WiSe 2022/23

Vorlesung

Urban Sociology (Introduction)

Life in German cities has undergone substantial changes in the last decade. Not only the East German cities had to address new challenges after the reunification of the German nation in 1990, but also the West German cities had to reformulate their place in the complex urban networks. Cities are mirroring wider changes in German society where new social and political developments can be observed. Economic and cultural globalization has had a major impact on many aspects of urban life. This lecture will give an overview about major developments in German cities since the German reunification in 1990. It will provide both a sound source of information on the most important issues of German society and reflect important discussion of the international debate on urban studies. After delivering a historical overview of German cities, basic concepts of urban sociology will developed by discussing subjects like gentrification, segregation, migration, life style diversity and others. The lecture provides an insight view into classical theories of urban sociology as deriving from Max Weber, Georg Simmel and the Chicago School.

Richtet sich an: EU, IPP/Urban Heritage, MediaArchitecture; IUDD, MA Urbanistik, MA Fine Arts/Public Space, MA Architektur (Erasmus)

Termine: montags, 13.30-15.00 Uhr

Ort: Hörsaal D (?)

Dozent: Prof. Frank Eckardt


Einführung in die Stadtsoziologie

Die Stadt ist ein komplexes Gebilde, das von Menschen in unterschiedlichen Formen gebaut, abgerissen und neugebaut wird. Seit dem Entstehen der modernen Großstadt bemühen sich Soziologen, um die Regeln, Mechanismen und Dynamiken städtischen Lebens zu verstehen und nachzuvollziehen. Dabei sind sie unterschiedliche Wege gegangen, um unser Verständnis über das Leben in der Stadt zu verbessern. In dieser Vorlesung wird dabei davon ausgegangen, dass nicht so sehr das Statische und Gebaute eine Stadt ausmachen als das Mobile, Flüchtige und vor allem: die Menschen. In dieser Hinsicht soll anhand von Beispielen aus der deutschen Geschichte und der Gegenwart erläutert werden, wie Städte als Produkt von Migration unterschiedlichster Formen zu verstehen ist. Dabei wird ein Überblickswissen der Stadtsoziologie, gängige Begriffe und empirische Forschungen zu wichtigen Fragen der Stadtentwicklung aus gesellschafswissenschaftlicher Perspektive vermittelt.

Richtet sich an: MA Architektur

Termine: dienstags, 15.15-16.45 Uhr

Raum: Hörsaal D (?)

Dozent:  Prof. Dr. Frank Eckardt


Projekt

Die kinderfreundliche Stadt

Kinder gehen mit anderen Augen durch die Stadt. Viele Orte sind für sie spannend und laden sie zum Spielen ein. Andere machen ihnen Angst oder sind gefährlich für sie. Langsam erschließen sie sich ihre Umwelt und versuchen sich so, ihre eigene Welt zu schaffen. Wie muss eine Stadt aussehen, damit sich Kinder dort gut zurechtfinden und ihr Leben nach ihren Bedürfnissen gestalten können? Ziel dieses Projekts ist es, das Thema kindgerechte Stadtplanung zu fördern. Wir wollen erkunden, welche räumlichen und sozialen Bedürfnisse sie haben und wie sie in die Stadtplanung einbezogen werden sollen. Es wird erforscht, wie Kleinstädte aktiv damit umgehen könnten, dass es weniger Kinder vor Ort gibt und viele junge Menschen diese Städte verlassen wollen. Wie können Institutionen wie Schulen, Sportvereine oder Kindergärten so agieren, dass Kinder nicht unter Leerstand, Abwanderung und fehlenden Erzieher*innen, Lehrer*innen und Freund*innen leiden? Wie könnten die Chancen für die soziale und geistige Entwicklung junger Menschen gestärkt werden? Das Projekt befasst sich mit theoretischen Diskursen zur Kindheit in Geschichte, Pädagogik, Soziologie und Stadtforschung. Aufbauend auf einem fundierten Verständnis für die Bedürfnisse von Kindern werden außerdem im Projekt in Form eines Seminars Beispiele kinderfreundlicher Städte und Beispiele für die Beteiligung von Kindern an der Planung betrachtet.

Das Projekt soll mit lokalen Partner*innen in Altenburg umgesetzt werden, die sich aktiv in die Arbeit mit Kindern einbringen und so Einblicke in deren Alltag geben können. Es steht im Zusammenhang mit der laufenden Debatte um die inklusive Stadt. Das Projekt schließt an das Engagement von vielen anderen Städten an, die sich im UNESCO-Netzwerks „Kinderfreundliche Stadt“ organisieren. Das Projekt soll für vorhandene Spielräume für mehr Teilhabe von Kindern am Alltag sensibilisieren und sich konkret mit Kindern und ihrer Lebenssituation in Altenburg beschäftigen. Dort sollen in konkreten Aktivitäten mit Kindern und Erwachsenen, die sich mit Kindern beschäftigen, herausgefunden werden, welche Perspektiven und Ansprüche diese haben. In Zusammenarbeit mit der Organisation „Stadtmensch“ sollen dafür unterschiedliche kreative Ansätze und Methoden verfolgt werden. Die Studierenden arbeiten in Kleingruppen an selbstgewählten Schwerpunkten. In der Exkursionswoche wird es einen ersten Austausch mit Akteur*innen der Stadtgesellschaft Altenburgs geben. Dieser Austausch wird im weiteren Verlauf des Studienprojekts fortgesetzt, wenn das weitere Vorgehen abgesprochen und durchgeführt wird. In einem zweiten Teil der Exkursionswoche werden in einem Methoden-Workshop unterschiedliche Methoden der qualitativen Sozialforschung eingeübt.

Außerdem kann das Thema des Projekts in einer vergleichenden Betrachtung zwischen zwei Städten in Polen und Deutschland (Altenburg) diskutiert werden. Der Austausch wird über einen Besuch polnischer Kolleg*innen und einer Projektreise unsererseits nach Polen organisiert. Die Reise wird vom DAAD finanziell unterstützt, die Teilnahme ist freiwillig.

Richtet sich an: BA Urbanistik, 3. Semester

Termine: dienstags, ab 9.15 Uhr

Raum: IFEU?

Dozent: Prof. Frank Eckardt, Dr. Timmo Krüger


Stadt-Utopien: neue Narrative für eine sozial-ökologischen Transformation

Utopische Vorstellungen beeinflussen die Gestaltung der Städte. Lange Zeit waren Hygiene und Fortschritt, Wolkenkratzer und fliegende Autos sowie Effizienz und Disziplinierung jene Narrative, die die Städte der westlichen Welt geprägt haben. Unsere Gesellschaften, Utopien und Stadtbilder sind allerdings immer im Wandel. So entstehen derzeit vor dem Hintergrund des sogenannten Anthropozäns neue Narrative: ökologischer Umbau und Nachhaltigkeit, Verstädterung und urbanes Zeitalter, Digitalität und smart cities, all diese Erneuerungen im Diskurs machen sich in Städten bemerkbar.

Ein prominenter Bereich, in dem neue Utopien aktuell formuliert werden, befindet sich an der Schnittstelle zwischen Stadtplanung und Landwirtschaft. Dort werden Perspektiven für eine sozial-ökologische Transformation geschmiedet. Die Verflechtungen von ruralen und urbanen Räumen werden sichtbar gemacht und neue Lösungen für die Herausforderungen im Ernährungssystem erprobt. Aber wer verfügt über die Deutungs- und Umsetzungsmacht dieser Utopien? Welche Rolle spielen sie für eine sozial-ökologische Zukunft? Was passiert mit gegensätzlichen Vorstellungen und wie werden diese politisiert?

In diesem Lehr-Forschungsprojekt setzen wir uns mit diesen und weiteren Fragen auseinander und untersuchen am Leipziger Beispiel neue Utopien im städtischen Ernährungssystem. Wir werden uns mit Themen wie solidarische Landwirtschaft, Ernährungsräte und urban gardening aus einer sozialwissenschaftlichen Perspektive beschäftigen. Im Kern wollen wir eine Diskussion über Machtverhältnisse und Vorannahmen in der Stadtplanung anhand agrar- und ernährungspolitischer Fragestellungen im urbanen Kontext anregen. Der Kurs bietet dabei eine thematische Einführung in verschiedene Arbeitsfelder der Umwelt- und Stadtsoziologie sowie einen vertiefenden Blick in die sozialwissenschaftliche Forschung. Die Lehrveranstaltung legt den Fokus auf qualitative Methoden der Stadtforschung (Beobachtungen, Interviews, Fotografie, Feldnotizen, Go-Alongs), die im Laufe des Semesters in Gruppenarbeiten und anhand unserer Forschungsfragen erprobt werden. Dazu werden alle Phasen der empirischen Forschung in der Theorie und Praxis durchlaufen. Gemeinsam diskutieren wir relevante Literatur und entwickeln Forschungsdesigns, die uns durch unsere Vorhaben leiten werden.

Der Kurs wird viel Literatur auf Englisch enthalten. Einige Diskussionen können auf Englisch stattfinden. Erasmus students welcome.  

 

Students’ Research Project WiSe 22/23

Urban Utopias: new narratives for a socio-ecological transformation

Utopias influence the design of cities. For a long time, hygiene and progress, skyscrapers and flying cars, and efficiency and discipline were the narratives that shaped the cities of the Western world. However, our societies, utopias and cityscapes are always in flux. For example, new narratives are currently emerging under the context of the so-called Anthropocene: ecological transformation and sustainability, urbanization and the urban age, digitality and smart cities, all these renewals in discourse are present and noticeable in cities.

A prominent area where new utopias are currently on the making is at the intersection of urban planning and agriculture. There, perspectives for a socio-ecological transformation are being created. The interconnections of rural and urban spaces are being made visible and new solutions to the challenges in the food system being tested. But who has the power to interpret and implement these utopias? What role do they play for a social-ecological future? What happens to opposing ideas and how are they politicized?

In this students’ research project, we will address these and other questions and use the case study of Leipzig to investigate new utopias in the urban food system. We will look at topics such as community supported agriculture, food councils, and urban gardening from the perspective of the social sciences. In a nutshell, we want to stimulate a discussion about power relations and presuppositions in urban planning based on agricultural and food policy issues in an urban context. In doing so, the course offers a thematic introduction to various fields of work in environmental and urban sociology as well as an in-depth look at social science research. The course focuses on qualitative methods of urban research (observations, interviews, photography, field notes, go-alongs), which will be tested during the semester in group work and on the basis of our research questions. This will involve going through all phases of empirical research in theory and practice. Together we will discuss relevant literature and develop research designs that will guide us through our projects.

The course will include literature in English. Some discussions may be in English. Erasmus students welcome.    

 


Seminar

Seminar: Stadt- und Gesellschaftstheorie – Konflikte um die Energiewende

Die Herausforderungen der sozial-ökologischen Krise sind immens und stellen zentrale Strukturen moderner Gesellschaften in Frage. Inwieweit können und sollen wachstumsbasierte Produktions- und Konsumnormen aufrechterhalten werden? Und wessen Interessen können oder sollten im Transpformationsprozess besonders geachtet werden? Angesichts dieser verteilungspolitischen Implikationen ist es nicht verwunderlich, dass die Konflikte um Transformationsprozesse zunehmen. Gleichzeitig erodiert die Hegemonie neoliberaler Gesellschaftsentwürfe und es zeigen sich Phänomene einer Demokratiekrise. Rechtsautoritäre Bewegungen und Parteien knüpfen in ihrer Kritik an pluralistisch-demokratischen Institutionen an diese Krisenphänomene an und verschärfen sie zugleich. Auf der anderen Seite des Konfliktspektrums verbinden Akteur*innen der sozialen Bewegungen die Forderung nach (Klima-)Gerechtigkeit mit der Forderung nach Ausweitung und Intensivierung demokratischer Aushandlungsprozesse.

Im Seminar nähern wir uns diesen Konflikten um Transformationsprozesse über aktuelle Debatten und Fragestellungen der Stadtsoziologie und der kritischen Stadtforschung an. In der ersten Semesterhälfte diskutieren wir Texte zum Spannungsfeld Demokratie, Partizipation & Planung. Dabei reflektieren wir demokratische Ansprüche an Planungsprozesse und darin eingebettete Beteiligungsverfahren. Diese eher theoretischen Argumentationen ergänzen wir mit der Lektüre empirischer Studien, in denen die Inklusivität und Intensität von demokratischer Mitsprache in Planungsprozessen erforscht wird. Vor diesem Hintergrund erörtern wir sozialwissenschaftliche Thesen über aktuelle demokratiepraktische Herausforderungen und die daraus zu ziehenden Konsequenzen für Planungsprozesse sowie das Selbstverständnis als Planer*in.

In der zweiten Semesterhälfte beschäftigen wir uns mit sozialwissenschaftlicher Energiewendeforschung, die Fragen von Demokratie, Partizipation und Planung behandelt. Da die Energiewende eine besonders sichtbare und flächenintensive Antwort auf die Herausforderungen der Klimakrise darstellt, sind Energiekonflikte Kristallisationspunkte für Auseinandersetzungen darum, welche Interessen als legitime Interessen der Allgemeinheit anerkannt werden und wel­che nicht. Mit diesen Konflikten um die Energiewende setzen wir uns vor dem Hintergrund der Gleichzeitigkeit von Klima- und Demokratiekrise auseinander.

Im Vordergrund des Seminars steht die intensive Diskussion aktueller Fachzeitschriftenartikel. Zusätzlich stellt das Schreiben einer wissenschaftlichen Hausarbeit eine gute Übung für die anstehende Bachelorarbeit dar. 

Unterrichtssprache: Deutsch

Richtet sich an: BA Urbanistik und MA Urbanistik (Bachelorvorleistungen)

Leistungsnachweis: Hausarbeit


Seminar: Stadt- und Gesellschaftstheorie – Munizipalistische Bewegungen und die Mühen der Ebene

Die Herausforderungen der sozial-ökologischen Krise sind immens und stellen zentrale Strukturen moderner Gesellschaften in Frage. Inwieweit können und sollen wachstumsbasierte Produktions- und Konsumnormen aufrechterhalten werden? Und wessen Interessen können oder sollten im Transpformationsprozess besonders geachtet werden? Angesichts dieser verteilungspolitischen Implikationen ist es nicht verwunderlich, dass die Konflikte um Transformationsprozesse zunehmen. Gleichzeitig erodiert die Hegemonie neoliberaler Gesellschaftsentwürfe und es zeigen sich Phänomene einer Demokratiekrise. Rechtsautoritäre Bewegungen und Parteien knüpfen in ihrer Kritik an pluralistisch-demokratischen Institutionen an diese Krisenphänomene an und verschärfen sie zugleich. Auf der anderen Seite des Konfliktspektrums verbinden Akteur*innen der sozialen Bewegungen die Forderung nach (Klima-)Gerechtigkeit mit der Forderung nach Ausweitung und Intensivierung demokratischer Aushandlungsprozesse.

Im Seminar nähern wir uns diesen Konflikten um Transformationsprozesse über aktuelle Debatten und Fragestellungen der Stadtsoziologie und der kritischen Stadtforschung an. In der ersten Semesterhälfte diskutieren wir Texte zum Spannungsfeld Demokratie, Partizipation & Planung. Dabei reflektieren wir demokratische Ansprüche an Planungsprozesse und darin eingebettete Beteiligungsverfahren. Diese eher theoretischen Argumentationen ergänzen wir mit der Lektüre empirischer Studien, in denen die Inklusivität und Intensität von demokratischer Mitsprache in Planungsprozessen erforscht wird. Vor diesem Hintergrund erörtern wir sozialwissenschaftliche Thesen über aktuelle demokratiepraktische Herausforderungen und die daraus zu ziehenden Konsequenzen für Planungsprozesse sowie das Selbstverständnis als Planer*in.

In der zweiten Semesterhälfte setzen wir uns mit munizipalistischen Bewegungen auseinander, die auf die Gleichzeitigkeit von Demokratie- und sozial-ökologischer Krise mit Forderungen nach politischer Teilhabe reagieren, die sie auf der Ebene von Kommunalpolitik einfordern. Es ist ein urbanes Setting, in dem die munizipalistischen Bewegungen gleichermaßen parlamentarische und außerparlamentarische Strategien verfolgen, um städtische Infrastrukturen und Institutionen gemeinwohlorientiert auszurichten. Munizipalistische Bewegungsparteien in Regierungsverantwortung streben basisdemokratische Elemente und ein "gehorchendes Regieren" an, um ein neues Verhältnis zwischen Kommunalpolitik, sozialen Bewegungen und Stadtbewohner*innen zu schaffen. Inwieweit dies gelingen kann, diskutieren wir auf Basis von Texten, in denen die Vorhaben, Instrumente, Rückschläge und Erfolge in Bezug auf die angestrebte Demokratisierung von Stadtplanung und Kommunalpolitik erörtert werden.

Im Vordergrund des Seminars steht die intensive Diskussion aktueller Fachzeitschriftenartikel. Zusätzlich stellt das Schreiben einer wissenschaftlichen Hausarbeit eine gute Übung für die anstehende Bachelorarbeit dar. 

Unterrichtssprache: Deutsch

Richtet sich an: BA Urbanistik und MA Urbanistik (Bachelorvorleistungen)

Leistungsnachweis: Hausarbeit


Urban Sociology (Seminar)

This seminar deepens the understanding of urban sociology by discussion different issues oft he contemporary city development. The aim of this seminar to get a general overview on academic discourses which put urban planning in view of social sciences. It will work on the basis of articles published in international journals and which apply general concepts of sociology on particular case studies. Issues tackled are for example social justice, gender, environmental justice, ethnic minorities, handicaped persons and children.

Richtet sich an: EU, IPP/Urban Heritage, MediaArchitecture; IUDD, MA Urbanistik, MA Fine Arts/Public Space

Termine: montags, 15.15-16.45 Uhr

Raum: IFEU?

Dozent: Prof. Frank Eckardt


Bauhaus-Module


HerCity Weimar – Konzepte für gendersensible Planung

 „Plan a city for girls, and it will work for everyone!“: Unter diesem Motto haben die Vereinten Nationen 2021 weltweit zu gendersensibler Stadtplanung aufgerufen. Im Oktober 2021 ging dann mit Weimar und der Gründung der Initiative HerCity Weimar die erste deutsche Stadt an den Start. Seitdem haben wir unzählige Stadtspaziergänge, partizipative Workshops, Umfragen, PublicSpacePublicLife-Messungen und Diskussionsrunden mit der Stadtverwaltung veranstaltet und fünf Handlungsfelder identifiziert: Angebote & Ausstattung, Mobilität & Barrierefreiheit, Sicherheit & soziale Kontrolle, Sichtbarkeit & Aneignung und Repräsentation & Würdigung. Daran wollen wir nun mit euch anknüpfen und in Kleingruppen konkrete Konzepte für ein gendersensibles Weimar entwickeln.

In unserem Seminar bekommt ihr Einblicke in die Grundlagen gendersensibler Planung, könnt in Gastvorträgen mit Expert*innen diskutieren und selbst Ansätze erarbeiten, um der gendersensiblen Stadt ein Stück näher zu kommen. Ob Installation, Ausstellung, feministische Stadtführung, Mobilitätskonzept, ein neues Denkmal oder ein Konzept für mehr öffentliche Toiletten – es gibt viele Formate, wie die Stadtverwaltung Weimar erneut auf gendersensible Planung aufmerksam gemacht und bei der Umsetzung unterstützt werden kann. Und genau das wollen wir mit euch tun, um Gender-Aspekte stärker in der Planung zu verankern!

Bemerkung: 
Auch wenn ihr bisher nichts mit (Stadt-)planung am Hut hattet, könnt ihr gerne mitmachen! Unser Seminar ist offen für Studierende aller Fakultäten und aller Geschlechter. Wir freuen uns sogar sehr, wenn wir eine diverse Gruppe sind und viele unterschiedliche Perspektiven einbeziehen können. 

Voraussetzungen: 
Schreibt uns, was euch zu einem der oben genannten Handlungsfelder schon mal in Weimars öffentlichen Räumen aufgefallen ist. Schickt eure Mail mit Angabe von Studiengang, Fachsemester, Matrikelnummer und Angabe, ob ihr eine Note braucht bis 15.10. per Mail an anna.paulina.graf@uni-weimar.de

Leistungsnachweis:Zwischen- und Abschlusspräsentation mit der Stadtverwaltung Weimar

Zielgruppe:
 Die Veranstaltung steht im Rahmen der „Bauhaus.Module“ allen Bachelor- und Masterstudierenden der Fakultäten Architektur und Urbanistik, Bauingenieurwesen, Kunst und Gestaltung sowie Medien offen. Bitte haltet vor der Anmeldung Rücksprache mit eurer Fachstudienberatung und klärt, ob diese Veranstaltung in euren Curriculum angerechnet werden kann. Bei Bedarf schließt bitte vor Veranstaltungsbeginn ein Learning Agreement an.

Veranstaltungsart: Seminar 
 Semester: WiSe 2022/23
 SWS: 2
 Max. Teilnehmer*innen: 15
 Sprache: Deutsch

Termin: tbd

Zugeordnete Personen: 

  •  Karolin Gathen
  •  Anna Paulina Graf
  •  Milena Marie Grösch

Verantwortliche Lehrperson:
 Prof. Dr. Frank Eckardt


Uni im Strafvollzug – Einigkeit und Recht und Gleichheit?

Im Seminar „Uni im Strafvollzug“ möchten wir zweiwöchentlich in eine Thüringer JVA fahren und uns mit Gefangenen zusammen mit der Gleichwertigkeit von Lebensverhältnissen auseinandersetzen.

Kern der Auseinandersetzung sollen Lebenswelten sein, bei welchen die Gleichwertigkeit von besonderer Bedeutung ist, da sie sich in sozialen, ökonomischen und sicherheitspolitischen Spannungsfeldern befinden und es Aufgabe des Staates ist sie zu garantieren. Beispielsweise sind segregierte Stadtteile, vom Strukturwandel betroffene Kleinstädte oder auch Gefängnisse zu benennen. Durch die Bezugnahme auf den von der Deutschen Nationalhymne abgeleiteten Titel „Einigkeit und Recht und Gleichheit?“ soll eine Verbindung und kritische Auseinandersetzung mit dem diesjährigen Bürger*innenfest zum Tag der Deutschen Einheit einhergehen. Ab Oktober sollen die Gefangenen und die Studierenden sich über (Nach-)Wendeefahrungen austauschen. Die Entwicklungen und Erfahrungen nach der Wende, hin zu einer demokratischen Staatsform, sollen im Anschluss daran Abhilfe schaffen, was mögliche Ursachen für die Desintegrations- und Ungleichwertigkeitswahrnehmungen ehemaliger DDR-Bürger*innen und deren Folgegeneration sind.

Aktuell sprechen wir mit dem Thüringer Justizministerium über unsere Pläne und hoffen, dass wir möglichst schnell nach Semesterbeginn in die JVA fahren können. Vorher möchten wir uns als Studierende in Freiheit mit dem (Lernen im) Gefängnis auseinandersetzen und werden dazu Vorträge hören von und Diskussionen führen mit Lehrpersonen aus anderen „Uni im Strafvollzug“- Projekten und ehemaligen Gefangenen.

Abschließend werden wir anhand kreativer Methoden Bezüge zwischen Studierenden und Gefangenen schaffen und Definitionen über „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ entwerfen.

Teilnahmebewerbung: Da die Plätze im Seminar begrenzt sind, bitte wir euch eine kurze Mail, in welcher ihr wenige Sätze zu eurer Motivation schreibt, an soenke.von.der.ahe[at]uni-weimar.de zu schreiben.

ECTS: 6

Max. Teilnehmer*innen: 10

Studiengänge/Zielgruppe: Alle

Voraussetzungen für die Teilnahme:

  • Bereitschaft zu regelmäßiger Teilnahme
  • Bereitschaft zu vorurteilsarmem Umgang mit Kommiliton*innen in Gefangenschaft aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Verhältnissen
  • Interesse an der Auseinandersetzung mit (innerdeutscher-) Ungleichheit und der Hinterfragung des Konzepts „Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse“

Zugeordnete Personen: 

  • Sönke von der Ahe
  • Louis Rummler
  • Alexander Crome

Verantwortliche Lehrperson:

Anton Brokow-Loga