2015 - Pavillon für die Gemeinschaftsschule Weimar

Das Ziel ist der Bau: Der Pavillon ‚MoosaiK‘ wurde von einem interdisziplinären studentischem Team der Bauhaus-Universität Weimar geplant, konstruiert und konnte dank der Förderung durch den Kreativfonds von den Teilnehmern im Sommer 2015 errichtet werden. Die Einweihung erfolgte zur Jahresschau ‚summaery‘. Der etwa 35 qm große Einraum - ein elementar einfaches und gleichzeitig zeichenhaftes Gebäude in Holzbauweise - ist als Werkstatt und Symbolort des IBA-Projekts „StadtLandSchule“ gedacht und wurde auf dem Gelände der Gemeinschaftsschule Weimar errichtet.

Grundlage: Voraussichtlich im Jahr 2018 wird das Schulgebäude an der Hart in Weimar aus dem Jahr 1969 umgebaut und saniert. Unterstützt vom Modellprogramm »Kulturagenten für kreative Schulen« fand 2013 das erste Gemeinschaftsprojekt von Gemeinschaftsschule und Bauhaus-Universität Weimar statt, aus dem der Entwurf für einen partizipativen Schulumbauprozess hervorging. Ein hieraus weiterentwickeltes Konzept sieht vor, aus dem Umbau der alten Typenschule ein Schulgebäude in einem partizipativen und kooperativen  Prozess mit internationalem Modellcharakter zu entwickeln.

Partizipationsprozess: Das Umbauprojekt wurde 2014 unter dem Titel „Prototypschule: JENA plantyp ERFURT in WEIMAR“ als Kandidat für die Internationale Bauausstellung Thüringen ausgewählt. Zusammen mit den Schülerinnen und Schülern der Jenaplanschule Weimar entstand der Entwurf für einen multifunktional nutzbaren Pavillon auf dem Schulgelände an der Hart, der dem Umbauprozess über die kommenden Jahre Sichtbarkeit verleihen soll. Der Pavillon ist ein Meilenstein auf dem Weg zum Schulumbau der Jenaplanschule Weimar. Der Umbau des Gebäudes an der Hart soll durch einen Partizipationsprozess begleitet werden. An diesem Prozess sind SchülerInnen, Eltern, LehrerInnen, AnwohnerInnen, der Schulträger (Stadt Weimar), die Bauhaus-Universität Weimar, die Stiftung Kulturagenten und viele weitere Akteure beteiligt. Mit dem Pavillon ist nun ein Ort des miteinander Planens und der Beteiligung entstanden. Er symbolisiert einen transparenten Planungsprozess, gemeinsam entwickelte Konzepte und ein integrative Phase der Umsetzung.

MoosaiK: Der Entwurf integriert Ideen und Elemente, welche von den Studierenden gemeinsam mit den Schülern der Schule erarbeitet wurden. Die Besonderheit des Jenaplan Schulkonzeptes, welches sich durch jahrgangsübergreifendes und individuelles Lernen auszeichnet, erfordert  exible und veränderbare Räume mit vielen unterschiedlichen Eigenschaften. ‚Moosaik‘ ist eine thematische Fortführung der gemeinsamen Arbeit von Studierenden und Schülern, denn während der Kunstwerkstatttage wurden im Foyer der Schule Mosaike gefertigt. Diese Arbeit repräsentiert die besondere Aneignung des Schulgebäudes durch SchülerInnen und LehrerInnen, die im gesamten Schulareal stattfand und die Grenzen der Raummöglichkeiten des Plattenbaus des Typs Erfurt 69 ausnutzte. Um die SchülerInnen für die Thematiken „Innenraum“ und „Modul“ zu sensibilisieren, wurden verschiedene Innenräume im Maßstab 1:20 mithilfe von jeweils 150 Würfelmodulen entwickelt und diskutiert.. 

Bauweise: Die gesamte Konstruktion ruht auf einem Auflastfundament, das auf dem Schulhof platziert wurde und im Bedarfsfall ohne Schäden rückzubauen ist. Das Gebäude ist eine reine Holzkontruktion mit einer Dämmung aus Mineralwolle. Die Fassade ist mit handelsüblichen OSB-Platten ausgeführt und wurde mittels weißer, schwedischer Fassadenfarbe abgedichtet. Die inneren Wandbereiche sind mit Lehm ausgefacht und erzeugen dadurch ein angenehmes Raumklima. Der barrierefreie Zugang über eine Rampe und die großen, frei drehenden Portaltüren auf beiden Stirnseiten erlauben eine flexible Nutzung für die Kinder der Schule. Die Längsfassaden bieten genügend Raum für Grün- und Kletterpflanzen, welche von den Schulkindern betreut werden und deren ökologisches Verständnis schulen. Der überdachte Bereich des Pavillons kann verschiedenartig genutzt werden. Er kann Arbeitsraum sein, für Präsentationen genutzt werden oder er wird zur Bühne. So können sich die Kinder die Holzboxen vor den Pavillon stellen und sich eine Theatervorführung anschauen. 

Förderer: Gefördert wurde das Projekt vom Kreativfonds der Bauhaus-Universität Weimar, aus dessen Mitteln die Baumaterialien beschafft wurde. Wir danken außerdem dem  Institut für experimentelles Bauen (ifex) und dem Institut für europäische Urbanistik (IfEU) der Bauhaus-Universität Weimar für ihre tatkräftige Unterstützung.

Preise: Für die interdisziplinäre Zusammenarbeit beim Projekt Bau-Haus erhielten die beteiligten Professuren 2015 den Lehrpreis der Bauhaus-Universität Weimar. Im Mai 2016 wurde das Umbau-Projekt der Gemeinschaftsschule im bundesweiten Wettbewerb „Pilotprojekte Inklusive Schulen planen und bauen“  der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft als einer von fünf Preisträgern ausgewählt. Der Preis ist mit 100.000 Euro dotiert.

Bauprojekt: Pavillon für die Gemeinschaftsschule Weimar