2012 - Rolling Stage

In einem interdisziplinären Entwurfsprojekt an der Bauhaus-Universität Weimar entwickelten Studenten der Professuren Entwerfen und Tragwerkskonstruktion und Tragwerkslehre im Sommersemester 2012 eine mobile Bühne und bauten sie für das jährliche Abschlussfest summaery in Eigenregie auf.

Brücken schlagen: Der Entwurfsprozess des Projektes hatte einen spannenden und publikumswirksamen Bühnenentwurf zum Ziel, der dem Motto der Jahresausstellung Brücken schlagen Rechnung tragen sollte. Es war ausdrücklich erwünscht, den Pfad der klassischen Bühnenkonstruktionen mit ihren gesichtlosen Technikelementen zu verlassen und neue Interpretationsmöglichkeiten einer mobilen Bühne zu entwickeln. Dabei schaffte die Bühne den Brückenschlag zwischen künstlerischer Freiheit im architektonischen Entwurf und der Umsetzbarkeit einer Idee in ein reales Gebilde.

Vom Entwurf zum Bau: Die beteiligten Studenten der Fakultäten Architektur und Bauingenieurwesen entwickelten unter der Leitung von Prof. Rainer Gumpp und Prof. Dr. Jürgen Ruth in kürzester Zeit eine Vielzahl von Entwurfsvarianten und überprüften diese auf ihre Realisierbarkeit. Vom Entwurf über die Detaillierung bis hin zur Umsetzung im Maßstab 1:1 erarbeiteten die Studenten alle Lösungen in einem interdisziplinären Planungsprozess

Die Konstruktion: Die Überdachung wurde durch eine Holzrahmenkonstruktion ausgebildet, welche als Befestigungselemente für die eingehängten Folienkissen dienten. Die ganze Dachkonstruktion wurde dabei von zwei filigranen Stützen-Trios gehalten. Das Projekt unterschied sich von klassischen Architekturentwürfen durch seinen temporären Charakter. Seine Form und Wirkung entstand aus der Logik der Lastabtragung, wodurch die Konstruktion als primäres Mittel der Gestaltung im Vordergrund stand.

Die Nutzung: Die Bühne kam während der Jahresausstellung der Bauhaus-Universität Weimar 2012 zum Einsatz und kann dank ihrer modularen Bauweise in Zukunft für Veranstaltungen der Universität genutzt werden. Als allseitig bespielbares Bühnenkonzept lässt sie sich flexibel an unterschiedlichen Standorten einsetzen und kann eine komplette Band ebenso beherbergen wie einen einzelnen Sprecher. Die Konstruktion bietet neben ihrer ursprünglichen Funktion als Bühne auch einen Mehrwert, indem sie zum Treffpunkt, Stadtmöbel und zur Identifikationsfigur wird.

Der solare Energiegewinn: Auf den beiden äußeren Pneus wurden jeweils zehn Solarpixel im Raster des Dreieck- Motivs aufgebracht. Jede Solarzelle ist 18 mal 20 cm groß und in Kunststoff gegossen, was ein geringes Gewicht von 80 Gramm ermöglicht. Diese sehr leichten Solarzellen wurden mit flexiblen Klebepunkten befestigt, um auf die unterschiedlichen Wölbungen der Folienkissen reagieren zu können. Der solare Gewinn wurde zur Beleuchtung bei Nacht und zur Druckregulierung der Pneus verwendet.

Die Bühne vor dem Hauptgebäude
Die Bühne vor dem Hauptgebäude (Photo: Stephan Schütz)
Detail der Pneus
Detail der Pneus (Photo: Stephan Schütz)
Illumination bei Nacht
Illumination bei Nacht (Photo: Marcel Ebert)
summaery 2012
summaery 2012 (Photo: Tobias Adam)
summaery 2012
summaery 2012 (Photo: Thomas Müller)
summaery 2012
summaery 2012 (Photo: Thomas Müller)
Animation Tag
Animation Tag (Felix Kubetzek)
Animation Nacht
Animation Nacht (Felix Kubetzek)