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titel /DAS LEBEN SCHREIBEN [WEITERES]

betreuer Armin Schäfer, Claudia Blümle
ort Atelierraum 2. OG
zeit Freitag und Samstag, 21.00 - 24.00 Uhr



 
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„Logik der Farben“

Seit der Frühen Neuzeit wächst und wächst das Wissen von den Farben über alle Disziplingrenzen hinaus. An dieser Entwicklung sind Medien in mehrfacher Hinsicht beteiligt: Sie sind sowohl eine Voraussetzung für die Erforschung der Farben in experimentellen Praktiken als auch eine Bedingung für die Produktion, Übertragung und Speicherung von Farben.
Das Seminar soll anhand theoretischer Texte und Arbeiten der bildenden Kunst einen medienhistorischen Überblick zur Farbe erarbeiten und nimmt dabei seinen Ausgang mit der Frage, wie Medien die Herstellung von Farben ermöglichen, deren Wahrnehmung organisieren und Farbtheorien anleiten. Anhand von ausgewählten Konstellationen soll rekonstruiert werden, wie sich ein Wissen von den Farben aus dem Zusammenspiel von Theoremen der Ästhetik, der psychophysiologischen Erforschung der Farbwahrnehmung, der Erkundung von Farbmaterialien und künstlerischen Arbeiten herausgebildet hat. So wirft etwa der Streit der Konturisten und Koloristen über den Vorrang von Zeichnung oder Farben die Frage nach der Medialität von bildender Kunst auf; die Erforschung der Farbwahrnehmung eröffnet die Frage nach deren medialen und psychophysiologischen Voraussetzung; die Problematisierung von Sprache als Verständigungsmittel führt zu der Frage nach den Regeln der Diskursivierung von Farben; und die Entdeckung der Lichtfarbe in Unterscheidung von Farben, die an Pigmente oder an sonstige gefärbte Materialien gebunden sind, stellt nochmals in anderer Weise die Frage nach der Medialität der bildenden Kunst. Dass aber Farben immer wieder die Systematisierungen und Ordnungen, die sich ihrer zu bemächtigen versuchen, fliehen, wird gerade an künstlerischen Arbeiten, die die Medialität wie Singularität der Farben aufzeigen, sichtbar. Man weiß nicht, was die Farbe alles vermag.

www.das-leben-schreiben.de

 



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Cassandra Mehlhorn, 2003