© Bauhaus-Universität Weimar, Fotograf: Thomas Müller
Patricia Espinosa im Workshop am 10. Januar 2019
© Bauhaus-Universität Weimar, Fotograf: Thomas Müller
Erstellt: 14. Januar 2019

»Der Klimawandel muss sich in jeder unserer Entscheidungen widerspiegeln«

Mit einer Podiumsdiskussion startete am 9. Januar 2019 der Besuch von Bauhaus-Gastprofessorin Patricia Espinosa an der Bauhaus-Universität Weimar. Die Exekutivsekretärin der UN-Klima-Rahmenkonvention betonte in ihrem Eingangsvortrag die wichtige Rolle von Universitäten im Kampf gegen den Klimawandel und ermutigte dazu, ehrgeizig nach Lösungen zu suchen und Teil einer weltweiten Bewegung zu werden.

»Wir wissen, dass Regierungen nicht allein gegen den Klimawandel vorgehen können. Wir brauchen alle Teile der Gesellschaft, um so hart wie möglich daran zu arbeiten, globale Klimaschutzmaßnahmen voranzutreiben. Universitäten spielen dabei eine bedeutende Rolle, denn an ihnen werden junge Menschen darauf vorbereitet, in der Zukunft wichtige und wegweisende Entscheidungen zu treffen. Hier werden aber auch Werkzeuge entwickelt und Techniken, die uns helfen, den Klimawandel zu stoppen und seine Auswirkungen zu lindern. Architektur, Ingenieurwesen, Design – diese Disziplinen haben direkten Einfluss auf die Qualität unseres Lebens, auf unseren Konsum, auf unseren Verkehr und unsere Städte. Deswegen brauchen wir ihr Engagement«, betonte Espinosa.

Sie unterstrich, dass der Klimawandel schneller voranschreite als gedacht, und rief ihre Zuhörerinnen und Zuhörer zu schnellem Handeln auf. »Bedenken Sie, dass es immer um Menschen geht, die unter den Auswirkungen der Klimaveränderungen leiden, seien es Dürren, Brände oder Überschwemmungen.« Dadurch würden wiederum soziale Probleme verschärft wie Armut, Gewalt oder Geschlechterdifferenz.  

Wie sehr das Thema die Universität und ihre Angehörigen beschäftigt, zeigte der bis auf den letzten Platz gefüllte Oberlichtsaal. Unter dem Titel »Diplomatie und Partizipation – Wege zu nachhaltigen Lösungen in der Klimapolitik« hatte die Universitätsleitung eingeladen, mit Patricia Espinosa, Anja Siegesmund, Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz, und Prof. Eckhardt Kraft, Professur Biotechnologie in der Ressourcenwirtschaft, zu diskutieren. Prof. Jürgen Ruth, Konstruktives Entwerfen und Tragwerkslehre, moderierte das Gespräch.

Die gesamte Podiumsdiskussion sowie die Eingangsvorträge von Patricia Espinosa und Anja Siegesmund, können Sie auf unserem Youtube-Kanal anschauen:
https://www.youtube.com/watch?v=T8noL873RI0&feature=youtu.be

Ein Bericht des MDR Thüringen Journals fasst den Besuch Patricia Espinosas zusammen:
https://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/video-264670_zc-7748e51b_zs-1638fa4e.html

Am Donnerstag, 10. Januar 2019, hatten dann Studierende die Gelegenheit, direkt mit Patricia Espinosa ins Gespräch zu kommen. In einem Workshop stellten Bachelorstudierende der Urbanistik ihre Projekte unter dem Thema »Stadt und Infrastruktur im (Klima-)Wandel« vor. Mit großem Interesse verfolgte Espinosa die Projekteberichte und ermunterte die engagierten Studierenden, nicht aufzugeben bei der Suche nach nachhaltigen Lösungen für eine resilientere Welt und eine gerechte Gesellschaft. Dazu gehöre unbedingt, bisherige Politik und ihre Maxime der Effizienz zu hinterfragen, und die Offenheit, bestehende Pläne zu verändern, wenn dies notwendig sei.

Sie resümierte ihren Besuch auf ihrem Twitter-Account @PEspinosaC: »Very much enjoyed discussing architecture and urban design projects in the context of #ClimateAction with students of @bauhaus_uni in Weimar. Our discussions showed that young people really are concerned about #ClimateChange and that they want to actively construct their future.«

Weitere Informationen unter:
https://www.uni-weimar.de/de/universitaet/aktuell/bauhausjournal-online/titel/auftakt-fuer-veranstaltungen-mit-der-bauhaus-gastprofessorin-patricia-espinosa-im-januar-2019/