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Initiiert von der Bürgerinitiative eröffnete im Sommer 2020 Weimars erste pandemie-sichere Open-Air-Kulturbühne im Innenhof der Alten Feuerwache.
Erstellt: 09. Februar 2021

Professur Sozialwissenschaftliche Stadtforschung begleitet Pilotprojekt im Bundesprogramm »Post-Corona Stadt«

Die Alte Feuerwache Weimar wird in das neue Bundesprogramm „Post-Corona-Stadt“ aufgenommen. Unter dem Themenfeld „Solidarische Nachbarschaft und Wirtschaften im Quartier" fördert das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) das Quartiersprojekt mit insgesamt 240.000,- Euro.

Die Bundesmittel fließen die kommenden 3 Jahre in die wissenschaftliche Begleitung des „Reallabors Feuerwache“ sowie den schrittweisen Aufbau eines selbstverwalteten „Zentrums für Beteiligungskultur“ für ganz Thüringen.

„Zivilgesellschaftliches Engagement ist der Motor einer resilienten Stadterneuerung. Je vielfältiger die Beteiligungsmöglichkeiten für die Bevölkerung im Stadtraum sind, desto stärker wachsen gesellschaftlicher Zusammenhalt und Verantwortungsgefühl, umso besser funktionieren Nachbarschaften in Krisenzeiten.“

erklärt Franziska Bernstein, Geschäftsführerin der Alte Feuerwache Weimar Projekt GmbH, die Motivation für das geplante Beratungszentrum. Diese Resilienz-Effekte zeigten sich bereits im Sommer 2020: Dank viel ehrenamtlichem Engagement der Menschen im Quartiersprojekt eröffnete innerhalb von acht Wochen nach Corona-Shutdown am 15. Mai Weimars einzige pandemie-sichere Open-Air-Kulturbühne im Innenhof der Alten Feuerwache und erregte europaweit Aufsehen.

„Bürgerschaftliche Initiativen stehen jedoch bei ihrer Gründung vor großen Herausforderungen. Damit aus guten Ideen langfristig erfolgreiche Projekte werden, brauchen die Initiator*innen barrierearme Räume für regelmäßige Treffen, professionelle Beratung bei der Konzeptentwicklung, Erfahrungsaustausch mit Projekten aus anderen Städten und Partnerschaften mit Politik und Verwaltung.“

, weiß Bernstein aus eigener Erfahrung. Im geplanten Zentrum für Beteiligungskultur sollen all diese Angebote gebündelt werden und thüringenweit neuen gemeinwohl-orientierten Initiativen in der Stadt- und Dorfentwicklung zur Verfügung gestellt werden.

 

Für den wirtschaftlichen Betrieb des Beratungszentrums wird noch dieses Jahr eine geeignete Trägergesellschaft gegründet. Das Pilotprojekt sieht außerdem eine enge Kooperation mit der Stadtverwaltung Weimar, weiteren Thüringer Kommunen und den relevanten Landesministerien vor. Der Lehrstuhl für Sozialwissenschaftliche Stadtforschung der Bauhaus Universität Weimar begleitet das Projekt aus wissenschaftlicher Sicht.

„Eine koproduktive Stadtentwicklung aus Wissenschaft, Verwaltung und Bürgerschaft schafft echte urbane Resilienz in Krisenzeiten. Die gesammelten Erfahrungen aus dem Reallabor Feuerwache können wir mithilfe der Förderung professionell dokumentieren, auswerten und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Außerdem wollen wir die geplanten Post-Corona-Stadt-Projekte in die laufende Lehre einbauen und so den Studierenden Praxis bieten.“

, beschreibt Anton Brokow-Loga, wissenschaftlicher Mitarbeiter am genannten Lehrstuhl, dessen Rolle im Gemeinschaftsprojekt.

Hintergrund:

Das BMI fördert im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik 13 Pilotprojekte, die angesichts der Covid-19-Pandemie innovative Lösungen für krisenfeste Stadt- und Quartiersstrukturen erproben sollen. Für die im Projektaufruf „Post-Corona-Stadt“ ausgewählten Projekte stehen bis 2023 insgesamt 3,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Insgesamt folgten 222 Kommunen, Vereine, Initiativen, Unternehmen und andere Akteure dem Aufruf. Die Alte Feuerwache ist das einzige Förderprojekt in Thüringen.

Die Umsetzung der 13 ausgewählten Post-Corona-Stadt Pilotprojekte startet im zweiten Quartal 2021 und wird durch einen intensiven Wissenstransfer und fachlichen Austausch begleitet. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) betreut die Vorhaben bundesweit und bereitet übertragbare Erkenntnisse für die Planungspraxis auf.

Link zur Pressemitteilung des BMI.

Link zum Projektaufruf des BBSR: