PM | Bibliotheken | Orte des Wissens | Neue Staats-und Universitätsbibliothek Hamburg

Projektmodul | Master Architektur (12ECTS)

Bibliotheken | Orte des Wissens

Bibliotheken sind Orte der Aufbewahrung und Weitergabe von Wissen. Zugleich sind sie Kommunikationsorte, die eine besondere Art von Öffentlichkeit konstituieren und sich im stetigen Wandel befinden. Auch wenn sich seit dem Aufkommen der neuen digitalen Medien der Informationsaustausch und Vermittlung von Wissen zunehmend in völlig zeit- und ortlose Räume des Internets verlagern, haben Bibliotheken keinesfalls an Bedeutung verloren. Immer noch sind sie gesuchte Orte des konzentrierten Studiums und zwischenmenschlichen Begegnungen. Darüber hinaus bieten sie oft die einzige Möglichkeit, der Aura historischer Manuskripte zu begegnen und ihre physische Beschaffenheit zu erfahren.


Was bedeuten die neuen Entwicklungen für Orte des Lesens, Lernens und Studierens? Müssen Bibliotheksgebäude in ihrer Architektur den Wandel medialer Prozesse abbilden? Oder sind sie vielmehr gemeinschaftliche Räume zwischenmenschlicher Kommunikation, die zugleich die notwendigen Rückzugsorte für das konzentrierte Studieren einbeziehen? Gefragt sind Entwürfe für zeitgemäße Räume der Wissensspeicherung und -vermittlung, welche die Bibliothek als öffentlichen Begegnungsort verstehen und ein subtiles Raumgeflecht aus unterschiedlichen Orten des Lesens, Forschens und Kommunizierens herstellen.

Anhand zweier Aufgabenstellungen, die sich hinsichtlich Sammlungsschwerpunkt, Programm, »Raumidee« und Ort unterscheiden, wollen wir diesen Fragestellungen exemplarisch nachgehen.

Der Entwurfskurs findet parallel an zwei weiteren deutschen Universitäten statt, der TU Dresdem und der HCU Hamburg. Gemeinsame Vorträge und Zwischenkritiken sollen zur Vertiefung und Bereicherung des architektonischen Diskurses und Austausches beitragen.


Neue Staats-und Universitätsbibliothek Hamburg
Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky ist Hamburgs größte wissenschaftliche Allgemeinbibliothek und zugleich Herzstück und Begegnungsort des Hamburger Universitätscampus. Mit einem Bestand von über 5 Millionen Medien versorgt sie alle Hamburger Hochschulen und Forschungsinstitutionen wie auch die Hamburger Stadtgesellschaft. Angesichts der sich beschleunigenden Veränderungen im Wissenserwerb und der Wissensvermittlung und der Unzulänglichkeiten der aktuellen Räumlichkeiten und Services will sich die SUB als Arbeits-, Lern- und Begegnungsort neu erfinden. Aus diesem Grunde initiierte die SUB ein Projekt, in dem Studierende nach funktionellen wie auch architektonischen Lösungen suchen sollen, die eine zeitgemäße, nachhaltige und zukunftsfähige Bibliotheksarbeit ermöglichen. Von einer räumlich-architektonischen Neugestaltung erhofft sich die SUB größere räumliche und infrastrukturelle Flexibilität, bessere Zugänglichkeit, ein zeitgemäßes Raumverständnis des Lesens, Forschens und Austauschens und eine stärkere Verankerung der Bibliothek in der Stadt.


Anstelle des bestehenden Konglomerats an Bibliotheksbauten aus den 1960/70-er Jahren ist ein neues Bibliotheksgebäude zu entwerfen. Im Zentrum der Aufgabe steht die Suche nach einer zeitgemäßen »Raumidee« für die Bibliothek des 21. Jh. Im Zusammenspiel mit den heutigen funktionellen und technischen Anforderungen soll ein Kontinuum an atmosphärisch- charaktervollen, programmatisch zeitgemäß codierten Räumen des Studierens, Forschens und Lernens und des Austausches, der Begegnung und der Kommunikation entwickelt werden. Wie kann ein »idealer Ort« des Lernens und Studierens unter den geänderten Bedingungen der digitalen Informationsvermittlung aussehen? Der Entwurfskurses fokussiert zugleich auch auf die Fragen der räumlichen Setzung im Stadt- bzw. Campusgefüge und des architektonischen Ausdrucks eines solchen Ortes.

Exkursion
Teil des Entwurfskurses «Bibliotheken | Orte des Wissens» ist eine ein- bzw. zweitägige Exkursion nach Gotha bzw. nach Hamburg zu Beginn des Wintersemesters. Neben dem gemeinsamen Besuch der Grundstücke sind Führungen durch die entsprechenden Institutionen wie auch die Besichtigung wichtiger relevanter Bauten der jeweiligen Stadt geplant.

Ablauf und Organisatorisches können erst kurzfristig mit Beginn des Semesters bekannt gegeben werden, da die tatsächliche Durchführung der Exkursion(en) von der Entwicklung der Pandemiesituation und den dann geltenden Corona-Regelungen abhängen.

Das Thema kann auch als Master Thesis bearbeitet werden.

Die Professur vergibt vorab bis zu 9 Plätze (5 Plätze im Projektmodul, 4 Plätze Master-Thesis) an geeignete Studierende. Sie können bis einschließlich 15. September 2021 entsprechende Bewerbungsunterlagen (Portfolio) digital an juliane.steffen@uni-weimar.de senden.

Das entwurfsbegleitende Seminar lautet "Bibliotheken: A bis Z".