Vortrag von Christopher Salter

Temporal Affects: Performance, Agency and the Aesthetics of Real Time
 

Am 6. Juni, 19 Uhr hält Prof. Chris Salter von der Concordia University Montreal im Oberlichtsaal einen Vortrag im Rahmen eines Kooperationsprojektes des IKKM und des Masterstudienganges MediaArchitecture. Das Verhältnis von temporären Wirkungen bei künstlerischen Aufführungen und Handlungen sowie die Ästhetik der Echtzeit sind Gegenstand des Vortrags. Zeitgenössische Techniken wie Sensor-Netzwerke und Computerprozesse in Echtzeit zwingen uns, gleichzeitig mit einer Vielzahl von temporären Größen, deren Überlagerung, Entstehung und Auflösung umzugehen: wenige Sekunden, die der menschliche Körper oder technische Instrumente für eine Geste benötigen, eine Millisekunde, die der Sensor für die Erfassung einer Handlung braucht, wechselnde Zeitfenster für das Verarbeiten, Filtern und Extrahieren von Handlungen, die Bewegung von Klang oder Licht durch den Raum und die gefühlte Wahrnehmung der Körperreaktion darauf.

06.06.2012, 19:00 Uhr | Geschwister-Scholl-Str. 8, Oberlichtsaal, Weimar

 

Temporal Affects: Performance, Agency and the Aesthetics of Real Time

Discussions around what sociologist of science Andrew Pickering called “material agency” – how matter does things and how such actions “temporally emerge” – are increasingly gaining credence as artists and theorists begin to turn the acts of performance away from strictly human subjects and onto technical objects, systems and processes. Unlike earlier cinematic and televisual technologies, however, contemporary techniques like sensor networks and real time computational processes force us to grapple with many overlapping emerging and dissolving temporal scales simultaneously and synchronously/asynchronously: the few seconds that it takes the human body or instrument to make a gesture, the millisecond time of a sensor to register action, the shifting time windows for processing, filtering or extracting such actions, the movement of matter like sound or light through space and the felt experience of the body in response. As computer musician Curtis Roads has argued, “a central task of composition has always been the management of the interaction amongst structures on different time scales.” This talk will focus on two recent large scale art works, JND and n-Polytope (after Xenakis) that employ complex sensing-based systems in order to explore how technically enabled dynamic and temporal processes increasingly become both machines for defamiliarizing human perception as well as compositional techniques that aim to produce specific aesthetic affects in both creators and spectators.

Short Bio

Chris Salter is an artist, Director of the Hexagram Concordia Centre for Research-Creation in Media Arts and Technology and Associate Professor for Design + Computation Arts, both at Concordia University in Montreal. He studied philosophy and economics and completed a PhD in the areas of theater sciences and computer music at Emory and Stanford Universities. After collaborating with Peter Sellars and William Forsythe/Ballett Frankfurt, he co-founded and directed the art and research organization Sponge (1997-2003). His solo and collaborative work has been seen all over the world at such venues as the Venice Architecture Biennale, National Art Museum of China, CTM, Ars Electronica, Meta.Morf in Norway, PACT Zollverein, Todays Art, Villette Numerique, EMPAC, Transmediale, EXIT Festival, Place des Arts, Elektra, Shanghai Dance Festival, V2_, among many others. He is the author of Entangled: Technology and the Transformation of Performance (MIT Press, 2010) and is currently working on a follow up entitled Alien Agency: Ethnographies of Nonhuman Performance, also for MIT Press.

© 2012 | Bauhaus Film-Institut Weimar

Seminar Filmkritik | Exkursion Berlinale

Seminar Filmkritik | Exkursion Berlinale

WS 2010/11 | Dozenten: Manuela Klaut, Marius Böttcher

Die Beobachtung ist im Eigentlichen eine zielgerichtete, achtsame Wahrnehmung von Objekten, Ereignissen oder Vorgängen. Doch gerade der Kampf gegen jegliche, ausgewogene Zielrichtung und die Suche nach Differenzen, nach Widersprüchen, Rändern und Unersättlichkeiten der Lücken des Filmischen will ein Sehen, das sich ebenso mit der Beobachtung selbst und den Brüchen, die diese erzeugen kann, auseinandersetzt. Schreiben über Filme soll somit nicht nur die Organisation der Bilder reorganisieren oder Film erzühlen, sondern als unmittelbare Verbindung von Sehen und Schreiben begriffen werden. Auf der Suche nach dieser Verbindung waren im Februar neun Studierende der Medienkultur und Mediengestaltung der Bauhaus-Universität Weimar und drängten sich in die Kinosäle der 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin, um unter den unüberschaubar vielen Filmen der Berlinale zu sehen, zu hören und zu schreiben.

Vorausgegangen war das Seminar Filmkritik, das sich unter der Leitung von Manuela Klaut und Marius Böttcher vier Monate lang mit der Übersetzungsarbeit von Film und Text beschäftigte. Das Seminar hat in dieser Weise besondere Tradition, wenn es in diesem Jahr schon zum neunten Mal wieder Studierende durch die Pfade der Filmkritik führt. Was Filmkritik ist, was sie darf und was man damit anstellen kann, waren vielleicht anfänglich einige der Fragen. Doch neben den Helden der Filmkritikgeschichte und aktuellen Debatten und Tendenzen der Möglichkeiten einer Kritik des Filmischen, sowie filmtheoretischem und medienwissenschaftlichem Werkzeug, war es vor allem der eigene wöchentliche Blick, der das Sehen im Kino in Text übersetzen wollte und somit das Seminar bestimmte. In Inspiration vor allem durch die Elefanten der Filmkritik, Siegfried Kracauer und Frieda Grafe, entstanden eigene Texte, deren kritische Eindrücke es unter den FilmkritikerInnen zu diskutieren galt und im Besonderen ihre Eigenart herauszuschälen gewollt war. Mit dieser Schärfung des Sehens war ein Rüstzeug geschnürt, um eine gemeinsame Exkursion auf die Berlinale zu unternehmen und den dortigen Filmen ein solches Schreiben zu konfrontieren. Mit der Unterstützung des Bauhaus-Film-Instituts konnten die Studierenden mit Akkreditierungen versorgt und für die Filmfestspiele augenscheinlich vorbereitet werden. Doch wie bereitet man sich vor, auf die langen Warteschlangen in der frühmorgendlichen Kälte, die nervöse Auswahl aus dieser Vielzahl von Gezeigtem, den steigenden Reiz der Augen, der spätestens nach dem fünften Film am Tag immer noch Bilder des letzten hinterlässt. Doch aber eigentlich fängt gerade hier das Filmfestspiel an, wenn die Narrationsstränge des Tages sich zu einem zusammenziehen, wir plötzlich Bilder entdecken, die wir sonst achtlos übersehen hütten und die Kinotöne immer tiefer klingen. Wenn sich alles zu überlagern beginnt, Musik, Stimmen, Geschichten und die montierten Bilder dazu widerspenstig werden, dann bilden sich Blicke aus, über die es sich reden lässt.

In regelmäßigen Redaktionssitzungen trafen sich daher die Studierenden um sich über das Gesehene auszutauschen, sich das Geschriebene vorzutragen und in glühenden Diskussionen die Filme noch ein weiteres Mal abspielen ließen. Das, was sich widersetzt, setzte sich dabei meist am stärksten fest. Die Gedanken von Heinz Emigholz, das fünfstündige Pflügen der Steiermark, die haarigen Männer, die unkontrollierbaren hermetischen Technologiewelten in Cinemascope, die beige-braune walisische Provinz, Imbachs Dächer, Blümchentapeten, und sicher vor allem auch all die Suchenden, die man endlich wach rütteln möchte. Die Filme, die gesehen wurden und die Texte, die daraus entstanden zeigen deutlich, wie brüchig die Beobachtung sein kann und wie verschieden der eigene Blick darauf. Doch gerade dort wird es spannend, wenn die verschiedenen Perspektiven Antworten suchen und Fragen geben, gemeinsam die Lücken aufspüren, die das Sehen produziert – um diese dann wieder völlig anders zu sehen.

So will Filmkritik keine Kritik am Gesehenen, sondern vielmehr mit den Bildern sehen, will nicht das Sagbare als das Sehbare ausgeben, nicht urteilen, sondern mit den Bildern arbeiten und in eben dieser Übersetzung einen dritten, schreibbaren Blick setzen. Über Filme schreiben heißt immer auch sich selbst seinen liebsten Film zu machen. Um diesen festzuhalten und zu veröffentlichen, sollen den entstandenen Textproduktionen eine Publikation folgen, die eben dieser Liebe nachgeht.

Damit soll nun schon zum sechsten Mal die Zeitschrift für Filmkritik entstehen, "das Kinoheft", das die Studierenden in den kommenden Monaten bis zum Mediengang der Fakultät im Juli dieses Jahres als Werkschau gemeinsam redaktionell erarbeiten und publizieren werden. In die Zeitschrift finden dabei nicht nur Filmkritiken der gesehenen Berlinale-Filme, die Texte zu Filmen, die gerade erst in den Kinos gesehen werden können, welche die erst kommen sollen oder auch solche, die man eifrig suchen und denen man hinterher reisen müsste. So entstanden ebenso Texte über die zahlreichen Begegnungen auf dem Festival, Interviews mit den Filmemachern, Eindrücke und Notizen. Das Kinoheft will damit einen Arbeitseinblick in die Widersprüche der Beobachtungen geben und sich die Texte und Gedanken bewahren, die Festivals wie diese auslösen können.

Das Kinoheft. Call for Reviews – The audience is writing

DAS KINOHEFT – Zeitschrift für experimentelle Filmkritik

Bisweilen ist es in einem Film nur ein Bild, mit dessen Beschreibung ganze Bücher gefüllt werden könnten. Bei anderen Filmen genügen wenige Worte, um von dem zu erzählen, was zwischen Anfang und Ende Augen und Ohren erfüllte. Hin und wieder lassen Filme Betrachterinnen im Glauben, Bilder gesehen zu haben, die in ihnen selbst nicht vorkamen, und bewirken das Verlangen, Texte über Filme zu verfassen, die nicht gedreht, sondern nur in Kopfkinos projiziert wurden. Ab und zu wird erst beim Schreiben klar, welchen Film man gesehen hat, gerne gesehen hätte und in Zukunft sehen möchte.

Gleich, was Schreibende bewegt: Filme wollen geliebt, und nur dann beschreiben werden!

Wenn Filmkritik Filmkritik ist, dann ist sie kein bloßes Schreiben über Filme, sondern ein Denken mit den Bildern; keine Inhaltsangabe, die an Bildern und Klängen vorbeitextet, Pros und Kontras auflistet, Zuschauerempfehlungen verkündet oder am Film als Marktwert interessiert ist. Filme sind nicht gut oder schlecht, sie werden nur zu oft als schlecht beschrieben. Wenn Filmkritik Filmkritik ist, dann versteht sie sich stets als bewegt, ist niemals fertig und verändert sich mit ihren Filmen.

Wir wollen keine Filmkritik, die schlechte Filme beschreibt!
Kritiken, in denen schlechte Filme beschrieben werden, sind schlechte Kritiken!
Wir wollen keine Filmkritik, die dadurch gut sein möchte, dass sie Filme zu schlechten macht!
Wir wünschen uns gute Filme, denn nur durch gute Filme, entstehen gute Kritiken!
Wir wünschen uns Kritiken, die ihre Filme lieben, denn wenn gute Kritiken gute Filme beschreiben, dann machen sie diese bestenfalls noch besser!
Wir möchten gute Kritiken lesen, um das berichtet zu bekommen, was wir vielleicht selbst nicht wahrgenommen haben, damit wir unser Beobachtung hinterfragen und beim nächsten Film besser sehen können! Wahl der Worte ist Wahrnehmungspolitik!
Wir wollen keine Kritik, wenn Kritik bedeutet, dass Texte so tun, als ob sie Bilder be- und verurteilen könnten, als ob das Sagbare das Sichtbare wäre.

Wenn du willst was wir wollen, dann wollen wir Freude am Textspiel, die Lichtspiel und Leser erleuchtet; Beschreibungen bewegter Bilder, die von Bildern bewegt werden; Filmessays, die auf verschiedenartigste Weise experimentieren, Buchstabenreihungen, Bildcollagen, audiovisuelle Anordnungen, die audiovisuelle Ereignisse übersetzen.

Wir wollen Filmkritik, die sich von der Kritik verabschiedet, eigenständige Praxis ist, nicht im Dienste für, sondern im Austausch mit Filmen!

Wenn du Filme nicht kritisieren, sondern mit ihnen denken möchtest, dann sind wir dein Forum!

Jederzeit im Internet und speziell im KINOHEFT. DAS KINOHEFT (ISSN 1861–1311) ist eine Zeitschrift für experimentelle Filmkritik, die in Weimar an der Bauhaus-Universität zweimal jährlich erscheint. Im Moment können wir leider keine Honorare für eingereichte Beiträge zahlen, streben aber mit unseren Autorinnen und Autoren eine längerfristige Zusammenarbeit an.

Schicke uns Texte, Filmstillstillleben, Filmkritikfilme, Kinoreflexreflexionen, Affektartefakte und sonstige druckbare Erzeugnisse, die deine Kinoerfahrungen wiedergeben!
Für das DAS KINOHEFT Nr. 5, 2009, das im Frühsommer erscheint, suchen wir Arbeiten zum diesjährigen Film- und Kinogeschehen.

Beiträge in allen Formaten können bis zum 25.05.2009 per Email an kinoheft [at] gmail.com oder per Post an Redaktion Kinoheft, IKKM, Bauhaus-Universität Weimar, Cranachstraße 47, 99421 Weimar geschickt werden.

twitter.com/kinoheft

filmundkritik.de

Sequenzgespräche im Sommersemester 2009

Termin

Referent / Thema

Donnerstag |

30. April 2009 |

19 Uhr |

Sequenzgespräch 1

Richard Dyer (London)

stellt zur Diskussion: Non si sevizia un paperino / Don’t Torture a Duckling (1972) von Lucio Fulci.

Donnerstag |

7. Mai 2009 |

19 Uhr |

Sequenzgespräch 2

Lorenz Engell (Weimar)

stellt zur Diskussion: Das Magische Bild bei Georges Méliès.

Donnerstag |

14. Mai 2009 |

19 Uhr |

Sequenzgespräch 3

Oliver Fahle (Weimar)

stellt zur Diskussion: Caché (2005) von Michael Haneke.

Donnerstag |

28. Mai 2009 |

19 Uhr |

Sequenzgespräch 4

Bernhard Siegert (Weimar)

stellt zur Diskussion: Pickpocket (1959) von Robert Bresson.

Donnerstag |

4. Juni 2009 |

19 Uhr |

Sequenzgespräch 5

Laura Frahm (Weimar)

stellt zur Diskussion: Jonas (1957) von Ottomar Domnick.

Montag |

15. Juni 2009 |

19 Uhr |

Sequenzgespräch 6

Michael Cuntz (Weimar)

stellt zur Diskussion: Donnie Darko (2001) von Richard Kelly.

Montag |

29. Juni 2009 |

19 Uhr |

Sequenzgespräch 7

Michael Mayer (Berlin)

stellt zur Diskussion: Das Kino der Toten anhand der Filme Smoke (1995) von Wayne Wang und Memento (2000) von Christopher Nolan.

Die Gespräche finden jeweils im Seminarraum des IKKM in der Cranachstraße 47 statt und sind öffentlich. Die Vortragenden stellen eine kurze Sequenz aus einem Film vor, leiten diese kurz ein. Anschließend sind alle Anwesenden zur lebhaften Diskussion der Sequenz eingeladen. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des BFI – Bauhaus Film-Instituts und des IKKM – Internationales Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie. Fragen beantwortet Adina Lauenburger, adina.lauenburger [at] uni-weimar.de

Wim Wenders in Weimar

Das Bauhaus Film-Institut begleitet eine exklusive Sondervorstellung des Kinofilms “Palermo Shooting” und organisiert eine Veranstaltungsreihe mit Wim-Wenders-Filmen in Weimar. In “Palermo Shooting” wird die Geschichte des erfolgreichen Fotografen Finn (Campino) erzählt.

Das Bauhaus Film-Institut, CineStar – der Filmpalast und der Senator Film Verleih laden am 2. April 2009 sehr herzlich zu einer exklusiven Sondervorstellung des aktuellen Films “Palermo Shooting” in Anwesenheit des Regisseurs Wim Wenders ein.

Die Sondervorstellung findet am Donnerstag, 2. April 2009, ab 20:00 Uhr im CineStar – Der Filmpalast, Weimar, Schützengasse 14, statt.

Wir freuen uns, ein Filmgespräch mit Autor, Regisseur und Produzent Wim Wenders und Prof. Wolfgang Kissel, Department Filmgestaltung, Bauhaus Film-Institut, anzukündigen.

In “Palermo Shooting” erzählt Wim Wenders die Geschichte des erfolgreichen Fotografen Finn (Campino). Er lebt ein gleichermaßen prominentes wie hektisches Leben in der Rheinmetropole Düsseldorf. Seine Nächte sind ruhelos, sein Mobiltelefon steht nie still, und die Musik im Kopfhörer ist sein wichtigster Begleiter. Als seine Existenz urplötzlich aus den Fugen gerät, lässt Finn kurz entschlossen alles hinter sich. Seine Reise führt ihn nach Palermo. Dort wird er von einem mysteriösen Schützen verfolgt, der ihm nach dem Leben trachtet. Gleichzeitig beginnen für ihn ein ganz neues Leben und eine große neue Liebe.
Foto: Senator, Donata Wenders
Foto: Senator, Donata Wenders

Gern möchten wir zudem die Gelegenheit nutzen und auf die BFI-Veranstaltungsreihe “Wenders-Filme über Filme” hinweisen, die die Kinopräsentation und das Filmgespräch des aktuellen Werks “Palermo Shooting” flankiert:

2.4.2009, 17:00 Uhr, Lichthaus Kino, Straßenbahndepot, Weimar, Am Kirschberg 4
“Der Stand der Dinge” (1982) SW, 117 Min.
arte.tv: Der Stand der Dinge

Filmgespräch: Wim Wenders

3.4.2009, 17:00 Uhr, Lichthaus Kino
“Im Lauf der Zeit” (1976) SW, 168 Min.
Wikipedia: Im Lauf der Zeit
Filmgespräch: Prof. Dr. Lorenz Engell, Bauhaus Film-Institut, Department Filmtheorie und -geschichte

Am 3.4.2009 findet ein Werkstattgespräch “Der Filmautor als Produzent” mit Prof. Wim Wenders und Prof. Wolfgang Kissel im universitären Rahmen des Bauhaus Film-Instituts statt. Wim Wenders lehrt Film an der Hochschule für bildende Künste Hamburg.

Karten für “Palermo Shooting” sind jederzeit über das CineStar-Kino Weimar erhältlich.

Karten und Informationen zu den Vorstellungen im Lichthaus Kino finden Sie
unter www.lichthaus.info

Weitere Informationen zum Film finden Sie unter
www.palermoshooting.senator.de

Autor: Olaf Nenninger

Copyright Bauhaus Film-Institut Weimar 2009

Sequenzgespräch 2

Liebe Freunde der kulturwissenschaftlichen Filmforschung!

Nach dem lebhaften Beginn der »Sequenzgespräche« am 23.10. kommt nun der erste Folgetermin zu Stande.

Am Montag, den 17.11.08, 17.00 Uhr spricht Ute Holl im Seminarraum des IKKM (Cranachstraße 47) über Painlevé. Alle, die am durchaus programmatisch gemeinten Dialog des filmwissenschaftlichen Spezialwissens mit der kulturwissenschaftlichen Perspektivgebung interessiert sind, sind erneut sehr herzlich dazu eingeladen.

Mit freundlichen Grüßen

Ute Holl, Wolfgang Beilenhoff, Lorenz Engell, Oliver Fahle

Einladung zum ersten Sequenzgespräch

Das Zusammenspiel zwischen Kulturwissenschaft und Filmwissenschaft spielt in Weimar – und auch zunehmend anderswo – auf vielen Ebenen eine besondere Rolle. Das gilt für das Graduiertenkolleg »Mediale Historiographien« und das IKKM, das Bauhaus Film Institut und nicht zuletzt für die laufende Forschungsarbeit und die Studiengänge der Medienkultur.

Gerade in der letzten Zeit haben in diesem Sinn wieder verschiedene Filmgespräche stattgefunden, in der Veranstaltungsreihe Regime des Dokumentarischen, bei den IKKM Opening Lectures, anlässlich der James Benning-Aktion im Lichthaus. Das war sehr anregend.

Diese interessanten und ermutigenden Erfahrungen zeigen nämlich, dass das Verfahren des interdisziplinären Filmgesprächs ausbaufähig ist. Die bloßen Erstbegegnungen sind längst geschehen, und sie haben Folgen.

Die kulturwissenschaftlichen (In-)Fragestellungen und Perspektivierungen öffnen das Filmwissen entscheidend, führen es über ein ausschließliches Wissen vom Film und seiner Binnenwelt hinaus und verleihen ihm so Anschlussfähigkeit.

Die filmwissenschaftlichen Sichtweisen befreien das bewegte Bild als Wissen aus seinem Status des abhängigen Bildbelegs, der bloß ablesbaren Visualisierung und Umsetzung vorher längst anderswo festgesetzter theoretischer Gehalte.

Im Dialog kann folglich das Filmwissen in seinem Kontext freigelegt werden, in seiner Form eigenen Rechts neben anderen, als Wissen nicht über den Film, sondern des Films – von anderem und von sich selbst.

Daran nicht nur akzidentiell und anlassbezogen, sondern reflektiert und konsequent weiter zu arbeiten, könnte sich lohnen.

In einer lockeren Sequenz von Zusammenkünften könnten je ein oder zwei Interessierte einen etwa zehnminütige Filmausschnitt vorstellen und ihn kurz, aber intensiv besprechen; dann würde darüber diskutiert werden.

Als einen ersten Termin für eine solche Sequenzbesprechung laden wir für Donnerstag, den 23. Oktober, 18:00 h in den Seminarraum des IKKM, Cranachstr. 47, ein. Danach kann das weitere Vorgehen gemeinsam festgelegt werden.

Ute Holl, Wolfgang Beilenhoff, Lorenz Engell, Oliver Fahle

Das Kinoheft

Eine Nachwuchszeitschrift für junge Filmkritik.
Kooperationsprojekt zwischen dem Bauhaus Film-Institut und der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar

Ausgehend vom Seminar Filmkritik, das an der Fakultät Medien seit dem Wintersemester 2002/03 jährlich stattgefunden hat, ist eine kleine Zeitschrift für Filmkritik gewachsen, die unter dem Titel „Das Kinoheft“ 2008 bereits als Nr. 4 erscheint. Die ironische Referenz des Titels auf ihre französischen Ahnen versteht „das Kinoheft“ als Aufforderung zur Auseinandersetzung mit der Geschichte der Filmkritik ebenso wie als Herausforderung nicht ein für alle mal zu erklären, was Filmkritik sei. Filmkritik, wie sie hier verstanden wird, ist niemals fertig und verändert sich mit den Filmen, die sie sieht und den Texten, die sie schreibt.

Die Offenheit sitzt deshalb auch im Herzen des Konzeptes der Zeitschrift. In jedem Jahr findet unter der Betreuung von Dr. Ute Holl und André Wendler an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar ein Modul zur Geschichte, Theorie und Praxis der Filmkritik statt. Teil dieses Moduls ist eine Exkursion zur Berlinale im Februar. Im anschließenden Sommersemester erarbeiten die Studierenden gemeinsam das neue Kinoheft, welches zum Semesterabschluss, dem so genannten Rundgang Anfang Juli, meist zusammen mit einer kleinen Filmpremiere im Weimarer Lichthaus-Kino präsentiert wird. Textauswahl und Gestaltung liegen in den Händen der beteiligten Studierenden und werden durch Ute Holl und André Wendler begleitet und beraten, so dass eine gleichbleibend hohe Qualität der Publikation garantiert werden kann. Der Druck der Publikation erfolgte bei Printsafari. Die Zeitschrift wird dann kostenlos an interessierte Leserinnen und Leser im gesamten deutschsprachigen Raum verteilt, darunter Filmverleihe, Produktionsfirmen, Kinos, Festivals, Fachbibliotheken und Hochschuleinrichtungen. Zu diesem Zweck verfügt das BFI bereits über einen Verteiler.