Karawanserei

Studiengang Betreuer Ausstellung
Freie Kunst Prof. Norbert Hinterberger und Silke Feldhoff M. A. Kunstetage

Dieses Projekt bietet ein Intensiv-Training für konzeptuelles Arbeiten, besonders für si-tuations-, kontext- und ortsbezogene künstlerische Recherchen und daraus sich entwi-ckelnde Werke, Installationen, Interventionen oder, nennen wir es ganz allgemein: künstlerische Maßnahmen.

Konkret gesprochen: Wir werden drei mal je zwei Wochen in und an in mehrfacher Hin-sicht fremden Orten arbeiten und diese Ergebnisse vor Ort der Öffentlichkeit vorstellen. Diese Orte sind (1) Civitella d’Agliano, ein kleiner alter italienischer Ort in der Nähe von Orvieto, (2) Weißwasser, ein rund 17.000 Einwohner-Städtchen in der Oberlausitz zwischen Cottbus und Dresden, und (3) Berlin, Metropole am Katastrophenrand. Weimar dient als Koordinations-, Vor- und Nachbereitungsstation. Zum Rundgang werden in der Kunstetage (van de Velde Bau) die Dokumentationen der andernorts entstandenen künstlerischen Arbeiten zu sehen sein.

Die erste Aufgabe „Das verlorene Paradies“ wird sich mit der Vision des Paradieses als umschlossenes problemfernes Gehege befassen und die Relikte aus der persönlichen Vergangenheit, den Träumen der Kindheit und Jugend mit der Realität der Gegenwart konfrontieren. Diese erste Untersuchung ist unerlässliche Basis für die folgenden Auseinandersetzung mit den divergierenden Bedingungen und Anforderungen in Weisswasser und Berlin.

Das verlorene Paradies wird sich im Plattenbau (Weisswasser) und in Wohnungen, Kneipen etc. Berlins auf seine Kompabilität hin bewähren müssen.
Von den Medien her betrachtet, ist das Projekt vollständig offen. Klassische Techniken und Materialien sind ebenso möglich wie die Verwendung ‘kunstfernen’ Materials oder Maßnahmen/Eingriffe mit performativem Charakter. Bezüglich der inhaltlichen Ausrich-tung stehen alle drei Arbeitsaufenthalte unter den leitmotivischen Fragestellungen nach (1) der Identität/Spezifik eines Ortes (einer Situation, eines Kontextes) und nach (2) der Selbstverortung des Künstlers/der Künstlerin in dieser neuen Situation. Begreift er/sie sich als Alien, als integraler Bestandteil, als Forscher, Kritiker, Visionär?

Reiz und Herausforderung des Projektes liegen darin, dass die ProjektteilnehmerInnen sich - so sie es nicht schon sind - für ein Semester zu Nomaden machen. Immer wieder neu wird Maß genommen werden müssen, um sich persönlich und als Künstler adjustieren und eine Arbeit machen zu können.

Lezzueck Asturias-Coosemans, Tobias Herrmann, Angela Köhler, René Landspersky, Christian Miebach, Katya Mora, Lysann Nemeth, Claudia Olendrowicz, Tommy Reinhardt, Antje Schmelzer, Charlotte Seidel, Yang Seung-Ik, Berit Flötteröd, Judith Müller, Sally Kluge, Nuria Garcia, Giozgi Kamushadze