Fachexkursion in Thüringen<br>am 11. Juni 2009

26 Teilnehmer, Mitarbeiter der Professuren Baubetrieb und Bauverfahren und Theoretische Methoden des Projektmanagements trafen sich 7.20 Uhr zur Exkursion auf drei Baustellen und in ein Fertigteilwerk in Thüringen.
  

Nach ungefähr einstündiger Fahrt wurde das erste Ziel, die Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWA) Zeigerheim erreicht. Vor Ort wurden die Teilnehmer von Frau Podzimski – Geschäftsführerin der Firma Hydrobau, Frau Bauer – Leiterin der TWA und Herrn Simon, zuständig für die Inbetriebnahme der Anlage, erwartet. Nach der Begrüßung und einem kurzen Abriss über die Entwicklung der TWA Zeigerheim folgte eine äußerst kurzweilige Führung durch die Anlage. Verschiedene Aspekte der Rehabilitation der Anlage unter laufenden Betrieb wurden deutlich gemacht. Besonders der seit 2007 laufende Umbau der Filteranlage, bei dem mehrere Tausend Kunststoff-Filter ersetzt werden müssen, war beeindruckend. Den spannenden Einblicken folgte ein sehr liebevoll angerichtetes Frühstücksbuffet.
 

Nach gut einstündiger Fahrt folgte die Besichtigung der Baustelle Jagdbergtunnel bei Jena. Der Tunnel, vor kurzem Ziel einer gesonderten Exkursion, ist wesentlicher Teil der Trassenverlegung der Autobahn A4 zwischen den Anschlussstellen Magdala und Jena/Göschwitz. Das Besucherzentrum, in welchem viele interessante Ausstellungsstücke zum Bauverfahren, zur Geologie und zur Konstruktion enthalten sind, stand zur Besichtigung offen. Herr Grether, Mitarbeiter der Ingenieurgruppe BEB, stellte die Gesamtbaumaßnahme in einem sehr anschaulichen Vortrag vor. Besonders eindrucksvoll war die anschließende Tunnelbesichtigung bei laufenden Bauarbeiten. Nach Einfahrt in die bereits über 1000 m lange Süd-Röhre und der Fahrt bis direkt an die Spritzbetonmaschine, konnte die Neue Österreichische Tunnelbauweise direkt vor Ort eindrucksvoll besichtigt werden.
 

Drittes Exkursionsziel war das Fertigteilwerk der Firma Max Bögl in Gera. Mit dem Betriebsleiter Herrn Maul erfolgte eine Werksbesichtigung. Beeindruckend war vor allem die Qualität der Sichtbetonfertigteile, die aktuell für den Flughafen Berlin-Brandenburg-International (ehem. Berlin-Schönefeld) gefertigt wurden und zum Abtransport bereitlagen. Alle Teilnehmer der Exkursion, die bisher noch nicht die Möglichkeit hatten ein Beton-Fertigteilwerk zu besichtigen, konnten sich ein Bild über die Herstellung der Elemente machen. Deutlich wurde dabei auch, welche Herausforderungen mit der Fertigung und dem Transport der hochwertigen Betonelemente verbunden sind.
 

 

Letzten Exkursionsziel dieses Tages war das ehemalige Heizkraftwerk Gera-Nord, das sich direkt auf der gegenüberliegenden Seite der Autobahn A4 befindet. Schon von weitem sind die drei 220 Meter hohen Schornsteine zu sehen. Dass sie nun abgetragen werden, verfolgen einige Bürger von Gera auch mit Wehmut, gelten sie doch als heimliches Wahrzeichen der Stadt. Dennoch besteht keine Alternative zum Abriss und soll der Platz einer neuen Nutzung zugeführt werden. Der Rückbau gestaltet sich allerdings aufwendig, da eine Sprengung nicht möglich ist. Die Schornsteine müssen aufgrund der umliegenden Bebauung von oben her abgebrochen werden. Die Einzelheiten des Verfahrens und den Einsatz der Technik schilderte der verantwortliche Bauleiter Herr Richter von der Firma TVF Altwert. Durch den Rückbau vieler anderer Schornsteine erfahren, ging er ausführlich auf die vielen Fragen der Exkursionsteilnehmer ein. Besonderer Dank gilt auch Herrn Kubacky von der Firma DDC Dorsch, der uns die Besichtigung der Baustelle genehmigte und den Kontakt zu Herrn Richter vermittelte.
 

Der Busfahrer der Firma Bröse brachte die Exkursionsteilnehmer anschließend sicher nach Weimar zurück. Eine für alle interessante und abwechslungsreiche Exkursion endete gegen 17 Uhr. An dieser Stelle sei noch einmal allen Beteiligten für ihr großes Engagement und die freundliche Betreuung vor Ort gedankt. Studenten und Mitarbeiter der Universität wurden durch die Exkursion um viele Eindrücke bereichert.
 

 

Fotos: Teilnehmer der Exkursion