2011 - Illustrationsautomat

Vom Entwurf zum Bau: Im Sommersemester 2011 stellte sich ein studentisches Entwurfsteam der Bauhaus-Universität Weimar der Aufgabe, ein neues Gehäuse für den Illumaten zu entwerfen. Illumat steht für Illustrationsautomat und ist eine Zeichenmaschine, die im öffentlichen Raum auftritt und mit einem breiten Publikum interagiert. Der Benutzer kann sich gegen eine geringe Gebühr eine eigene Illustration anfertigen lassen, für die er zuvor einige Gedanken zu Papier gebracht hat. Nach kurzer Wartezeit erhält er ein Unikat, das lustig, spannend, unerwartet, zum Nachdenken anregend oder einfach nur wunderbar ist. Er existiert seit 2007 und tritt auf verschiedenen Events auf (Luzern, Dresden, Weimar). Mit dem steigenden Bekanntheitsgrad bekam das Projekt zunehmend Anfragen für Auftritte und Beteiligungen bei Aktionen. Das zeitaufwändige Improvisieren einer Hülle des Automaten in Abhängigkeit des jeweiligen Aktionsortes soll durch die Entwicklung eines leicht zu transportierenden, flexiblen und wetterfesten Gehäuses aufgefangen werden.

Die Konstruktion: Das Entwurfsprojekt wurde in interdisziplinärer Zusammenarbeit der Professuren Entwerfen + Tragwerkskonstruktion und Tragwerkslehre durchgeführt und hatte zum Ziel, den Illumaten im Maßstab 1:1 zu bauen. Um seine provisorische Erscheinung abzulegen, entwickelten die Teilnehmer des Entwurfsprojektes verschiedene Designs einer leicht zu transportierenden und flexiblen Konstruktion. Sie musste die Zeichner im Inneren vor den neugierigen Blicken der Nutzer verbergen und ein leicht zu bedienendes Interface zur Interaktion bieten. Innerhalb eines Semester wurde die Konstruktion von der ersten Skizze bis hin zum fertigen Illuminaten entwickelt und von den Studierenden in Eigenregie errichtet.

Die Knotenpunkte: Da die linearen Holzelemente in unterschiedlichen Winkeln aufeinander treffen, wurden mit Hilfe digitaler parametrischer Entwurfswerkzeuge spezielle Knotenpunkte entwickelt und prototypisch hergestellt. Die Form der innen angebrachten Bespannung  wurde ebenfalls mit computergestützten Werkzeugen optimiert und mit einer handelsüblichen Nähmaschine produziert.

Die Flexibilität: Die gesamte Konstruktion lässt sich mit zwei Helfern in weniger als 45 Minuten errichten und erfüllt somit die Vorgaben der Auftraggeber. Die Bauteile lassen sich in einem normalen PKW transportieren und sind so leicht, dass sie von Hand bewegt werden können.

Photomontage
Visualisierung (Miriam Vogt)
Der Illumat auf dem Innenhof der Bauhaus-Universität Weimar
Der Illumat auf dem Innenhof der Bauhaus-Universität Weimar (Photo: Stephan Schütz)
Das Interface
Das Interface (Photo: Stephan Schütz)
Das Interface in Aktion
Das Interface in Aktion (Photo: Stephan Schütz)
Der Verbindungsknoten
Der Verbindungsknoten (Photo: Stephan Schütz, Visualisierung: Miriam Vogt)
Der Illumat zur summaery 2011
Der Illumat zur summaery 2011 (Photo: Stephan Schütz)
Die fertigen Zeichnungen
Die fertigen Zeichnungen (Photo: Stephan Schütz)
Der Illumat auf Reisen
Der Illumat auf Reisen (Photo: Florian Wehking)