Wie können Städte mit den gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart umgehen, wenn es zunehmend schwerfällt, über diese gemeinsam zu sprechen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Prof. Dr. Frank Eckardt, Professur für Sozialwissenschaftliche Stadtforschung an der Fakultät Architektur und Urbanistik der Bauhaus-Universität Weimar, in seinem neuen Buch »Die sprachlose Stadt. Soziologie einer gesellschaftlichen Erosion«, das Ende August 2026 im transcript Verlag erscheint.
In Städten treten gesellschaftliche Konflikte und Problemlagen besonders deutlich hervor. Klimakatastrophe, soziale Ungleichheit, Exklusion und Rassismus sind dabei nicht allein politische oder soziale Herausforderungen, sondern auch Fragen des städtischen Zusammenlebens. Kommunikation könnte ein Schlüssel sein, um diese Konflikte sichtbar und bearbeitbar zu machen. Zugleich, so Eckardt, erschweren die bestehenden sozialen und räumlichen Strukturen der Stadtgesellschaft genau diese Verständigung.
Das Buch untersucht die gesellschaftlichen und historischen Ursachen dieser »Sprachlosigkeit«. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie soziale Segregation und das gegenwärtige Wohlstandsmodell dazu beitragen, dass urbane Gesellschaften ihre gemeinsamen Probleme nicht mehr ausreichend zum Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzung machen. Eckardt verbindet damit eine soziologische Analyse städtischer Gesellschaft mit einer kritischen Perspektive auf gegenwärtige Formen des Zusammenlebens.
Die Publikation knüpft an die Forschungsschwerpunkte der Professur für Sozialwissenschaftliche Stadtforschung an der Bauhaus-Universität Weimar an. Diese untersucht Stadt aus sozialwissenschaftlicher Perspektive und beschäftigt sich unter anderem mit sozialer Exklusion, kultureller Vielfalt, demokratischer Teilhabe und Kommunikation.
Frank Eckardt:
Die sprachlose Stadt. Soziologie einer gesellschaftlichen Erosion
transcript Verlag, Reihe »Urban Studies«
260 Seiten, ISBN 978-3-8376-8335-6
Erscheinungstermin: 31. August 2026
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