Sommer 2021












 

 

Roadmovie
Entwurf Master

Der amerikanische Traum der unendlichen Freiheit wird im Roadmovie oft zu einer Reise zu sich Selbst. Immer mehr gefangen in der andauernden Mobilität steckt man fest im Transit und der Selbstfindungsprozess legt die inneren Zwänge der Protagonist*innen offen. Ganz beiläufig wird dabei die Straße selbst, mit der vorbeirauschenden Landschaft und den flüchtigen Bekanntschaften, zur Hauptdarstellerin und die Suche nach dem Ziel versandet.Irgendwo klingt dieser amerikanische Traum von der autogerechten Stadt bis heute in der Architektur der Ausfallstraßen nach. Die profanen, schnelllebigen Gebäude mit ihren Billboards und überzeichneten Fassaden erinnern an Roadmovies. Die großzügigen Vorfahrten mit ihrer Flut an Parkplätzen, die Tankstellen, Autohäuser und Takeaways verdeutlichen nochmals: Adressat dieser Architektur sind die Autofahrer*innen. Doch das positive Image der autogerechten Stadt ist schon lange verflogen.Es war schon immer Schicksal und Funktion der Ausfallstraßen, von der Prostitution bis zum illegalen, schnellen Handel all jenes aufzunehmen, was innerhalb der Grenzen der Stadt tabuisiert und verbannt wurde. In diesem Semester beschäftigen wir uns mit dem Typus der Ausfallstraße und ihrer Architektur. Die Aufgabe des Entwurfs wird es sein, sich mit den verschiedenen konkurrierenden Funktionen entlang der Straße auseinanderzusetzen und diesen Straßenraum im Sinne der Mobilitätswende als öffentlichen Stadtraum neu zu denken, der für alle Bürger*innen wieder besser aneigenbar ist. Wir stellen uns der Frage, welche Stadtvorstellung, welches Verkehrsmittel, welches Straßenbild die Idee der autogerechten Stadt ablösen wird. Um dem Thema Mobilität und der besonderen Form der Stadtwahrnehmung aus der Bewegung heraus gerecht zu werden, setzen wir in diesem Semester bewusst das Medium Film als Entwurfswerkzeug ein.In didaktisch aufeinander aufbauenden Phasen von der Analyse über die Konzeptfindung in Form des Treatments bis zur Ausarbeitung von Drehbuch, Film und Cut werden wir in diesem Semester einen Kurzfilm erstellen. Der Film kann analog als eine einfache Kamerafahrt durch ein Modell, als Stop Motion Film aus Einzelbildern von Zeichnungen oder Modellen oder digital als animiertes 3D Modell erstellt werden. Die jeweilige Filmtechnik wird freigestellt.Die Bearbeitung erfolgt in interdisziplinären Dreierteams, die sich aus Studierenden der Architektur und der Urbanistik zusammensetzen. Die Betreuung des Projektes wird digital erfolgen. Mittels vier dem Fortgang des Entwurfs eingeschriebenen künstlerischen Übungen versuchen wir, eine erweiterte Annäherung an das Medium Film und die besondere Wahrnehmung aus der Bewegung heraus zu gewinnen.












 

 

 

Roadmovie
Entwurf 4. Kernmodul
BA Architektur / Urbanistik

Der amerikanische Traum der unendlichen Freiheit wird im Roadmovie oft zu einer Reise zu sich Selbst. Immer mehr gefangen in der andauernden Mobilität steckt man fest im Transit und der Selbstfindungsprozess legt die inneren Zwänge der Protagonist*innen offen. Ganz beiläufig wird dabei die Straße selbst, mit der vorbeirauschenden Landschaft und den flüchtigen Bekanntschaften, zur Hauptdarstellerin und die Suche nach dem Ziel versandet.Irgendwo klingt dieser amerikanische Traum von der autogerechten Stadt bis heute in der Architektur der Ausfallstraßen nach. Die profanen, schnelllebigen Gebäude mit ihren Billboards und überzeichneten Fassaden erinnern an Roadmovies. Die großzügigen Vorfahrten mit ihrer Flut an Parkplätzen, die Tankstellen, Autohäuser und Takeaways verdeutlichen nochmals: Adressat dieser Architektur sind die Autofahrer*innen. Doch das positive Image der autogerechten Stadt ist schon lange verflogen.Es war schon immer Schicksal und Funktion der Ausfallstraßen, von der Prostitution bis zum illegalen, schnellen Handel all jenes aufzunehmen, was innerhalb der Grenzen der Stadt tabuisiert und verbannt wurde. In diesem Semester beschäftigen wir uns mit dem Typus der Ausfallstraße und ihrer Architektur. Die Aufgabe des Entwurfs wird es sein, sich mit den verschiedenen konkurrierenden Funktionen entlang der Straße auseinanderzusetzen und diesen Straßenraum im Sinne der Mobilitätswende als öffentlichen Stadtraum neu zu denken, der für alle Bürger*innen wieder besser aneigenbar ist. Wir stellen uns der Frage, welche Stadtvorstellung, welches Verkehrsmittel, welches Straßenbild die Idee der autogerechten Stadt ablösen wird. Um dem Thema Mobilität und der besonderen Form der Stadtwahrnehmung aus der Bewegung heraus gerecht zu werden, setzen wir in diesem Semester bewusst das Medium Film als Entwurfswerkzeug ein.In didaktisch aufeinander aufbauenden Phasen von der Analyse über die Konzeptfindung in Form des Treatments bis zur Ausarbeitung von Drehbuch, Film und Cut werden wir in diesem Semester einen Kurzfilm erstellen. Der Film kann analog als eine einfache Kamerafahrt durch ein Modell, als Stop Motion Film aus Einzelbildern von Zeichnungen oder Modellen oder digital als animiertes 3D Modell erstellt werden. Die jeweilige Filmtechnik wird freigestellt.Die Bearbeitung erfolgt in interdisziplinären Dreierteams, die sich aus Studierenden der Architektur und der Urbanistik zusammensetzen. Die Betreuung des Projektes wird digital erfolgen. Mittels vier dem Fortgang des Entwurfs eingeschriebenen künstlerischen Übungen versuchen wir, eine erweiterte Annäherung an das Medium Film und die besondere Wahrnehmung aus der Bewegung heraus zu gewinnen.

 

 












 

 

 

Vorlesung
Städtebau

Unserem europäischen Selbstverständnis zufolge ist der öffentliche, allen freien Bürgern zugängliche Raum das konstituierende Element der Europäischen Stadt. In den Vorlesungen zeigen wir auf, dass die Architektur den öffentlichen nicht nur als gebauten Raum, sondern mit ihren narrativen Möglichkeiten auch als Bedeutungsraum erschließen und lesbar machen muss. Aus diesem Grund sind Architektur und Städtebau eine untrennbare Einheit. Das eine ist nicht ohne das andere denkbar. Beide bedingen einander.

Architektur und Städtebau sind in einem dialektischen Verhältnis gefangen, das seit der Aufklärung bis heute krisenhaft ist. Während die Architektur sich in der Regel immer stärker auf das Einzelobjekt beschränken ließ, hat sich die Stadtplanung auf eine reine Funktionsplanung reduzieren lassen. Trotz der kritischen Reflexion der Postmoderne und der anschließenden Rekonstruktion der Stadt hat sich die anhaltende Auflösung der Stadtstruktur nicht wirklich aufhalten lassen. Eine Erosion städtischer und architektonischer Konventionen, die am Ende der Architektur den notwendigen Bezugsrahmen entzieht.

Nur mit einem Verständnis für die Geschichte des Europäischen Städtebaus und der Architektur können wir wieder an die Erzählung der Europäischen Stadt anknüpfen und jene narrativen Qualitäten schaffen, die notwendig sind, um den öffentlichen Stadtraum zu konstituieren, den wir bis heute so sehr an der Europäischen Stadt schätzen.

Die Vorlesungsreihe ist eine Einführung in die Geschichte des Europäischen Städtebaus. Sie setzt sich mit dem architektonischen und städtebaulichen Denken von den Anfängen des bürgerlichen Bauens im 18. Jh. bis heute auseinander. Die Vorlesungen geben anhand unterschiedlicher Architekturpositionen einen Einblick in die Typologien, Raumkonzeptionen und Diskurse der jeweiligen Zeit, um damit den Studierenden einen ersten Überblick über das Handwerkzeug des städtebaulichen Entwerfens zu geben.

Im Sommersemester 2021 werden die Vorlesungen als Videos über Moodle bereitgestellt.

 

 












 

 

Neue Zentralität in der perforierten Stadt. Eisenhüttenstadt 2021-2051
Blockseminar in Kooperation mit
Juniorprofessur European Cities and Urban Heritage
Professur Denkmalpflege und Baugeschichte
Wahlpflichtmodul MA Arch/Urb/EUS/IUDD

Stadt des sozialistischen Klassizismus, Stadt der Moderne, Stadt des industriellen Wohnungsbaus. Wie kaum eine andere Stadtanlage der DDR steht Eisenhüttenstadt für den Wandel der städtebaulichen Leitbilder seit den 1950er Jahren. In der ab 1950 für das hier angesiedelte Eisenhüttenkombinat errichteten Planstadt lassen sich neben den stadtplanerischen Figuren und dem einstigen Zukunftsversprechen der sozialistischen Aufbaustädte an besonders wichtigen Industriestandorten auch deren Transformationsprozesse ab 1990 beleuchten.

Aus dem Gegensatz zwischen einem zentralistisch geplanten Aufbau der Stadtanlage in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und einem eher ungeplanten Rück- und Umbau heute, der sich u.a. in Flächenabriss von Wohngebieten, Nutzungsverfall von Industrieanlagen, Neubau von Einkaufzentren vor der Stadt als neue ‚zentrale‘ Orte und einer damit einhergehenden Schwächung der Innenstadt ausdrückt, resultiert die Wahrnehmung einer „perforierten Stadt“, deren weitere Entwicklung Fragen aufwirft. Dabei steht ein anerkanntes bauliches Erbe der Anfangsjahre der Stadt in den 1950er Jahren einem problematischen Verhältnis zur jüngeren Architekturgeschichte der Wohnkomplexe gegenüber.
Wie lässt sich aus dieser Ausgangslage der Bestand bewerten und aus dem Bild der perforierten Stadt eine positive Umdeutung entwickeln?


Im Seminar untersuchen wir die Stadtanlage und ihre heutige Transformation und entwickeln Szenarien für eine zukünftige Entwicklung. Wir interessieren uns dabei vor allem für die Frage, welche neuartigen, räumlich dispersen Formen von Zentralität diese Transformationsprozesse hervorgebracht haben und wie diese zu Ausgangspunkten eines Umdenkens, einer positiven Werteverschiebung und einer zukunftsfähigen Weiterentwicklung werden können. Damit sind Studierende aufgefordert, gängige Konzepte von Urbanität und Zentralität zu hinterfragen und alternative Vorstellungen zu entwickeln.
Das Seminar nimmt damit nicht nur eine historisch bewertende Position ein, sondern möchte als Blick voraus auch einen Gegenentwurf zur Lethargie und Melancholie der schrumpfenden Stadt inszenieren. Dabei sind kurzfristige Aktionspläne ebenso denkbar wie langfristige Entwicklungsstrategien, die Szenarien offen: Überlegungen zur geordneten Schrumpfung sind genauso vorstellbar wie ein schrittweises Wachstum.

Das Seminar findet in Kooperation und mit Unterstützung des Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt im Rahmenprogramm der Jahresausstellung „Ohne Ende Anfang. Zur Transformation der sozialistischen Stadt“ zum 70-jährigen Stadtjubiläum statt sowie in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg statt. Zum Abschluss des Seminars ist ein Beitrag in Form einer Ausstellung im öffentlichen Raum Eisenhüttenstadts vorgesehen.