoll wird eine Betriebsbilanz erst durch stete Fortschreibung und Vergleich mit früheren Jahren, um Entwicklungen zu erkennen.

  Betriebsdruck

OP (Operating Pressure) - Innendruck, der zu einem bestimmten Zeitpunkt an einer bestimmten Stelle im Wasserversorgungssystem auftritt.

  Betriebsergebnis

Angabe über den Erfolg der betrieblichen Tätigkeit als Differenz zwischen den bewerteten Leistungen und den Kosten.Maßstab für die Wirtschaftlichkeit eines BetriebesBetriebsergebnis = Leistung - Kosten

  betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer

Bei Wirtschaftsgütern zur Abschreibung (Absetzung) für Abnutzung bzw. Substanzverringerung anrechenbarer Zeitraum (siehe EStG).

  Betriebshandbuch

Rechtliche Grundlagen für das Betriebshandbuch sind Gesetze und Verordnungen. Im Betriebshandbuch sind für die Betriebszustände

Normalbetrieb,

Instandhaltung und

Betriebsstörungen,

die für eine ordnungsgemäße Entsorgung der Abfälle und die Betriebssicherheit der Anlage erforderlichen Maßnahmen festzulegen. Darüber hinaus sind im Betriebshandbuch die Aufgaben- und Verantwortungsbereiche des Personals, die Arbeitsanweisungen, die Kontroll- und Wartungsmaßnahmen sowie die Informations-, Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten festzulegen.

  Betriebskosten

Betriebskosten (auch laufende Kosten) sind Kosten, die zum Betrieb, zur Unterhaltung und Überwachung von Anlagen in der Betriebsphase aufzuwenden sind.

  Betriebsordnung

Die Betriebsordnung enthält im Einzelnen die betrieblichen und überbetrieblichen Vorschriften für den Betreiber und den Benutzer sowie für Bau-, Montagefirmen und Besucher.Die Betriebsordnung wird gemäß Gesetz und Verordnungen gefordert. Sie informiert Abfallanlieferer, Besucher und Betriebsangehörige über die maßgeblichen Vorschriften für die betriebliche Sicherheit und Ordnung.

  Betriebsphase

Zeitraum von der Abnahme der für den Betrieb einer Deponie oder eines Deponieabschnittes erforderlichen Einrichtungen durch die zuständige Behörde bis zur Feststellung der endgültigen Stilllegung der Deponie nach dem Gesetz. Die Betriebsphase umfasst die Ablagerungsphase und Stilllegungsphase.

  Betriebspunkt

Der Betriebspunkt einer Kreiselpumpe stellt sich dort ein, wo die Förderhöhe von Pumpe und Anlage identisch sind, nämlich im Schnittpunkt der Pumpenkennlinie (H(Q)-Kennlinie) mit der Anlagenkennlinie.

  Betriebsreserve

Die Betriebsreserve eines Wasserbehälters deckt üblicher Weise die zur Erfüllung der Betriebsaufgaben an Spitzentagen erforderliche Wassermenge ab. Diese Menge sollte ausreichend sein, um die Wasserabgabe auch bei kurzfristigen Störfällen auf der Zulaufseite des Behälters für die Dauer der notwendigen Reparaturarbeiten sicherzustellen.

  Betriebsstoffwechsel

Dieser Begriff wird im Zusammenhang mit Stoffflussanalysen und Materialflussanalysen in Betrieben verwendet. Die Beschreibung des betrieblichen Stoffwechsels entspricht in etwa einer Input/Outputanalyse.

  Betriebstagebuch

Das Betriebstagebuch ist Bestandteil zahlreicher Vorschriften (Gesetze/Verordnungen) für Sortier- bzw. Vorbehandlungsanlagen. Betreiber von Abfallentsorgungsanlagen müssen zum Nachweis eines ordnungsgemäßen Betriebes ein Betriebstagebuch führen. Es hat alle für den Betrieb wesentlichen Daten zu enthalten, insbesondere:

Abfallanlieferungen (Menge, Abfallart, Erzeuger, Beförderer, Sammler)

Abfallauslieferungen (Verwertung, Beseitigung)

Nachweisbücher und Entsorgungsnachweise (Nachweisverordnung)

Kontroll- und Messergebnisse

Betriebs-/Stillstandszeiten

 

  Betriebsvermögen

Differenz zwischen dem Wert des Vermögens und dem Wert der Schulden eines Unternehmens zum Ende eines Wirtschaftsjahres. Vermögen bezeichnet den Wert aller Wirtschaftsgüter wie beispielsweise Betriebsausstattung, Waren oder Bargeld. Unter Schulden werden Warenschulden oder sonstige Verbindlichkeiten zusammengefasst.

  Betriebsvermögensvergleich

Von allen Gewinnermittlungsarten ist der Bestandsvergleich (Betriebsvermögensvergleich) mit Abstand am wichtigsten. Unter Betriebsvermögen ist das Eigenkapital einschließlich seiner Unterkonten - also Privat- und ggf. Gewinnkonten - zu verstehen. Die Gewinnermittlung durch Bestandsvergleich ist eine Gewinnermittlung mit Hilfe einer Buchführung. Das Steuerrecht unterscheidet den vollständigen Betriebsvermögensvergleich und den unvollständigen Betriebsvermögensvergleich. Der Gewinnbegriff wird grundsätzlich im Gesetz definiert; es besteht jedoch ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Arten des Bestandsvergleichs, da bei der Gewinnermittlung die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung, je nach Sachlage entweder zu beachten oder nicht zu beachten sind. Ein Bestandsvergleich nach Gesetz ist durchzuführen bei Gewerbetreibenden, die entweder verpflichtet sind, Bücher zu führen und regelmäßig Abschlüsse zu machen oder ohne rechtliche Verpflichtung, also freiwillig, Bücher führen und Abschlüsse machen. Wer zur Buchführung verpflichtet ist, ergibt sich wiederum aus dem Norm.

  Betriebswasser

Gewerblichen, industriellen landwirtschaftlichen oder ähnlichen Zwecken dienendes Wasser mit unterschiedlichen Güteeigenschaften, worin Trinkwassereigenschaft eingeschlossen sein kann.

Wasser, das gewerblichen, industriellen, landwirtschaftlichen oder ähnlichen Zwecken dient, ohne dass im Allgemeinen Trinkwasserqualität verlangt wird (z.B. Kühlwasser, Lebensmittelbetriebe benötigen aber Trinkwasserqualität). Betriebswasser muss je nach Einsatzzweck bestimmte Eigenschaften haben. So darf Kesselspeisewasser nicht korrodierend wirken oder Kesselstein bilden und Bewässerungswasser muss frei von boden- und pflanzenschädigenden Stoffen sein.

Zur Einsparung von Trinkwasser wurden in mehreren Städten in Deutschland Ende vorigen Jahrhunderts neben den Trinkwassernetzen auch Betriebswasser-Netze eingerichtet. Aus diesen Netzen wurde Betriebswasser für industrielle und gewerbliche Zwecke, zum Bewässern öffentlicher Grünanlagen, für die Stadtreinigung und teilweise auch für private Haushalte zur Gartenbewässerung abgegeben. Das Betriebswasser wurde üblicherweise aus Flusswasser gewonnen. Inzwischen sind diese Versorgungsnetze im Bereich der Bundesrepublik aus wirtschaftlichen Gründen außer Betrieb genommen worden. In einigen Städten der Bundesrepublik wird Betriebswasser noch in besonderen Leitungen Industriebetrieben zugeführt.

s. a. Brauchwasser

  betriebswirtschaftliche Nutzungsdauer

Begrenzung der Nutzungsdauer im Zuge der kalkulatorischen Bewertung der Gesamtkosten (Kapital-, Betriebs- und Instandsetzungskosten unter Berücksichtigung der Kosten für Wasserverluste) einer neuen Leitung im Vergleich zu einer vorhandenen Leitung.

  Betroffener

Jeder Bürger zahlt durch Beiträge (Beitrag), Steuern und Abgaben für etwaige Fehlinvestition in Form von unökonomischen, langen Abwasserkanälen, bzw. teurer Klärschlammentsorgung in Form der hierfür benötigten Zuschüsse mit.

Im Verwaltungsrecht jeder, der von einer behördlichen Maßnahme (auch Planung) in seinem Rechtskreis berührt wird. Wichtig, weil eine Klage in Verwaltungsstreitverfahren die Behauptung des Klägers voraussetzt, in seinen Rechten verletzt zu sein.

  Bevollmächtigter

Hat durch Rechtsgeschäft die Vertretungsmacht (BGB) in einem Rechts- oder Verwaltungsverfahren. Erteilung reicht von Formlosigkeit (Absprache) bis zur Urkunde.

  Bewässerung

Aufleiten von Wasser auf Wiesen und anderes Kulturland, um die Pflanzen mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen, den Boden zu erwärmen oder Schädlinge zu bekämpfen.

Zufuhr von Wasser zum Boden und zur Pflanze mit dem Hauptziel der Förderung des Pflanzenwachstums. Die "anfeuchtende Bewässerung" soll als Ergänzung der natürlichen Niederschläge den Pflanzen, die für eine optimale Stoffproduktion benötigte Wassermenge bedarfsgerecht zur Verfügung stellen. Die "düngende Bewässerung" führt dem Boden mit dem Wasser auch Pflanzennährstoff teils in Lösung, teils in suspendierter Form zu. Die "bodenreinigende Bewässerung" dient dazu, lösliche, pflanzenschädliche Stoffe aus dem Boden zu entfernen (z. B. Entsalzung). Die "erwärmende Bewässerung" kann die Bodentemperatur beeinflussen.

  Bewerten

Heißt, Sachaussagen in Wertaussagen übertragen (Instrument: Bewertungsmaßstab).

Fachliche und rechtliche Beurteilung des ermittelten Sachverhalts durch die zuständige Behörde nach Abschluss einer Untersuchungsstufe (Erreichen eines bestimmten Kenntnisstandes) zur Festlegung des weiteren Handlungsbedarfs nach den Grundsätzen des allgemeinen Verwaltungshandelns, insbesondere dem Abwägungsgebot und dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit der Mittel.

Die fachliche Bewertung ist zentraler Bestandteil des Planungsprozesses. Bewertungen erfolgen insbesondere bei der Analyse des Ist-Zustandes und beim Vergleich von Planungsalternativen. Über die Bewertung werden objektiv-sachliche Aussagen (Messebene) auf eine subjektiv-wertende Ebene (Wertebene) transformiert (s. Bewerten). Diese Transformation kann verbal-argumentativ und/oder durch Zuordnung von wertenden Abstufungen (Ordinal-/Kardinalskalen) erfolgen. Bewertungsmaßstab können wissenschaftlich begründete oder politisch festgelegte Qualitätsziel und -standards sein.

Im Rahmen der planerischen Bewertung kommen unterschiedliche Bewertungsmethoden und -verfahren zur Anwendung. Bekannte Techniken sind die Kosten-Nutzen-Analyse, die Nutzwertanalyse, die ökologische Risikoanalyse usw.

  Bewertung wassergefährdender Stoffe

Verfahren zur Feststellung des Gefährdungspotentials eines chemischen Stoffes im Hinblick auf den Gewässerschutz durch biologische Testverfahren (Bestimmung der akuten oralen Säugetiertoxizität, der akuten Bakterientoxizität, der akuten Fischtoxizität (auch Daphnien- und Algentoxizität) und des biologischen Abbauverhaltens (biologisches Abbauverhalten)). Die Ergebnisse der Testverfahren werden in ihrer Gesamtheit in Wassergefährdungszahlen (WGZ) ausgedrückt, aus denen sich unter Berücksichtigung anderer wichtiger Aspekte wie Bioakkumulation, Mutagenität und Kanzerogenität die Wassergefährdungsklasse ergeben. Die Einstufung ist Grundlage für Anforderungen zum Schutz der Gewässer an Anlage zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (wassergefährdende Stoffe), die dem Gefährdungspotential angemessen sind. Die Einstufung der Stoffe gemäß ihrem Wassergefährdungspotential kann auch wichtige Anhaltspunkte für die Beurteilung von Schadensfällen mit wassergefährdenden Stoffen geben. Wassergefährdende Stoffe werden danach in vier Wassergefährdungsklassen (WGK) eingestuft (0 = im allgemeinen nicht wassergefährdend, 1 = schwach wassergefährdend, 2 = wasserge- fährdend, 3 = stark wassergefährdend).

Gemäß dem Wasserhaushaltsgesetz werden wassergefährdende Stoffe mittels Verwaltungsvorschrift näher bestimmt und entsprechend ihrer Gefährlichkeit in Wassergefährdungsklasse eingestuft. Die "Verwaltungsschrift über die nähere Bestimmung wassergefährdender Stoffe und ihre Einstufung entsprechend ihrer Gefährlichkeit - VwV wassergefährdende Stoffe VwVwS" wurde im Gemeinsamen Ministerialblatt bekanntgegeben.

In Ergänzung dieser Verwaltungsvorschrift erscheint der Katalog wassergefährdender Stoffe, der zusätzlich zu den Wassergefährdungsklassen noch weitere Informationen zu den Stoffen (z. B. Bewertungszahlen, CAS-Nr., WN-Nummern, Synonymliste etc.) enthält.

  Bewertungsbilanz

Als Abschluss verknüpft die Bewertungsbilanz die Ergebnisse aus Sach- und Wirkungsbilanz, versucht unterschiedliche Einheiten miteinander zu vergleichen und anschließend gesellschaftlichen Werten, Prioritäten und politischen Entscheidungen, namentlich Gesetzen und Verordnungen, gegenüberzustellen. Da der Vergleich unterschiedlicher Dinge Modelle über Wirkung und Schädigungen erfordert, ist dieser Teil der Öko-Bilanz am unsichersten hinsichtlich seiner Aussagekraft sowie einem zeitlichen Wandel unterzogen.

  Bewertungsmaßstab

Verbindung von Sachebene (s. Sachaussage) und Wertebene (s. Wertaussage).

Bewertungsmaßstäbe

fachgesetzliche Bewertungsmaßstäbe: Maßstäbe für die Bewerten von wasserwirtschaftlichen Sachverhalten sind vorrangig die fachgesetzlichen Anforderungen. Soweit keine fachgesetzlichen Anforderungen vorliegen, müssen die Orientierungshilfen, andere Standards oder vorhabenspezifische definierte Ziele herangezogen werden.

medienübergreifende Bewertungsmaßstäbe: Neben der Orientierung an einschlägigen Vorgaben werden das Wohl der Allgemeinheit und die Wechselwirkungen mit anderen gesellschaftlichen Zielen berücksichtigt.

 

  Bewilligung

Im Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und den Landeswassergesetzen geregelte Verleihung eines subjektiven öffentlichen Rechts zur Benutzung eines Gewässers, erteilt in einem förmlichen Verfahren. Zurücknahme oder Einschränkung in der Regel nur gegen Entschädigung.

  Bewirtschaftung

Auf die konkreten räumlichen und fachlichen Teilbereiche abgestimmte quantitative und qualitative Nutzung der Ressource Wasser.

  Bewirtschaftungsplan

Der Bewirtschaftungsplan, gemäß EU-WRRL, für das Einzugsgebiet eines Gewässers enthält eine Zusammenfassung, die als erforderlich angesehen werden um die Wasserkörper in den geforderten "guten ökologischen Zustand" (guter ökologischer Zustand) bzw. bei "erheblich veränderten" und "künstlichen Wasserkörpern" (erheblich veränderter Wasserkörper, künstlicher Wasserkörper) in das "gute ökologische Potential" (gutes ökologisches Potential) zu überführen (einschließlich einem voraussichtlichen Zeitplan für die Durchführung der Maßnahmen).

Wasserwirtschaftliches Planungsinstrument, festgelegt im Wasserhaushaltsgesetz. Er soll die vielfältigen Inanspruchnahmen der Gewässer so aufeinander abstimmen, "dass unter Einbeziehung ökonomisch-ökologischer Gesamtzusammenhänge ein größtmöglicher Nutzen zum Wohl der Allgemeinheit erreicht wird". Im Unterschied zum wasserwirtschaftlicher Rahmenplan, der großräumig die Wassermengenwirtschaft betrachtet, stehen beim Bewirtschaftungsplan hauptsächlich das einzelne Gewässer, die hier einzuhaltenden Gütestandards (Gewässergüteklasse) sowie die dafür erforderlichen Maßnahmen im Vordergrund.

Der Bewirtschaftungsplan für eine Flußgebietseinheit umfasst:

eine Beschreibung der Merkmale einer Flußgebietseinheit,

die Ermittlung des aktuellen Zustands der Gewässer innerhalb einer Flußgebietseinheit hinsichtlich wasserwirtschaftlicher, ökologischer und ökonomischer Gesichtspunkte,

das Festlegen von Umweltzielen zur Verbesserung des Zustands der Oberflächengewässer, Grundwasser und Schutzgebiete,

eine Aufstellung über die zur Ereichung der Umweltziele notwendigen Maßnahmen bzw. Maßnahmenprogramme.

 

  Bewitterungstest

Prüfung, wie Werkstoffe auf Bewitterungs- und Bestrahlungseinflüsse reagieren. Es gibt Langzeittests in Freibewitterungsanlagen (Rehau, Arizona, Florida) und Kurzzeittests unter Laborbedingungen (z. B. Xenotest-Geräte).

  Beziehungsgeflecht

Undurchschaubare Verbindungen; z. B. zwischen Baubehörden, Wasserwirtschaft, Ingenieuren, Landratsämtern, Bürgermeistern, Baufirmen und Gemeinderäten.

  Bezugszeitpunkt

Als Bezugszeitpunkt bezeichnet man den Zeitpunkt, auf den die Zahlungen einer Investition auf- oder abgezinst werden.

  Bilanz

(lat. bi lanx = zwei Waagschalen) Zweiseitige Aufstellung zu einem bestimmten Themenkomplex, z. B. eine Betriebsbilanz mit Aktiva und Passiva oder In- und Outputströmen bei einer betrieblichen Öko-Bilanz, die auf beiden Seiten gleiche Summen ergibt. Projektmanagement: Wird zum Ende des Geschäftsjahres in Soll und Haben erstellt.

  Bilanzgrenze

Die Breite einer Untersuchung wird durch Bilanzgrenzen, d. h. durch Angabe des zeitlichen, geografischen und sachlichen Rahmens der Bilanzierung, festgelegt.

  Binärsensor

Ein Messfühler, der auf die speziellen Eigenschaften einer Materialsorte geeicht ist.

  bindiger Boden

maximal 0,002 mm Korngröße, anorganisch oder organisch. B. B. ändern ihr mechanisches Verhalten stark unter dem Einfluss des Wassers. Sie quellen bei Wasseraufnahme und schwinden bei Austrocknung. Spröde im trockenen Zustand, knetbar und klebrig im feuchten. Bei großem Wassergehalt neigen sie zum Fließen (z. B. Ton, Mergel, Lehm, Löß, Schlamm). In den Berührungsflächen der Körner wirken neben Reibungskräften auch Kohäsionskräfte (Haftkräfte).

  Binnendeich

Deich, der einen Polder unterteilt, um die Schäden bei einem Deichbruch zu begrenzen.

  Binnengewässer

Alle an der Erdoberfläche stehenden oder fließenden Gewässer sowie alles Grundwasser auf der landwärtigen Seite der Basislinie, von der aus die Breite der Hoheitsgewässer gemessen wird.

(inland waters) oberirdisches Gewässer landwärts der Küstengewässer.

  Binokular

s. Stereomikroskop

  Bioabfall

Allgemein: Biogene (biogen) und biologisch abbaubare nativ- und derivativ-organische Abfälle (Abfall) (z. B. organische Küchenabfall, Gartenabfall und organische Produktionsrückstände, nach Bioabfallverordnung); in der BRD in der Bioabfallverordnung in einer Positivliste aufgeführt.

Bioabfälle sind im Siedlungsabfall enthaltene biologisch abbaubare nativ- und derivativ-organische Abfallanteile (z. B. organische Küchenabfälle, Gartenabfälle etc.).

Sprachgebrauch: Der kompostierbare, in zusätzlichen Abfallbehältern (Biotonnen) getrennt erfasste Hausmüllanteil inklusive der häuslichen Gartenabfälle (Gartenabfall). Darunter nicht zu verstehen sind organische Abfälle aus Großküchen, z. B. aus Kantinen oder Krankenhäusern.

  Bioabfallkompost

Kompost aus vorwiegend mittels Biotonne erfassten organischen Küchen- und Gartenabfällen (Küchenabfall, Gartenabfall, Bioabfall, Bioabfallkompostierung)

  Bioabfallkompostierung

Die Bioabfallkompostierung ist eine Behandlungsart für nativ-organische Abfälle (Abfall). Sie setzt die getrennte Sammlung von nativ-organischen Stoffen voraus, wie sie beispielhaft beim Mehrtonnensystem in Form der Biotonne vorliegt.

Mikrobieller Ab- bzw. Umbau, d. h. Verrottung von Bioabfall und notwendigem Strukturmaterial (in der Regel Grünabfall bzw. Strauchschnitt) unter aeroben Bedingungen in Kompostierungsanlagen.

  Bioabfalltonne

Spezielle Tonnen (Biotonne oder Komposttonne) oder Container, in denen nur die kompostierbare Fraktion, in der Regel im Holsystem, gesammelt wird. Ziel ist die Erzeugung eines schwer- metallarmen Kompostrohstoffes. Die in einem Haushalt anfallende Menge an nativ-organischem Material hängt stark vom Gartenanteil, der Jahreszeit und dem Grad der Eigenkompostierung ab. Für die Sammlung der organischen Abfälle werden die üblichen Tonnen und Container, aber auch spezielle Behälter mit Belüftungsschlitzen angeboten.

  Bioabfallverordnung

Verordnung über die Kompostierung und Verwertung von Bioabfällen (Bioabfall) auf landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich und gärtnerisch genutzten Böden.Die Bioabfallverordnung beinhaltet die Begrenzung von anorganischen Schadstofffrachten bei der Aufbringung von Bioabfällen (Bioabfall) auf landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Böden und legt die Anforderungen und den Prüfungsumfang zur Gewährleistung der Seuchen- und phytohygienischen Unbedenklichkeit der Bioabfälle vor der Aufbringung fest.

  Bioakkumulation

Allgemein: Prozess der Anreicherung von natürlichen und anthropogenen Stoffen in einem Organismus, der zu einer Konzentrationserhöhung führt. Die Bioakkumulation ist gegeben, wenn das Verhältnis Menge (Schadstoff) Maßeinheit an oder in toten oder lebenden Strukturen zur Menge (Schadstoff) in gleicher Maßeinheit im Wasser oder in der Nahrung größer als 1 ist. Die der Anreicherung zugrundeliegenden Aufnahmewege und -prozesse werden hierbei nicht berücksichtigt. Die Fähigkeit von Organismen zur natürlichen Bioakkumulation ist eine elementare Eigenschaft.

Gewässer: Anreicherung von Stoffen in marinen Organismen durch Inkorporation in Gewebe und Organe oder durch Adsorption. Bei der Aufnahme von Umweltchemikalie wird je nach Quelle in Biokonzentration (aus dem Wasser) und Biomagnifikation (aus der Nahrung) unterschieden.

Anreicherung von Stoffen (z. B. Schwermetalle, Pflanzenschutzmittel, radioaktive Nuklide) in Organismen oder ganzen Ökosystemen.

  Biochemie

Interdisziplinäre Wissenschaft zwischen Biologie und Chemie. Anwendung physikalischer und chemischer Methoden, um die den physiologischen Umsätzen in lebenden Organismen, einschl. der Mikroorganismen, zugrunde liegenden Vorgänge zu erklären.

  biochemische Verdünnung

Die Verminderung (hauptsächlich in Sickerwässern (Sickerwasser)) von Verunreinigungen durch biochemische Reaktionen.

  biochemischer Prozess

Die Tätigkeit biologischer Organismen, die eine chemische Veränderung hervorruft.

  Biochorion

Aktionszentrum (z. B. ein Baumstumpf) in einem Ökosystem.

  Biocoenose

Biozönose 

  Biodeposition

Ablagerung von Stoffen durch Aktivität von Organismen.

  Biodiversity-Convention

s. Konvention über die Artenvielfalt

  Biofilmverfahren

Verfahren zur biologischen Abwasserreinigung, bei dem der Abbau der organischen Abwasserinhaltsstoffe durch auf Oberflächen (Trägermaterialien) wachsende Mikroorganismen erfolgt. Der Aufwuchs der Mikroorganismen auf dem Trägermaterial wird Biofilm genannt. Der Abbau erfolgt aerob.Zu den Biofilmverfahren zählen z. B. Tropfkörper, Rotationstauchkörper, getauchte Festbettreaktoren oder bepflanzte Bodenfilter.

  Biofilm

s. biologischer Rasen

  Biofilter

 

Anlage zur Behandlung geruchsbeladener Abluft. Auf dem Trägermaterial siedeln sich Mikroorganismen an, welchen die Geruchsstoffe als Nährstoffe dienen. Die bekanntesten Biofilter sind:

Kompostfilter

Rindenmulchfilter

 

  Biogas

Durch anaeroben Abbau (anaerober Abbau) organischer Substanzen mittels Methanbakterien in Abwesenheit von Sauerstoff entstehendes Gas (Klärgas, Sumpfgas, Faulgas, Deponiegas), das zu 50 bis 70% aus dem hochwertigen Energieträger Methan, Kohlendioxid sowie aus Spuren von Schwefelwasserstoff, Stickstoff, Wasserstoff und Kohlenmonoxid besteht. Der durchschnittliche Heizwert von Biogas beträgt 25.000 kJ/m3. Biogas kann aus nahezu allen organischen Abfällen (organischer Abfall) (u. a. menschlichen und tierischen Exkrementen, tierischen und pflanzlichen Reststoffen) hergestellt werden.

  biogen

(bios gr. = Leben; genesis gr. = Ursprung), organischen Ursprungs, nativ-organischer Stoff

Durch Lebensvorgänge (Organismen) bedingt.

  biogen-organischer Stoff

s. nativ-organischer Stoff

  biogene Sauerstoffproduktion

Freisetzung von Sauerstoff bei der Photosynthese.

  Bioindikator

Organismus mit (bekannten) stenöken Ansprüchen (Tier, Pflanze, Mikroorganismus), dessen Vorkommen oder leicht erkennbares Verhalten bestimmte Gegebenheiten oder Veränderungen der Umwelt anzeigt (Biomonitoring)

Bioindikatoren sind Organismen oder Organismengemeinschaften, die auf Umwelteinflüsse mit Veränderungen ihrer Lebensfunktionen und/oder ihrer chemischen Zusammensetzung reagieren bzw. deren Vorkommen oder Fehlen in einer Biozönose Umweltfaktoren charakterisieren. Zu unterscheiden sind Reaktionsindikatoren (reagieren unter spezifischen Symptomen) und Akkumulationsindikatoren (reichern meist ohne erkennbare Schädigungen Substanzen an und machen diese damit einer entsprechenden Analytik zugänglich).

  Biokatalysator

Stoff, der in kleinsten Mengen bei Lebewesen biochemische Reaktionen beeinflusst: Enzyme, Vitamin, Wuchsstoff, Hormon.

  Biokompost

Der aus den im getrennt gesammelten Siedlungsabfall (Siedlungsabfall) enthaltenen biogenen und biologisch abbaubaren nativ-organischen kompostierbaren Abfallanteilen (z. B. organische Küchenabfall, Gartenabfälle (Gartenabfall)), hergestellte Kompost.

  biologisch abbaubar

Die Fähigkeit, durch Mikroorganismen in einfachere chemische Verbindungen abgebaut zu werden. Organisches Material ist biologisch abbaubar. (s. a.biologische Abbaubarkeit)

(biodegradable) Wenn ein Material durch natürliche Prozesse, z. B. durch Bakterien, in kleinere Abbauprodukte zerlegt wird, so ist es biologisch abbaubar. Juristisch gesehen garantiert der Begriff in Deutschland nicht die umweltverträgliche Wirkung auf die Natur.

  biologisch abbaubare Materialien

Substanzen, die durch Mikroorganismen oder deren Enzyme zersetzt werden können.

  biologisch abbaubarer Werkstoff

Anthropogen (anthropogen) hergestellter Werkstoff, der hinsichtlich seiner gesamten organischen Bestandteile dieselben Abbaumerkmale wie nativ-organische Materialien aufweist (vgl. nativ-organischer Stoff). Diese Substanzen können durch Mikroorganismen zersetzt werden.

(biodegradable materials) BAW sind wie konventionelle Kunststoffe (Thermoplaste) mit gängigen Verfahren der Kunststofftechnik zu verarbeiten, Produkte aus BAW können Kunststoffprodukte ersetzen. Im Unterschied zu Kunststoffen können alle organischen Bestandteile von BAW durch mikrobiellen Abbau vollständig in CO2 und Wasser zersetzt werden. Dabei ist die biologische Abbaubarkeit eine Folge der chemischen Struktur und nicht der Rohstoffherkunft: es gibt auch BAW auf Basis von Erdöl, die diese Eigenschaft besitzen. Aus Gründen des Umweltschutzes und des Produkt-Image werden aber viele BAW auf Basis nachwachsender Rohstoffe, wie z. B. Stärke, Zucker oder Cellulose, hergestellt.

  biologisch nicht abbaubar

s. inert

  biologisch ruhend

Das Stadium, in welchem ein System, das bioabbaubare Materialien beinhaltet, nicht mehr aktiv ist, jedoch wieder aktiv werden kann, sobald günstige Bedingungen hierfür herrschen (z. B. bei Wassermangel).

  biologisch stabilisiert

Das Stadium, in welchem ein biologisches System seine Nährstoffquelle gänzlich verbraucht hat und ein inaktives Medium vorliegt, das nicht mehr in der Lage ist, ein Wachstum hervorzurufen.

  biologische Abbaubarkeit

Eignung einer org. Substanz durch Mikroorganismen abgebaut (zersetzt) zu werden. (s. Abbau, Abbaubarkeit)

  biologische Abfallbehandlung

Gelenkter Abbau bzw. Umbau von biologisch abbaubaren organischen Abfällen (Abfall) durch aerobe (Rotte, Kompostierung) bzw. anaerobe (Faulung, Vergärung) Verfahren.

  biologische Abwasserreinigung

Reinigungsteil mit biologischen Verfahren, wie Belebungs- oder Tropfkörperverfahren, oder mit anderen gleichwertigen biologischen Verfahren.

Abwasserreinigung durch biologische Verfahren, z. B. Belebungsverfahren oder Biofilmverfahren

Die im Abwasser enthaltenen organischen Bestandteile werden in der biologischen Abwasserreinigung einem Abbauprozess unterzogen. Der Abbau erfolgt durch Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze in Verbindung mit Sauerstoff. Dabei entstehen durch Umwandlungsprozesse anorganische Verbindungen (z. B. Kohlendioxid oder Wasser) und eine beständige Biomasse. Letztere sinkt im Nachklärbecken zu Boden und wird dort als Rücklaufschlamm bzw. Überschussschlamm aus dem Wasser entfernt und weiterverarbeitet. Dieser Prozess geht ohne Störung vor sich, solange die Kleinstlebewesen vor Säuren, Laugen und Giftstoffen geschützt sind und ihnen mit dem Abwasser stets neue Nahrung und genügend Sauerstoff zugeführt wird. In ausreichend bemessenen und sorgfältig betriebenen mechanisch-biologischen Kläranlagen können Abwässer so weit gereinigt werden, dass Fische darin leben können. Gleichwohl werden in den den Regeln der Technik entsprechenden Kläranlagen nur etwa 90 % der Schmutz- bzw. Schadstoffe und Krankheitserreger aus dem Abwasser entfernt. Dort, wo die Restbelastung aus städtischen oder industriellen Abwässern noch zu hoch ist und/oder die Selbstreinigungskraft des aufnehmenden Gewässers (Vorfluter) übersteigt, wird eine weitergehende Abwasserreinigung (Dritte Reinigungsstufe) notwendig.

Abbau von gelösten organischen Substanzen durch Mikroorganismen, anaerob oder aerob in Belebtschlammanlagen (z. B. Becken, Bio-Hochreaktoren) oder auf sogenannten biologischen Rasen (biologischer Rasen) in Tropfkörpern. Geschieht in Kläranlagen durch technisch intensivierte biologische Selbstreinigung (z. B. Füllkörper, Oberflächenbelüfter). (s. a. Belebtschlammverfahren)

  biologische Behandlung von Restabfällen

Restabfall kann in der Regel wegen möglicher Gefährdungen von Grundwasser und Luft nicht direkt auf Deponien abgelagert werden. Mit Hilfe der biologischen Behandlung soll die Deponierbarkeit des Restabfalls verbessert werden. Als Behandlungsverfahren stehen grundsätzlich aerobe Verfahren (Rotte, aerobe Behandlung) und anaerobe Verfahren (Vergärung) zur Verfügung. Die biologische Behandlung führt zu einer Umsetzung der leicht abbaubaren Bestandteile (leicht abbaubarer Stoff) des Restabfalls. Dadurch wird das Volumen der Deponie herabgesetzt. Ferner werden Sickerwasserbelastung (Sickerwasser) und Deponiegasanfall deutlich reduziert.

  biologische Durchgängigkeit

Wanderungs- und Driftmöglichkeit für Tiere in die ab- und zufließenden Flüsse und Bäche.

  biologische Halbwertzeit

Zeitspanne, während der die Hälfte einer vom Organismus aufgenommenen Substanz ausgeschieden wird.

  biologische Schädlingsbekämpfung

Begrenzung der Population schädlicher Tier- und Pflanzenarten durch Anwendung von Selbstvernichtungsverfahren, Schonung, Förderung und Einsatz von Nützlingen, Verwendung mikrobiologischer Präparate und Förderung spezifischer Schädlinge von Unkräutern.

  biologische Selbstreinigung

Die durch Mithilfe von Mikroorganismen erfolgende Zersetzung organischer Substanzen im Abwasser und in durch Abwässer verschmutzten natürlichen Gewässern.

  biologische Stufe

Teil einer Kläranlage, besteht aus vorwiegend mikrobieller Reinigung und Nachklärung.

  biologische Vielfalt

In einer natürlichen Umgebung, gibt es eine Vielfalt von Pflanzen- und Tierleben, von dem Kleinsten bis zu dem Größten. Die Natur hat ein natürliches System für die Kontrolle von Krankheiten geschaffen. Wenn anthropogen jedoch nur eine begrenzte Anzahl von Eingriffen getätigt wird, kann das System von Überprüfung und Ausgleich zusammenbrechen.

  biologischer Abbau

Molekularer Abbau (aerob bzw. anaerob) einer künstlichen oder natürlichen organischen Substanz (z. B. im Gewässer oder im Boden), die durch komplexe Einwirkungen lebender Organismen hervorgerufen wird. Dabei zerlegen Mikroorganismen, hochmolekulare Stoffe (Zucker, Fett, Holz) in einfache Stoffe unter Energiefreisetzung in niedermolekulare Verbindungen, letztlich bis zu CO2 und Wasser (Kohlendioxid, Wasser). (s. a.biologische Selbstreinigung, Mineralisation)

  biologischer Abbaugrad

Auf den Ausgangswert bezogene Verminderung der Konzentration einer organischen Substanz in einer dem biologischen Abbau (biologischer Abbau) unterworfenen Lösung oder Dreiphasensystem. Dabei kann als Ausgangswert die gesamte Trockenmasse oder die reine organische Substanz herangezogen werden.

  biologischer Rasen

Die Kleinlebewesen, die die Füllkörper bzw. Bodenkörner in der biologischen Abwasserreinigung (biologische Abwasserreinigung) umhüllen.

  Biologischer Sauerstoffbedarf

Der biologische Sauerstoffbedarf ist neben dem Chemischen Sauerstoffbedarf eine wichtige Beurteilungsgröße für die Belastung von Wasser und Abwasser mit organischen Stoffen. Der BSB5 ist jene Sauerstoffmenge, die in einer Abwasserprobe von den darin enthaltenen Mikroorganismen für den Abbau und die Umwandlung der organischen Kohlenstoffverbindungen bei einer Temperatur von 20° innerhalb von 5 Tagen verbraucht wird. Siehe auch , Chemischer Sauerstoffbedarf

  biologischer Schlamm

s. Belebtschlamm.

  biologisches Abbauverhalten

Eigenschaft eines Stoffes, die zur Beurteilung seines Wassergefährdungspotentials hinzugezogen wird. Die Bestimmung des biologischen Abbauverhaltens erfolgt durch ein Testverfahren, bei dem ermittelt wird, ob und in welcher Zeitspanne Stoffe durch komplexe Einwirkung lebender Organismen biologisch abbaubar sind.

  biologisches Gleichgewicht

Der Zustand mit nur geringen Veränderungen der Individuenzahl einzelner Arten, der sich in einer ungestörten Lebensgemeinschaft einstellt.

  Biomagnifikation

Anreicherung von Stoffen über die Nahrungskette in Organismen durch Speicherung (Anreicherung in bestimmten Organen).

  Biomanipulation

Nahrungsnetzsteuerung, Verfahren zur Seensanierung durch Top-down-Kontrolle der Nahrungskette. Entfernung der planktivoren Fische (planktivorer Fisch) führt zu höherem Grazing und zu geringeren Algendichten.

  Biomasse

Die gesamte Masse an lebenden Organismen auf einer gegebenen Fläche oder Volumen. Die Biomasse setzt sich zusammen aus der pflanzlichen (Phytomasse) und der tierischen (Zoomasse) Biomasse. Die Masse toter und abgefallener Pflanzenteile wird oft zusätzlich ermittelt und als "tote" Biomasse angegeben.

Masse (Gewicht) einer biologischen Substanz.

Gesamtmasse des organischen Materials (Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen) auf einer bestimmten Fläche oder innerhalb eines bestimmten Volumens. Gebildet wird es durch Wachstum und Stoffwechsel von Organismen.

Bioenergieträger liegen in vielfältiger Form vor.Zu den Festbrennstoffen gehören u. a.:

Holz und Holzreste aus der Durchforstung, der Waldpflege und dem Einschlag, aus Sägewerken oder aus Recyclingholz,

Energieholz, d. h. speziell angebaute, schnellwachsende Baumarten wie Pappeln und Weiden ("Kurzumtriebshölzer"),

Landwirtschaftliche Reststoffe (Stroh)

Speziell angebaute Energiepflanzen auf Stilllegungsflächen.

Bei den flüssigen Bioenergieträgern, die z. B. als Treibstoff dienen können, sind von Bedeutung:

Zucker- und Stärkepflanzen zur Umwandlung in Ethanol,

Ölhaltige Pflanzen wie Raps und Sonnenblumen zur Produktion von Pflanzenöl.

Als gasförmige Bioenergieträger sind zu nennen:

Biogas, das aus landwirtschaftlichen Reststoffen wie Gülle durch eine mikrobielle Umsetzung ("Vergärung") gebildet wird.

Klärgas und Deponiegas, das durch die gleichen Prozesse aus Klärschlamm erzeugt wird oder sich in Mülldeponien bildet.

 

  Biomonitoring

Standardisierte Beobachtung einer definierten Tier- oder Pflanzenart (Bioindikator). Bei Veränderung von Verhaltensweisen oder Wuchsformen kann auf eine Änderung bestimmter Umweltbedingungen geschlossen werden.

Das Biomonitoring erlaubt mit Hilfe von Bioindikatoren eine zeitlich integrierende Kontrolle des Zustandes der belebten Umwelt. Es wird zwischen passiven und aktiven Biomonitoring unterschieden. Beim passiven Biomonitoring werden Einflüsse auf Bioindikatoren an ihrem Wuchsort untersucht. Beim aktiven Biomonitoring wird standardisiertes biologisches Material unter definierten Bedingungen exponiert.

  Bioremediation

Bioremediation ist der Sammelbegriff für Systeme und Prozesse, die mittels biologischer Methoden Verunreinigungen in Boden und Grundwasser transformieren oder immobilisieren. Ziel ist hierbei die Mineralisierung.

  Biosphäre

Teil des Systems Erde, der alle lebenden und toten Organismen in der Atmosphäre, auf dem Land oder im Meer umfasst.

Bezeichnung für den heute vorzugsweise genannten Lebensbereich der Organismen der Erde.

Die Biosphäre (auch: Ökosphäre, Umwelt) ist der von Leben erfüllte Raum der Erde, der die oberste Schicht der Erdkruste (inklusive des Wassers) und die unterste Schicht der Atmosphäre umfasst. Der terrestrische Bereich kann auch Biogeosphäre und der aquatische Teil Biohydrosphäre bezeichnet werden. (Quelle: Bahdir et al., 1995, Springer Umwelt-Lexikon) (s. a. Anthroposphäre, Technosphäre)

  Biosphärenreservat

Biosphärenreservate sind großräumige Gebiete zum Schutz der Einheit von Natur- und Kulturlandschaft. Sie werden international im Rahmen des Programmes "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB) von der UNESCO anerkannt und unterstützt und repräsentieren charakteristische Ökosysteme der Erde. Sie gehören zu einem weltweiten Netz solcher Schutzgebiete. Biosphärenreservate sind Modellregionen für das langfristige Leben und Wirtschaften des Menschen im Einklang mit der Natur. Sie werden untergliedert in Zonen unterschiedlicher Intensität der Landnutzung: in eine Kernzone ohne menschliche Nutzung, in eine Pflegezone mit traditioneller extensiver Landnutzung und in eine Entwicklungszone, die eine umweltverträgliche Regionalentwicklung zum Ziel hat. Biosphärenreservate dienen ferner der Forschung und Umweltdauerbeobachtung sowie der Umweltbildung.

Großräumige Landschaften, die durch reiche Naturausstattung und wichtige Beispiele einer landschaftsverträglichen Landnutzung überregionale Bedeutung besitzen und als Naturschutzgebiete oder Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen sind, den Richtlinien der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, (UNESCO) genügen und als Biosphärenreservat ausgewiesen sind.

  Biotest

Verfahren zur Prüfung von Wirkstoffen (z. B. Umweltchemikalien) auf Organismen im Labor unter standardisierten Bedingungen.

  biotische Faktoren

Die Wirkung der belebten Natur auf die Organismen, z. B. Nahrung, Bevölkerungsdichte, Feinde, Konkurrenten.

Biologische (belebte) Faktoren, die auf ein Lebewesen einwirken. Sie ergeben sich aus dem Zusammenleben mit anderen Organismen.

  biotische Rohstoffe

Zu den biotischen verwerteten Rohstoffen zählen Ernteprodukte aus der Landwirtschaft, Biomasse für Futterzwecke, Biomasse aus der Forstwirtschaft (Holz) und Tiere (Fischerei und Jagdstrecke). Bei den biotischen nicht verwerteten Rohstoffen wird die nicht verwertete Biomasse aus der Landwirtschaft (z. B. Stroh, Zwischenfrüchte) und der Fischerei (Beifang) erfasst.

  biotischer Abbau

Abbau organischer Substanz durch lebende Organismen, normalerweise im wässrigen Medium. (s. a. Abbaubarkeit)

  biotischer Index

Bezeichnet die Artenvielfalt in einem ökologischen System und ist ein guter Indikator für das Vorkommen von Verschmutzungen. Im wässrigen System bedeutet der biotische Index eine systematische Übersicht der Wasserorganismen und spiegelt die Flusswasserqualität wieder.

  Biotonne

Das Sammelgefäß, in dem die in Siedlungsabfalln enthaltenen biogenen und biologisch abbaubaren Abfallanteile (z. B. organischer Küchenabfall, Gartenabfall) getrennt erfasst und eingesammelt werden. In Deutschland meist braun eingefärbte Tonnen. Verwendung finden Säcke aus Papier bzw. Kunststofftonnen zwischen 50 und 240 l, in Großstädten auch 770 l Inhalt.

  Biotonnematerial

biogene Abfälle (Abfall) aus Haushalten und Gärten sowie Abfälle gleichartiger Zusammensetzung aus Geschäften und Kleingewerbe, deren Sammlung regelmäßig im Holsystem erfolgt. Biotonnematerial ist in der Regel ein Gemisch aus Küchenabfalln, wie sie in Haushalten anfallen, und Grünschnitt aus Vorgärten oder Kleingärten, sobald keine Eigenkompostierung durchgeführt wird.

  Biotop

(bios gr. = Leben; topos gr. = Ort). Lebensraum einer Biozönose von einheitlicher, gegenüber seiner Umgebung mehr oder weniger scharf abgrenzbarer Beschaffenheit (z. B. der Lebensraum eines Altwassers, Hochmoor, Salzwiese, Höhle, Teich, Erlenbruch).

Ein Lebensraum, der auf Grund seiner spezifischen Beschaffenheit, seines charakteristischen Mikroklimas und seiner typischen Pflanzen- und Tierbesiedlung gut gegen andere Lebensräume abzugrenzen ist, z. B. Wald, Teich, Fluss.

Lebensraum einer bestimmten Tier- oder Pflanzengesellschaft von bestimmter Mindestgröße und einheitlicher, gegenüber seiner Umgebung abgrenzbarer Beschaffenheit (z. B. Teich, Moor).

Natürlicher, abgegrenzter Lebensraum einer Gemeinschaft von bestimmten Tieren, Pflanzen etc.; umfasst räumliche, chemische und physikalische Strukturen und Funktionen.

Lebensraum einer Biozönose, verschiedene Habitate umfassend

  Biotopkartierung

Erfassung von Landschaftsteilen mit bestimmter Mindestgröße und einheitlicher, gegen die Umgebung abgrenzbarer Beschaffenheit, d. h. von Biotopen (Lebensräumen) einschließlich wesentlicher Teile der Biozönose (Lebensgemeinschaft) selbst. Nach dem Kartierungsgebiet können Offenland-, Wald-, Stadt- und Dorfbiotopkartierungen unterschieden werden. Durch selektive Kartierungen werden nur schutzwürdige Biotope erfasst, während flächendeckende Kartierungen sich über die Erhebung aller Biotope eines Untersuchungsraumes erstrecken.

Von den Ländern durchgeführte Aufzeichnung von Biotopen, um eine verlässliche Grundlage für die Ausweisung von Naturschutzgebieten u.Ä. zu erhalten. Daneben führen auch Gemeinden Biotopkartierungen durch, um Grundlagen für Grünordnungspläne (Grünordnungsplan) und Landschaftspläne (Landschaftsplan) zu erhalten.

  Biotopschutz

Dieser Begriff umfasst im weitesten Sinne alle Rechtsnormen und Maßnahmen des Naturschutzes, mit denen Lebensräume von Tier- und Pflanzengemeinschaften erhalten und entwickelt werden sollen. Die Rechtsnormen können für konkrete Flächen z. B. in Schutzgebietsausweisungen oder in der Bauleitplanung geschaffen werden. Pauschal können aber auch bestimmte Biotoptypen unter gesetzlichen Schutz gestellt werden, ohne dass im Einzelfall Rechtsverordnungen erlassen werden müssen. In Thüringen regelt dies das Gesetz z. B. für naturnahe Gewässer, Felsbildungen, Nass- und Trockenstandorte u. a. Biotoptypen in detaillierter Form. In klassischer Form werden Biotopschutzmaßnahmen in Einzelaktionen praktiziert werden, z. B. durch Geländegestaltung (Vernässung, Bepflanzung) oder durch Pflegeschnitte. In Pflege- und Entwicklungsplänen werden solche Maßnahmen abgestimmt und gebündelt. Durch finanzielle Förderung naturverträglicher Bewirtschaftung und Pflege kann auch der Landnutzer in den angewandten Biotopschutz einbezogen werden. Letztlich ist der Schutz angemessenen Lebensraumes die wichtigste Voraussetzung eines nachhaltigen Artenschutzes.

  Biotoptyp

Ein Biotoptyp ist ein abstrahierter Typus aus der Gesamtheit hinsichtlich bestimmter Parameter gleichartiger Biotope. Die Festlegung und Benennung der Typen kann in der Kartieranleitung zur "Hessischen Biotopkartierung (HB)" nachgelesen werden.

s. Ökosystemtyp

  Biotopverbund

Räumliche Verbindung von Biotopen, die den auf diese Lebensräumen angewiesenen Lebensgemeinschaften Ausbreitung bzw. Austausch ermöglicht. Sie ist unmittelbar, wenn eine gemeinsame Grenze bzw. Übergangszone vorliegt, oder mittelbar, wenn lediglich funktionelle Beziehungen bestehen.

  Biotopverbundnetz

System von miteinander in Verbindung stehenden Biotopen. Die Verbindungsachsen müssen dabei ähnliche ökologische Bedingungen aufweisen wie die Einzelbiotope (feucht, trocken, heimische Laubgehölze etc.), und auftretende Hindernisse zwischen den Biotopen müssen überwindbar sein.

  Biotopvernetzung

s. Biotopverbund

  Biotoxizität

s. Toxizität

  Bioverfügbarkeit

Bezeichnet die Eignung einer Substanz, allgemein durch einen biologischen, in der Umwelt insbesondere auch mikrobiellen Stoffwechsel umgesetzt werden zu können. Bezogen wird diese Eigenschaft heute oft auf den Umsatz organischer Umweltkontaminanten. Allgemein gilt, dass natürlich entstandene Stoffe leichter abgebaut werden als anthropogen erzeugte.

  Biowäscher

Anlage zur Abluftreinigung, bei der das Waschmedium aerobe Mikroorganismen zum Abbau luftverunreinigender und geruchsbelästigender Stoffe enthält.

  Biozellenreaktor

Geschlossener Rottebehälter mit Spezialeinrichtungen zur Rottesteuerung. In der Regel mit künstlicher Belüftungseinheit.

  Biozid

Oberbegriff für Substanzen, die Organismen abtöten oder deren Wachstum verhindern wie z. B. Bakterien, Schleime, Pilze, Unkräuter, Insekten usw.

  Biozönose

(bios gr. = Leben; koinos gr. = gemeinschaftlich); Lebensgemeinschaft von Tieren und Pflanzen in einem Biotop.

Lebensgemeinschaft verschiedenartiger Organismen, durch die Umweltbedingungen und durch die Beziehung zueinander bestimmt.

Gemeinschaft der in einem Biotop regelmäßig vorkommenden pflanzlichen und tierischen Lebewesen verschiedener Arten, die untereinander und mit den anderen Arten in Wechselbeziehungen stehen.

  biozönotisches Gleichgewicht

In einer ausgeglichenen Biozönose besteht über längere Zeiträume hinweg eine gewisse Konstanz in der Individuendichte der beteiligten Arten. Dieses Gleichgewicht wird durch die Wechselwirkung der Arten der Biozönose aufrecht erhalten

  Bitumen

Erdölprodukt, das technisch bei der Erdölverarbeitung (Aufbereitung und Kondensation durch Destillation) anfällt. Wird als Anstrich- und Dichtungsmittel sowie beim Bau von Straßendecken und Auftragen von Fußböden verwendet.

Bitumen in verschiedenen Ländern als Naturbitumen rein bzw. als Rückstand bei Rohöldestillation.

Alle natürlich vorkommenden oder aus Naturstoffen ohne Zersetzung gewonnenen flüssigen oder festen Kohlenwasserstoffgemische.

  Blähschlamm

Aus ein- und mehrzelligen Kleinlebewesen (z. B. Bakterien, Pilzen) bestehender Schlamm im Belebungsbecken einer Kläranlage. Die im Blähschlamm vorhandenen Kleinlebewesen bauen die im Abwasser vorhandenen organischen Substanzen unter Verwendung von Sauerstoff für ihren Stoffwechsel ab.

Blähschlamm hat schlechte Absetzeigenschaften, die aus der übermäßigen Vermehrung fadenförmiger Bakterien resultieren. Da der Blähschlamm nicht sedimentiert, sinkt zum einen die Reinigungsleistung in Belebungsbecken und zum anderen wird im Nachklärbecken bereits gereinigtes Abwasser durch die Schlammflocken kontaminiert. Die Bildung von Blähschlamm wird durch einseitig belastete Abwässer gefördert. Sie kann durch eine chemische bzw. physikalische Behandlung (z. B. Fällung mit Grünsalz, Erhöhung der Belüftungsintensität) unterbunden werden.

  Blasverfahren

Blasen bzw. Extrusions-Blasen ist ein Verfahren zur Herstellung von Hohlkörpern (z. B. Flüssigkeitsbehälter) aus polymeren Werkstoffen. Der Extruder extrudiert einen Rohling bzw. Vorformling, der anschließend in der Form (Blaswerkzeug) durch Zuführung von Luft an die Werkzeuginnenwände gepresst wird und dadurch die gewünschte Raumform annimmt.

  Blei

(Pb) Blei und seine Verbindungen gehören zu den starken Umweltgiften. Es wird vermutet, dass das meiste Blei in Kläranlagen aus Abschwemmungen von Straßen und Dächern stammt. Blei akkumuliert sich wie andere Schwermetalle in Klärschlämmen (Klärschlamm), Sedimenten aber auch in Lebewesen und wird so zum Umweltrisiko. Überschreitungen des Grenzwertes von Blei in Trinkwasser können in Altbauten auftreten, in denen das Trinkwasser noch durch Blei-Rohre geleitet wird.

Die Einleitung von Blei ist nach dem Abwasserabgabengesetz abgabepflichtig.

Chemisches Element, blau-graues, sehr weiches und dehnbares Schwermetall. Im Körper des Menschen, in Tieren, Pflanzen und im Boden in Spuren vorhanden. Resorbiertes Blei wirkt als Enzymgift. Es beeinflusst direkt die kontraktile Substanz der glatten Muskulatur. Besondere Gefahren bei Bleidämpfen und löslichen Bleiverbindungen, führt zu Bleivergiftung und Gehirnschäden.

  Blephariceridae

Fam. der Lidmücken, Ordnung Diptera (Zweiflügler).

  Blindwert

Die Menge an nachzuweisender Substanz, die bei einer Analyse ohne Zugabe der zu analysierenden Probe ermittelt wird. In der Regel entspricht der Blindwert der Summe der Verunreinigungen der Reagenzien und der Analysengeräte mit der Substanz.

  Blockheizkraftwerk

Mit Blockheizkraftwerken lassen sich Strom- und Wärme im kombinierten Verfahren erzeugen. Genutzt werden sie bei dezentraler Nahversorgung und für entsprechende industrielle und gewerbliche Zwecke; BHKW gehören begrifflich zu Kraft-Wärme-Kopplung.

Mit einem Verbrennungsmotor oder einer Turbine betriebenes Kraftwerk, das Strom und Wärme mit einem sehr hohen Wirkungsgrad erzeugt. Die Wärme wird im Gegensatz zum Dampfkraftwerk auf höherem Temperaturniveau ausgekoppelt. Der Nutzungsgrad eines BHKW liegt bei ca. 32% für elektrische Energie und bei ca. 55% für Wärme.

  Blockregen

Regenereignis mit konstanter Regenintensität und vorgegebener Regenhäufigkeit; z. B. Blockregen von 15 min Dauer und 1-jährlicher Regenhäufigkeit: BR15(1)

  Bodden

Überflutete quartäre Hohlform an der Küste mit starker Gliederung des Ufers, geringer Wassertiefe und einer schmalen Verbindungsöffnung zum Meer.

  Bodenansprache

Nach Ermittlung der Korngrößenverteilung eines Bodenstoffes kann die anstehende Bodenart genau bezeichnet werden (= Bodenansprache), z. B. sandiger Kies

  Bodenart

Mit der Bodenart wird die Korngrößenzusammensetzung des mineralischen Bodenmaterials (Lockergestein im geologischen Sinne) gekennzeichnet. Neben dem Grobboden (Körnung > 2 mm) differenziert man den Feinboden in Sand, Schluff und Ton.

Nach der Norm "Baugrund und Grundwasser - Benennen und Beschreiben von Boden und Fels": Einheitliche Benennung und Beschreibung der Böden nach Art, Farbe und Beschaffenheit.

  Bodenaufschluss

geologische Untersuchungsmethoden zur Erkundung von Altlasten und Altlastenverdachtsflächen durch direkte Aufschlüsse und indirekte Aufschlüsse.

  Bodenaushub

Nicht kontaminiertes, natürlich gewachsenes oder bereits verwendetes Erd- und Felsmaterial.

Hierunter fallen Massenbewegungen von Boden und anstehendem Gestein sowie ausgebaggertes Material. Der Bodenaushub fällt in erster Linie im Zuge von Konstruktions- und Bauarbeiten an.

  Bodenaushubdeponie

(Erddeponien) Die Anforderungen an Erddeponien sind auf Grund ihres vergleichsweise niedrigen Gefährdungspotentiales gering. Als Mindestanforderungen stehen die Anbindung an öffentliche Verkehrswege, Umzäunung, abschließbare Tore sowie die Überwachung der Anlieferung und eingewiesenes Personal. Erddeponien dürfen nur außerhalb ausgewiesener oder geplanter Wasser- und Quellschutzgebiete und mit Abstand zur Wohnbebauung angelegt werden. Die Deponieaufstandsfläche muss sich mindestens 1m über der höchsten Grundwasseroberfläche befinden. Der Zufluss von Oberflächenwasser aus Umgebung muss konstruktiv ausgeschlossen werden. Es sind Standsicherheit, Rekultivierung und Kennzeichnung sicherzustellen.

  Bodenbewertung

Wertmäßige Beurteilung des Bodens nach Lage und Verwendungszweck, in der Landwirtschaft vor allem nach der Bodengüte (Reichsbodenschätzung). Auch: Bewertung der natürlichen Bodenfunktionen und der Funktion als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte gemäß Bundes-Bodenschutzgesetz.

  Bodendauerbeobachtung

Langfristig angelegte, wiederholte Untersuchungen auf Flächen, die nach dem gleichen Muster angelegt wurden (Monitoring), um die anthropogene Beeinflussung der Bodenfunktionen quantifizieren zu können.

  Bodenerosion

Die Abtragung des Bodens durch Wasser, Eis, Schnee, Wind und Schwerkraft.

  Bodenfilter

Bodenkörperfilter sind eine in Österreich entstandene und auch in Deutschland auf den Markt gebrachte Weiterentwicklung der Filterkammer. Bodenkörperfilter sind dadurch gekennzeichnet, dass die erforderliche Gesamtfilterfläche durch einzelne, übereinander gestellte und von oben nach unten nacheinander durchflossene "Tassen" bereitgestellt wird. Bei gleicher Filterfläche ist damit die erforderliche Grundfläche kleiner als bei der Filterkammer. Die aus Beton hergestellten Tassen sind mit einem Spezialfiltermaterial gefüllt. Die Beschickung mit vorgereinigtem Abwasser erfolgt in der Regel stoßweise durch Kippgefäße. Zur Verbesserung der Reinigungswirkung können Bodenkörperfilteranlagen mit einem nachgeschalteten Rezirkulationsschacht ausgestattet werden. Mit einer Pumpe wird das ablaufende Wasser in die Vorreinigungsanlage zurückgepumpt oder mit einem vorgeschalteten Tropfkörper kombiniert. Für die Bemessung gibt es keine Normung.

  Bodenform

Umfassende systematische Einheit zur Kennzeichnung von Böden. Sie beinhaltet den Bodentyp als Charakterisierung des Bodenentwicklungszustandes, den bodenartlichen Profilaufbau und das Ausgangsmaterial des Bodenprofils. In der Bodenkunde wird zunehmend die Bodenform anstelle des Bodentyps als systematische Grundeinheit verwendet.

  Bodenformengesellschaft

Die Kombination von Bodensubstrat und Bodentyp ergibt die Bodenform. In der Fläche kommen die Bodenformen in charakteristischer Form vergesellschaftet vor.

  Bodenfrost

Bei anhaltend tiefen Lufttemperaturen gefriert das Wasser im Boden zu Eis. Bei starken Regenfällen lässt gefrorener Boden kaum Wasser versickern. Es entsteht hoher Oberflächenabfluss, der zu Hochwasser führen kann. Bekanntestes Beispiel für ein Hochwasser, bei dem der Bodenfrost in Teilen der Einzugsgebiete einen wesentlichen Ausschlag gab, ist das Hochwasser im Jahre 1909. Eine hohe Schneedecke kann tiefen Bodenfrost verhindern.

  Bodengruppe

Nach der Norm "Erd- und Grundbau - Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke": Einordnung der Bodenarten in Bodengruppen nach Klassifikationsmerkmalen, z. B. Korngrößenbereiche und -verteilung, plastische Eigenschaften, organische Bestandteile, Entstehung.

  Bodenhilfsstoff

Bodenhilfsstoffe sollen den Boden biotisch, chemisch oder physikalisch beeinflussen (vgl. DüMG), nicht aber Bodenmaterial selbst sein.

  Bodenhorizont

annähernd parallel zur Bodenoberfläche verlaufende, durch Prozesse der Bodenbildung entstandene und nahezu einheitlich ausgebildete Bereiche des Bodens, A-Horizont, B-Horizont, C-Horizont

  Bodeninformationssystem

Auf der  Umweltministerkonferenz beauftragten die Minister die Arbeitsgruppe Bodenschutz mit dem Bund/Länder-Ausschuss Bodenforschung und dem Bund/Länder-Arbeitskreis Umweltinformationssysteme (BLAK), ein Konzept für eine zwischen Bund und Ländern abgestimmte und für die spezifischen Zwecke des Bodenschutzes geeignete Datenbasis zu entwickeln. Ein Konzept zum Aufbau eines Bodeninformationssystems wurde von einer Sonderarbeitsgruppe vorgelegt.

  Bodenklasse

Nach der Norm "Erdarbeiten": Einteilung der Bodenarten nach 7 Klassen.

  Bodenkontamination

(großflächige) Flächen, auf denen es durch anthropogene Einflüsse über die regionaltypischen Referenzwerte (Normalwerte) hinaus zu signifikanten Veränderungen von Stoffgehalten gekommen ist, die Beeinträchtigung von Bodenfunktionen verursachen können. Sie unterscheiden sich von Altlasten durch die Größe (> 1 ha, i. d. R. > 1 km2).

  Bodennutzung

Die Bodennutzung in Hinblick auf die funktionale Dimension entspricht der Beschreibung von Gebieten bezüglich ihres sozioökonomischen Zwecks: Wohn-, Industrie- oder Gewerbeflächen, land- oder forstwirtschaftliche Gebiete, Erholungs- oder Schutzgebiete usw. Verbindungen zur Bodenbedeckung sind möglich; man kann von der Bodennutzung eventuell auf die Bodenbedeckung schließen und umgekehrt.Ein anderer Ansatz, der als sequentiell bezeichnet wird, wurde insbesondere für die Landwirtschaft entwickelt. Seine Definition bezieht sich auf eine Reihe von Schritten der Bodenbearbeitung, die Menschen mit der Absicht ausführen, Erzeugnisse und/oder einen Nutzen durch die Verwendung von Bodenressourcen zu erhalten.

  Bodenprofil

Das Bodenprofil ist eine charakteristische Abfolge von Bodenhorizonten, die in ihrer Gesamtheit einen Bodentyp repräsentieren. Das Bodenprofil ist in der geoökologischen Realität ein senkrechter Anschnitt, der den Bodenaufbau von der Erdoberfläche bis zum unverwitterten Ausgangsmaterial zeigt. Synonym = Schurf.

  Bodensaugfähigkeit

Negative Porenwasserdrücke erzeugt durch kapillare Anziehungskräfte in feinkörnigen und teilgesättigten Böden.

  bodenständige Vegetation

Standortgerechte heimische Vegetation.

  Bodensubstrat

Ausgangsmaterial der Bodenbildung.

  Bodentyp

Der Bodentyp bezeichnet Böden, die infolge des Zusammenwirkens gleichartiger Bodenbildungsfaktoren entstanden sind und den gleichen Entwicklungszustand aufweisen, der durch eine charakteristische Folge von Horizonten mit bestimmten Merkmalen und Horizonteigenschaften (Profilaufbau) ausgedrückt wird.

  Bodenverbesserer

Material, das dem Boden hinzugefügt wird, um seine Struktur zu verbessern, und dadurch seine Fähigkeit eine Vegetation zu ermöglichen.

  Bodenwäsche

(Bodensanierungsverfahren) Verfahrensprinzip: Abtrennung stark belasteter Bodenfraktionen von weitgehend unbelasteten Fraktionen. Ablösen der Schadstoffe von den Bodenpartikeln mittels z. B. Hochdruckaggregaten oder Waschzusätzen. Überführen in das Reinigungsmittel durch Emulgieren, Suspendieren, Lösen.

  Bodenwasserhaushalt

Die jahreszeitlich unterschiedlichen Wasserzufuhren und -verluste in einem Bodenkörper werden unter dem Begriff "Bodenwasserhaushalt" zusammengefasst. Das in einen Boden infiltrierte Niederschlagswasser sickert nur zu einem Teil dem Grundwasser zu, während der andere Teil in der wasserungesättigten Zone über dem Grundwasserniveau verbleibt. Im Falle einer Wassersättigung füllt das Wasser den gesamten verfügbaren Porenraum aus. Weitere Verluste entstehen durch die Entnahme der Pflanzen und durch Verdunstung.

  Bogenschnittverfahren

Das Bogenschnittverfahren ist eine sehr einfache Methode um einen aufzunehmenden Punkt P durch zwei bekannte Punkte zu bestimmen. Dabei wird der Abstand der bekannten Punkte zu P bestimmt und in der Konstruktion von den bekannten Punkten ein Kreisbogen mit entsprechenden Durchmesser geschlagen. Dieser sollte im aufzunehmenden Punkt sich nach Möglichkeit im nahezu rechten Winkel schneiden. Die Messmethode ist allerdings durch schleifende Schnitte bei der Punktbestimmung mit Unsicherheiten behaftet, so dass sie in der Praxis nur zur Kontrollmessung herangezogen werden sollte.

  Bohrlochgeophysik

Die geophysikalischen Verfahren der Elektromagnetik, Magnetik und Radiometrie werden durch Messsonden in einem Bohrloch eingesetzt. Als Ergebnis erhält man einen sehr detaillierten, tiefenbezogenen Verlauf der jeweiligen Gesteins- oder Fluidparameter (elektrischer Widerstand, Suszeptibilität und Gammastrahlung) mit der Tiefe.

  Bohrvortriebsverfahren

Die Verlegung von Rohren im Bohrvortrieb ist ein Verfahren grabenloser Neuverlegungen (grabenlose Verlegetechnik). Zur unterirdischen Herstellung horizontaler Leitungen im Pressbohrverfahren werden die Produktrohre ohne Schutzrohr direkt vorgetrieben, bei gleichzeitigem Bodenabbau an der Ortsbrust mittels eines Bohrkopfes und kontinuierlicher Bodenabförderung mittels einer Förderschnecke. Die hydraulische Vorpresseinrichtung stützt sich in der Startgrube an einem Presswiderlager ab.

  Bonität

Bonität oder Kreditwürdigkeit ist in der Finanzwirtschaft die Eigenschaft einer natürlichen Person oder von Unternehmen oder Staaten, die aufgenommenen Schulden zurückzahlen zu können (wirtschaftliche Rückzahlungsfähigkeit) und zurückzahlen zu wollen (Zahlungswilligkeit). Bei Emittenten von Wertpapieren wird unter Bonität die Fähigkeit verstanden, die Emission nebst Zinsen zu bedienen und zu tilgen. Daraus ableitbar ist die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kreditnehmer in der Lage und willens sein wird, die erforderlichen Rückzahlungen zu leisten.

  Bonner Beschluss

(Bonn agreement) Der Bonner Beschluss war das zentrale Ergebnis der Fortsetzung der Vertragsstaatenkonferenz in Bonn. In dieser politischen Entscheidung haben die verhandelnden Minister zu allen wesentlichen Fragen der Ausgestaltung des Kyoto-Protokolls Kompromisse geschlossen. Mit dem Bonner Beschluss ist das Kyoto-Protokoll ratifizierbar geworden. Für die Vertragsstaatenkonferenz in Marrakesch stellt er die Grundlage für die Verhandlungen über die letzten Details dar.

  Bonner Konvention

Internationales Abkommen, das die Vertragsstaaten verpflichtet, die Biotope von wandernden wildlebenden Arten zu schützen.

  Bonus-Modell

Das Bonusmodell sieht vor, den Stromerzeugern Zuschüsse für jede Kilowattstunde zu gewährleisten, die in der KWK produziert wurde. Dieser Bonus könnte entweder direkt aus dem öffentlichen Haushalt bestritten oder aber über die Netzumlage finanziert werden. Bei den Verhandlungen zum KWK-Vorschaltgesetz konnte sich das Bonus-Modell gegenüber dem Zertifikatsmodell durchsetzen.

  Borate

Salze der Borsäure H3B03 oder Metaborsäure HBO2; wasserhaltiges Natriumborat kommt als Borax in der Natur vor. Ausgangsmittel für Waschmittel sind die Perborate (Perborat).

  bordvoller Abfluss

Randvolle Füllung eines Gewässerquerschnittes, wichtige Größe bei der Berechnung der Erosionsenergie.

  boreale Zone

Nördliche Klimagebiete zwischen der Arktis und dem 50. Breitengrad, charakterisiert durch lange, kalte Winter und kurze Sommer. Die Vegetation wird durch Taiga und Nadelwälder geprägt.

  Böschung

Deponie: Ein Erddamm, meist aus Lehm oder einem anderen inerten Material, der verwendet wird um eine seitliche Bewegung des Abfalls bei der Deponierung zu verhindern.

Künstlich hergestellte, stark geneigte Fläche eines Erdkörpers oder eine abfallende Fläche im Gelände, ein natürlicher oder künstlicher Geländesprung oder ein Absatz zwischen einer höher und einer tiefer gelegenen schwächer geneigten oder ebenen Fläche: Straßen-, Deponie-, Ufer-, Deich-, Damm- bzw. Einschnittsböschung.

Wird durch die Böschungsneigung und den Höhenunterschied charakterisiert. Die Neigungen werden in Grad gegen die Horizontale oder als Steigungsverhältnis angegeben.

Wasserbau

Binnenböschung - die landseitige Böschung eines Deiches

Außenböschung - die wasserseitige Böschung eines Deiches

 

  Böschungsbruch

Als Böschungsbruch bezeichnet man das Abrutschen eines Gleitkörpers auf einer Gleitfläche, in der der Scherwiderstand des Bodens überwunden wird. Die Sicherheit des Gleitkörpers gegen Abrutschen wird als Standsicherheit der Böschung bezeichnet.

  Böschungswinkel

Winkel, der zwischen der Geländeoberfläche und der Horizontalen aufgespannt wird.

  bottle-neck-Effekt

"Flaschenhals-Effekt". Bezeichnet das Zusammenschrumpfen einer Population, wodurch die genetische Vielfalt eingeschränkt wird. Auch wenn sich die Population wieder erholt, kann die ursprüngliche Vielfalt nicht widerhergestellt werden, was sich negativ auf die Fitness der Art auswirken kann.

  Bottum-up-Kontrolle

Steuerung von Struktur und Dynamik einer Lebensgemeinschaft über den Entzug von Ressourcen.

  Bowenverhältnis

Verhältnis zwischen fühlbarem und latentem Wärmestrom, fühlbarer Wärmestrom, latenter Wärmestrom

  Boxenkompostierung

Kompostierung in einem abgeschlossenen Behälter mit dem Ziel der besseren Erfassung und Behandlung von Emissionen in einem frühen Stadium der Rotte.

  Brache

Fläche, die nicht mehr bewirtschaftet oder genutzt wird, wie z. B. Ackerbrachen, Stadtbrachen, Industriebrachen.

  Brackwasser

(brackish water) Mischung zwischen Meerwasser und Süßwasser. ANMERKUNG: Für den Brackwasserbereich oberirdischer Gewässer (oberirdisches Gewässer) sind neben dem Salzgehalt noch andere spezielle biozönotische Merkmale kennzeichnend.

  Brainstorming

Brainstorming ist eine Kreativitätsmethode zur Ideenfindung in Gruppen. Wesentliches Kennzeichen ist die assoziative und nicht gewertete Sammlung von möglichst vielen spontanen Äußerungen zu einer bestimmten Fragestellung. Vorteil des Brainstormings in der Gruppe ist die gegenseitige Anregung der Teilnehmer, Nachteil ist die eventuell zu schnelle Fokussierung der Gruppe auf einen Ansatz. Nach der Ideensammlung durch Brainstorming müssen diese in geeigneten weiteren Schritten sortiert und bewertet werden. Eine strukturiertere Form der Ideensammlung als das Brainstorming ist das Mind Mapping.

  Brainwriting

Das Brainwriting ist eine Modifikation des Brainstorming. Während beim Brainstorming die gegenseitige Stimulation innerhalb der Gruppe stark über das Sprechen und Hören der Begriffe erreicht wird, schreiben beim Brainwriting die Teilnehmer ihre Assoziationen selbst auf einen großen Bogen Papier. Bei größeren Teilnehmergruppen ist es empfehlenswert, das Papier nicht an einer Moderationstafel zu befestigen, sondern auf einem großen Tisch, so dass mehr Personen gleichzeitig schreiben können. Durch das Schreiben ist es möglich, mehrere unabhängige Assoziationsketten gleichzeitig durchzuführen, während beim Brainstorming die Gefahr besteht, dass der Lauteste den Gedankengang dominiert. Nachteil des Schreibens ist, dass nicht alle gleichzeitig alles wahrnehmen können.

  Brandrodung

Rodung von Waldflächen unter Einsatz von Feuer zur Vorbereitung landwirtschaftlicher Nutzung. Durch die Umwandlung kohlenstoffreicher Ökosysteme, wie die tropischen Regenwälder, in Flächen mit bedeutend geringeren Kohlenstoffgehalten (z. B. landwirtschaftlich genutzte Flächen) werden erhebliche CO2-Mengen freigesetzt und in die Atmosphäre emittiert.

  Brandung

(surf) Gesamtheit der Vorgänge beim Brechen von Wellen.

  Brandungsschwingung

(surf beat) Periodische Schwankungen des Brandungsstaus; Perioden meist zwischen 1 und 5 Minuten.

  Brandungsstau

(wave set-up) Erhöhung des Ruhewasserstandes innerhalb der Brandungszone.

  Brandungsströmung

(longshore current) Auf die Brandungszone beschränkte, wellenerzeugte küstenparallele Strömung bei schrägem Wellenangriff.

  Brandungszone

(surf zone) Bereich, in dem ein wesentlicher Teil der Wellenenergie umgewandelt wird. ANMERKUNG: Durch große Luftaufnahme gekennzeichnet.

  Brauchwasser

Regenwasser oder recyceltes Abwasser zum Gebrauch von Toilettenspülungen, Waschmaschine, Bewässerung (kein Trinkwasser).

Je nach techn. Verwendungszweck - z. B. Kühlwasser, Kesselspeisewasser - unterschiedlich aufbereitetes Rohwasser, z. B. Grundwasser oder Oberflächenwasser.

s. a. Betriebswasser

  Braunerde

Vorherrschender Bodentyp in den Laubwaldregionen des gemäßigten humiden Klimas mit A-B-C-Horizont (Bodenhorizont).

  Braunwasser

Als Braunwasser wird ein Schwarzwasser bezeichnet, welches ohne Urin bzw. ohne Gelbwasser ist.

  Brecher

(breaker) Welle, bei der die Orbitalbewegung instabil geworden ist und die Wellenenergie umgewandelt wird.

  Brechpunkt

(breaking point) Ort, an dem das Brechen der Welle einsetzt.

  Breiten-/Tiefenvarianz

Durchschnittliche Abweichung der Breite bzw. Tiefe eines Gewässers vom arithmetischen Mittelwert in einem festgelegtem Zeitraum.

  Bremszone

(protective zone) Durchfluss hemmende Zone im Dammquerschnitt, ähnlich einer Innendichtung angeordnet.

  Brenne/Brennen

Von der Flussdynamik - vorwiegend von nacheiszeitlichen Schmelzwasserströmen - aufgeworfene Kiesschüttung, die aufgrund der nur geringmächtigen Feinerdeabdeckung trotz gelegentlicher Überschwemmungen einen sehr trockenen Standort in der Aue darstellt.

  Brennstoffzelle

Die Brennstoffzelle ist ein hoch effizienter Energieträger, der in Zukunft sowohl im Bereich Verkehr als auch in der Strom- und Wärmeversorgung eingesetzt werden kann. Sie verbindet sehr hohe Wirkungsgrade mit äußerst niedrigen Emissionen und gilt deshalb auch als Instrument für den Klimaschutz. Ein Katalysator und eine saure Lösung zerlegen Wasserstoff chemisch in Ionen und Elektronen. Positiv geladene Protonen wandern zur Anode und verbinden sich dort mit Sauerstoff. Bei der Reaktionen von Wasserstoff und Sauerstoff entsteht Abwärme (Wasserdampf). Als Energieträger eignen sich neben Wasserstoff auch Methan oder Erdgas. Mit der Brennstoffzelle lässt sich Strom und Wärme herstellen. Man unterscheidet sie je nach Arbeitstemperatur und den unterschiedlichen Elektrolyten.

  Brikollare Kompostierung

Rotteverfahren, bei dem das Rottegut zu Formlingen gepresst und zur Rotte auf Paletten gestapelt gelagert wird. Der Sauerstoff gelangt über die Kappilaren und über Diffusion in das Material.

  Browser

Software, mit dem Dokumente dargestellt werden. Zumeist Programm für die Nutzung des Internet (Web-Browser).

  Bruchwald

Klimaxgesellschaft (Endstadium) des biogenen Verlandungsprozesses.

Schwarzerlenwald, der auf organischen, gewöhnlich nur im Frühjahr überstauten Böden mit ganzjährig hohem Grundwasserstand stockt. Bei saurem und nährstoffarmen Torfen lösen Moorbirke (Betula pubescens) und/oder Kiefer (Pinus silvestris) die Schwarzerle (Alnus glutinosa) ab und können bis hin zu reinen Birken- oder Kiefernbrüchen entwickelt sein. Ein Schwarzerlen-Bruchwald kann z. B. bei einem Altwasser das Endstadium einer Verlandungssukzession, darstellen.

  Brückenbildung

Passiert, wenn in einem trichterförmigen Bunker die Menge des zugeführten Materials zu sperrig ist oder der seitliche Druck auf die Wände so groß wird, dass sich statisch eine Gewölbebildung einstellt. Brückenbildung tritt spez. bei Kammern oder Trichtern mit zwei schräg stehenden Wänden auf.

  Brückenkran

Ein Hebekran, der in zwei Koordinatenrichtungen agieren kann. Das eigentliche Hebewerkzeug hängt an einem Läufer (Katze) der längs einer Brücke über dem zu hebenden Material verfahren wird. Die Brücke ist senkrecht zur Katze verfahrbar.

  Brüdenkondensate

Als Brüdenkondensate bezeichnet man die nach einer Eindampfungs- oder Trocknungsanlage wieder kondensierten Abwassermengen.

  Brundtland-Bericht

Abschlussbericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung mit dem Titel "Unsere gemeinsame Zukunft", in dem unter anderem der Begriff der nachhaltigen Entwicklung definiert wird.

  Brunnen

Der Brunnen ist eine technische Anlage, um Grundwasser und Uferfiltrat zu gewinnen.Unterschieden werden Brunnen nach ihrer Herstellungsart: vertikal oder horizontal. Ein Vertikalbrunnen besteht aus einem senkrechten Rohr, das nur im Bereich einer wasserführenden Schicht gelocht oder geschlitzt und mit Kies umhüllt ist. Der Horizontalbrunnen hingegen besteht aus einem bis zur wasserführenden Schicht reichenden geschlossenem Rohr oder Schacht, an dessen Basis sternförmig angeordnete Horizontalbohrungen mit Filterrohrn ausgebaut werden und das Wasser zum Sammelschacht leiten.

  Brütlinge

Frisch geschlüpfte Jungfische.

  Brutto-Grundfläche

(BGF) Summe der Grundflächen aller Grundrissebenen eines Bauwerks mit Nutzungen und deren konstruktive Umschließungen.Nicht zur Brutto-Grundfläche gehören Flächen, die ausschließlich der Wartung, Inspektion und Instandsetzung von Baukonstruktionen und technischen Anlagen dienen, z. B. nicht nutzbare Dachflächen, fest installierte Dachleitern und -stege, Wartungsstege in abgehängten Decken.Die Brutto-Grundfläche gliedert sich in Netto-Grundfläche und Konstruktions-Grundfläche.

  Brutto-Rauminhalt

(BRI) Summe der Rauminhalte des Bauwerks über Brutto-GrundflächenDer Brutto-Rauminhalt wird von den äußeren Begrenzungsflächen der konstruktiven Bauwerkssohle, der Außenwände und der Dächer einschließlich Dachgauben und Dachoberlichtern umschlossen.

Nicht zum Brutto-Rauminhalt gehören die Rauminhalte von:

Tief- und Flachgründungen,

Lichtschächten,

Außentreppen,

Außenrampen,

Eingangsüberdachungen,

Dachüberständen soweit sie nicht Überdeckungen für Bereich b darstellen,

auskragenden Sonnenschutzanlagen,

über den Dachbelag aufgehenden Schornsteinköpfen, Lüftungsrohren und -schächten.

 

  Bruttoinlandsprodukt

Das Bruttoinlandsprodukt (Abkürzung: BIP) gibt den Gesamtwert aller Güter (Waren und Dienstleistungen) an, die innerhalb eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen. Bei der Berechnung werden Güter, die nicht direkt weiterverwendet, sondern auf Lager gestellt werden, als Vorratsveränderung berücksichtigt.

  Bruttowertschöpfung

Die Wertschöpfung umfasst die innerhalb eines abgegrenzten Wirtschaftsgebietes erbrachte wirtschaftliche Leistung (aller im Berichtszeitraum produzierten Waren und Dienstleistungen abzüglich der bei der Produktion verbrauchten Güter) der einzelnen Wirtschaftsbereiche oder der Volkswirtschaft insgesamt. Die Wertschöpfung kann brutto oder netto (vor oder nach Abzug der Abschreibungen) berechnet werden. Die Bruttowertschöpfung ist bewertet zu Herstellungspreisen, das heißt ohne die auf die Güter zu zahlenden Steuern (Gütersteuern), aber zuzüglich der empfangenen Gütersubvention.

  Bubble

Gemäß Artikel 4 des Kyoto-Protokolls können die Staaten ihre Reduktions-Verpflichtungen auch gemeinsam erreichen. Das so genannte "Bubble-Konzept" sieht vor, dass zwei oder mehrere Staaten ihre Verpflichtungen gemeinsam erfüllen können. Es muss dabei nur die Gesamtsumme der Emissionen stimmen. Bisher wird dieses Konzept nur von der EU genutzt.

  Buchführungspflicht

Nach AO bestimmt, dass, wer nach anderen als Steuergesetzen verpflichtet ist, Bücher und Aufzeichnungen zu führen, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, diese Pflichten auch für steuerliche Zwecke zu erfüllen hat (abgeleitete oder derivative Buchführungspflicht). Buchführungspflichten nichtsteuerlicher Art finden sich bekanntlich im HGB. Unterliegen Gewerbetreibende nicht der abgeleiteten Buchführungspflicht, so kann sich eine originäre steuerliche Buchführungspflicht aus dem AO ergeben, wobei Grenzen hinsichtlich des Gesamtumsatzes, des Gewinns und des Wirtschaftswertes der selbstbewirt- schafteten Fläche definiert. Unterliegt ein Gewerbetreibender weder der abgeleiteten noch der originären steuerlichen Buchführungspflicht (etwa weil er kein Handelsgewerbe betreibt; vgl. HGB), führt er aber freiwillig Bücher, so unterliegt seine Gewinnermittlung automatisch ebenfalls dem EStG. Ist ein Gewerbetreibender nicht zur Buchführung verpflichtet und führt er auch nicht freiwillig Bücher, so kann er seinen Gewinn durch eine Überschussrechnung nach EStG ermitteln. Führt er auch hierzu nicht die nötigen Aufzeichnungen seiner Einnahmen und Ausgaben, so schätzt das Finanzamt seinen Gewinn gem. AO nach den Grundsätzen der Gewinnermittlung des EStG.

  Budget

Zweckgebundene Zuweisung von Etats oder Ressourcen für einen definierten Zeitraum. (Quelle: Burghardt, 2008)

  Buhne

Querbauwerk im Fließgewässer, das vom Ufer aus in das Gewässer ragt. Kurze Buhnen werden auch als Sporn bezeichnet.

  bulk-Sammler

Niederschlagssammler, permanent offen, erfasst sowohl die nasse Deposition (Regen) als auch partikuläre Anteile der trockenen Deposition.

  Bündelung

Umfasst die Erstellung eines Verwaltungsaktes durch die Mitwirkung mehrerer Behörden, bündelt die führende Behörde die Beiträge der anderen Behörden. In der Planfeststellung fester Verfahrens- grundsatz. Der Antragsteller hat nur einen Ansprechpartner, der wiederum dafür sorgt, dass alle möglichen Einwendungen berücksichtigt werden.

  Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung

Die BBodSchV untersetzt mittels konkreter Regelungen das Gesetz zum Schutz des Bodens.

  Bundes-Bodenschutzgesetz

Gesetz zum Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen und zur Sanierung von Altlasten

  Bundes-Immissionsschutzgesetz

Vollständige Bezeichnung: Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge. Schutzziel des Gesetzes ist, Menschen, Tiere, Pflanzen und andere Sachen vor schädlichen Umwelteinwirkungen und vor Gefahren, erheblichen Nachteilen und Belästigungen, die insbesondere durch den Betrieb genehmigungsbedürftiger Anlagen (genehmigungsbedürftige Anlage) herbeigeführt werden, schützen und dem Entstehen schädlicher Umwelteinwirkungen vorbeugen durch Regelungen für Errichtung, Betrieb und Überwachung von Anlage sowie der Überwachung der Luftverunreinigung im Bundesgebiet. (s.a. BImSchG)

  Bundesamt für Naturschutz

(BfN) Hat als Bundesoberbehörde die Funktion, Verwaltungsaufgaben des Bundes auf den Gebieten des nationalen und internationalen Naturschutzes und der Landschaftspflege koordinierend wahrzunehmen und das Bundesumweltministerium fachlich und wissenschaftlich zu unterstützen. Raumbezogene Schwerpunkte liegen in den Bereichen Biotopschutz, Landschaftsökologie und Landschaftsplanung.

  Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung

(BfLR) Wissenschaftlich unabhängige, nicht rechtsfähige Forschungseinrichtung des Bundes im Geschäftsbereich des für die Raumordnung zuständigen Bundesministers. Sie hat die Aufgabe, im Zusammenwirken mit ähnlichen Einrichtungen des In- und Auslandes wissenschaftliche und informative Grundlagen zur Lösung der Aufgaben der Bundesregierung im Bereich der Raumordnung zu schaffen.

  Bundesgütegemeinschaft Kompost e. V.

(BGK e. V.) Deutsche Organisation der Komposthersteller zur unabhängigen Sicherung von Kompostgüte.

  Bundesnaturschutzgesetz

(BNatSchG) Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege, ein Umweltrahmengesetz des Bundes. In diesem werden die Ziele und die Grundsätze des Naturschutzes und der Landschaftspflege festgelegt, die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele umrissen, sowie die Aufgaben der Behörden und öffentlichen Stellen umschrieben. Die Vorschriften sind zugleich Rahmenvorschriften für die Landesgesetzgebung.

  Bundesraumordnung

s. Raumordnung

  Bundesraumordnungsprogramm

(BROP) Das von Bund und Ländern erarbeitete Bundesraumordnungsprogramm konkretisierte Ziele und Grundsätze des Raumordnungsgesetzes des Bundes. Ziel war es, den gesamträumlichen und überfachlichen Orientierungsrahmen für raumbedeutsame Planungen in Bund und Ländern darzustellen.

  Bunker

Eine Fläche oder ein Behälter aus Beton oder Stahl zur vorübergehenden Lagerung von Abfall. Meist erster Teil einer Abfallbehandlungsanlage zum Ausgleich zwischen diskontinuierlicher Anlieferung und kontinuierlicher Verarbeitung.

  Büroorganisation

Projektmanagement ist in erster Linie eine organisatorische Dienstleistung. Dies wird besonders deutlich, wenn man sich die zentrale Funktion des Projektbüros vor Augen führt. Es muss sich dabei gar nicht um einen ganzen Raum handeln, auch ein Aktenordner, die Dateiablage auf dem zentralen Projektverzeichnis oder ein umfangreiches Projektmanagement-Tool mit Dokumenten-, Termin- und Aufwandsverwaltung kann ein Projektbüro darstellen.Die Organisation dieses realen oder virtuellen Projektbüros ist ein "heimlicher" Erfolgsfaktor für das Projekt. Können die relevanten Unterlagen sofort gefunden werden? Läuft die Korrespondenz ohne Verzögerung? Ist die Dokumentation stets auf dem neuesten Stand?Eine schlechte oder nur "normal" funktionierende Büroorganisation ist Sand im Projektgetriebe. Umgekehrt kann die alltägliche Büroorganisation von den besonderen Anforderungen des Projektbetriebes lernen.Auch wenn Themen wie "Ablage" oder "Besprechungsvorbereitung" langweilig und trocken erscheinen, sind sie für den erfolgreichen Projektablauf dennoch unentbehrlich. So wie ein Chirurg ja auch nicht erst während der Operation anfangen kann, die richtigen Herzklappen zu suchen, so müssen auch den Projektbeteiligten die aktuellen Daten jederzeit zur Verfügung stehen.

  Bußgeld

Geldzahlung bei Zuwiderhandlung gegen Gesetze, weit verbreitetes Instrument in vielen Rechtsgebieten und daher unterschiedlich gehandhabt. Grundsatz ist die Geldzahlung und die Begrenzung des Betrags und die Möglichkeit der Rechtsbeschwerde.

  C-Horizont

unter dem A-Horizont und B-Horizont liegendes Gestein, das von Bodenbildungsprozessen praktisch noch nicht beeinflusst wurde (Bodenhorizont).

  C/N-Verhältnis

Verhältnis von Kohlenstoff (C) zu Stickstoff. Kennzeichnet die Humusmenge und Form in einem Boden. Ein enges C/N-Verhältnis (10 : 1) bedeutet günstige, ein weites (20 : 1) ungünstige Humusverhältnisse.

Die Gewichtsrelation von Kohlenstoff (C) zu Stickstoff in Abfällen (Abfall); wichtig für die Führung der Kompostierung. Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis

  Cadmium

(Cd) Gehört zu den "gefährlichen Stoffen" im Klärschlamm.

Silberweißes, glänzendes Metall. Metallisches Cadmium wird zur Herstellung von Batterien (Nickel-Cadmium-Batterien) und zur Erzeugung galvanischer Schutzüberzüge auf Metallteilen eingesetzt. Die größte Menge dieses Metalls wird in Form von Cadmium-Verbindungen als Farbpigmente und in der Kunststoffherstellung (PVC) als Stabilisator verwendet. Cadmium reichert sich über die Nahrungskette in aquatischen Organismen und bei Verzehr auch im menschlichen Körper an. 6% des mit der Nahrung aufgenommenen Cadmiums gelangt in den menschlichen Körper und wird nur teilweise wieder ausgeschieden (Akkumulation). Bei andauernder Cadmium-Belastung kann es zu Nierenschäden und unter bestimmten Bedingungen zu Knochenveränderungen (Itai-Itai-Krankheit) kommen.

Auf aquatische Organismen wirkt Cadmium in höherer Konzentration wachstumshemmend. Cadmium-Salze sind stark gewässerschädigend und vergiften die Umwelt schon in sehr geringen Mengekonzentrationen. Die Einleitung von Cadmium ist nach dem Abwasserabgabengesetz abgabepflichtig. Gemäß Anhang X der Wasserrahmenrichtlinie zählt Cadmium und seine Verbindungen zu den prioritär gefährlichen Stoffen.

Chemisches Element, silberweißes, glänzendes und plastisches Metall, das ubiquitär u. a. im Mineral Zinkblende vorkommt und als Nebenprodukt bei der Zinkherstellung gewonnen wird. Cadmium ist gesundheitsschädlich, es wird über die Nahrungskette aufgenommen und besonders in den Nieren angereichert.

  Calcit-Sättigung

(Calciumcarbonat-Sättigung) Ein Wasser befindet sich im Zustand der Calcit-Sättigung, wenn es in Kontakt mit Calcit, der in der natur am häufigsten vorkommenden Calciumcarbonat-Modifikation, weder zur Auflösung noch zur Abscheidung von Calcit neigt . (s. Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht)

  Calcium/Magnesium Bodenverbesserungsmittel

Anorganische Bodenverbesserungsmittel (Bodenverbesserer), die eines der Elemente Calcium und/oder Magnesium als Oxid, Hydroxid oder Carbonat enthalten und hauptsächlich eine Stabilisierung oder einen Anstieg des pH-Wertes des Bodens bewirken.

  Callitriche

Wasserstern (Wasser- und Sumpfpflanze).

  cancerogen

[lateinisch-griechisch], krebserzeugend, kanzerogen

  Canyoning

Durchsteigen von Gebirgsschluchten mit z. B. Durchschwimmen von Gumpen, Abseilen durch Wasserfälle, Durchrutschen oder Abklettern von Felswänden und Balancieren über Baumstämme. Eine entsprechende Ausrüstung mit Neoprenanzügen, Helmen und Paddeln ist notwendig.

  Carbonathärte

Gehalt an Hydrogencarbonaten (HCO3-), sofern vorhanden auch CO32-

Anteil an Calcium und Magnesium, der der im Wasser vorhandenen Hydrogencarbonat-Konzentration äquivalent ist, in mmol/l

  carnivor

(caro, carnis lat. = Fleischstück; vorare lat. = verschlingen), fleischfressend (Aufnahme lebender tierischer Nahrung)

Zooplankton, das sich räuberisch von tierischem Plankton ernährt.

  Carotin

(Karotin), gelbroter Farbstoff

  Cash-flow

Der Cash-flow ist eine Kennzahl zur Unternehmensanalyse. Er bezeichnet den tatsächlichen Zugang an liquiden Mitteln innerhalb einer bestimmten Abrechnungsperiode und ergibt sich im Wesentlichen aus der Addition von Jahresüberschuss, Abschreibungen, Veränderungen der langfristigen Rückstellungen und Steuern vom Ertrag und Einkommen.Aus der Höhe des Cash-flow und seiner Entwicklung lassen sich Rückschlüsse auf die Ertragskraft und das Finanzierungspotenzial eines Unternehmens ziehen.

  CASIMIR

CASIMIR ist ein Simulationsmodell, mit dem die ökologische Funktionsfähigkeit von Oberflächengewässern beurteilt werden kann. Dies geschieht über die Qualität der Lebensräume für Gewässerorganismen wie Fische, Wirbellose oder Wasserpflanzen.

  Cd-haltig

cadmiumhaltig, s. Cadmium

  Cellulose

Hauptbestandteil pflanzlicher Zellwände, Zellstoff (s. a. Zellulose)

  Charakterart

Art mit hoher Biotopbindung

  charakteristischer Korndurchmesser

(characteristic grain diameter) Korngröße, die ein Korngemisch mit einer bestimmten Kornverteilungskurve charakterisiert. ANMERKUNG: Für die Beschreibung eines Feststofftransportvorganges können als charakteristisch z. B. d15, d50, d65 angesehen werden. Formelzeichen: dch; Einheit: mm

  Charge/Partie

Die Menge eines Produktes, die sich nach ihrer Beschaffenheit, Kennzeichnung und räumlichen Zuordnung als eine Einheit darstellt.

  Chargenbetrieb

Das Ausgangsmaterial wird in einem Arbeitsgang ins Rottesystem eingetragen und verbleibt dort die vorgesehene Rottezeit.

  Chargenverfahren

Ein Prozess in dem Material in einzelnen Chargen (Charge/Partie) und nicht kontinuierlich behandelt wird. Wenn durch einen solchen Prozess Luftverschmutzungen hervorgerufen werden, sind sie oft schwieriger zu behandeln als jene, die durch einen kontinuierlichen Prozess verursacht werden.

  Charta der Europäischen Städte und Gemeinden

(auf dem Weg zur Dauerhaftigkeit, Charter of European Cities and Towns Towards Sustainability) Auf der Europäischen Konferenz "Städte und Gemeinden für eine dauerhafte Entwicklung" in Aalborg/Dänemark durch Konsens angenommene Erklärung über Ziele und Maßnahmen zur Umsetzung des Prinzips der Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene (Bsp. Dauerhafte Flächennutzungs- und Mobilitätsstrukturen). Die Unterzeichner-Städte verpflichten sich gleichzeitig, an einer europäischen Kampagne "Städte und Gemeinden für eine dauerhafte Entwicklung" mitzuwirken. Darüber hinaus soll entsprechend der Agenda 21 des UN-Gipfels in Rio (Rio-Deklaration über Umwelt und Entwicklung) in den Gemeinden ein Konsens über einen langfristigen kommunalen Aktionsplan für eine umweltgerechte Entwicklung (Lokale AGENDA 21) herbeigeführt werden.

  Checkliste

Checklisten sind die Schnittstellen zwischen Fachwissen und Management. Sie beschreiben schrittweise einen bestimmten Prozess und dienen zu seiner Durchführung und gleichzeitigen Dokumentation. Der Umfang einer Checkliste kann von einem nur wenige Punkte enthaltenden Formular bis zu einem mehrere hundert Seiten umfassenden Buch (z.B. Anlagenwartung) reichen. Im Projektmanagement helfen Checklisten bei der Einhaltung von Methoden und erlauben dadurch die Verwendung von einheitlichen Vorgehensmodellen. Sie sind damit wichtiges Werkzeug des Qualitätsmanagements.

  Checklistenmethode

Alle Betriebsbereiche werden anhand einer Liste auf potentielle Umweltbelastungen untersucht.

  Chelat

(chele gr. = Krebsschere). Spezielle scherenartige Form der Metallbindung durch organische Moleküle.

  Chemikalien

Sammelbezeichnung für alle durch chemische Verfahren im Laboratorium oder technisch in der Industrie hergestellten chemischen Verbindungen.Sind nicht allgemein schädlich und schlecht. Wenn die Natur für chemische Substanzen einen Abbaumechanismus bereit hält, dann können diese Substanzen auch in einem Klärwerk oder natürlich im Gewässer um- und abgebaut werden. Wenn der Mensch jedoch Substanzen in die Welt setzt wo dies nicht der Fall ist, dann wird die Chemie zur Gefahr - ebenso wenn sie unerkannte Reaktionen oder neue Verbindungen auslösen.

  Chemikaliengesetz

(ChemG) Gesetz zum Schutz vor gefährlichen Stoffen. Sie regelt vor allem das Inverkehrbringen neuer Stoffe. Nach dem Vorsorgeprinzip müssen neue Chemikalien vor der Vermarktung einer Prüfung unterzogen werden, die der Hersteller selbst durchführt (Gesundheits-, Arbeits-, Umweltschutz) und im Anmeldungsverfahren förmlich überprüft wird.

  chemische Abwasserbehandlung

Abwasserbehandlung z. B. mit Fällmitteln (Fällungsverfahren), wie Aluminium-, Eisen- oder Calciumsalzen, die im Abwasser Hydroxidflocken bzw. schwer lösliche Verbindungen bilden. Gelöste oder feinverteilte Abwasserinhaltsstoffe werden dadurch in eine abscheidbare Form überführt, in der sie durch Sedimentation, Flotation oder Filtration aus dem Wasser ausgeschieden werden können. Dieses Verfahren entfernt viele Stoffe, die mit dem herkömmlichen Reinigungsverfahren (mechanische und biologische Reinigung) nicht oder nur ungenügend abscheidbar sind, wie Phosphate, Schwermetalle, schwer oder nicht biologisch abbaubare organische Stoffe. Da auch biologisch abbaubare Verbindungen durch die Fällungsreinigung abgeschieden werden, hat sie zur Entlastung überforderter Kläranlagen in Schweden, der Schweiz, z. T. auch in Deutschland, eine besondere Bedeutung erlangt.Ein anderes Verfahren der chemischen Abwasserbehandlung ist die Oxidation von Wasserinhaltsstoffen mit Wasserstoffperoxid.

  chemische Abwasserreinigung

Behandlung des Abwassers mit Chemikalien (Flockungsmittel und Fällmittel) zur Entfernung von Abwasserinhaltsstoffen (z. B. Phosphaten) und zur Neutralisation saurer oder basischer Abwässer.

  chemische Beständigkeit

Eine Eigenschaft, die in der Praxis bei Kontakt mit Gasen, Lösungsmitteln und Chemikalien unerlässlich ist. Sie kann durch spezielle Rezepturbestandteile beeinflusst werden.

  chemische Stoffe

Chemische Elemente oder chemische Verbindungen, wie sie natürlich vorkommen oder hergestellt werden.

  chemischer Abbau

Ähnlich wie chemische Entchlorung, ausgenommen, dass die Verwendung von manchmal hoch spezialisierten Reagenzien die Moleküle als Ganzes eher herunterbricht, als nur durch Chloratome zu ersetzen. (s. a. Abbau)

  Chemischer Sauerstoffbedarf

Konzentration des bei der Oxidation von im Wasser enthaltenen Stoffen mit Dichromat unter festgelegten Bedingungen verbrauchten Sauerstoffs. Der chemische Sauerstoffbedarf (CSB) ist neben dem biologischen Sauerstoffbedarf (BSB5) eine wichtige Beurteilungsgröße für die Belastung von Wasser und Abwasser mit organischen Stoffen.

(CSB) Konzentration des bei der Oxidation von im Wasser enthaltenen Stoffen mit Dichromat unter festgelegten Bedingungen verbrauchten Sauerstoffes.

Bei häuslichem Abwasser ist der CSB etwa 2-mal höher als der BSB5 der gleichen untersuchten Wasserprobe. Höhere CSB-Verhältnisse geben Hinweis auf schwer abbaubare organische Stoffe im Abwasser. Der CSB dient auch der Festsetzung der Abgaben entsprechend dem Abwasserabgabengesetz.

Ein Maß für die Summe aller organischen Stoffe im Wasser, einschließlich der schwer abbaubaren. Der CSB gibt an, wieviel Sauerstoff zur vollständigen Oxidation der organischen Stoffe durch Chemikalien benötigt wird.

CSB ist eine Kenngröße für den Verschmutzungsgrad von Gewässer und Abwässern (Abwasser) mit organischen Inhaltsstoffen. Der CSB-Wert entspricht der Menge an Sauerstoff, die bei der Oxidation der gesamten im Wasser enthaltenen organischen Stoffe verbraucht wird.

  chemischer Zustand

s. guter chemischer Zustand

  Chemismus

Gesamtheit der chemischen Vorgänge bei Stoffumwandlungen (bes. im Tier- und Pflanzenkörper).

  chemogen

Durch chemische Einflüsse bedingt oder verursacht.

  Chemograph

Chemographen umfassen mehrjährige Ganglinien ausgewählter, quellspezifisch festzulegender Qualitätsparameter, die im Quellwasser z. B. durch kontinuierlich aufzeichnende Messgeräte oder zeitlich regelmäßig gestaffelte Einzelmessungen erfasst und in Funktion der Zeit aufgetragen werden.

  Chemokline

Gedachte Ebene in einem chemisch geschichteten See.

  chemolithotroph

(lithos gr. = Stein; trophe gr. = Nahrung). Energie wird durch Redox-Reaktionen gewonnen. anorganische Wasserstoffdonatoren (H2, H2S, NH3) werden dabei ausgenutzt.

  Chemolithotrophe

Mikroorganismen, die Energie zur Produktion (Chemosynthese) aus anorganischen chemischen Redoxvorgängen gewinnen.

  chemoorganotroph

(organon gr. = Werkzeug; trophe gr. = Nahrung). Energiegewinnend durch Redox-Reaktionen, wobei als Wasserstoffdonator organische Verbindungen verwendet werden.

  Chemosynthese

Biochemischer Vorgang, der zum Abbau chemischer Verbindungen führt. Chemosynthese ist ein Stoffwechselvorgang, bei dem die Energie zur Reduktion des CO2 nicht aus einer photochemischen Reaktion, sondern aus der Oxidation anorganischer Verbindungen stammt. Die wichtigste Chemosynthese ist die Kohlenstoffassimilation bei Nitrit-, Nitrat-, Methan-, Eisen-, Wasserstoff- und Schwefelbakterien. Diese Mikroorganismen sind befähigt, organische Substanzen aus Kohlendioxid und Wasser aufzubauen, ohne dabei auf die Einwirkung von Licht angewiesen zu sein (im Gegensatz zur Photosynthese). Die zur Reduktion des Kohlendioxids notwendige Energie gewinnen sie aus der Oxidation von Ammoniak, Nitrit, Methan, zweiwertigern Eisen, Wasserstoff bzw. Schwefelwasserstoff.

  Chirononmidae

Chirononmiden 

  Chirononmiden

Fam. der Zuckmücken, Ordnung Diptera (Zweiflügler)

  Chitin

Stickstoffhaltiger Vielfachzucker. Bestandteil der Zellwand von Pilzzellen und des Skeletts der Gliederfüßer.

  Chlorierte Kohlenwasserstoffe

(CKW) Kohlenstoffverbindungen, die ein oder mehrere Chloratome enthalten. Typische Anwendungsgebiete für CKW sind Pestizide (z. B. Chlordan, DDT, Aldrin, Lindan), Holzschutzmittel, Ausgangsprodukte für Kunststoffe (z. B. Vinylchlorid) und Lösungsmittel (z. B. Dichlormethan, Tetrachlorethan, Trichlorethen, 1,1,1-Trichlorethan). CKW werden sehr langsam abgebaut (hohe Persistenz), können sich aufgrund hoher Fettlöslichkeit im Fettgewebe von Tieren und Menschen anreichern (gute Resorbierbarkeit). CKW unterscheiden sich in ihrer Wirkung auf die Umwelt. Viele sind von großer Giftigkeit. Einige CKW können krebserzeugend wirken.

Sammelbezeichnung für organische chemische Verbindungen, die mindestens ein direkt an einem Kohlenstoffatom gebundenes Chloratom enthalten. CKW sind in vielen Produkten zu finden; die Anwendungsgebiete reichen von Lösemitteln, Kühlmitteln, Hydraulikflüssigkeiten, PVC-Kunststoff, Papierbeschichtungsmitteln usw. bis hin zu Pestiziden.

CKW werden je nach Struktur und Chlorierungsgrad (Anzahl der Chloratome pro Kohlenstoffatom) durch Mikroorganismen praktisch nicht oder nur sehr langsam abgebaut (hohe Persistenz) und können sich in Fettgeweben von Tieren und Menschen anreichern. Sie unterscheiden sich erheblich in ihrer Wirkung auf die Umwelt; manche sind von großer Giftigkeit, und bei einigen wurde eine krebserzeugende Wirkung festgestellt.

An verschiedenen Orten der Bundesrepublik Deutschland gelangten CKW (Lösemittel) durch unsachgemäße Lagerung, undichte Abwasserleitungen, Unfälle oder unerlaubtes Einleiten ins Grundwasser. Es wurden stellenweise Konzentrationen gemessen, die über den vom Bundesgesundheitsamt empfohlenen Höchstkonzentrationen für CKW im Trinkwasser lagen.

Die Einleitung von CKW ist nach dem Abwasserabgabengesetz abgabepflichtig.

  Chlorophyll

(chloros gr. = grün; phyllos gr. = Blatt). Blattgrün. Farbstoff aller grünen Pflanzen, auch einiger Bakterien. Nimmt Lichtenergie auf und setzt sie um in chemische Energie für die Photosynthese.

  Chloroplast

Organelle der Pflanzenzelle, Ort der Photosynthese

  Cholera

Erreger ist das Stäbchenbakterium Vibrio cholerae. Dieser wird fäkaloral oder indirekt übertragen. Die Vibrionen siedeln sich im Dünndarm an. Infolge der dort massenhaften Vermehrung werden Exotoxine (Bakteriengift) frei, die zu Durchfällen und Erbrechen führen. Der Flüssigkeitsverlust ist enorm (bis zu 20 L/Tag) und führt unbehandelt zum Tod. Die letzte große Choleraepidemie in Deutschland trat 1892 in Hamburg auf. Damals wurde Trinkwasser aus der abwasserbelasteten Elbe ohne weitere Aufbereitung gewonnen. (s. Epidemie)

  Choriotop

Mikrozonierung der Biotope, Habitate

Teillebensraum, der einem bestimmten Strukturtyp zugeordnet ist. Die Choriotope einer Gewässerstrecke sind meist mosaikartig miteinander verflochten. Es wird zwischen natürlichen und künstlichen Choriotopen unterschieden.

Künstliche Choriotope sind z. B. Betonwände und andere harte Verbauungen.

Natürliche Choriotope in Fließgewässern sind unter anderem das Lithal (Steinsubstrat), Akal (Fein- bis Mittelkies), Psammal (Sand), Pelal (Schlamm), Xylal (Totholz) usw.

 

  Chorologie

Lehre von den Verbreitungsgebieten von Arten (= Arealkunde).

  Chrom

(Cr) Chrom ist ein relativ häufiges Element und kommt in einer durchschnittlichen Konzentration von 200 mg/kg in der Erdkruste vor. In Böden findet man im Allgemeinen 10 bis 90 mg/kg.

Dreiwertiges Chrom ist ein essentielles Spurenelement für Mensch und Tier. Sechswertige Chromverbindungen verursachen allergische und asthmatische Reaktionen und gelten als krebserzeugend.

Chrom wird u. a. in der Galvanikindustrie zum Veredeln von Metalloberflächen verwendet. Ebenso findet man es in Metallegierungen, in Farbpigmenten, als Katalysator, zur Holzimprägnierung und als Gerbstoff bei der Lederverarbeitung.

Chrom und Chrom-Verbindungen gelangen hauptsächlich durch die Abwässer der chromverarbeitenden Industrie, von Galvanikbetrieben und der Gerbereien in die Oberflächengewässer. Chrom kommt im Gewässer in drei- und sechswertiger Form vor. Unter aeroben Bedingungen ist Chrom(VI) stabil. Unter anaeroben Bedingungen wird es zu Chrom(III) reduziert. Unter oxidierenden Bedingungen ist auch eine Umwandlung von Chrom(III) zu Chrom(VI) möglich. Bedingt durch die Bildung schwerlöslichen Chrom(III)-Verbindungen und die Adsorption von Chrom an Schwebstoffe ist ein großer Teil des Chroms partikulär gebunden.

  Chromate

Salze der Chromsäure H2CrO4, leiten sich vom Chromtrioxid CrO3 ab. Wurden teilweise als Korrosionsschutzmittel (Pigmente) eingesetzt. Zinkchromat, Calciumchromat, Chrom(lll)chromat sind als krebserzeugende Arbeitsstoffe eingestuft.

  Chromatographie

Verfahren zur Abtrennung von Substanzen aus einem Substanzgemisch, bei dem die zwischen einer stationären und einer mobilen Phase auftretenden Verteilungsvorgänge trennend wirken, z. B. durch Filtern einer Flüssigkeit durch einen Körper von poröser, fester Beschaffenheit.

Physikalisch und physikalisch-chemische Trenn- und Nachweisverfahren zur qualitativen und quantitativen chem. Analyse von Substanzen aus einem Substanzgemisch.

  Chromatographieeffekt

Gut adsorbierbare Stoffe verdrängen schlechter adsorbierbare von den Adsorptionsplätzen in Filtern, so dass diese im Filterablauf sogar in höheren Konzentrationen als im Zulauf auftreten können.

  Chromatophor

(chroma gr. = Farbe; phoros gr. = tragend). Verschiedengestaltete Farbstoffträger im Protoplasma.

  Ciliaten

Wimpertierchen

  CIR-Luftbildinterpretation

Ist die Gewinnung von Informationen über das Vorhandensein und den physikalischen Zustand natürlicher und künstlicher Merkmale der Erdoberfläche mit Hilfe von CIR-Luftbildern.

  Cladocera

Ordnung der Wasserflöhe.

  Clapotis

s. stehende Welle

  Clean Development Mechanism

(CDM) Gemeinsame Projekte zwischen Entwicklungsländern (Nicht Annex B Staaten, Annex A und Annex B) und Industrieländern. Der CDM ("Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung") ist in dem Kyoto-Protokoll festgelegt und ermöglicht es Industrie- und Entwicklungsländern, gemeinsam Klimaschutz-Projekte in den Entwicklungsländern durchzuführen. Dabei wird das Projekt (z. B. die Errichtung einer Windkraftanlage) vom Industrieland finanziert. Die hierdurch im Entwicklungsland vermiedenen Emissionen darf das Industrieland in der Verpflichtungsperiode entweder zusätzlich emittieren oder sich als Emissionsguthaben gutschreiben lassen. Ein Teil der Finanztransfers im Rahmen der CDM-Projekte ("share of proceeds") soll in einen Fonds zugunsten der am meisten vom Klimawandel betroffenen Staaten (insb. kleiner Inselstaaten) fließen.

  CLIVAR

Engl. Abkürzung für Climate Variability & Predictability, ein internationales Programm zur Erforschung von Klimavariabilität und -vorhersage in Zeitskalen von Monaten bis Dekaden sowie der anthropogenen Klimabeeinflussung. CLIVAR wurde als eine der wichtigsten Komponenten des World Climate Research Programme begonnen.

  Close-fit

Passungszustand zwischen der Außenseite des eingezogenen Rohres und der Innenseite der sanierten Leitung, wobei die Größe des verbleibenden Spaltes nur von den Rohrtoleranzen und dem Schrumpf des eingezogenen Rohres bestimmt wird.

  Clostridien

Anaerob (anaerob) lebende Bakterien, die giftige Verbindungen abgeben (Fleischvergiftungen, Vogelsterben nach Nahrungssuche im anaeroben Sediment).

  Clusteranalyse

Statistische Methode, mit der die Ähnlichkeit z. B. von Pflanzen- oder Tiergemeinschaften mit Hilfe eines Ähnlichkeitsindex in zwei- oder dreidimensionalen Diagrammen ermittelt und dargestellt wird, z. B. einem Denrogramm.

  CMR-Stoff

Cancerogener (cancerogen), mutagener oder reproduktionstoxischer Stoff

  CO2-Äquivalent

Treibhausgaswirksamkeit eines Gases, bezogen auf diejenige von CO2.

  CO2-Düngeeffekt

Verstärkung des Pflanzenwachstums durch eine höhere CO2-Konzentration in der Atmosphäre. Der Düngungseffekt ist je nach Pflanze unterschiedlich stark.

  CO2-Emissionen

Durch die Verbrennung fossiler Energieträger werden große Mengen an CO2 in die Erdatmosphäre emittiert. Dies trägt mit großer Wahrscheinlichkeit zur zusätzlichen Erwärmung der Erdatmosphäre und den damit verbundenen Auswirkungen (Klimaveränderungen, Meeresspiegelanstieg usw.) bei.

  CO2-Speicherung im Ozean

CO2 wird in Wasser in Form von HCO-3 gespeichert. Die maximale Menge ist über das Löslichkeitsprodukt gegeben. Dieses ist das Produkt der Konzentrationen der Anionen und Kationen in der gesättigten Lösung eines Elektrolyten. Des Weiteren ist die gelöste HCO3-Menge von der Ionenkonzentration in der Lösung (Meerwasser) abhängig.

  Co-Extrusion

Gleichzeitige Extrusion von Produkten unterschiedlicher Eigenschaften (verschiedene Materialien und Farben) aus Werkzeugen. Für jedes weitere Material oder jede weitere Farbe ist ein Zusatz-Extruder erforderlich.

  Co-Product

engl.: für Koppelprodukt.

  coccal

kugelförmig

  Coenzym

(co lat. = mit; zyme gr. = Sauerteig), Einfache Wirkgruppe eines Enzyms (Enzyme)

  Colibakterien

Darmflora der Coli-Aerogenes-Gruppe, verursachen hauptsächlich Gärungsprozesse und sind bedeutsam für Vitamin-K-Haushalt.

Im menschlichen und tierischen Darm lebende Bakterien. Der Nachweis von Colibakterien im Trinkwasser ist ein wichtiges Indiz dafür, dass eine Verunreinigung mit Fäkalien vorliegt und andere Krankheitskeime (pathogene Mikroorganismen) enthalten sein können.

  coliforme Organismen

Ein Bazillus (Bazillen) der Gruppe der Colibakterien.

  Coliphage

(phagein gr. = essen). Virus, das Colibakterien befällt

  Colitis

Darmentzündung (Durchfall, blutiger Stuhl)

  Colititer

s. Kolititer

  Colorinfrarotdias

(CIR-Dias Farbinfrarotdias; "Falschfarbendias") In den heute gebräuchlichen Colorinfrarotfilmen wird der Bereich des blauen Lichtes gegen den des nahen Infrarots ausgetauscht. Infrarote Lichtwellen befinden sich außerhalb des Bereiches des sichtbaren Lichts. Der Infrarotbereich ist u. a. besonders gut geeignet, um die stark abweichende Reflexion unterschiedlicher Pflanzenarten sowie des Feuchtegrades der Erdoberfläche im Bild darzustellen.

  Comethabolismus

Die Biotransformation von Stoffen die von Mikroorganismen nicht allein umgesetzt und als Energiequelle genutzt werden können. Hierbei ist die Umsetzung von Xenobiotika zusammen mit anderen zur Energie- und Biomasseerzeugung genutzten Substanzen besonders umweltrelevant. Auf diese Weise werden von Organismen die allein nichtmethabolisierbaren Xenobiotika gemeinsam mit natürlichen Substanzen transformiert.

  Commission on Sustainable Development

(CSD) UN-Kommission zur nachhaltigen Entwicklung. Die CSD wurde  nach dem Erdgipfel in Rio von den Vereinten Nationen gegründet und soll die internationale Zusammenarbeit bei der Umsetzung der Agenda 21 betreuen und koordinieren.

  Compliance

engl.: für Erfüllungskontrolle

  Conference of the Parties

(COP) (Vertragsstaatenkonferenz) Diese Konferenz ist das höchste Gremium der Klimakonvention, das sich jedes Jahr trifft. Die meisten Staaten der Welt nehmen daran teil. Bei den jährlich stattfindenden Zusammenkünften soll die Umsetzung der Klimakonvention gefördert und überprüft werden. Die COP hat die Aufgabe, die Umsetzung der Konvention jetzt und in der Zukunft sicherzustellen. Ein ähnliches Gremium existiert zur Umsetzung der Konvention zur Biologischen Vielfalt. Die erste Vertragsstaatenkonferenz fand in Berlin statt. In Kyoto wurde das Kyoto-Protokoll verabschiedet. In Den Haag wurde das Protokoll vervollständigt.

  Containerkompostierung

Kompostierung in geschlossenen Containern, die belüftet werden. Eine gezielte Erfassung der Emissionen ist möglich. Das System arbeitet im Chargenbetrieb.

  Controlling

Controlling dient der frühzeitigen Erkennung und Offenlegung von Schwachstellen und Fehlentwicklungen sowie zur effizienten Steuerung einer "rationellen" Ressourcenutzung. Es besteht aus einer Vielzahl von Instrumenten und organisatorischen Regeln, mit denen abgelaufene Management-Prozesse im Hinblick auf die Zielsetzungen und die Zielerreichung überprüft werden. (s. a. Projektcontrolling)

  Convertible Mortgage-Finanzierung

Die Convertible Mortgage-Finanzierung ist eine Kombinatioen aus Participating-Mortgage-Finanzierung und Joint Venture Finanzierung und dient ebenfalls der Finanzierung großvolumiger Projekte mit einer zu geringen Kapitaldienstfähigkeit nach Projektfertigstellung. Hierbei wird das Darlehen in zwei Tranchen aufgeteilt: die erste Tranche wird zu den üblichen Konditionen verzinst und aus dem Cash-flow, der vorhanden ist, bedient. Die zweite Tranche wird in der Anfangsphase des Projekts nicht oder zu reduzierten Konditionen verzinst. Tritt dann der erwartete gesamte Cash-flow ein, wird wieder zu den üblichen Konditionen verzinst.

  Corioliskraft

Ablenkende Kraft der Erddrehung. Durch die Rotation der Erde um ihre eigene Achse entsteht eine (Trägheits-) Kraft, die bewirkt, dass ein Hoch auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn und ein Tief gegen den Uhrzeigersinn umströmt wird. Auf der Südhalbkugel erfolgt die Umströmung genau umgekehrt. Diese Kraft wird nach ihrem Entdecker Corioliskraft genannt (Gaspard Gustave de Coriolis, französ. Ingenieur und Physiker, 1792-1843).

  Corporate Governance

Dieser Problemkomplex befasst sich mit der bestmöglichen Verteilung von Verfügungsrechten für eine erfolgreiche Unternehmensführung und -kontrolle. (Quelle: Woehe, 2008)

  Corporate Real Estate Management

CREM bzw. Unternehmensgrundbesitz-Management bezeichnet die erfolgsorientierte Beschaffung, Verwaltung und Vermarktung von betrieblichen Immobilien. (s. a. Immobilienmanagement)

  Creatin

Creatin ist eine körpereigene Substanz, die hauptsächlich in der Muskulatur vorkommt. Sie dient dem Muskel als kurzfristiger Energiespeicher. Die Aufnahme von Creatin (einige Gramm pro Tag) kann deshalb die Muskelkraft kurzzeitig verbessern. Ursprünglich wurde die Substanz vor allem von Leistungssportlern und Bodybuildern eingesetzt. Sie wirkt jedoch auch bei Patienten mit Muskelkrankheiten und bei ALS. Leider hat die Einnahme von Creatin keinen Einfluss auf den eigentlichen Krankheitsverlauf der ALS.

  Credit Enhancement

ist ein wesentlicher Bestandteil einer Verbriefungstransaktion und wird meist von Ratingagenturen ermittelt, um das Rating eines forderungsbesicherten Wertpapiers zu ermitteln. Es gibt unterschiedliche Arten von Credit Enhancements. Generell wird zwischen strukturbedingtem Credit Enhancement und externem Credit Enhancement unterschieden.

  Crustaceen

Krebse

  Cryptosporidien

Parasitisch lebende tierische Einzeller, schwere Magen/Darm-Erkrankungen auslösend

  Cyanid

Salze der Blausäure (Cyanwasserstoff, HCN), z. B. Kalciumcyanid (KCN) oder Natriumcyanid (NaCN). Beide sind im Wasser leicht löslich und außerordentlich giftig.

  Cyprinidae

Familie der Karpfenfische, Cypriniden

  Cypriniden

Familie der Karpfenfische (Schleie, Barbe, Karpfen)

  Cyprinidenregion

Flussregion (Barben-, Blei- und Kaulbarschregion) mit Arten wie Karpfen, Schleie, Barbe, Hecht, Barsch und Aal.

  Cyste

Widerstandsfähiges Dauer-/Ruhestadium von Mikroorganismen.

  Cytoplasma

s. Zellulose und Protoplasma.

  Damm

Aufschüttungen aus Erd- und Baustoffen, z. T. mit Dichtungen, die andauernd einseitig mit Wasser bespannt sind (z. B. bei Flussstauen oder Talsperren) oder als Verkehrswegedamm.

  Dammfuß

(toe) Übergangsbereich eines Absperrbauwerkes zwischen der Gründungssohle und den Außenflächen.

  Dammhöhe

(structural height of dam) Größte Höhe eines Absperrbauwerkes zwischen Gründungssohle und Krone. Einheit: m

  Dano Biostabilisierungssystem

Aerobe-thermophile (aerob, thermophil) Kompostierung während der optimale Bedingungen für Feuchtigkeit, Luft und Temperatur in einem langsam sich drehenden Zylinder vorherrschen, in dem kompostierbarer fester Abfall bis zu fünf Tagen bewahrt wird.

  Daphnientest

Zur Beurteilung der Umweltrelevanz eines Altstoffes eingesetzter empfindlicher Toxizitätstest mit Daphnien (Wasserflöhe). Getestet wird die Schwimmfähigkeit, da nur schwimmende Daphnien in der Nahrungskette von Wassertieren zur Verfügung stehen.

(daphnia-shorttime-test) Nach der Norm ein Verfahren zur Bestimmung der Toxizität im Abwasser gegen den Modellorganismus Daphna magna STRAUS. Gemessen wird die Schwimmfähigkeit der Daphnien. (s. a. Algentest, Bakterientest, Fischtest)

  DARCY‘sches Gesetz

Formelbeziehung zur Beschreibung der Proportionalität von Fließgeschwindigkeit und hydraulischem Gradient, gilt nur für sehr langsames, laminares Fließenvf = kf · I

 

vf: Filtergeschwindigkeit [m/s oder m/d]

 

I: Standrohrspiegelgefälle [1]

 

kf: Durchlässigkeitsbeiwert [m/s oder m/d]

 

  Dargebot

Ist eine über einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stehende Wassermenge, meist Grundwassermenge, deren Entnahme entsprechend einer wasserwirtschaftlichen Bilanzierung nicht über der Neubildungsrate liegen sollte.

  Darlehen

Das Darlehen (auch: der Darlehensvertrag, alternative Schreibweise Darlehn und Darlehnsvertrag) ist ein schuldrechtlicher Vertrag, durch den dem Darlehensnehmer Geld (Banknoten, Münzen, Giralgeld) oder vertretbare Sachen (Sachdarlehen) auf Zeit zum Gebrauch überlassen werden. Der Darlehensnehmer ist bei Fälligkeit des Darlehens verpflichtet, dem Darlehensgeber den Nennbetrag der Geldschuld bzw. eine gleichwertige Ware zurückzugewähren. Dem Darlehensnehmer wird die Darlehensvaluta übereignet oder abgetreten, so dass er mit den Gegenständen nach Belieben verfahren kann. Das Darlehen ist entgeltlich, so dass der Darlehensnehmer nebst Rückgewähr der Darlehensvaluta einen Zins zu zahlen hat.

  Daseinsvorsorge

Ist eine kommunale Selbstverwaltungsaufgabe der Kommunen. Sie ist Recht und Pflicht der Gemeinden und entspringt als Ausfluss der Selbstverwaltungsgarantie (GG). Konkret versteht man unter Daseinsvorsorge die Bereitstellung der Infrastruktur (Energie, Entsorgung, Mobilität) zur Sicherung der Lebensbedingungen der Bürgerinnen und Bürger.

  Datalogger

Sensor (meist batteriebetrieben), der selbsttätig und kontinuierlich Daten aufzeichnet.

  Daten

(data) Sie drücken Indikatoren der Sachbilanz zahlenmäßig aus, z. B. 160 mg SO2 pro m3.

  Datenaggregation

Zusammenfassung von Daten. Mögliche Aggregationsformen sind Vertikalaggregation und High-level-Aggregation.

  Datenkongruenz

Die zeitliche und örtliche Übereinstimmung von Daten.

  Datensammlung

(Life Cycle Inventory) Verwaltung von oft gebrauchten Datensätzen, häufig Durchschnittswerten

  Dauer

Der Begriff der "Dauer" bezeichnet die "Zeitspanne vom Anfang bis zum Ende eines Vorgangs." Wie diese Zeitspanne zu bestimmen ist (z. B. Kalendertage oder Arbeitstage) legt die Norm nicht fest. Der PMBOK definiert dagegen die "duration" als die Anzahl von Arbeitszyklen (d. h. Arbeitsstunden, Arbeitstage, Arbeitswochen u.ä.), die benötigt werden, um eine Aktivität durchzuführen. Dabei werden Freizeiten (d. h. Arbeitspausen, Wochenenden, Urlaub usw.) nicht miteinbezogen. Gemäß PMBOK ist die "duration" somit abzugrenzen von der "elapsed time", d. h. der verstrichenen Zeit als Differenz zwischen Enddatum und Anfangsdatum. Ebenso grenzt der PMBOK die "duration" ab vom "effort", dem Arbeitsaufwand, der für eine bestimmte Aktivität benötigt wird. Duration und effort haben zwar die gleiche Maßeinheit (d. h. Arbeitszeit), aber der Aufwand bezeichnet die tatsächlich für die entsprechende Aktivität verwendete Arbeitszeit, während die Dauer auch Wartezeiten umfasst. Um internationale Einheitlichkeit zu schaffen, sollte daher auch der deutsche Begriff "Dauer" im gleichen Sinne verwendet werden, wie "duration" durch den PMBOK definiert ist.Aufgrund der Bedeutung des Zeitfaktors in der Projektplanung kennt man eine Vielfalt verschiedener "Dauern":

minimale Dauer

optimistische Dauer

häufigste Dauer

mittlere Dauer

pessimistische Dauer

maximale Dauer

Welche dieser Dauern für die Projektplanung herangezogen wird, hängt von der jeweiligen Methode ab. Beispielsweise verwendet die Critical Chain Methode die optimistische Dauer für die einzelnen Vorgänge und hängt an das gesamte Projekt einen entsprechenden Zeitpuffer an. Die klassische Netzplantechnik (PERT) verwendet die Mittlere Dauer, die sich aus optimistischer, häufigster und pessimistischer Dauer berechnet.

  Dauerausscheider

Bakterienausscheider, Bazillenträger, alle Personen, die 10 Wochen nach überstandenem Typhus, Paratyphus, Diphtherie usw. noch Erreger ausscheiden.

  Dauerregen

s. advektiver Niederschlag

  Dauersporen

Dickwandige und daher widerstandsfähige Sporen (Dauerformen von Mikroorganismen), die eine Ruheperiode durchmachen.

  Dauerzahl

(duration number) Zahl, die angibt, von wieviel gleichartigen zeitäquidistanten Werten ein bestimmter Wert innerhalb einer bestimmten Zeitspanne unterschritten (Unterschreitungszahl) bzw. erreicht oder überschritten (Überschreitungszahl) wird.

  Decarboxylieren

(de lat. = von, weg; carbo lat. = Kohle). Kohlendioxid abspalten

  Deckelung

"Flexible Mechanismen" sind laut Kyoto-Protokoll als "zusätzliche" ("supplementary") Maßnahmen zur Erreichung der Reduktionsziele anzusehen. Allerdings wurde der Terminus "supplementary" nicht definiert. Die EU ist der Ansicht, dass zumindest die Hälfte der Zielerreichung "zu Hause" realisiert werden muss, die USA und andere Staaten plädieren dafür, dass die Reduktionen auch überwiegend - also im Ausmaß von über 50 Prozent - im Ausland durch Emissionshandel, CDM und JI erreicht werden können. Umweltorganisationen drängen darauf, dass für die "FlexMex" jedenfalls ein "Ceiling" - die "Deckelung" - eingeführt wird. Und: Die "Deckelung" müsse möglichst hoch liegen, beispielsweise bei 80 Prozent Zielerreichung im jeweiligen Land selbst.

  Deckschicht

Oberste Sohlenschicht, die i. d. R. gröber als das darunterliegende Material. Mächtigkeit wird bestimmt durch das an der Oberfläche anzutreffende Größtkorn. Folge natürlicher Sortierungsvorgänge (Deckschichtbildung).

künstlich hergestellte Abdeckung der Sohle

  Deckschichtbildung

Ein Prozess der relativen Anreicherung der Grobkornanteile in der oberen Schicht der Gewässersohle infolge Herauslösen und Abtransport der feineren Bestandteile.

  Deckungsbestätigung

Zunächst ist zu unterscheiden zwischen Deckungsbestätigungen für Aufträge und für Nachträge. Deckungsbestätigungen für Aufträge erfordern den Vergleich der Soll-Werte für Vergabeeinheiten auf der Basis der aktuellen Kostenberechnung mit den Angeboten von Bietern. Im Fall der Überschreitung der Soll-Werte durch die Angebote sind geeignete Deckungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Deckungsbestätigungen für Nachträge sind entweder durch bei der Vergabe gebildete Rückstellungen oder durch Einsparungen bei anderen Teilleistungen oder aber durch Budgeterhöhungen nachzuweisen. Voraussetzungen jeder ordnungsgemäßen Erst- und Nachtragsbeauftragung sind der Nachweis und die Bestätigung der finanziellen Deckung durch eine Deckungsbestätigung. (Quelle: DU-Diederichs Projektmanagement)

  Defäkation

Kotausscheidung

  Deflation

Abtragung von Boden durch Wind

  Degression des Honorars

Relative Abnahme der Wertzuwächse in den Honorartafeln bei zunehmenden Planungsflächen, Bausummen, Verrechnungseinheiten bezogen auf eine Grundeinheit wie z. B. 1 Hektar.

  Dehydratisierung

(de lat. = ent-, von, weg; hydor gr. = Wasser). Der Entzug von Wasser aus einem Molekül.

  Dehydrierung

Dem Substratmolekül wird ein Wasserstoffmolekül entzogen.

  Deich

Aufschüttungen aus Erd- und Baustoffen längs von Fließgewässern zum Schutz des Hinterlandes gegen Hochwasser und/oder Sturmfluten. Sie sind im Gegensatz zu Dämmen (Damm) nur bei Hochwasser mit Wasser bespannt. Es sind zu unterscheiden:

Binnendeich

Flussdeich

Leitdeich

Qualmdeich

Ringdeich

Rückstaudeich

Schlafdeich

Sommerdeich - (auch Überlaufdeich)

 

  Deichberme

schwach geneigter, meist mehrere Meter breiter, erhöhter Randstreifen am Fuße der Deichböschung. Die an der Wasserseite eines Deiches angeordnete Berme heißt Außenberme, die landseitige Binnenberme. Die Bermen haben den Zweck, das Deichfundament zu verbreitern und damit die Standfestigkeit des Deichkörpers zu erhöhen.

  Deichbresche

zerstörter Deichabschnitt

  Deichgraf

jemand, der an der Spitze eines Deichverbandes steht

  Deichkrone

oberer Teil eines Deiches, vgl. Krone

  Deichlinie

Verlauf des Deichs mit allen Bauwerken und Anlagen.

  Deichpflicht

öffentlich-rechtliche Verpflichtung der Mitglieder eines Deichverbandes, Leistungen zu erfüllen, um den das Verbandsgebiet schützenden