Mädchentraum
anniegee
Medien, Mediengestaltung
Jeder Mädchentraum wird von uns handgefertigt und ist ein Einzelstück. Die Grundlage dazu bilden oft gebrauchte Herrenhemden, die umgearbeitet und durch neue Stoffen ergänzt werden. Das Spektrum unserer Entwürfe reicht von Kleidern und Blusen über Pullover bis hin zu Jäckchen und Overalls. Mann und Frau. In der aktuellen Kollektion bestechen die Entwürfe zudem durch Farbverläufe und Experimenten mit verschiedensten Färbeprozessen.
Monokultur
Julian Hetzel + Timm Burkhardt
Gestaltung, Visuelle Kommunikation
**Eine Multimediale Studie
Monokultur ist das gemeinsame Diplomprojekt von Timm Burkhardt (YouAreWatchingUs) und Julian Schnigg Hetzel (Pentatones).
Wiederholung und Erinnerung sind die selbe Bewegung, nur in entgegengesetzter Richtung. Denn was erinnert wird, ist gewesen, wird nach rückwärts wiederholt, wohingegen die eigentliche Wiederholung nach vorwärts erinnert. Die Erinnerung hat den Vorteil, dass sie mit dem Verlust beginnt, deshalb ist sie sicher, denn sie hat nichts zu verlieren. (…) doch macht die Wiederholung, wenn sie möglich ist, einen Menschen glücklich, während die Erinnerung ihn unglücklich macht … (Constantin Constantius/ S. Kiekegaard).
Häckeltrauma
Laura Strasser
Gestaltung, Produktdesign
Häkeln ist eine der ältesten Handarbeitstechniken. Sie stammt bereits aus der Antike. Laura Strasser übersetzt diese alte Technik in eine der Textilverarbeitung sehr entfernten Materie. Es wurde der Versuch unternommen, Häkelarbeiten aus Garn in Objekte aus Porzellan zu übertragen.

Der Geist und einmalige Charakter der Handarbeit soll in seinem Abdruck in Porzellan festgehalten und verewigt werden. Den feinen floralen Strukturen wird in Por-zellan eine feste Form gegeben. Die verwendete Technik wird seit Langem zur Herstellung von Porzellanpuppen angewendet. Es wird feine Spitze in Porzellanschlicker getaucht und in mühevoller Arbeit zu Röcken, Schärpen oder Kleiderbesatz drapiert. Laura Strasser baute für ihr Projekt keine Gussformen, die es ermöglicht hätten mehrere Abgüsse von einer Häkelarbeit herzustellen. Die Häkelarbeiten wurden wie die Spitze von Porzellanpuppen in Schlicker getaucht und bei KAHLA/Thüringen Porzellan gebrannt.

Daher war jeder Misserfolg beim Brand mit dem Verlust einer kompletten Handarbeit verbunden. Die entstandenen Objekte sind somit Einzelstücke. Beim Brand verschwindet das Garn und hinterlässt nur seinen Abdruck. Einzig der Geist der Häkelarbeit bleibt in einer festen Hülle aus Porzellan bestehen. Zudem spielen die Objekte mit einem Gegensatz, der zu Täuschung und Irritation führt: Beim bloßen Anblick nimmt man ein Objekt mit weicher, flexibler Struktur wahr. Berührt man es jedoch, so überrascht die harte und starre Oberfläche des fragilen Gegenstandes.
Mehr dazu unter frenchknicker.de
Randnotiz
leSchnigg
Gestaltung, Visuelle Kommunikation
»Randnotiz« ist eine Sammlung freier Illustrationen. Bilder aus dem Kopf, die als Skizzen auf dem frei bleibendem Raum in Notizblöcken, Kalendern oder auf Zetteln entstehen. Diese Skizzen hat Julian Hetzel in einem zweiten Schritt aufbereitet und anschließend gedruckt. Die Arbeit entstand im Rahmen des freien Projekts »Meisterklasse« bei Reinhard Franz.
www.schnigg.de
Randnotiz kann man auch Kaufen! Bei Kontor Weimar, Neurotitan Berlin, Supalife Kiosk Berlin, Druckdealer Hamburg. oder Mail an: leschnigg@pentatones.de
Urban flood
Max Niggl + Bastian Sevilgen
Architektur, Architektur
Entwurf von Maximilian Niggl und Bastian Sevilgen
»Living in an urban surrounding is desirable but just possible with the integration of the public. Living at or on the water mostly occurs at lonely places outside of the city. Living at the water in the city fails mostly caused by high quay walls and strict seperation between private and public. Living on the water in our understanding means to create an urban fabric.«
Unterschiedliche öffentlichen, private und halböffentliche Elemente der Stadt werden in einer heterogenen Abfolge an-geordnet. Die Öffentlichkeit fließt von der Stadt, über Grün, durch Bebauung, über Wasser, über Bebauung, auf das Wasser. Das Projekt wurde beispielhaft am Fluss Clyde in Glasgow, Schottland, verortet, da hier die Uferzone besonders vernachlässigt wurde. Die Themen Wasser, Wohnen und Öffentlichkeit definieren den Kern der Entwurfsidee. Verschiedene Bereiche wurden geschaffen, um die komplette Annäherung an das Wasser in mehreren Stufen mit unterschiedlichen Qualitäten zu ermöglichen. Retentionswald: Eine abfallende, leicht bewaldete Fläche ersetzt die vorherige Kaimauer. Dieser Wald fungiert sowohl als Naherholungsgebiet, als auch als Retentionsbecken, welches im Falle einer Flut die Wassermassen aufnimmt und so die Stadt schützt. Auf Höhe der Stadt führen filigrane Fußgängerbrücken durch die Baumwipfel des abfallenden Terrains. Urbaner Küstenschutz. solid as a rock – Haustyp 1: Am Ende des Waldes, an der Wasserkante befindet sich der erste Haustyp, ein klassischer Pfahlbau, für Überschwemmungen gerüstet, jedoch in einer modernen Formensprache aus Beton und Stahl. Diese sehr statische Version von Wohnen am Wasser bildet den Vermittler, mit direktem Kontakt zur Stadt und zum Wasser mit Blick auf die wechselnde, schwimmenden Silhouette. Die Esplanade, den öffentlichen Teil, erreicht man über kleine, gelenkig gelagerte Brücken. Diese schimmende Promenade ist nicht statisch am Rand, sondern mitten im Fluss. So hat sie einen konstanten Bezug zum Wasser auch bei wechselnden Gezeiten, verändert jedoch ihren Bezug zur Stadt ständig. Statisch getragen wird die öffentliche Esplanade, eigentlich eine hängende Stahlkonstruktion, die abgefedert auf Doppel-T-Stahlprofilen liegt, von den direkt darunter befindlichen, schwimmenden Wohnmodulen, die mit der Esplanade verankert sind. Wohnen und Öffentlichkeit greifen so ineinander. modular living – Haustyp 2: Dieser modulare Haustyp versucht nicht die Gezeiten und die Überflutung zu verhindern, sondern spielt damit. So entsteht ein neues Verständnis von Wohnen am Wasser und in der Stadt. Die Module können entlang der Stahlträger der Esplanade verschoben, herausgenommen und hinzugefügt werden. Sie bestehen aus einem Stahltragwerk und einer farbigen Karbon-Kunststoffhaut. Pontons für den Auftrieb sind nicht nötig, sie sind schwimmende Hohlkörper, Wohnräume befinden sich über, genau auf und unter der Wasseroberfläche. Dabei entsteht ein konstanter Bezug zum Wasser mit wechselnden Perspektiven auf die Stadt. Der Ponton ist der Endpunkt des öffentlichen Stroms, der Punkt, wo die Öffentlichkeit letztendlich auf das Wasser trifft. Urbane Marktplätze im Wasser. Anstelle einer gewöhnlichen Promenade an einer Kaimauer oder aber privaten Villen oder Appartmentanlagen entsteht hier durch das Zusammenspiel von Öffentlichkeit und Wohnbebauung ein lebendiger Ort, der das Verhältnis der Stadt zu ihrem Ufer neu definiert. Wohnen und Öffentlichkeit muss sich nicht ausschließen, sondern bedingt sich gegenseitig.
Mehr Infos unter http://www.allesidealstandard.de
Klangformen
Hannes Kahl
Medien, Mediensysteme
Programmierung – Bachelor Thesis von Hannes Kahl
Musik ist mehr als nur eine eingängige Melodie aus fünf Tönen, die jeder im Bierzelt seiner Wahl bei jedem Promillestand laut mitgrölen kann. Auch wenn man es bei dem ein oder anderen Chart-Hit nicht glauben mag, orientiert sich die Komposition doch an komplexen Regeln und Zu-sammenhängen. Um mit diesen experimentell umgehen zu können und eigene Definitionen zu entwickeln, wurde das Kompositions-Programm »dsPDT« (Die Sprache der Tiere) entwickelt.
Wenn ein Handwerker einen Wasseranschluss installiert oder Leitungen verlegt, sind die dafür nötigen Handgriffe und Zusammenhänge leicht zu beschreiben. Die Arbeit eines Komponisten im selben Schema auszudrücken, gleicht hingegen einem sprachlichen Kraftakt aus verworrenen Nebensätzen und komplizierten sprachlichen Bildern. Im klassischen Sinne ist Komposition ein Sammelbegriff für einzelne Zusammenhänge in einem komplexen System. In mehreren verschachtelten Metaebenen fügen sich nach bestimmten Reihungsregeln und einer Ansammlung von Ausführungsvorschriften die einzelnen Komponenten in Zeichensysteme zu einem Gebilde. Diese formale Stränge steht jedoch nicht im Widerspruch zum kreativen Moment der Komposition. Der spielerische Umgang in der Auslegung und der gezielte Bruch mit dem Regelwerk sind die treibenden Kräfte. Der Computer kann als digitales Instrument eingesetzt werden, welches klassische Vorraussetzungen nachahmt. In seiner eigentlichen Bestimmung ist er aber ein strukturloses Element, welches eine ganz eigene Formbarkeit besitzt. Demnach muss sich die Sound-Synthese auch nicht auf Notensysteme beziehen, sondern kann sich eigene Notationen festlegen. Die führt zu einem neuen Verständnis von Komposition. Strukturiert wird diese neue Freiheit durch die textliche Fixierung im Programmcode. Das Programm »dsPDT« (Die Sprache der Tiere) liefert somit das Material, aus dem Komposition entstehen kann. In Form von Sound-Objekten werden vier verbreitete Sound-Sprachen (»Csound«, »ChucK«, »SC3« und PythonSndObj) zusammengefasst. Das Erstellen dieser Sound-Objekte wird durch spezielle Editor-Funktionen visuell unterstützt. Dabei wird ganz strikt zwischen dem Klang und seiner Ausführung in Zeit und Dauer unterschieden. Darauf basierend werden einzelne Sound-Objekte zu Einheiten zusammengefasst und visuell in Rechtecke übersetzt. Der zeitliche Einsetzpunkt definiert die horizontale und die Dauer die vertikale Ausdehnung der Form. Die Darstellung ist losgelöst von der Timeline, so dass keine Sequenz, die an ein Notensystem erinnert, sondern ein zweidimensionales Punktmuster entsteht. Dies ist die Grundlage für ein Netzwerk. Jedes Klangereignis kann als Knoten angeordnet werden. Damit ist dem Komponisten die Möglichkeit gegeben, Abhängigkeiten zwischen den Klängen zu schaffen. Die einfachste Abhängigkeit ist die Folge, in der jeder Klang dem anderen nachfolgt (was einer Timeline entspricht). Das Netzwerk funktioniert wie ein Straßennetz. Die Orte, zu denen ein Taxifahrer fahren muss, sind die Klänge, die Knoten im Netz. Die Wege, die der Taxifahrer nehmen kann, die Straßen, sind die Verbindungen. Wenn der Taxifahrer seinen Gast einmal durch die gesamte Komposition gefahren hat, wird er nach bestimmten Regeln alle oder eine Teilmenge der angegebene Knoten besucht haben. Diese klangliche Taxifahrt variiert so oft, wie der Taxifahrer seinen Weg nimmt. Die WegVariation wird vom »dsPDT« Prototypen selbstständig angeregt. Somit agieren Komponist und »dsPDT« in einer einvernehmlichen Wechselseitigkeit. Das Netz selbst als grafisches Interface zu verwenden, dürfte einmalig in diesem Bereich sein. Es gelingt damit, ein eigenes Kompositionssystem – basierend auf abstrakten und mathematischen Modellen zu generieren. Die visuelle Darstellung und die daraus resultierende intuitive Arbeitsweise sind wohl die größten Leistungen des »dsPDTs« Interface.
Campus Würzburg
Konstantin König + Lukas Bartke
Architektur, Architektur
Entwurf eines Universitätscampus von Konstantin König und Lukas Bartke – Auf der Suche nach einem repräsentitivem Raum für Würzburgs Innenstadt (Professur Entwerfen und Gebäudelehre)
Das Projekt stellt die Idee einer selbstverständlichen Verwobenheit des Campus mit der Stadtstruktur über den öffentlichen Raum in den Mittelpunkt. Seine Öffentlichkeit und Offenheit wird erlebbar in einer Folge von Plätzen, Wegen und Passagen. Die historische Achse zwischen der alten Universität und dem Gelände des ehemaligen Augustinerklosters wird wiederbelebt, die historischen Blickbeziehungen durch das Heraustreten aus der Flucht inszeniert und wiederhergestellt. Die skulpturalen, monolithischen Steinkörper besitzen ein einfach geneigtes Dach, um sich in die Dachlandschaft Würzburgs zu integrieren, die Schrägdächer jedoch neu zu interpretieren. Die einzelnen Gebäude stechen aus dem eigentlichen Baugrund heraus und nehmen dabei wichtige städtebauliche Kanten der Umgebung auf, sie zeigen Präsenz. Alle Gebäude werden ausschließlich über die Höfe erschlossen. Im Gegensatz zu den offenen, dem Platz zugewandten Fassaden sind die Gebäude straßenseitig geschlossen gestaltet. Diese lassen nur einzelne, gezielte Öffnungen zu. Die Natursteinfassaden der Baukörper werden durch die Materialität des heimischen Kalk- und Sandsteins und unterschiedliche Oberflächenbehandlungen differenziert.
weißes gold
Lisa Dinges
Gestaltung, Produktdesign
Zu einem guten Essen gehört auch ein guter Wein. Der Genuss des Weintrinkens als Bestandteil des Services als Thema. Das Trinkgefäß wird durch das Material sowohl optisch als auch haptisch Teil des Tafelporzellans. Ein Arbeit im Prozess von Lisa Dinges.
Mehr Infos unter http://www.lisadinges.de
rotator
Benedikt Braun
Gestaltung, Freie Kunst
Entstanden im Projekt: »Wie es euch gefällt« von Benedikt Braun

Laufrad ist die Bezeichnung für ein Rad, welches in einem Kleinmenschenkäfig aufgestellt oder angebracht ist und dazu dient, den Bewegungsdrang des Menschen zu befriedigen. Der Mensch kann in das Rad hineinklettern und läuft in Drehrichtung des Rades los. Das Rad gibt dem Gewicht des Menschen nach und dreht sich. Das Laufrad ist so gelagert, dass beim Laufen keine Vorwärtsbewegung, sondern nur eine Kreisbewegung erfolgt. Das Sprichwort »Wie ein Hamster im Laufrad« spielt auf diese Sorte Laufrad an und meint das Nicht-Vorankommen trotz ständiger Mühe und Anstrengung. Ein falsch gewähltes Laufrad stellt für die Menschen eine erhebliche Gefahrenquelle dar, weshalb ein verletzungssicheres Laufrad unbedingt bestimmte Anforderungen erfüllen muss. »In seiner Arbeit ›Rotator‹, bestehend aus einem 2,30m großen Hamsterrad, einer Videokamera und einem Monitor oder einer Beamer-Projektionsfläche, platziert Benedikt Braun sich oder uns in jenes überdimensionale Hamsterrad. Er filmt uns bei dessen Begehung ab und zeigt uns drehend in unserer umdrehenden Umwelt.«
chen
Johanna Schiegnitz
Gestaltung, Visuelle Kommunikation
Diplomarbeit "chen" zum Thema Kitsch
WS 07/08
Entstanden ist eine Sammlung selbstgemachter Fotos von kitschigen Dingen die uns umgeben. Überspitzt, kategorisiert und analysiert angelehnt an ein Almanach. Anhand von einzelnen Exemplaren, die alle in der Masse existieren, soll dem Leser bewusst werden, wie viel Kitsch uns tagtäglich und überall umgibt. http://www.johannaschiegnitz.de
Syria
Jakob Hoff
Gestaltung, Visuelle Kommunikation
Ein freies Projekt von Jakob Hoff/Torky Tork
Zusätzlich zu dieser Fotoreihe veröffentlicht der Künstler Torky Tork seine neue CD. Das Album ist aus in Syrien gefundenen Musik- und Soundschnipseln entstanden. Herunterzuladen auf http://www.shalomsalon.de
Entstanden ist ein Portrait der Menschen und ihres Landes. Eine Welt, von Männern dominiert, die Zukunft im Westen sehend und doch zu sehr mit der Vergangenheit beschäftigt. Ein Land mit sieben offiziellen Geheimdiensten, ohne Presse-freiheit und ohne Opposition. Ein Land der Herzlichkeit und der Gastfreundschaft, irgendwo zwischen den Extremen gefangen.