Exkursion nach Hessen und Baden-Württemberg<br>am 3.-4. Juli 2008

Die Exkursion der Professur Baubetrieb und Bauverfahren am 03./04. Juli 2008 führte eine Gruppe mit 29 Studenten und Mitarbeitern zu verschiedenen Zielen in Hessen und Baden-Württemberg.

Baustelle „Neuer Schlüchterner Tunnel“

Den neuen Eisenbahntunnel erstellt eine Arbeitsgemeinschaft der Firmen Hochtief Construction AG, Ed. Züblin AG und Bickhardt Bau AG parallel neben dem bestehenden.
Unter der Führung von Herrn Dr. Balthaus, Herrn Dr. Schockemöhle und Herrn Dipl.-Ing. Schenk bekamen die Teilnehmer einen nahen Einblick in das dortige Tunnelbohrverfahren und mögliche Probleme, die bei der Herstellung eines Tunnels ohne ausreichend standfestes Deckgebirge entstehen können. Bei der Besichtigung der Tunnelvortriebsmaschine konnten sie sich von der Größe der Anlage beeindrucken lassen und bekamen eine Vorstellung von der Logistik, die durch den zeitnahen Tübbingausbau erforderlich ist.

 

 

Baustelle der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main

Das neu zu errichtenden Gebäude der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Frankfurter Großmarkthalle. Frau Dittrich vom Architekturbüro CoopHimmelb(l)au führte uns durch die ehemalige Großmarkthalle und stellte uns das Sanierungskonzept für die in ihrer Dimension und Wirkung sehr beeindruckende Halle vor. Herr Dipl.-Ing. Seip von der Ingenieursozietät Prof. Dr.-Ing. Katzenbach GmbH erläuterte uns im Anschluss daran, die geplanten Gründungsmaßnahmen für die neuen Bürotürme. Die Bauaktivitäten ließen einen Einblick in die Herstellung der überschnittenen Bohrpfahlwand zu.

 

Baustelle „Neubau Opernturm“ in Frankfurt am Main

In der Innenstadt von Frankfurt am Main baut die Fa. Ed. Züblin AG ein neues Hochhaus. In einer kurzen Präsentation über das Bauvorhaben erläuterte uns Herr Dipl.-Ing. Walz die Merkmale der verwendeten Kletterschalung. Anschließend berichtete uns Herr Dipl.-Ing. Wolff von den Besonderheiten der hoch belasteten und deshalb mit hochfestem Stahl bewehrten Stahlbetonstützen. Anschließend wurde uns unter der Führung von Herrn Dr.-Ing. Dehlinger und Herrn Dipl.-Ing. Wolff die Möglichkeit eines Baustellenrundgangs gewährt. Nicht nur die Impressionen, die mit dem Blick aus der 22. Etage des Gebäudes über die Dächer der Stadt verbunden sind, waren überwältigend. Vor allem der schnelle Bauablauf durch die Verwendung der Kletterschalung war beeindruckend. Nach den Ausführungen der Bauleiter entsteht im Rhythmus von nur vier Arbeitstagen ein neues Geschoss im Rohbau. Um diese kurzen Herstellungstakte zu erreichen, wird auf der Baustelle rund um die Uhr gearbeitet.

 

 

Baustelle "Neue Nibelungenbrücke" in Worms

Der zweite Exkursionstag begann mit einer Besichtigung der Nibelungenbrücke in Worms. Vor Ort führte uns Herr Spieß vom Landesbetrieb Mobilität Worms mit Hilfe einer kleinen Präsentation in die Geschichte der bestehenden und in das Bauverfahren der neuen Nibelungenbrücke ein. Anschaulich wurden uns die komplexen Problemstellungen erläutert, die mit dem Bau der Spannbetonbrücke im Freivorbau-Verfahren bestehen. Besonders eindrucksvoll war die anschließende Führung auf der Brückenbaustelle durch Herrn Spieß, Frau Zeuner und Herrn Weißbrot. Höhepunkt der Baustellenführung war sicherlich der Einblick in den Brücken-Hohlkasten, in dem die frei liegenden Spannglieder sichtbar gewesen sind, sowie die Möglichkeit, die Lagerung des Brückenoberbaus aus nächster Nähe zu besichtigen.

 

 

Besuch im Gobazentrum der Fa. Goldbeck Bau GmbH

Die Fa. Goldbeck Bau GmbH hat uns eingeladen, ihr Ausstellungszentrum in Hirschberg zu besuchen. Herr Huber als Leiter der Bauplanung begrüßte uns und vermittelte uns einen Eindruck von den Aktivitäten des Unternehmens. Nach einer Stärkung in der hauseigenen Kantine wurden wir durch die Herren Wiesner, Bendfeldt und Urbschat durch die Ausstellung geführt. Während der Führung durch die Ausstellungsexponate bestand ausreichend Zeit für die Beantwortung von Fragen rund um die vorgestellten Bausysteme. Beeindruckend waren vor allem der hohe Vorfertigungsgrad einzelner Bauteile und die vielen Detaillösungen. Dadurch ist eine schnelle und wirtschaftliche Bauabwicklung möglich. Herr Paasche als Geschäftsführer der Abteilung Technik machte zum Abschied vor allem den anstehenden Absolventen Mut, nach einem erfolgreichen Bauingenieurstudium eine interessante Stelle zu finden.

 

 
 

An dieser Stelle sein noch einmal allen Beteiligten für ihr großes Engagement und die freundliche Unterstützung gedankt. Besonders sei vor allem den Firmen Hochtief AG und Ed. Züblin AG gedankt, die uns großzügig finanziell unterstützt haben, so dass diese Exkursion möglich wurde. Aber auch dem Busfahrer Herrn Geiner sei an dieser Stelle für die sichere Fahrt und das Geschick beim Manövrieren auf engem Baustellengelände gedankt. Die Studenten versicherten uns, durch die Exkursion zwei außergewöhnliche Tage erlebt zu haben, in denen sie viele neue Eindrücke von ihrem zukünftigen Berufsfeld als Bauingenieur gewinnen konnten.

Text: Dipl.-Ing. D. Orbanz
Fotografien: Prof. Dr. R. Steinmetzger


P.S.:
Ausdrücklich sei dem Organisator der Exkursion, Herrn Dipl.-Ing. Dirk Orbanz, herzlich für sein Engagement gedankt. Seiner sehr guten Vorbereitung und aktiven Begleitung ist es zu verdanken, dass alles glatt ging und alle zusammen zwei erlebnisreiche Tage verbringen konnten.