Entwurf | M.Sc. Architektur | Prof. Dr.-Ing. Sigrun Langner, M.Eng.Elisabeth Peters, M.Sc.Till Pulst| 12 ECTS | 8 SWS | Insgesamt max. 15 Plätze | städtebaulich-freiraumplanerischer Entwurf in Kooperation mit der Stadt Chemnitz
Die Garage gilt als Phänomen zwischen DDR-Architektur, Alltagsort und Kulturgut. Der Garagenkomplex als Typologie bekommt zuletzt durch Publikationen wie „Das Garagenmanifest“ (Jens Casper, Luise Rellensmann, 2021) oder dem Projekt „#3000Garagen“ im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 vermehrte Aufmerksamkeit im Planungsdiskurs als „lebendige Archive, Kreativräume und Orte der Begegnung“ (Chemnitz Kulturhauptstadt Europas 2025).
An die entfachte Diskussion über die gesellschaftliche, kulturelle und städtebauliche Bedeutung von Garagen schließt das Projekt "Garagenkomplex" an. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ausgewählte Garagenstandorte als Impulsgeber für die städtebauliche und freiraumplanerische Entwicklung innerstädtischer Räume neu gedacht und qualifiziert werden können.
Im Projekt suchen wir nach Möglichkeiten der stadträumlichen Einbettung und Nachnutzung eines Garagenkomplexes an der Richard-Wagner-Straße in Chemnitz. Das Areal liegt an der Schnittstelle zwischen unterschiedlichen Stadt- und Freiraumbausteinen aus verschiedenen Zeitschichten.
Uns wird die Frage beschäftigen, wie Garagenkomplexe als aufgeladene Typologie generell und das Areal an der Richard-Wagner-Straße im Speziellen als sozialer Ort und städtebaulicher Impulsgeber neu gedacht, geöffnet und qualifiziert werden kann.
Besondere städtebauliche Bedeutung erhält der Standort durch seine unmittelbare Nachbarschaft zur Villa Esche – einem der herausragenden Architekturdenkmale der Stadt Chemnitz. Gemeinsam mit ihrem großzügigen, parkartig gestalteten Garten bildet die von Henry van de Velde entworfene Villa einen identitätsstiftenden Ort von außergewöhnlicher gestalterischer Qualität.
Das Gegenüber der Villa Esche als etablierter Kulturort von Chemnitz und dem Garagenareal erzeugt Reibung, kann aber auch Chancen neuer Entwicklungen und Verbindungen beinhalten.
Wir untersuchen in dem städtebaulich-freiraumplanerischen Entwurfsprojekt die Potenziale des Areals als neuer Impuls für die Stadtentwicklung in unmittelbarer Nachbarschaft zur Villa Esche und zu den benachbarten Wohnquartieren. Es sollen unterschiedliche Perspektiven aufgezeigt werden, wie das Areal langfristig städtebaulich und freiräumlich transformiert werden kann, welche Nachnutzungen denkbar sind und wie ein räumlich und sozial verbindender und offener Ort entstehen kann.
begleitend zum Entwurf wird das Seminar “Garagenkinder” von Dr. Manuela Klaut, Professur Kunst- und Kulturgeschichte angeboten
Kultur Hauptstadt Chemnitz 2025 (o.J.): 3000 Garagen (Link: https://chemnitz2025.de/3000garagen/ zuletzt abgerufen am 30.07.26)
Bild: Themenkarte Stadt Chemnitz, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0" (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0)
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