Wintersemester 2015/2016

Bachelor Urbanistik

Vorlesung: Einführung in die Stadt- und Regionalplanung

Einführung in die Stadt- und Regionalplanung

1. Fachsemester | Barbara Schönig | 2 SWS, 3 ECTS
Mo. 13:30 - 15:00 Uhr | Beginn: 26.10.2015

Die Vorlesung bietet einen ersten strukturierten Überblick über Genese, gesellschaftliche Funktion, aktuelle Herausforderungen und institutionelle Organisation der Stadtplanung. Sie beinhaltet die Darstellung und Diskussion ausgewählter aktueller Themen der Stadtentwicklung und Stadtplanung, und führt so an das thematische Feld sowie das Aufgaben- und Kompetenzspektrum der Stadtplanung heran, das zukünftige Stadtplaner/innen erwartet. Anhand ausgewählter Beispiele und der Diskussion aktueller Herausforderungen von Stadtentwicklung werden die Besonderheiten planerischer Problemstellungen und die daraus resultierenden methodischen Herausforderungen an Stadtplanung als Disziplin herausgearbeitet.

Planungsprojekt: Von Kahla bis Camburg

Von Kahla bis Camburg

1. Fachsemester | Arvid Krüger | 2 SWS, 3 ECTS
Di. 09:15 - 16:45 Uhr | Beginn: 20.10.2015

Potenziale „nachhaltiger“ Suburbanisierung im Saaletal?

Das mittlere Saaletal ist eine klimatisch besonders begünstigte Region mit heißen Sommern und milden Wintern, denn die Sonne reflektiert an den steilen Talhängen. Das ist sicher nicht primär der Grund, warum Jena eine wachsende Stadt ist und gemeinsam mit Weimar und Erfurt zu jenen Orten gehört, die so etwas die wachstumsstarke Mitte Thüringens darstellen. Begriffe wie „Dreistadt“ oder „Impulsregion“ stehen hierfür. Gleichermaßen sind Thüringens Städte aber von Schrumpfung betroffen, nicht nur in peripher gelegenen Regionen wie hin-term Thüringer Wald oder am Kyffhäuser, sondern auch in unmittelbarer Nähe zur „Dreistadt.“ Es scheint bisher keine Spill-Over-Effekte über die Stadtgrenzen der drei Städte hinaus zu geben, obwohl es in Jena bereits zu starken Wohnungsmarktknappheiten kommt und die Stadt auch nicht physisch unbegrenzt wachsen kann (nicht nur die Sonne soll sich weiter an den bewaldeten Talhängen reflektieren können).

Mit einer Verknüpfung von stadt- und regionalplanerischen Fragestellungen soll also das Saaletal von Kahla im Süden bis Camburg im Norden betrachtet werden: Wie kann eine engere Verknüpfung dieser Orte mit Jena funktionieren, dabei auch den Entwicklungsdruck aus der Jenaer Stadtentwicklung etwas mildern, ohne sich dabei die Nachteile einer zersiedelnden Suburbanisierung in Kauf nehmen zu müssen. Daher wird sich das Projekt am Rande auch mit den Außenbereichen Jenas – hier exemplarisch Winzerla – auseinandersetzen.
Als Lehrveranstaltung des ersten Semesters dient das Projekt dabei auch der anwendungsorientierten Vermittlung von Grundlagen und wird daher der Bestandsanalyse entsprechenden Raum einräumen. Konzeptionelle bzw. städtebauliche Ideen werden im zweiten Teil dann auf einer stadtplanerischen Ebene z.B. für die Themengebiete Wohnen, Soziale Infrastruktur, Einzelhandel und Mobilität entwickelt, dies aber jeweils mit Bezug zu einem konkreten Ort, Quartier oder Teilraum in Kahla bzw. Camburg.

Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit beiden Städten statt, daher wird es eine Reihe von Terminen vor Ort geben, ebenso eine öffentliche Präsentation der Ergebnisse – ergänzend zur studiengangsinternen Endkritik.

Planungsprojekt: Energetische Modernisierung: Planung zwischen Pelletheizung, Politik und Polemik

5.+7. Fachsemester | Achim Schröer | 8 SWS, 12 ECTS
Do. 09:15 - 16:45 Uhr | Beginn: 15.10.2015

Energiewende und Klimaschutz stellen Stadtplanung und Architektur vor hohe Herausforderungen. Der Gebäudebereich, und hier besonders die Modernisierung des Bestandes, birgt hohe Potentiale zur Einsparung und auch zur regenerativen Erzeugung von Energie. Aspekte von Technik, Wirtschaftlichkeit, Sozialverträglichkeit, Gestaltung und nicht zuletzt Politik und Steuerung erfordern dabei interdisziplinäre Kompetenz. Anhand von Fallbeispielen aus Thüringen und Deutschland sollen typische Problemlagen untersucht und Verbesserungsvorschläge erarbeitet werden.

Es besteht die Möglichkeit zur Teilnahme am Baumeister CampusLab - Wettbewerb "Moving On II - Smart City".

Vorlesung: Allgemeines Bau- und Planungsrecht

3. Fachsemester | Lehrbeauftragter Dr. Bernhard Weyrauch | 2 SWS, 3 ECTS
Fr. 13:30 - 18:30 Uhr | Beginn: 23.10.2015

Die Vorlesung „Bau- und Planungsrecht“ behandelt das 1. Kapitel des Baugesetzbuches, das sog. Allgemeine Städtebaurecht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Auseinandersetzung mit der vorbereitenden und verbindlichen Bauleitplanung (Flächennutzungsplan und Bebauungsplan). Die Studierenden werden sich in diesem Zusammenhang auch mit der Baunutzungsverordnung (BauNVO) beschäftigen und lernen ausgewählte Fachgesetze kennen (Bundesnaturschutzgesetz, Energiefachrecht, Bundesimmissionsschutzgesetz), die Einfluss auf die Bauleitplanung haben. Neben dem Bauplanungsrecht werden wesentliche Grundlagen des Bauordnungsrechts gelehrt.

Das Seminar „Bauleitplanung“ dient der Vertiefung des in der Vorlesung gelehrten Stoffs. 

Block 1: 13:30 - 15:00 Uhr
Block 2: 15:10 - 16:40 Uhr
Block 3: 16:50 - 18:20 Uhr

Termine:
23.10.2015
06.11.2015
13.11.2015
27.11.2015
11.12.2015
08.01.2016
15.01.2016
22.01.2016
29.01.2016

Seminar: Bauleitplanung

3. Fachsemester | Lehrbeauftragter Dr. Bernhard Weyrauch | 4 SWS, 6 ECTS
Fr. 13:30 - 18:30 Uhr (teilgeblockt) | Beginn: 23.10.2015

Das Seminar „Bauleitplanung“ dient der Vertiefung des in der Vorlesung "Allgemeines Bau- und Planungsrecht" gelehrten Stoffs.  

Block 1: 13:30 - 15:00 Uhr
Block 2: 15:10 - 16:40 Uhr
Block 3: 16:50 - 18:20 Uhr

Termine:
23.10.2015
06.11.2015
13.11.2015
27.11.2015
11.12.2015
08.01.2016
15.01.2016
22.01.2016
29.01.2016

Selbstbestimmtes Seminar: Bedürfnisse von Geflüchteten in Weimar

7. Fachsemester | Lisa Vollmer | 12 ECTS

Unser fünfköpfiges Forschungsteam setzt sich über das Wintersemester 15/16 im Rahmen unseres Semesterprojektes mit den Bedürfnissen Asylsuchender in Weimar auseinander. Gleichzeitig untersuchen wir formelle und informelle Strukturen und Akteur_innen, ihre Vernetzungen und aktuellen Angebote für Geflüchtete. Hierfür nutzen wir vor allem qualitative bzw. Tiefeninterviews.

Ziel ist es, so ein möglichst umfassendes Gesamtbild von der derzeitigen Situation in Weimar zu erhalten, eventuelle Defizite und Herausforderungen zu erkennen und letztlich Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Den Perspektiven Asylsuchender die Stimme zu geben, die ihnen in diesem Thema zusteht, stellt dabei unser vordergründiges Anliegen dar.

Abschlusspräsentation: Dienstag, 9. Februar 2016

Master Urbanistik

Studienprojekt: Erholung ohne Ende - Denkmalpflegerischer Wert und stadträumliche Effekte des Massentourismus

1. Fachsemester Master Urbanistik | Daniela Spiegel, Barbara Schönig | 8 SWS, 12 ECTS
Di. 09:15 - 16:45 Uhr | Beginn: 20.10.2015

Gemeinsame Lehrveranstaltung mit der Professur Denkmalpflege und Baugeschichte.

Deutschland ist (auch) ein Tourismusland, als solches besonders beliebt bei einen eigenen Einwohner/innen und seit eh und je liegen die beliebtesten Ziele an der See und in den Bergen. Tourismusgeschichtlich betrachtet reichen die Ursprünge bis ins 17. und 18. Jahrhundert zurück, jener Zeit, in der die ersten Seebäder- und Kurorte entstehen. Dabei handelt es sich  um einen Sondertyp von Stadt, dessen eigenständiges typologisches Profil vor allem im 19. Jh. geschärft wurde, als mit einem reichhaltigen Repertoire an Hotels - und Vergnügungseinrichtungen eine dem mondänen Publikum angemessene städtebauliche und architektonische Infrastruktur geschaffen wurde. Mit der Entprivilegisierung des Reisens nach dem Zweiten Weltkrieg öffneten sich die etablierten Tourismusorte dem Massentourismus. Vor allem in den 1960er und 1970er Jahren entstanden diesseits wie jenseits der innerdeutschen Grenze große Komplexe, die den städtebaulichen und architektonischen Maßstab der kleinstädtischen Erholungsorte nachhaltig veränderten und bis heute prägen: mancherorts überformt durch Um- und Weiterbau für zeitgemäße touristische Angebote, anderenorts lediglich noch als Überbleibsel aus einer längst verklungenen Zeit des Booms.

Diese Spuren des Massentourismus und ihre Entwicklung sucht das Projekt zu erforschen. Es stellt sich die Frage, wie die Kommunen mit ihrer eigenen Geschichte und den stetig wechselnden Anforderungen touristischer Nachfrage umgehen: Wie stehen sie zum eigenen baulichen Erbe, insbesondere der Boomphasen? Wo sieht man Rückbau- und wo Entwicklungsbedarf? Wie kann und muss die  Entwicklung in städtebaulicher, aber auch architektonischer Hinsicht gesteuert werden? Und inwiefern werden auch die Bedürfnisse der Bewohner berücksichtigt? Wie kann räumliche Entwicklung trotz der Abhängigkeit vom Tourismus den Ansprüchen lokaler Bevölkerung gerecht und dauerhaft funktionsfähig gestaltet werden?

Das interdisziplinäre Studienprojekt der Professuren Denkmalpflege & Baugeschichte sowie Stadtplanung untersucht Ursachen und Auswirkungen der touristischen Entwicklung auf Stadtentwicklung und -planung in kleinen Ferienorten im Kontext der Auseinandersetzung um Denkmalpflege und Nachkriegsmoderne sowie der räumlichen Tourismusforschung.

Master Advanced Urban Studies / European Urban Studies

Lecture: Perspectives on Urban Planning and Design in Germany – an introduction and discussion of understanding, tasks and strategies.

Barbara Schönig | Steffen de Rudder | Lisa Vollmer | 2 SWS, 3 ECTS
Monday 15.15 - 16.45 | Start: October 19th (weekly)
 
 

Coming to Weimar to many international students from cities and megacities around the world feels like a trip to Disneyland. Weimar seems to be the showcase example of a European City. But what are the assumptions and strategies that lie behind the idea of planning and containing a so-called “European City”? To what extent do German cities, as cities in Europe, differ from other parts of the world and the challenges they are facing? How can urban development in Germany, how can planning and design strategies applied here be interpreted in the context of urban developments in other parts of the world? And – last but not least – to what extent could these strategies help or be applied in international contexts?

The objective of this lecture is twofold: on the one hand it will give an insight and introduction into the German planning system, current tasks and challenges of urban development at stake in Germany and discuss planning and design strategies used to face those. Therefore, it provides an introduction into an understanding of planning and urban design in Germany specifically to international students. On the other hand it will try to challenge the German view and position by confronting it with discourses and positions from the international students' countries. Doing so, the lecture will enable teaching staff and students to integrate their differing views on planning and learn from the others’ different national experiences and background. The lecture thus can also be understood as applied international comparative studies in the field of urban design and planning.

The lecture can be combined with a research seminar but can also be attended exclusively. To receive credits for the integrated course in “Urban Planning/Urban Design” (MA AdUrb and EU) one of the seminars offered by the Chairs for Urban Planning or Urban Design I and the lecture series must be attended.

Lecture Series: Welcome to Weimar. Architecture and Urbanism in Weimar and beyond [Lecture series of the Institute for European Urban Studies]

Lisa Vollmer | 2 SWS, 3 ECTS
Monday 19.00 - 21.00 | Start: October 19th (weekly)

Welcome to Weimar! This lecture series will give international and German students insight into research at Bauhaus university’s faculty “Architecture and Urbanism”. Starting from Weimar the lecture series will provide an understanding of the latest developments in German scholarship concerning urban design, urban planning, and urban development as researched by the departments professors and staff. From landscape architecture, the historical Bauhaus and heritage conservation to sustainable mobility, the redevelopment of large housing estates and growing and shrinking cities – the topics of this lecture series will take you on a journey into the most important issues discussed in German cities and urban studies as seen by the university's teaching staff. 

The lecture series will be given in English and is open to students of all departments. Each lecture will be held by another faculty member or invited guests. Students will have the opportunity to take part in an exam to acquire credit points and a grade.

Seminar: Mind your own business

Lisa Vollmer | 2 SWS, 3 ECTS
Tuesday 17.00 - 18.30 | Start: October 20th (weekly)

Economic activities are a central force that shape urban developments. The regulation of economic activities in urban contexts can take various forms. The localization of economic strategies is part of the new economy. A prominent example of neoliberal governance is the instalment of so called Central Business Districts, concentrating economic power in a small inner-city area. This seminar wants to take a look at the other end of the spectrum and investigate how small scale economic activity from small business communities to informal economic practices are carried out and governed. While on the one hand street vending, bottle collecting and small scale manufacturing are tried to be pushed out of the city, other decentralized activities like small scale ethnic entrepreneurialism, so called street food, local place-branding and temporal uses are increasingly incorporated into and promoted by a neoliberal urban regime.

This seminar wants to take a look at the diverse economic practices and their governance throughout the globe.