»Weimar Topographie der Moderne« Projektvorstellung

»Weimar Topographie der Moderne« Projektvorstellung

Im Umfeld des Neubaus für das Bauhaus-Museum in Weimar konzentriert sich wie kaum in einer anderen Stadt deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts. Sichtbar gemacht, lassen sich diese Spuren als eine Topographie der Moderne begreifen. Das Neue Museum, 1869 als Großherzogliches Museum eröffnet, markiert den Beginn der städtebaulichen Erweiterung Weimars nach Norden. Mit dem Weimarhallenpark wurde ein bedeutsames Reformprojekt der 1920er-Jahre initiiert, das durch den städtebaulichen Ein- griff der Nationalsozialisten mit der Anlage des »Gauforums« (ab 1937) drastisch überformt wurde. Die DDR übernahm diese Großstruktur und nutzte die unfertig gebliebene »Halle der Volksgemeinschaft« als »Mehrzweckhalle«. Als städtebauliche Antwort der DDR wurde Anfang der 1970er-Jahre ein Hoch- haus für ein Studentenwohnheim errichtetet. Mit einem neuen Bauhaus-Museums inmitten dieses mehr- fach geschichteten und gebrochenen Ensembles eröffnet sich die großartige Chance, das Areal als das Kern-Gebiet einer Topographie der Moderne in Weimar zu entwickeln. Weimar als »Stadt einer ambivalenten Moderne« erweitert die »Stadt der Klassik«. 

um diese einmalige Chance nutzen zu können, bedarf es einer breiten gesellschaftlichen Verständigung über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Umfelds des künftigen Bauhaus-Museums. Diese Debatte muss die Stadt Weimar, ihre Bürgerinnen und Bürger, den Freistaat Thüringen, die Bauhaus- Universität Weimar, die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und weitere Institutionen einbeziehen. Das Projekt der Topographie der Moderne hat aber zweifellos überregionale, nationale, ja internationale Bedeutung.

Veranstaltungsreihe 2016 – 2019

2019 jährt sich die Gründung des Staatlichen Bauhauses in Weimar zum 100. Mal. Bis 2019 laden die Klassik Stiftung Weimar und das Bauhaus-Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Planung an der Bauhaus-Universität Weimar zur gemeinsamen Veranstaltungsreihe »Weimarer Kontroversen« ein. 

Bauhaus-Universität Weimar und Klassik Stiftung stellen beide die Frage nach der Aktualität des Bauhaus-Erbes für die Lebenswelt heutiger Generationen und seiner Relevanz für die gesellschaftspolitische Gestaltung der Zukunft. Bis 2019 verhandeln die »Weimarer Kontroversen« mit jährlich wechselndem Themenschwerpunkt Aspekte der derzeit neu einsetzenden Debatte über das Bauhaus.

» Das Gesamtprogramm der Weimarer Kontroversen 2016 – 2019 steht hier als Download  zur Verfügung.

Programm 2016

1. Die bewegten Netze des Bauhaus
16./17. Juni 2016: Tagung im Goethe-Nationalmuseum Weimar

2. Hannes Meyer. Nach dem Bauhaus, im Streit der Deutungen.
25. Oktober 2016: Workshop

3. Topographie der Moderne und Bauhaus-Museum Weimar
16. Dezember 2016: Vorträge in der Thüringischen Landesvertretung, Berlin

Die Weimarer Kontroversen werden gefördert durch den Freistaat Thüringen