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Der Einsatz von BIM als infrastrukturbezogenes Anreizmodell zur Förderung des flächendeckenden Ausbaus von Glasfasernetzen

Die Bundesregierung fördert seit 2014 mit ihrer Digitalen Agenda den flächendeckenden Ausbau von glasfaserbasierten Telekommunikationsnetzen. Das übergeordnete Ziel ist die Breitbandversorgung mit mindestens 1 Gigabit/s bis 2025 in ganz Deutschland und prioritär für Schulen, Gewerbegebiete und Krankenhäuser. Der Koalitionsvertrag 2018 geht von einem öffentlichen Finanzierungsbedarf von zehn bis zwölf Milliarden Euro in dieser Legislaturperiode aus, die über einen Fonds bereitgestellt werden sollen. Ferner soll ein rechtlich abgesicherter Anspruch auf flächendeckenden Zugang aller Bürgerinnen und Bürger zum schnellen Internet geschaffen werden.

In einem parallelen Handlungsfeld hat das federführende Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Ende 2015 einen Stufenplan für die Einführung von Building Information Modeling (BIM) bis 2020 vorgelegt. Obwohl der Einsatz von BIM in erster Linie für den Infrastrukturbau und den infrastrukturbezogenen Hochbau vorgesehen ist, kann BIM auch in vielen anderen Bereichen als methodische Basis für nachhaltige Optimierungsprozesse in der Projektabwicklung genutzt werden. Insbesondere der Bau von Glasfasernetzen stellt einen solchen, hochgradig kooperativen Bau(planungs)prozess dar.

Trotz ambitionierter Ziele und bereitgestellter Fördermittel in Milliardenhöhe, verläuft der flächendeckende Glasfaserausbau in Deutschland eher schleppend. Als Hemmnisse gelten vor allem Engpässe bei den erforderlichen Planungs-, Genehmigungs- und Tiefbauarbeiten. Allein auf Letztere entfällt ein Kostenanteil von über 80% im Personal-, Material- und Maschineneinsatz. Die Folge sind steigende Ausbaukosten und eine verringerte Baugeschwindigkeit, was die Wirksamkeit von Fördergeldern der öffentlichen Hand und privater Investitionen gleichermaßen beeinträchtigt.

Im Rahmen des Forschungsvorhabens wird untersucht, inwieweit der Einsatz von BIM einen signifikanten Beitrag zur Minderung der oben beschriebenen Problematik leisten kann. Dazu erfolgt zunächst die Abbildung von Glasfasernetzen als semantisches Modell, das in ein Schema für Bauwerksinformationsmodelle nach den Industry Foundation Classes (IFC) überführt wird. Auf dieser Grundlage wird anschließend ein infrastrukturbezogenes Anreizmodell entwickelt, mit dem sich sowohl auf Seiten der ausbauenden Telekommunikationsunternehmen als auch bei den beteiligten Behörden, neue Potenziale zur Kostensenkung und Erhöhung der Effizienz des Ressourceneinsatzes für Tiefbau, Planung, Genehmigung, Dokumentation und Monitoring erreichen lassen.

Projektart
Kooperation mit der FH Südwestfalen

Projektdauer
2019-2022

Projekt-bezogene Publikationen
Coming soon

Kontakt
Prof. Dr.-Ing. Kay Smarsly
Bauhaus-Universität Weimar
Informatik im Bauwesen
Coudraystraße 7, Raum 518
99423 Weimar
E-Mail: kay.smarsly[at]uni-weimar.de

Prof. Dr.-Ing. Stephan Breide
Fachhochschule Südwestfalen
Lindenstr. 53, Raum: 1.3.14
59872 Meschede
E-Mail: breide.stephan[at]fh-swf.de

Stefan Glusa, M.A.
TeleKommunikationsGesellschaft Südwestfalen mbH
Steinstraße 27
59872 Meschede
E-Mail: stefan.glusa[at]uni-weimar.de (stefan.glusa[at]tkg-swf.de)
Telefon: +49 291 94 4411