Initiative für Raum und Resilienz

Stand der internationalen Debatte

In jüngster Zeit gab es eine Zunahme an Publikationen, die sich mit Resilienz in Bezug auf Stadt und Region beschäftigen. Die resiliente Stadt oder „the resilient city“ wie sie von Lawrence J. Vale und Thomas J. Campanella in ihrem Buch von 2005 „The resilient City: How modern Cities recover from Disasters“ beschrieben wird, gewinnt im Kontext der Stadtforschung zunehmende Bedeutung. Städte und Regionen sind, ebenso wie andere Systeme hochgradig komplex, krisen- und störungsanfällig. Wie können diese so gestaltet werden, dass sie resilient gegenüber möglichen Krisensind? Vale und Campanella beschreiben eindringlich, wie Städte seit ihrer Gründung immer wieder Krisen ausgesetzt waren. Naturkatastrophen, klimatische Veränderungen, Seuchen und Kriege stellten stets Städte vor die Aufgabe, sich selbst zu erneuern. Nicht immer gelang dies. So zählt Pompeji, die vom Vulkan Vesuv begrabene, wohl zum bekanntesten Beispiel einer untergegangenen Stadt. Pompeji beweist, dass Städte nicht notwendigerweise für immer gemacht worden sind. Dies formuliert auch Jared M. Diamond in seinem Buch „Collapse“, indem er das Zusammenbrechen ganzer Gesellschaften, und mit ihnen auch ganzer Städte in der Vergangenheit analysiert und rekonstruiert (Diamond 2005).

Die Liste der Städte, die alleine in den letzten hundert Jahren durch Kriege, Nuklear- und Naturkatastrophen, sowie durch klimatische Veränderungen schwere Einschnitte erlitten, ist lang. Dennoch haben Städten, so Vale und Campanella, eine fast „magische“ Fähigkeit, die Störungen und Katastrophen zwar nicht abweisen, diese aber vielmehr abzufedern und sich aus eigener Kraft selbst zu erneuern (Campanella 2005). Zukünftige Krisen die uns erwarten sind vielfältig. Die am häufigsten beschriebenen Störungen in der Fachliteratur, beziehen sich auf den von der Weltbank mit 4 Grad beschriebenen Temperaturanstieg und nennen: Starkregen, Hochwasser, steigender Wasserspiegel, zerstörte Infrastrukturen, Hitzewellen, zerstörte Böden, Energiekrise, finanzielle Krisen, Kollabieren bestimmter Wirtschaftszweige, wirtschaftliche Abhängigkeit und somit Handlungsunfähigkeit (The World Bank 2012).

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