Vision Philipp Kohl

Philipp Kohl | Bachelor Bauingenieurwesen [KUB]

Betrachtet man heutzutage die vorhandene Mobilitätssituation in deutschen Großstädten, zeichnet sich in vielen Fällen ein eher dürftiges Bild: Die Hauptverkehrsstraßen sind häufig überlastet, die Grenzwerte für Schadstoffemissionen überschritten, der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) überfüllt oder schlecht getaktet und der Ausbau von Radverkehrsanlagen deutlich zu gering. Um diese Probleme anzugehen beinhaltet meine Vision einer zukünftigen urbanen Mobilität in erster Linie 3 Kernaspekte: Verringerung der Schadstoffemissionen bis hin zu klimaneutraler Mobilität, Steigerung der Effizienz in Verkehrsabläufen sowie effizientere und gerechtere Nutzung des vorhandenen Straßenraums.  

Die Emission von Abgasen des Straßenverkehrs – vor allem Kohlenstoffdioxid (CO2) und Stickoxide (NOx) – haben eine klima- und gesundheitsschädliche Wirkung, die in Zukunft reduziert, wenn nicht sogar eliminiert werden muss. Zielführend ist hierbei meiner Meinung nach, die Entwicklung von Motoren mit alternativen und regenerativen Antriebsenergien, wie z.B. Elektrizität oder Wasserstoff, welche ebenfalls regenerativ gewonnen werden. Ebenso wichtig ist eine Veränderung des „Modal Splits“, sprich ein Umdenken in Sachen Verkehrsmittelwahl. Wird momentan noch vorrangig das individuell verfügbare Auto genutzt, so sollte zukünftig auf eine Stärkung des ÖPNV, des Radverkehrs und der Shared-Mobility gesetzt werden. 

Der motorisierte Individualverkehr (MIV) schadet dabei nicht nur der Umwelt, sondern ist auch in Aspekten der Effizienz negativ zu bewerten. Um diese Effizienz zu steigern, ist ein Umdenken unumgänglich. Vor allem der ÖPNV und Sharing-Angebote haben ein deutlich größeres Effizienzpotenzial. Noch weiter gedacht, könnte auch komplett auf Privatfahrzeuge verzichtet werden und der Mobilitätsbedarf durch große, autonom fahrende Autoflotten ersetzt werden. Diese stehen der Allgemeinheit zur Verfügung und befördern Personen gemeinsam, die Ziele auf einer ähnlichen Route haben.  

Die effizientere Nutzung des Straßenraums wird dabei auch durch eine Effizienzsteigerung der Verkehrsabläufe bedingt, da dieser Raum momentan vorrangig durch den wenig raumeffiziente MIV geprägt wird. Mit einer effizienteren Nutzung der Verkehrsmittel geht ebenfalls eine Platzersparnis einher, da mehr Personen in weniger Fahrzeugen bzw. Fahrzeugen mit effektiv weniger Platzbedarf befördert werden können. Dieser Platz soll dazu genutzt werden, um Städten zu mehr lebenswertem Raum zu verhelfen, beispielsweise durch Begrünung oder Begegnungszonen. 

Neben der Personenbeförderung ist auch der Warentransport ein wichtiger Aspekt in meiner Vision. Auch hier sollte auf eine Warenlieferung mit nachhaltig angetriebenen Fahrzeugen bzw. Lastenrädern gesetzt werden. Die Bewältigung der „letzten Meile“ wäre durch Drohnen und Lieferroboter möglich, ebenso wie die Zustellung an eine zentrale Lieferstation, von wo die Lieferung bequem zu Fuß oder per Fahrrad abgeholt werden kann.