Studieninformation

1. Berufsbild

Energie, Verkehr, Wasser und Abfälle sind Zukunftsthemen mit globaler Bedeutung. Der Bedarf an in Deutschland gut ausgebildeten Ingenieuren ist groß und wird weiter zunehmen. Die Berufsaussichten sind außerordentlich gut, da ein enormer Investitionsstau bei der Neuerstellung aber auch bei der Instandhaltung öffentlicher Infrastruktur aufgelaufen ist, der in den nächsten Jahrzehnten abgebaut werden muss, um das Funktionieren der Städte zu gewährleisten. Ein Abschluss im Master-Studiengang Umweltingenieur­wissenschaften mit der Vertiefung Verkehr eröffnet vielfältige und spannende Berufsfelder. Der Stellenmarkt im In- und Ausland wird auf Grund der hohen Bedeutung der Verkehrsinfrastruktur, des Investitionsbedarfs und des immensen Stellenwerts von Klimaschutz und Umweltaspekten auf absehbare Zeit sehr attraktiv bleiben. Je nach Ausrichtung und Spezialisierung ergeben sich zahlreiche Tätigkeitsfelder in:

  • Ingenieur- und Planungsbüros,
  • Fach- und Aufsichtsbehörden,
  • Staatlichen und kommunalen Verwaltungen,
  • Einrichtungen der Entwicklungshilfe,
  • Forschungseinrichtungen oder
  • Stadtentwicklung und Stadtmanagement.

Ein mindestens guter Abschluss des Masterstudiums bildet die Voraussetzung für die Aufnahme einer Promotion oder in ein Ph. D.-Programm.

Die Professur Verkehrssystemplanung pflegt über ein eigenes Alumni-Programm einen engen Kontakt zu den ehemaligen Studierenden, Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und führt zum regelmäßigen Austausch jährlich ein Weiterbildungskolloquium in Weimar durch.

2. Studieren in Weimar

Weimar ist ein einzigartiger Studienort mit großer Tradition. Die Bedeutung der Stadt mit ihren Beiträgen zu Klassik, Bauhaus und deutscher Demokratie hat zu ihrer Ernennung als Weltkulturstätte und Kulturhauptstadt Europas geführt. Zahlreiche Kinos, Kleinkunstbühnen, Kneipen, mehr als 20 Museen sowie diverse Studentenclubs und Konzertveranstaltungen bilden den Rahmen für ein anregendes und abwechslungsreiches studentisches Leben. Weimar bietet mit 65.000 Einwohnern Überschaubarkeit und kurze Wege. Jedes Ziel kann bequem mit dem Fahrrad oder zu Fuß erreicht werden, die Altstadt und die großen Parks bilden ein einmalig schönes Ambiente für ein Studium an einem Ort, wo andere Urlaub machen.

3. Fakultät Bauingenieurwesen an der Bauhaus-Universität Weimar

Die Fakultät Bauingenieurwesen steht für den Bauhaus-Gedanken der klassischen Moderne. Sie integriert die Bereiche der Bau-, Management-, Material- und Umweltwissenschaften. Das Profil der Fakultät ist geprägt durch:

  • ein abgestimmtes und gut studierbares Lehrkonzept mit Experimenten, Praktika, Projekten und Exkursionen,
  • eine internationale Ausrichtung mit Lehrangeboten in englischer Sprache und Auslandsaufenthalten,
  • Interdisziplinarität,
  • ein Studium in kleinen und überschaubaren Kursen mit familiärer Atmosphäre und direktem Draht zu Professoren und Dozenten und
  • eine enge Verzahnung mit den exzellenten Forschungsleistungen der Universität.

Im aktuellen CHE-Universitätsranking erreicht das Bauingenieurwesen der Bauhaus-Universität Weimar eine Spitzenposition. Das Ranggruppen-Verfahren wird seit 1998 durchgeführt und stellt das umfassendste Universitäts-Ranking in Deutschland dar. Neben Fakten zu den Fachbereichen und Studiengängen fließen die Perspektiven der Hochschullehrer und der Studierenden in das Ranking ein.

In Bild 1 ist das aktuelle Ergebnis auf Basis des Datenbestandes 2016 dargestellt. Berücksichtigt sind die Kriterien:

  • Studium und Lehre (Studierbarkeit),
  • Studienergebnis (Master-Abschlüsse in angemessener Zeit),
  • Internationale Ausrichtung,
  • Anzahl Hauptfach-Studierende insgesamt,
  • Forschungsgelder pro Wissenschaftler sowie
  • Studienort (Miete Studentenwohnheim).

Mit diesem Profil, das Aspekte der Forschung, des Studiums und des Hochschulortes berücksichtigt, hat die Fakultät Bauingenieurwesen der Bauhaus-Universität Weimar ein Spitzenranking der CHE erhalten.

Bild 1: CHE-Ranking 2016/17 – Bauingenieurwesen (www.ranking.zeit.de)

4. Studienverlauf

4.1. Übersicht

Fragen von Verkehr und Transport zählen derzeit zu den wichtigsten und drängendsten Problemen für Wirtschaft und Politik. In den vergangenen Jahren ist hierbei noch eine ökologische Komponente hinzugekommen. Nicht zuletzt deshalb ist Verkehr als Vertiefungsrichtung in den forschungsnahen Master-Studiengang Umweltingenieurswissenschaften integriert. Der Studiengang ist so konzipiert, dass die Studierenden sowohl ingenieurs- als auch naturwissenschaftliche Grundkenntnisse erwerben, und ebenso von einer internationalen Ausrichtung sowie einer Vermittlung auf dem neuesten Stand der Technik profitieren. Damit sollen die Studierenden derart spezialisiert werden, dass sie das komplexe und vielschichtige Zusammenspiel von Umwelt und Technik durchdringen und so zur Lösung der drängenden Probleme beitragen.

Eine exemplarische Darstellung des Studienverlaufs findet sich in Bild 2.

Der viersemestrige Masterstudiengang Umweltingenieurswissenschaften gliedert sich in vier Modularten: nach einem obligatorischen Grundlagenmodul wählen die Studierenden sowohl Vertiefungsfächer als auch ergänzende Wahlmodule aus dem Lehrangebot der gesamten Universität. Eine Vertiefung in Richtung Verkehr erfolgt über die erfolgreiche Teilnahme an den Modulen „Planung“, „Entwurf“ und „Management“. Den Abschluss des Studiums bildet eine Studien- wie Masterarbeit.

Um die Studierenden umfassend und praxisorientiert auf einen Arbeitsmarkt mit exzellenten Perspektiven vorzubereiten, wird das Curriculum durch berufsvorbereitende Inhalte ergänzt: Dazu zählen Exkursionen zu Fachmessen oder auch die praxisnahen Übungen, in den Lehrinhalte verinnerlicht und angewendet werden.

Bild 2: Exemplarischer Studienverlauf

4.2 Fachgrundlagen

Mit den Basisfächern „Angewandte Informatik“, „Mathematik/Statistik“. und „Urbanes Infrastrukturmanagement“ werden zunächst obligatorische Grundkenntnisse vermittelt. Neben diesen Veranstaltungen sind die Studierenden ebenso dazu angehalten, zwei Module, die fakultätsübergreifend gewählt werden können, zu absolvieren. Für eine mögliche Vertiefung im Bereich Verkehr eignen sich dafür Module aus den Wirtschaftswissenschaften, der Stadtplanung, oder, insbesondere im Sinne der Internationalisierung, Sprachmodule zum Erwerb weiterer Fremdsprachenkenntnisse.

Tabelle 1: Lehrangebot Fachgrundlagen

4.3. Vertiefungs- und Wahlpflichtmodule Bereich Planung

Der Bereich Planung befasst sich mit den Auswirkungen des Verkehrs auf die Umwelt. Schwerpunkte sind Planungsprozesse sowie konzeptionelle Verfahren von verkehrlichen Aufgabenstellungen. Daher werden folgende Lehrveranstaltungen in diesem Bereich angeboten: Methoden der Verkehrsplanung, Mobilitätsmanagement, Advanced Transportation Planning and Socio-Economic Assessment, Public Transportation Management und Macroscopic Transport Modelling (siehe Tabelle unten).  

Bei all diesen Lehrveranstaltungen liegt der Fokus auf Nachhaltigkeit: daher werden unter anderem integrative und multimodale Verkehrssysteme behandelt, interdisziplinäre Herangehensweisen betrachtet und Best Practice-Beispiele vorgestellt. Der Bereich umfasst 18 LP.

Tabelle 2: Planung

4.4. Vertiefungmodule Bereich Entwurf

Der Bereich Entwurf beschäftigt sich maßgeblich mit Infrastrukturen – denn ohne diese ist Mobilität kaum zu garantieren. Ihr Bau wie ihr Erhalt ist daher eine zentrale Zukunftsaufgabe. Dabei sind nicht nur grundlegende Regelwerke zu beachten, sondern auch Aspekte des Städtelebens wie der Umwelt. Das Wissen über die Methodik wie auch das einschlägige Regelwerk vermittelt das Vertiefungsmodul in folgenden Lehrveranstaltungen: Straßenplanung und Ingenieursbauwerke, Verkehrssicherheit (1+2).

Einen besonderen Schwerpunkt der Professur stellt die Sicherheit im Verkehr dar. Daher erwerben Studierende bei einem erfolgreichen Abschluss der Lehrveranstaltungen Verkehrssicherheit 1+2 ein Basis-Zertifikat für die Auditierung von Verkehrsanalagen. Diese Zertifizierung ist Teil einer Kooperation mit der TU Dresden und finden im Wechsel in Weimar und Dresden statt. Der Bereich umfasst insgesamt 12 LP.

Tabelle 3: Entwurf

4.5. Vertiefungs- und Wahlpflichtmodule Bereich Management

Der Bereich fokussiert sich auf die wirtschaftliche, sichere und nachhaltige Konzipierung und Planung von Verkehrsinfrastrukturen. Dies bedarf zum einen ein intelligentes Management und zum anderen den Einsatz neuester Technologien. Im Fachbereich werden folgende Lehrveranstaltungen vermittelt: Verkehrstechnik sowie Verkehrsmanagement.

Ein ausdrücklicher Schwerpunkt dieses Moduls soll dabei auf der eigenständigen Analyse von Umwelt- und Verkehrsdaten und der umweltorientierten Verkehrssteuerung liegen. In dem Modul können insgesamt 12 LP erworben werden.

Tabelle 4: Management

4.6. Projekt

Projekt

Im Laufe des Studiums soll auch die im späteren Berufsleben oft unabdingbare Teamfähigkeit und das Arbeiten in Gruppen trainiert werden. Die Studierenden sollen sich daher zu Gruppen zusammenfinden, eigenständig organisieren und themenbezogen arbeiten. Die Professur Verkehrssystemplanung bietet dazu drei konkrete, englischsprachige Projekte an:

  • „City and Traffic“: eine Kooperation mit insgesamt neun Partneruniversitäten in Mittel- und Osteuropa; Studierende treffen sich in einer der Städte und bearbeiten vor Ort ein konkretes Projekt der Stadt- und Verkehrsplanung (jeweils im Sommersemester)
  • Workshop mit der Moscow State University of Civil Engineering (MGSU); die Workshops (die sich vor allem mit urbaner Infrastruktur befassen) finden abwechselnd in Russland und Deutschland statt (jeweils im Wintersemester)
  • Mobility as a Service: das international wie interdisziplinär ausgerichtete Lehrformat widmet sich aktuellen und neuartigen Mobilitätsdienstleistungen; Studierende lernen durch Anleitung aus Beispielfällen innovative und umweltgerechte Lösungen zu erarbeiten.    
  • Mobilität der nächsten Generation: Studierende bauen einen "Think Thank" auf, um innovative Konzepte rund um das Thema: Mobilität der Zukunft zu entwickeln. Sie eignen sich Fähigkeiten an, wie man einen Business Plan erstellt und wie man zukunftsgerichtete Konzepte zum Thema: Mobilität und Automobil entwirft.

Ziel der Projekte wie auch der abschließenden Projektarbeit ist es, die durch die Lehrveranstaltungen erworbenen Kenntnisse praxisorientiert anzuwenden.

Tabelle 5: Projekte

4.7. Studien- und Masterarbeit

Studien- und Masterarbeit

Mit der Studienarbeit sowie der abschließenden Masterarbeit werden wissenschaftliche Kompetenzen eingeübt wie eingefordert (z.B. Literaturrecherche oder Versuchsauswertung). Die Studienarbeit wird studienbegleitend angefertigt (12 LP), die Masterarbeit hingegen nach Abschluss aller geforderten Studienleistungen (24 LP).

Bei der Themenauswahl haben die Studierenden die freie Themenauswahl aus den Angeboten der bauingenieurswissenschaftlichen Masterstudiengänge der Universität Weimar. Dabei ist es ebenfalls möglich, die Arbeit in einer Fremdsprache oder vollends im Ausland anzufertigen. Ebenso kann die Themenwahl mit einem Ingenieursbüro oder einer weiteren Forschungseinrichtung abgestimmt werden.

Den Abschluss bildet eine öffentliche Verteidigung vor einer Prüfungskommission.

In Tabelle 5 ist eine Auswahl der in den letzten Jahren angefertigten Masterarbeiten dargestellt. Einige der Arbeiten sind extern ausgezeichnet worden, beispielsweise mit dem VSVI-Preis der Vereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure Thüringen.

Tabelle 6: Ausgewählte Themen von an der Professur Verkehrssystemplanung betreuten Masterarbeiten der letzten Jahre

5. Auslandsaufenthalt, Praktika und Exkursionen

Die internationale Ausrichtung des Studienganges wird dadurch charakterisiert, dass ein Teil der Studienleistugnen im Ausland absolviert weden kann. Ein solcher Auslandsaufenthalt wird empfohlen und nachhaltig unterstützt.. Die Bauhaus-Universität Weimar verfügt über ein dichtes Netz von Partner-Universitäten, an denen geeignete Kurse absolviert werden können und unterstützt bei der Beantragung von Stipendien. Die Professur Verkehrssystemplanung hat darüber hinaus enge Kontakte zu ausgewählten Instituten, die mit hoher internationaler Reputation an Fragen der Verkehrsplanung oder des Verkehrsmanagements arbeiten. Beispiele für Kooperationspartner sind die University of Nagoya (Japan), die Tongji-University Shanghai (China) oder die Moscow Automobile and Road Construction University (Russland).

Für das Masterstudium sind keine Praktika erforderlich. Es wird aber empfohlen, studienbegleitend berufsspezifische praktische Erfahrungen zu erwerben. Die Professur Verkehrssystemplanung ist mit Ingenieursbüros, Verkehrsunternehmen, Ministerien und Stadtverwaltungen eng vernetzt und kann bei der Vermittlung von Praktikumsplätzen behilflich sein.

Es wird angestrebt, jährlich eine mehrtägige Exkursion anzubieten, um die praktische Umsetzung von Planungskonzepten, Infrastrukturmaßnahmen oder den Betrieb von Verkehrsunternehmen kennen zu lernen.

Die Ziele der letzten Jahre waren Nürnberg/München/Ulm (2016), Berlin (2017), Kopenhagen (2018). Auch 2019 wird wieder eine mehrtägige Exkursion angeboten.