WiSe 2019-2020, BA - Desire

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Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin (Bild: Clemens Helmke, 2015)
Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin (Bild: Clemens Helmke, 2015)

 

«Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt»(1) und «Aristoteles verwirft die übliche psychologische Unterscheidung zwischen begrenzten festen Körpern und dem unbegrenzten Raum; er stellt sich die gegenständliche Welt als ein prall gefülltes Kontinuum vor, in dem nach Art eines Puzzelspiels ein Objekt an das andere grenzt. Mit dieser Vorstellung nähert er sich der Welt des Malers und auch des Architekten, der ein Gespür dafür entwickeln muß, wann der Raum leer ist und wann nicht.»(1) Zum Beispiel die Tür: «Brauchen wir ein neues Spezialgebiet der Philosophie, eine Philosophie der Architektur? Ich nehme sie als bloßes Türschild. Und wenn ich durch die Tür mit diesem Schild in die Philosophie und damit zur Tätigkeit des Philosophierens komme, soll mir das recht sein. Georg Simmel zum Beispiel öffnet in seinem kurzen Essay über «Brücke und Tür» die Phänomenologie der alltäglichen Gegenstände und Handlungen hin zur Anthropologie und Metaphysik: der Mensch an der Türschwelle zwischen Begrenztheit und Unbegrenztem (Anaximander). Die Tür öffnet und schließt. Was ich im Raum nur nacheinander vollziehen kann, geschieht im philosophischen Denken zugleich. Wenn ein Raum richtig und genau eingegrenzt («definiert») wird, öffnet er sich. Weiteres, wenn es so weit ist.» (3)

Zitate:

(1) Peter Handke: Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt, Frankfurt a.M. 1969

(2) Rudolf Arnheim: Die Dynamik der architektonischen Form, DuMont-Dokumente, Köln, 1980

(3) Hannes Böhringer: Abstract, Internationales Symposium, Theorie und Philosophie der Architektur,
05-2015 TU Berlin-Architekturtheorie

Bemerkungen:

5. KM Bachelor Architektur & M. Sc.U