Wintersemester 2020/21

Bewerbungsfrist für Thesisarbeiten

Bewerbungen für Thesisarbeiten oder Freie Projekte bitte bis zum 15.9.2020 per E-Mail als pdf an Cornelia Unglaub (Sekretariat) senden.
Hierfür bitte Kurzportpolio inkl. Lebenslauf und ein kurzes Motivationsschreiben einreichen (für eigene wissenschaftliche Themen ein kurzes Exposé). Eigene Themenvorschläge sind wie immer möglich, doch sollten diese vor dem oben genannten Termin mit Mitarbeitern des Lehrstuhls abgestimmt werden.
Die Benachrichtigung zur Thesisvergabe erfolgt am 20.9.2020, der Beginn der Thesis-Bearbeitung am 14.10.2020.

 

Hier finden Sie allgemeine Informationen zu Bewerbung und Ablauf der Thesis.



Bachelor Vorlesung

Architekturgeschichte I – Von den Anfängen bis zur Baukunst des Mittelalters

Thomas Cole, Architect’s Dream (1840)

Die Vorlesung bildet den ersten Teil eines zweisemestrigen Zyklus zur Geschichte der Architektur von den Anfängen bis zur Gegenwart. Die Vorlesung des Wintersemesters beginnt mit allgemeinen Überlegungen zum Sinn und zur Bedeutung der Architekturgeschichte für das Studium der Architektur, setzt dann chronologisch mit den Anfängen der Baukunst ein und bietet einen Überblick von der Antike bis ins Spätmittelalter. Ziel ist es, einen Kanon an Bauten zu vermitteln, die ArchitektInnen kennen müssen und zugleich einen Einblick in die wichtigsten geschichtlichen Entwicklungen von Konstruktion und formaler Gestaltung sowie der Baugattungen zu geben, aber auch mit den verschiedenen methodischen Ansätzen und Betrachtungsweisen der Architekturgeschichtsforschung und -historiographie bekannt zu machen.

Zielgruppe: BA Architektur, BA Urbanistik

Lehrende: Prof. Dr. phil. habil. Hans-Rudolf Meier

Leistungsnachweis:
- Prüfung für BA Architektur: Architekturgeschichte Teile I und II Ende SoSe 2021
- Testat für BA Urbanistik für Teil 1 und/oder Teil 2

Leistungspunkte: 3 + 3 ECTS (für Teile I und II)

Termin: montags, 13.30 Uhr - 15.00 Uhr.

Bemerkung: Die Vorlesungen werden dieses Semester als Video auf Moodle hochgeladen werden.
Die erste Vorlesung findet am 09.11.2020 um 13:30 Uhr live online statt.

Literatur:

Benevolo, Leonardo: Die Geschichte der Stadt, Frankfurt a.M. 1983.

dtv-Atlas zur Baukunst, 2. Bde., 12. Aufl., München 2002.

Koch, Wilfried: Baustilkunde. Das große Standardwerk zur europäischen Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart, 27. Aufl., München 2006.

Koepf, Hans / Binding, Günther: Bilderwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar, Stuttgart 2005.

Kostof, Spiro: Geschichte der Architektur, 3 Bde., Stuttgart 1992.

Pevsner, Nikolaus: Funktion und Form. Die Geschichte der Bauwerke des Westens, Hamburg 1998 (A History of Building Types, 1976).

Pevsner, Nikolaus / Fleming, John / Honour, Hugh: Lexikon der Weltarchitektur, 3. Aufl. Hamburg 1992 (2000 als CD-ROM).

Seidl, Ernst (Hg.): Lexikon der Bautypen. Funktionen und Formen der Architektur, Stuttgart 2006.

Bachelor Projekt

Denkmalensemble(s) - Möglichkeiten, Grenzen und Alternativen im Umgang mit dem städtebaulichen Erbe

Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Thüringen Bd. 4.2, hrsg. vom Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Altenburg 2009, S. 1118/1119.

Im einführenden Seminar "Stadt als Denkmal" ist u.a. anhand von Tilman Breuers Aufsatz zum Ensemble-Begriff im Bayerischen Denkmalschutzgesetz über das Ensemble als denkmalrechtliches Instrument für schützenswerte städtebauliche Konstellationen diskutiert worden. Daran anknüpfend sollen im Semesterprojekt die Grenzen und Möglichkeiten dieses denkmalrechtlichen Instruments, aber auch Optionen für alternative Erhaltungs- und Entwicklungskonzepte anhand von Beispielen in der näheren Umgebung erkundet werden. Es geht also um den Umgang mit flächenhaften Überlieferungen im städtebaulichen Maßstab. Diese wurden entweder als angelegte Anlagen oder als in mehreren Zeitschichten entstandene ("gewachsene") Strukturen unter Schutz gestellt. Dabei steht nicht die Bedeutung einzelner Bestandteile, sondern ihr Zusammenhang im Vordergrund. Dieser Zusammenhang ist dabei nicht nur historisch und/oder gestalterisch, sondern eben auch räumlich und/oder funktional. Neben architektonischen Qualitäten geht es dabei genauso um städtebauliche, stadtfunktionale und lebensweltliche Aspekte, weshalb hier die Urbanistik als denkmalpflegerische Disziplin gefragt ist.

Lernziele sind:
- Theorien und Instrumente einer städtebaulichen Denkmalpflege
- Erfassen, Erkennen, Erhalten von großflächigen Denkmalen
- Optionen des Umgangs im Spannungsfeld von Erben, Erhalten und Entwickeln
- Werte erkennen und Werte erhalten.

Die grundsätzlichen Fragestellungen werden konkretisiert anhand von zwei Beispielen in Thüringen. Es sind Ensembles, die den jeweils zuständigen Denkmalpflegebehörden Schwierigkeiten bereiten; praktische Probleme des denkmalpflegerischen Alltags lassen sich so mit grundsätzlichen denkmaltheoretischen und methodischen Fragen verbinden.

Szenarien:
- Denkmaleigenschaft einer Struktur/Stadtteil/etc. untersuchen
- bestehendes Ensemble nachinventarisieren/fortschreiben
- Ensemble bewahren (breites Spektrum der Instrumente und Strategien)

Beispiele:

Altstadtensemble Gera

Die Altstadt von Gera ist als Denkmalensemble ausgewiesen. In diesem Ensemble gibt es zahlreiche DDR-zeitliche Plattenbauten, die meistenteils als nicht denkmalkonstituierend eingeschätzt wurden. Es sind weiße Flecken im Ensemble. Inzwischen werden diese Altstadt-Platten aber auch anders gesehen und von Manchem als in irgendeiner Weise erhaltungswürdig eingeschätzt. Aber, in welcher Art erhalten? Und wie werden die Interessen der Haus- und Grundeigentümer angemessen berücksichtigt?
Im Projekt wird es darum gehen, sich mit dem Städtebau der Altstadt - einschließlich der Geschichte der städtebaulichen Bewahrung seit ihrer Entdeckung um 1900 - und der Denkmalensembleausweisung durch das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie auseinanderzusetzen, durch eine eigene Neubewertung das Denkmalensemble fortzuschreiben und ggf. Planungs- und Vermittlungskonzepte zu entwickeln. Zu reflektieren ist das Spannungsfeld zwischen der Statik einer Denkmalbewertung und dem Prozess, dass einst als Störungen des Ensembles wahrgenommene Elemente mit der Zeit als konstituierender Teil davon gesehen werden.

Weimar, Gartenstadtsiedlung Großmutterleite

Die Gartenstadtsiedlung Großmutterleite wurde ab 1924 erbaut und ist als Denkmalensemble gelistet. Wie häufig bei Siedlungen, die unterschiedlichen Eigentümer*innen gehören, haben sich im Laufe der Zeit die einzelnen Objekte zum Teil stark und in jeweils unterschiedlicher Weise verändert. Die Folge ist eine schleichende Erosion der gestaltprägenden und denkmalkonstituierenden Eigenschaften.
Im Projekt wird es darum gehen, zu prüfen, in welchem Maß diese gegeben sind, Konzepte der Vermittlung der Qualitäten und Hinweise zu entwickeln, welche Veränderungen möglich und welche zu unterlassen sind. Schließlich ist auch hier die grundsätzliche Problematik der Denkmalbewertung in einem sich dynamisch entwickelnden Ensemble zu reflektieren und darüber nachzudenken, inwiefern der Prozess der Aneignung nicht auch Teil der Denkmaleigenschaft sein könnte.

Zielgruppe: B.Sc. Urbanistik

Leistungspunkte: 12 ECTS

Lehrende: Prof. Dr. phil. habil. Hans-Rudolf Meier | Dr.-Ing. Mark Escherich | M.Sc. Christine Dörner | Dipl.-Ing. Kirsten Angermann

Leistungsnachweis: Referate, textliche und zeichnerische Ausarbeitung von Analysen und Konzepten, ggf. Erarbeitung einer Projektbroschüre.

Beginn: 05.11.2020

Projekttag: Donnerstag

 

 

Master Vorlesung

Denkmalpflege und Heritage Management

Die Vorlesung vermittelt eine architektenspezifische Einführung in die Aufgaben, Geschichte, Theorie und Methoden der Denkmalpflege. Ein Schwerpunkt bilden aktuelle Fragen, Debatten und Ansätze, wobei auch internationale Aspekte Beachtung finden. Diskutiert werden u.a. folgende Themen: Gegenstand, Aufgaben und Institutionen der Denkmalpflege; Denkmalpflege als Spezifikum der Moderne; Denkmalbegriffe; Denkmalwerte; der Architekt/die Architektin am Denkmal; denkmalpflegerische Praxis von der Befundanalyse und -dokumentation über Konservierung und Reparatur bis zu Umnutzung und Ergänzungsbauten; städtebauliche Denkmalpflege; inter- und transnationale sowie interkulturelle Aspekte der Denkmalpflege.

Zielgruppe: MA Architektur 1. Fachsemester, MA Urbanistik 1. Fachsemester

Lehrende: Prof. Dr. phil. habil. Hans-Rudolf Meier  | Dipl.-Ing. Kirsten Angermann | Dr.-Ing. Mark Escherich| M. Sc. Christine Dörner

Leistungsnachweis: schriftliche Prüfung

Leistungspunkte: 3 ECTS

Termin: dienstags, 17.00 Uhr - 18.30 Uhr.

Bemerkung: Die Vorlesungen werden dieses Semester als Video auf Moodle hochgeladen werden. Die erste Vorlesung findet am 03.11.2020 online statt.

Literatur:

Leo Schmidt: Einführung in die Denkmalpflege, Darmstadt 2008 (auch englisch: Architectural Conservation. An Introduction, Berlin/Bonn 2008). 

Achim Hubel: Denkmalpflege. Geschichte, Themen, Aufgaben, Ditzingen (Reclam) 2006. 

Michael Petzet / Gerd Mader: Praktische Denkmalpflege, Stuttgart / Berlin / Köln 1993 (u. Neuaufl.). 

Master Seminar

Ähnlichkeitserzeugung in der Architektur

Foto: Hans-Rudolf Meier

Die Absetzung vom Historismus und damit die Ablehnung jeglicher formaler Nachahmung sind die gemeinsamen Wurzeln der modernen Architektur und der modernen Denkmalpflege. Selbst als das Bauen im Bestand wieder vermehrt zum Thema und zur Aufgabe wurde, blieb die deutliche Trennung von Alt und Neu lange Zeit verbindliches Paradigma beider Disziplinen. In der Architektur entwickelte sich seit Aldo Rossis Città analoga seit den späten 1960er eine Strömung, die sich von dieser Separierung löste und seit etwa zwei Jahrzehnten ist eine grundsätzliche Änderung feststellbar: Mit dem "Holistic turn" (Wolfgang Pehnt), den "Architekturen ohne Glasfuge" (Christoph Grafe) und dem Leitbegriff des Weiterbauens sind Verfahren der Angleichung auch wieder zum Thema des architektonischen Entwurfs geworden. Im Seminar sollen daher Praktiken der Ähnlichkeitserzeugung in der Geschichte und Gegenwart der Architektur analysiert und diskutiert werden. Begriffe und Verfahren wie Analogie, Imitation, Nachbildung, Kopie, Übersetzung, Umformung und Zitat sind auf ihren Gehalt und ihre Bedeutung zu befragen, entsprechende Beispiele zu untersuchen und Fragen nach Intention, Wirkung und Bedeutung zu stellen.

Mit der Auseinandersetzung mit Praktiken der Ähnlichkeitserzeugung in der neueren Architektur ist ein Perspektivwechsel verbunden. Methodisch nutzbar zu machen ist das Potential mimetischer Praktiken als Denken in Analogien statt in Kausalitäten. Eingeführte architekturhistorische Narrative werden in Frage gestellt; jenseits von Fragen des Stils, der epochalen Zuordnung oder formalästhetischer Analysen rückt die mediale Konstruktion des architektonischen Objekts und unseres Blickes verstärkt in den Fokus.

Zielgruppe: M.Sc. Architektur

Termin: Wird noch bekanntgegeben.

Leistungspunkte: 6 ECTS

Verantwortlich: Prof. Hans-Rudolf Meier | Dipl.-Ing. Kirsten Angermann

Leistungsnachweis: Regelmäßige Teilnahme und aktive Beteiligung am Seminar. Mündliche und schriftliche Ausarbeitung nach Absprache.

Bemerkung: Das Seminar ist kombiniert mit dem Master-Entwurf der Professur Entwerfen und komplexe Gebäudelehre, Prof. Jörg Springer. Es steht aber auch weiteren Interessierten offen.

Literatur

Einführende bzw. zitierte Literatur; eine ausführliche Literaturliste wird zum Semesterbeginn nachgereicht:

Eva von Engelberg-Dockal / Frederike Lausch / Hans-Rudolf Meier / Carsten Ruhl: Mimesis Bauen - Architektengespräche, Interviews mit zeitgenössischen Architekten, Schriftenreihe Medien und Mimesis, München 2016.

Eva von Engelberg-Dockal / Markus Krajewski / Frederike Lausch (Hg.): Mimetische Praktiken in der neueren Architektur. Prozesse und Formen der Ähnlichkeitserzeugung, Heidelberg 2017, doi.org/10.11588/arthistoricum.221.29

Christoph Grafe / Tim Rieniets / Baukultur Nordrhein-Westfalen (Hg.): Umbaukultur. Für eine Architektur des Veränderns, Dortmund 2020

Wolfgang Pehnt: Ein Ende der Wundpflege? Veränderter Umgang mit alter Bausubstanz, in: Zur Zukunft der alten Stadt. In memoriam August Gebeßler. Die alte Stadt 36, 2009/1, 25-44.

 

 

 

 

Thesisarbeiten

Im Wintersemester 2020/21 bietet die Professur Denkmalpflege und Baugeschichte folgende Themen an. Die Themen können sowohl als Bachelor- oder Masterthesis als auch als freies Semesterprojekt bearbeitet werden.

Bewerbungen für Thesisarbeiten oder Freie Projekte bitte bis zum 15.9.2020 per E-Mail als pdf an Cornelia Unglaub (Sekretariat Raum 123) senden.
Hierfür bitte Kurzportpolio inkl. Lebenslauf und ein kurzes Motivationsschreiben einreichen (für eigene wissenschaftliche Themen ein kurzes Exposé). Eigene Themenvorschläge sind wie immer möglich, doch sollten diese vor dem oben genannten Termin mit Mitarbeitern des Lehrstuhls abgestimmt werden.
Die Benachrichtigung zur Thesisvergabe erfolgt am 20.9.2020, der Beginn der Thesis-Bearbeitung am 14.10.2020.

 

Arbeiten mit Entwurfsanteil

Wissenschaftliche Arbeiten