
vj @ bauhaus universität weimar
live video, vjing, digital scenography, experimental tv
VJ@Bauhaus Universität-Weimar
Seit dem VJ
Projekt im sommersemester 2003
hat es eine Reihe von Live Video bezogenen Projekten an der Fakultät
Gestaltung im Studiengang Produktdesign gegeben. Auf dieser Seite sollen diese
Projekte in einem Zusammenhang präsentiert werden. Dabei ist der Begriff
VJ eigentlich nur der Aufhänger, denn das eigentliche Anliegen ist die
Erforschung und Anwendung von Live (Audio)Video als technisch-künstlerisches
Werkzeug.
Live Video bedeutet für uns die Maximierung des spontanen Einflußes auf das (Video)Bild und darüberhinaus den Raum in dem das Bild aufgeführt wird. Die wichtigste Maxime für uns ist :
Video ist nicht Film.
Das Wesen des Mediums Video ist nicht nur die Dokumentation und
Aufzeichnung von „Wirklichkeit“ oder eine Billigvariante des technisch
aufwändigeren Films zu sein.
Wir sehen seine Bedeutung vor allem in der Gleichzeitigkeit.

Diese Installation von Nam June Paik illustriert hervorragend die „Natur“
von Video.
In einer Frequenz von 25 Bildern pro Sekunde ( PAL ) und 50 Halbbildern pro
Sekunde
ergibt sich die Möglichkeit eines Kurzschlusses zwischen Wirklichkeit
und Abbildung die sich beide in einer gerasterten ( 50Hz, 720x576 Pixel )
Gleichzeitigkeit wiederfinden.
Club Visuals, wie sie allgemein mittlerweile mit dem Begriff VJ
verbunden werden
sind nur einer von vielen Indikatoren für die Entstehung einer Kultur
des Video“spielens“,
die sich durch den technischen Fortschritt aber auch allgemeine kulturelle
Evolution in letzter Zeit immer weiter entwickelt.
Medienproduktion wird immer schneller und nähert sich fast
schon dem Theater an.
Medienkünstler erproben Mithilfe von Sensoren und Microkontrollern neue
Interfaces
die den ganzen Körper in Anspruch nehmen und sich plötzlich in nächster
Nähe zum Tanztheater befinden. Fußballspiele und Formel Eins Rennen
liefern erlesene Beispiele für die Hohe Kunst der Live Regie, den ernsthafteren
Onkel des Vjs.
Im Theater, das sich mehr schlecht als Recht mit dem Thema Video
abmüht wird Live Video essentiell, denn Theater wird bei Proben gemacht,
und arbeitet spontan.
Der klassische Video Arbeitsprozess : Anderungwünsche aufschreiben, an
die Workstation gehen, Änderungen vornehmen, alles wieder Rendern, auf
DVD brennen , hintragen und feststellen, daß sich zwischenzeitlich alles
geändert hat kann nur halbgare Ergebnisse hervorbringen. Je mehr Handlungsmöglichkeiten
der Videokünstler live, während der Probe hat, deren Ergebnisse
sofort ausprobiert und bewertet werden können, desto fruchtbarer läßt
sich die Zusamenarbeit gestalten. Nicht zuletzt gewinnt Theater beim Timing
und das kann und darf bei jeder Vorstellung anders sein. Live Video kann ganz
subtil im Zusammenspiel mit den anderen Aktueren reagieren und improvisieren.
Schnittstellen sind in diesem Zusammenhang ganz wesentlich, den
sie erlauben oder verbieten den „spielerischen“ Umgang mit den
technsichen Geräten die nach Ihren eigenen gesetzen funktionieren. Ist
es wirklich das einfachst Mögliche, das Verständlichste, der KGN
der angestrebt werden sollte, oder ermöglicht erst anfangs unübersichtliche
Komplexität Virtuosität ?
Das Piano wurde nicht erfunden um ein leichter zu bedienendes Instrument zu
bauen,
sondern um komplexeren Ausdruck zu ermöglichen.
Unser Anliegen ist es mit diesen Projekten den künstlerisch-performativen Aspekt von Live Video in all diesen Bereichen zu fördern und zu fordern.